Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 70 (1929)
- Issue
- Heft 22 (30.5.1929)
- Date
- 1929-05-30
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Seii« 8. Nr. 22 Der Israelit 30. MM 1929 hält, als Lehrer seiner Kinder anstellen. Die Klage wurde abgewiesen. Dieburg, 27. Mai. Der Ehrentag der kleinen Ge meinde naht heran. Am Sonntag, den 9. Juni, wird die unter vielen Opfern neuerlichlete schöne Synagog eingeweiht und ihrer Bestimmung über geben werden. Die Feierlich leiten beginnen schon am Freitag Nachmittag mit der Ueberführung der Thora rollen in das neue Gotteshaus und einer Weiherede des Herrn Rabbiner Dr. M e r z b ach aus Darmstadt. Am Samstag ist Festgottesdienst und Predigt. Die Akade mische Feier, unter Mitwirkung des Synagogenchors der Franlsurter IsraeliliHen Religionsgesel schüft, zu der auch viele Gäste von auswärts erwartet twerden, findet Sonntag, den 9. Juni, mittags 1 Uhr statt. Für Samstag- und Sonntagabend sind gesellschaftliche Zusammenkünfte vorgesehen. Briefkasten. Hfsenvach a. W. Die Adresse der Gesellschaft für jlld. Volksbildung ist Frankfurt a. M.. Efchershelmerlandstraße 67. Anonymus in Dresden. Wenn Die schon unter dem Schutze der Anonymität vor einem „Banditen' warnen, dann sollten Sie wenigstens uns, nicht das Strafporto auserlegen. Kerrn Direktor Dr. Js. in Js. Der Betrag von Mk. 50 aus der Sammlung auf der Hochzeit Albert Oettinger-Mally Thalmann für Thoragelehrte in Palästina ist uns zugegangen und durch die Pekidim in Amsterdam seinem Zwecke zugeführt worden Die Woche. >iabbiner«sahl m der Synagogengemeinde „Israelitische Neligionsgesellschaft". Der Vorstand der Synagogengemeirlüe „Israelisch Religionsgesellschaft-" hat unter Zustimmung des Gemeinderates beschlossen, einer auf den 15. Siwan (23. Juni) einberusenen Gemeindeversammlung Herrn Oberrabbiner Joses I. H o r o v i tz in Hundsdorf (Slov.) als Kandidaten für den Rabbinatssitz vorzuschlagen. Sitzung der Gemeindevertretung der Israelitischen Gemeinde am 29. Mai. Schwach besuchte Versammlung. Wenige belangreiche Mitteilungen. Der Vorstand hat die Beschlußfassung über die letzthin von der Gemeindevertretung akzeptierte Uebernahme des Philantropins auf die Gemeinde zurückgestellt. Er hält seinen Beschluß hinsichtlich des Eingehens der Obersekunda und des Abbaus des Realgymnasiums aufrecht und weist die Einmischung der Gemeindevertretung in diese Angelegenheit als nicht in ihr Zuständigkeilsgebiet gehörend zurück. Die Gemeinde übernimmt die Kosten des Religionsunterrichtes im Institut der Frau Martha Cch mberger, Mendel.ohnstraße (früheres Heinemann'sches Institut). Auf der Tagesordnung steht u. a. die Einführung' des liberalen Einheitsgebetbuches'in der Hauptsynagoge. Mit verlegenem Schweigen, ohne Debatte, in halben,: abgebrochenen Tönen, die beinahe Mancherseits auf eine gewisse - Schamhaftigkeit schließen lassen konnten, wird sie mit einigen, öffentlich nicht genannten Stimmenthaltungen - beschlossen. Der anwesende liberale - Vorstandsvertreter, von dem wir „zum 'Ruhm und zur Ehre" des. konservativem Teiles des . Vorstandes wohl annehmen dürfen, daß er r'n d ke femAalte nicht der Interpret des Vorstandes war, konnte nicht umhin, dem Verfasser dieses Gebetbuches, deM Senior der Frankfurter Rabbme'n, Dr. 