Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 70 (1929)
- Issue
- Heft 22 (30.5.1929)
- Date
- 1929-05-30
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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rzie^ung aje zum,/>sraciij Organ -es Kun-es gesryestreurr jüdischer Kehrer Deutjchlan-s SZ0LIS Unterrichlsbilder. Von Ernst Mayer in Hamburg. ': (Schluß.) 9. Der kranke Oscher. Ich nehme an, daß nicht alle Lehrer die Ansicht jener Kollegen teilen, die das Spielen in der Schule für wertlos halten und es aus dem Schulzimmer gebannt wissen wollen. Ich nehme vielmehr an, daß die allermeisten Kollegen erkannt haben, daß das Kind durch das Spielen („Aufführung") eines Unterrichtsstoffes in die nächste Nähe wirklichen Erlebens gebracht wird, daß es dadurch innerlich mitfühlt und miterlebt, was foie Geschichte sonst nur erzählt. Und deshalb pflegen wir das Spiel i n der Schule! — Wir haben die „Schnarcher-Seite" bereits soweit behandelt, daß wir nun unsere Geschichte „Der kranke Oscher" (teils an der Tafel) zu einer „Aufführung" fein zusammenstellen können: Oscher schläft, man kann's leise hören: nnnn Meir sitzt bei ihm. Da geht die Tür auf und herein treten Chanoh und Rochel. Sie grüßen: diVw' oiVe?- Meir, mit dem Finger auf dem Mund: -n'lin 1VS on on V?' 12? Vf Aber Oscher erwacht und sagt: -an ’wsi -nVin ’2s o’sa i’sa Chanoh und Rochel geben Oscher die Hand:!n»Vw nsi&n!öiV» Und Oscher und Meir danken: .'min!min 10. „Herr M., heut ist auch Chanukkah!" r na2N BI’N 'pa2 „Darf ich mal erzählen, was ich alles bekommen Hab'!?" Bitte schön! . . . Inzwischen male ich einen Chanukkah-Leuchter >an die Tafel. „O, ein Chanukkah- L-euchter!"! n“vn» ,nittn ,p ....! nii2an ns ’V nsin „Das hier ist der Schlammes."! was? - wawn nr ,p ....jpnwn n'S „Herr M., zünden. Sie doch auch die Lichter an." „Heute werden 4 Lichter «»gezündet." San? 2 av>n ,p „Ja, heute abend erst, aber gestern abend, da haben wir 3 angezündet." Ich nehme den Schammüsch (rote Kreide), spreche die Vrochaus, zeichne die kleinen Flämmchen ein und singe dann „haneraus halolu . . ." Jetzt singen wir alle: „Moaus zur jefchuosi ..." '12 nns ows!sia iws ■ ■•■v?nm nns /«jdt> ... rsia ejor .’v’Vvn 12 nns .nmas ....’2vn 12 nns rsia pu pVsin Nun erzähle ich der Klasse: ’2S ,’V’VVN 12 >’2W1 12 -flVSIN 12 — WB WH IT! N11BN 121 .... vavn ns p’ViB (Ich färbe Josefs Zeigefinger rot.) -pVll WBWfl 121 So, nun sagt der Schammosch die Vrochaus und zündet an . . . Wieder fingen wir „haneraus halolu . . ." und „moaus zur ..." — — Und so zünden wir täglich gemeinsam das Chanukkah- Licht. Lehrer-fpieile n. Eine der größten Freuden bereitet man den Jungen, läßt man sie die Rolle des Lehrers spielen. ’2S ,1'SB IM" "l ’2S ,’2S"? nilM.1 ’B •'i’nVn '2S1 nlian *pr» -!sia tpv Josef und ich haben die Plätze getauscht . . .! 1’nVn ’2S1 N11B1 SIN! s]0T> Vs 1S1! SSI „Er fragt uns." Von der vorigen Stunde hängen noch die Tierbilder vor der Klasse. Josef fragt: "-am na" "?am ms" ".■>asn nv" "? ’axn n’S" .! asr ’V ns->n~! niian sin ]m „Ein anderer Lehrer"! r ms min raiv ."Viia aVa nt" "? nr na" '•!nnan’2s Iinsnna JisnaiEr "•wawn äs?"?wnwn n’S : Vsiw ’2s?niaVn i’s :VsiV’2s Werner weiß es nicht. Hast du nicht verstanden, was ich gefragt habe? Dann kannst du ja sagen, was ich jetzt an die Tafel schreibe:?Vsiw nns no o’sn ~m Herr M., was fragst du? ...,..,n^sw Ich habe gefragt ...? i2aVn n’S Wo ist der Mond?? unwn ns Vinns nsi ’a : Vsiw ’2S J aiv "i Vsiw nns na o’sa ia" ....iftVaw Ich habe gefragt . .., wer hat gestern den Neger gesehen?-? Vmn ns Vians nsn’b :Vsiw’2s "? Vsiw nns n» O’sn iB" - - ’nVsw Dieser oder jener Junge kann jetzt schon Lehrer sein. Cr fragt, wird wieder gefragt und antwortet schließlich: ♦ ’nVss? 11. Chanukkah. Das schöne Chanukkah-Fest ist gekommen und hat uns frohen Lichterglanz mitgebracht, uÄcht Tage bleibt es bei — diese Zeit wollen wir fein ausnützen. -niiai ni’v Das Deboralied. (Richter 4 u. 5.) Uebersetzt und erklärt von Ruhelehrer B. Wolfs in Aurich. (Schluß.) nvs iVv o’s?2B ^ian -lian Visa B’V2B ü’i’is Vsoa N212 aVn Vsw B’n msan naopn ninVnV N2'B’i mnVwn ii’V m’ iwsinpna siow naVm D?Vay nnpi nsVm nsnm ii’Vai ]’a odv Vs2 yia rrVai pa ins? Vsi aw via iVsa V02 Via 24. Gepriesen vor . allen Frauen sek Jael. das Weib Chewers des Keni; mehr als alle Frauen in Zelten sei sie gepriesen! 