'Seligmann, dmen kleinen Lorbeerkranz für feine „'ungeheure Arbeitsleistung" zu widmen. Wir kennen dieses „Einheitsgebetbuch" nicht, entsinnen uns aber mit heiterem Ergötzen der Hagodoh des gleichen Autors, in der als eine der Ma nifchtano-Fragen eingeschaltet ist: „Warum ist der Tijch denn heute — mit Bilderbüchern geschmückt?" Aber wir hegen unbesehen bittere und bedeutende Zweifel, ob die wahren früheren Väter der ehemaligen Frankfurter Gemeinde, ob — wir gruppieren zwanglos — ein Pnei Iehauschnaj ein Hasloh, ein R. Noson Adler, ein R. Nastali Cohen und viele andere die Abfassung und Einführung dieses Gebetbuches als „Ruhm und Ehre" für die Gemeinde betrachten würden, die in Kreisen der Gemeindevertretung oft so gerne als „Muttergemeinde in Israel" bezeichnet wird. Dr. Max Oppenheimer b"XT- Am isnya y'b dem Tage, der ebne tlmve RuhMfel in der ©efirotomer bildet, trugenwir Dr. Max Oppenh e i m e r mit 37 Jahren still zu GnM mit stillem Schmerze, der zu-, tief -faß, um Ausdruck zu ftnÄen. Mete in der überaus großen' Trau-ergememd-e am Dienstag vormittags <mf dem Friedhöfe der JsraeliÄfchen Neligionsgesellschaft waren von der Tragik, dieses plötzkchen Todes, von Freundschaft zu den beiden hochgeachteten Fam-iÄen zur Mittraner und zur Teilnahme da-hingielieitet. Eine tMmw Schar gab es aber, -die, wenn auch nicht verwandtschaftlich verbunden, sich zu den Nächstgetroffenen fühlte.:. die engeren- Freunde und Kollegen des Verstorbenen, diejenigen, die fein Leben, fein reines Streben kannten und all die Schätze aus feiner Seele leuchten sahen, die -er in feiner überaus großen Bescheidenheit der Welt gegenüber nochnicht gernheroork-ehrte. Sile weinten still um Max Oppenheimer und konnten es nicht fassen, daß der Webe Freund in der Blüte semec Jahre und feines Schaffens nun von ihnen für immer scheiden soll. Der einzige Sohn des verdienten Lehrers der Main zer Israelit sichen Religionsgefellfchafd, Herrn Oppen h e i m-er. schlug Max Oppenheimer von Kindheit auf den Weg ein, den ihm E-ltern und fein großer Lehrer, Rabbiner Dr. Bon di Vst, zeigten und verlieh ihn auch dann nicht, als er -durch Welt und Wissen denhöheren Studien zustrebte. Seine in der Heimat sich erworbenen bedeu-ten-denjüdischen Kenntnisse vermehrte und vertiefte er in Berlin unter Leitung von Rabbiner Dr. Munk und im Kre-ise der B. I, A. Nach Abschluß der Studien gründete -er sich in Gemeinschaft mi-t der Gattin, der Tochter des Herrn T. Schaptro, fein schönes Frankfurter Heim, Las voneinem -lieben Töchterchen beglückt wurde, während er feine gülausgedehnte R-echitsanwaltpraxiis in der Heimatstadt Mainz ausüb,te. Dabei fand er noch Zeit für Lernen und ftir alle idealen B-eftvebungen der gefetzesireuen Gemeinschaft, wenn auch Bescheidenheit und erhöhter Anspruch an sich ihn vorerst noch -in den Hintergrund zurücktr-eten ließen. Am- Sonntag den 19. Mat rüstete er sich zur Fahrt nach Leipzig, um in der Dletegvertenverfammlung der Ag-udas Jisrvel an der Verwirklichung feiner Ideale und Prinzipien mitzuarbeiten. Da meldete sichmit leisen Schritten das harte, unerwartete Geschick. Ein kleines Unwohlsein, das sich. in inen folgenden Tagenverschlimmerte, und acht Tage später, in der Nacht vom Sonntag den 26. Mar, war Äve blühende Jugendkrast gebrochen. Lähmendes Entsetzen bemächtigte sich Montag früh der Freunde, als sie die Kunde, wie ein Blitz aus heiterem Himmel, traf. Man mußte sich die Botschaft mehrmals w-tederhoten, um deren erschütternden Sinn zu erfassen. Dr. Max Oppenheimer war Anwalt von Beruf und Berufung. Anwalt des Rechtes, Anwalt , der Schwachen, d-te feiner' stützenden Hand bedurften. Mt den- Augen und Sinnen des Gesetzeskundigen saß. er, wie Schreiber dieses es /an jedem Sonntag morgen beobachten und Synagogengemeinde Israel. Religionsgesellschaft Wir laden hiermit zu einer am Sonntag, den 15. Siwan (23. Juni) ds. Js. von 8-14 Uhr in der Realschule, Am Tiergarten 8 stattfindenden außerordentlichen Gemeindeversammlung ein. < -s Einziger Gegenstand der Tagesordnung; Wahl des Gememderabhmers (§ 30 der Satzungen) Der Vorstand bewundern konnte, auch am'-Studium dtzs alten Ge-- -etzes.-'Er lernte l mit Bo-Mebe hie Teile aus Talmud 1'pn2. die GelsgLnhett zu Analotztenmit demsibü-rgerli-chen und Staatsgefetz boten. Wie anregend Änd befruchtend — und betehrend auch für den- Lehrer — wären da feine> Bemerkungen und Feststellungen!, und wie unerschütterlich zeigte sich dabei sein Respekt vor den alten Lehren, sein trasn mivrr ft-ne Treue zur Thora, die ihm-, bei allen weiteren Sbudiengängenl, doch die erste Liebe des Herzens, Primat und das Maß aller Dinge blieb. Wenn -es den Angehörigen ein Trost fein fall: eine große Gemeinde von Freunden' teilt ihre Trauer und ihren Schmerz. Wir haben alle einen lieben, treuen Menschen, der Klal hat, -eine blühende Hoffnu-NW verloren. Möge '"vn- Frau und Kind und die beiden Famistenim Andenken -an den FrAihvo-llenWen. Trost '-inden lassen. -. rrawri Leopold Seligmanh Nach schwerem Leiden verstarb Leopold Selig-, mann im Alter von 70 Jahren' und kam am Menstag den 28. Mai auf'dem Friedhof der Jsr-belM-schen Reli-, gion-sgesellschaft 'zur -letzten -Ruhe. Aus bester, streng vettgil-ös-er Familie im Hessischen entstammend, verlor et srüh den Vater und zog Mit der Mutten und denandern Geschwistern ntofj Frankfurt. Ihr, der tapferen, frommen Mu-ttre, ihrer Erziehung und -ihrem Vorhilde, ver< -dankten es die Kinder — nach dem frühen Tode des Aeltesten, zwei Söhne und -eine Tochter — daß sie als Menschen und Jehudim, Miebt und hochangesehen, durch das Leben gehen konnten. Ein seltener rvnxm pipnv war Leopold Se-ligmann, der -das Wort Ben Afais in« Perek zum Motto hatte: ninrn nini nbp fi 'in- Es kam effektiv kein böses Wort über feine Lippen. rn!> war ihm genau so verpönt, wie ihm ReeMä-t und strengste Ehrlichkeit im Handel und Wandel heiliges Tho-ragebot. war. Mit wieviel Liebe und Treue diente er -dem Hause,, in dem er in den letztenzehn Jahren seines Lebens- Heim und Lebensabend gefundenhatte. Dabei versäumte er kem-en Gottesdienst und fehlte, so lange seine K-ast es erlaubte, kaum bet -einem Schtur. In der Friedhofs-- h-alle der Israelitischen Retig-wnsgesellschaft -gab Herr Wolpert, der Dozent des Gumpertzschen Si-ech-enhauses, dessen Gottesdienst -der! Berstorb-ene besuchte, -der Verehrung und der Trauer Ausdruck. Aus der Agudas Iisroel. Am Sonntagden 2. Juniftndet ein Ausflug der Jugendgruppe