25. Wasser verlangt er, Milch reicht sie, doch in der Schale der Fürsten mußte sie bringen den Rahm. 26. Ihre Hand streckt sie nach dem Nagel Md ihre Rechte nach dem Hammer der Schmiede und hämmert auf Sißra, zerschlägt ihm das Haupt, durchschlägt und zerschmettert chm die Schlaf'. 27. Zwischen ihre Füß' hatt' er gekniet, war hingesunken, wollt siemißbrauchen, zwischen ihre Füß schon war gekniet, gesunken, doch kaum war er gekniet, da war er auch gefallen, überwunden. V. 24. Zunächst erhält Jael, das Weib des Kenite Chewer das Lob der Dichterin. Vek Ausbruch der Feind feligkeiten hattensich dre Beratern von Israel getrennt, f heißt es im Bericht, das will nichts anderes besaget als daß sie sich für neutral erklärt hatten. Als mu Sißra am Bache Rifchon die MedMage seines Heere sah, verließ er den übriggebliebenen Rest und flüchtet sich auf neutrales Gebiet, weil er hier auf persönlichen Schutz rechnen konnte; und wir dürfen nach dem Wortlaut der Schrift als feststehend annehmen, daß es auch von vornherein in der Absicht der Jael lag, dem geschlagenen Feldherrn diesen Schutz zu gewähren; wir schließen das aus den Worten des Berichts insipV *?r ssm genau wie insipV nsV ssnv oder “’nns o’vm Va nassm Spricht nicht Freude und WohlwollM aus diesen- Phrasen? Aus welchem Grunde die Frau ihre wohlwollende Gesinnung gegen Sißra geändert hat, werden wir schon aus den folgenden Versen erflehen. Die Dichterin ist keine Gesinnungsschnüsflerin, sie beurteilt nur die vollendete Tatsache, die ihr uneingeschränktes Lob findet. V. 25. schildert den Vorgang im Zelte Chewers. Aus dem Getümmel der Schlacht kehrt Sißra in die behagliche Ruhe des Zeltes ein; er ist allein mit der stattlichen Frau des Hauses. „Bring mir lein wenig Wasser, denn ich dürste!" Aber statt Wasser wird Milch gebracht, Sißra weist den Trunk aus dem Gefäß der Hausfrau zurück. Umständlich schnallt er ab und reicht der wartenden Frau do-hk Vao' die Prachtschale des Generals. Die muh sie mit Sahne füllen und na’-'pn ganz nahe heranbringen. 6fe weiß nun, was der Schelm im Sinne hat. Ganz listig meint sie: „Ich will noch >einmal aus der Tür sehen, sä’ 57’s os/ ob jemand kommt, der das Schäfersttindchen stören könnte." V. 26. Sie geht, nimmt v'VaV niaVni im „einen Pflock und den Hammer der Schmiede", kommt wieder und tut, als wollte sie ihm zu Willen sein; ab>er schon liegend, erhält er den Schlag mit dem Hammer gegen die Schläfe, daß das Hirn nach allen Seiten spritzt. Der Beweis für die Mchtigkeit geht aus dem folgenden Satze hervor. V. 27. aaw Vs2 Via n’Vai pa- Was n’Vn pa heißt, ersehen wir aus 5. M. 28, 57. n’Vri pan nsxvn nn’Vwat- Drei Tätigkeiten werden genannt, die letzte aav wollte Gewalt antun, aber das Verbrechen ist nicht ausgeführt worden; denn bei der Wiederholung werden nur zwei vorbereitende Tätigkeitengenannt, aaw fehlt, und hinzugefügt wird noch: uw V22 nw ,Via iwsa Kaum war er hingefunken, da lag er erschlagen an der Stelle, wo er die Untat begehen wollte. Wir aber halten dafür, daß Sißra wegen dieser Gemeinheit von der Schrift nie den ihm eigentlich gebührenden Titel iVa erhält und bewundern die Dichterin, die mit so vieler Dezen-z uns den Vorgang übermittelt hat. ' Und so sittlich verkommen owe die Herren, so sind auch die Damen der Gesellschaft.' Das geht hervor aus den Gesinnungen der Edelfranen im Haufe Sißras. siv'v vs 22’ni napw2 pVrn lya saV iaai wwa Viia aawsn 15a rvmaaiB ’n»s uns siia r^r'n t]S 12251 n’niiw nman •nV nons a’vn D’nani oni bbv? ipVn’ issa’ sVn VV» «iö’öV s’sair bbv? iar VsiV ’iisV ca’iapi yas nnpi D’vas : bbv? 28. Durchs Fenster schaut sie und jammert, die Mutter Sißras durchs Gitter hindurch: was zögert sein Wagen^ zu kommen, was säumen die Schritt' seiner Wagen? 29. Die Weisesten ihrer Fürstinnen sie antworten, auch sie nimmt ihre Wort' sich zu Herzen. 30. „Fürwahr, sie finden verteilen immer noch Beute, Dirn-en, ein oder zwei für je einen Mann, auch Haufen bunter Gewänder für Sißra, ein Haufen einseitig gewirkter! Gewänder. ja auch zweisei'biger buntgewirkter Gewänder (getragen) vom Hals eines erbeuteten McmlNvs. V. 28. Nun führt uns Debora in Sißeras Haus, wo dessen bejahrte Mutter mit ihren Edeldamen die Heimkehr der Sieger ^erwartet. Ihre Geduld wird auf eine harte Probe gestellt, denn Stunde auf Stunde verrinnt