nach Lorsbach i. Ts. statt. Treffpunkt 8 Uhr am Hauptportal des Ha-up-tb-ahnhofes. Abfahrt 8.11 Uhr nach Lorsbach. Eröffnung des Sonrmerfemsfters in der Thora-Lehranstalt Jeschiwah Frankfurt a. M. Das Sommersemester in der Ieschiwah wurde am: 14. Mar mit der Prüfung der neueingetretenen Hörer und am 16. Mai mit einem Eröffnungsvortrag durch den Leiter begonnen. Es traten 35 neue Hörer ein, sodaß die Jeschiwahvon 85 Hörern besucht wird; hiervon entfallen 76 Hörer aus Deutschland und Westeuropa. 19 der Hörer besitzen die Reise für Obersekunda, 16 haben das Maturitätseramen abgelegt. 5 Studenten der Universität besuchen die Ieschiwah als außerordentliche Hörer. Zurzeit beschäftigt sich das Jeschiwah-Kuratorium mit: der unaufsch'ebbaren d.ingenden Frage des Umbaues desfür die gesteigerten Anforderungen nicht mehr genügenden. Jeschiwah-Gebäudes. ‘ Frankfurter Vereinskalender. Verein Alek-r Lhaji«. > Sonntag morgens nach Schul (ebenso Mittwoch), int Aörsaale Friedberg. Anlage mH "n, Herr Red. S. Schachnowiß. — Vormittag 8^2 Uhr, (auch Samstag) eine Stunde vor Nacht, Gemoro. Herr Joachim Soffer. — 974 Hör Vormittag (ebenso Dienstag 1 Stunde vor Mtncho), Gemoro. Herr R.-A. G. Posen. Montag morgens nach Schul ((ebenso Donnerstag)^ Mifchna, Mitgliederlernen. — Abends 7 Uhr (ebenso Mittwoch) im Dereinslokale, Gemoro,. Herr Rabbiner Dr. Jos. Breuer. — 8V4 Uhr abends (ebenso Donnerstag), Gemoro. Herr Dr. E. Posen. Dienstag morgen nach Schul, (ebenso Freitag)^ Mifchna, Herr Dr. E. Posen. Samstag morgen, nach Sckul, Dinim, Herr Dr- L Posen. — 4»/4 Uhr nachm im Wreinslokale, Mikro, Herr Dr. W. Hofmann. " . ,s, - Ä's Von Montag bis einschließlich Frejtag. sedeü Morgen nach Schul im Sitzunasztmmek-Miedbergxr Anlage. Gemoro, Herr Dr. S. Ehrm'ann. Von Sonntag bis einschließlich Donnerstag abends fP/i Uhr im Vereinslokale, Schaslernen des Herrn Herz Halpern. Diesen Samstag eine Stunde vor Nacht, Midrasch» vortrag des Herrn Willy Hofmann. Iahrzeltsstlftung. 1. Juni. Oberkantor Friesiändey-Stiftung. Dienstag, 4. Juni. Dr. Israel Roß-Stiftung. Mittwoch, 5. Juni. Abryham Fürth- und Rosa ' Joseph geb. Meinz-Stiftung. Assuda, Jlrroel-IvsendUr«ppe. Sonntag, 8 .Uhr vormittag (ebenso Mittwoch 9 Uhr - abend) Ehumisch. ' Hdrr Leopold Oppenheimer^ Montag. 9 Uhr abeffds (ebenso Mittwoch) Mifchna. Herr Rechtsanwalt M. Katz. — 9 Uhr abends, (ebenso mw nachmittag 3 Uhr) Gemoro. Herr Emanuel Wolf. — 9 Uhr abends (ebenso Donnerstag) Gemoro. Herr Gerson Schnerb. Dienstag. 30 Uhr abends (ebenso mp s/45 Ub 1 Gemoro. Herr Leo Schnerb. — 3I& Uhr (ebenso N3V 3 Uhr nachmittag) Gemoro. Herr Dr. W- Hofmann. — 8/49 Uhr abends (ebenso ruv S/41() Uhr vormittags) Gemoro. Herr Dr. Jf. Püfen. Mittwoch. 3/49 Uhr abends, Kizzur. Herr Theodor Spiegel. Donnerstag, 9 Uhr abends, Thumisch. Herr R.-A. Js. Rosenheim, naff, Uhr vormittags, Kizzur. Herr Louis Kahn- — 8/4l2 Uhr vormittags, Kizzur. Herr ..Gerson Schnerb. — 3 Uhr nachm., Gemoro. Herr Tarsis. — 4 Uhr nachmittag. Sidro. Jeden Tag von 9—11Llhr, Gelegenheit zum Lernen jeglicher iArü Don 12—4 Uhr, Das Jaumi. Herr Herz Halpern. Agava» Jlsroel-MSdchengruppe. Montag, 729 Uhr abends, Mischle. Herr Lehrer!S^ Unna. Mittwoch, V-9 Uhr abends, Dinim. Herr Lehrer Hirschberg. ^7