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Der Israelit · 1929-05-23 · Heft 21 (23.5.1929) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
70 (1929)
Issue
Heft 21 (23.5.1929)
Date
1929-05-23
Page
– (sequence 10)
Language
German
Belongs to
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Seite 10 Nr. 21 Der Israelit 23. Mai 1929 Mk. 0.50 für Radkarte.. Vorherige Anmeldungen sind an Herrn Abraham Ernst, Pfiirgstweidstraße 4, erwünscht. Tagung ver Jüdischen Wohlfahrtspjlrg' in Frankfurt a. M. Die Zentralwdhlsohrts stelle der deutschen Juden veranstaltete, gemeinsam mit dem Landesverband für jüdische Wohlfahrtspflege in Hessen' und Hessen-Nassau und der Jüdischen Wohlfahrtspflege in Frankfurt a. M., am 12. u. 13. Mai d. I: in den Räumen der Frankfurt-Loge eine Bezirkstagung für West- und Süddeutsch'and. Die unter Leitung der Herren Rabbiner Dr. H o r o w i tz und Bloch- Frankfurt a. M. geführten Hauptverhandlungen des ersten Tr^es galten dem Thema „Planwirtschaft jn der Zj^hlsahrtsarbeit". Die einzelnen Sachgebiete waren auf lolgende Referate verteilt: Justkzrat Dr.- Straus-München: Zur Planwirtschaft in der Mitielbeschasfung und Mittelverwendung. Frieda W e i n r e i ch - Berlin: Zur Planwirtschaft im Asistaltswesen und in der Erholungsfürsorge. Dir. Dr. Rothschild- Dinslaken: Zur Planwirtschaft im Anstaltsbetriebe. Jn den Referaten wie in der Aussprache am zweiten Tage wurde einmütig und nachdrücklich heroorgehoben, haß planmäßige Gestaltung der Wohlfahrtsarbeit eine dringende Forderung sei. Dazu drängt auf der einen Seite die Lugopheit der Mittel: andererseits das „wirtschaftliche Prinzip", zu dessen Anwendung die Träger der Wohlfahrtspflege nicht nur aus wirtschaftlichen, sondern mehr noch aus sozial-ethischen Gründen verpflichtet, seien. Die Versammlung faßte Entschließungen, welche den Rahmen abstecken für die Arbeit, die die Zentralwohlfahrtsstelle in Gemeinsamkeit mit allen übrigen Stellen auf dem Gebiete der Planwirtschaft der jüdischen Wohlfahrtspflege in der nächsten Zeit zu leisten haben wird. Die öffentliche Versammlung, die am ersten Abend stattfand. gab den Ausführungen von Herrn Dr. B a e ck - Berlin, Irau Bettina Brenner-Leipzig, Herrn Dr. Straus- München und Herrn Dr. Horowitz-Frankfurt a. M. einen starken Widerhall. Bei der Gelegenheit fand auch eine Aussprache des Sozialen Ausschusses des „Allgemeinen deutschen Rabbinerverbandes" über das Thema: „Rabbiner u. Jugend" statt. Rabb. Dr. Prinz- Berlin und Dr. Franz Wolf-Frankfurt sprachen über: „Rabbiner und Jugendbewegung": Rabb. Dr. Mar Erünewald und .Dr. Georg Lubinsky-Verlin über: ^Rabbiner und>Jugendpflege. Eine Sonde:besprechung galt der brennenden Frage des Nachwuchses. Die Verhandlungen über diesen Gegenstand werden demnächst fortgeführt werden. Im Rahmen der T ^,ung fanden ferner unter Vorsitz von Dr. Baeck-Berlin eine Sitzung des Gesamtvorstandes der Zentralwohlfahrtsstelle — in der vor allem der Tätigkeits- und Kassenbericht eiltgegengsnomnken wurde — sowie eine Besprechung der aktiven Mitarbeiter der jüdischen Wohlfahrtsstelle statt. Mensa Academica Judaica in Frankfurt a. M. Cs ist beabsichtigt, eiiw Mensa Academica Judaica in den Räumen Ketteuhoswe-g- 26 zu eröffnen. Der Preis ,eines Mittagessens wird Mk. 0.90 (mit Fleisch) und Mk. 0.65 (ohne Fleisch) betragen. Die rituelle Aufsicht der Mensa untersteht dem Herrn Rabbiner Dr. Hofsmann. Der Aufenthalt in den Räumen der Mensa wird den ganzen Nachmittage und Abend möglich sein. Es sollen bei Bedarf auch Abendefsen verabfolgt werden. Die Vorarbeiten sind bereits im Gange, fo daß mit der für den 28. Mai 1929 (Lag-bsomer) vorgesehenen Eröffnung gerechnet rverde-nkann. Um -einen- Ueberblick über die Inanspruchnahme der Mensa zu gewinnen, werden Interessenten gebeten, sich bei den Herren Rechtsanwalt Schleßmger, Stiftstr-aße 22, oder Rechtsanwalt Pinkus, Hochstraße 42 zu melden, die während ihrer Sprechstunden nachm. 4—6 Uhr zu jeder Auskunft zur Verfügung stehen. Das polnische Konsulat. Mit dem 1. Mai ds. Js. ist das Polnische Genera t k o n s u I a t in Köln nach Frankfurt verlegt worden. Damit ist -ein langjähriger Wunsch der polnischen Staatsbürger in der Frankfurter Umgebung in Erfüllung gegangen. Speziell für -die polnischen Juden im Auslande ist die Pahbefchaffungsfrage in den Nächtwegsjahren eine sehr ernste, in vielen Fällen eine Existenzfrage. Der Leiter des Generalkonsulats, Herr Dr. Gr u f ch k a, gehört, wie uns von ein>gewoihter Seite geschrieben wird, zu den höheren Beamten im Auslande, die sich einer humanen und liberalen- Behandlung seiner Mitbürger befleißigen ohne Rücksicht auf Konfession und Nationalität. Herr Dr. Gruschka war längere Zeit in derselben Eigenschaft in Newyork tätig und hat er sich feine amerikanischen Erfahrungen hierzulande zunutze gemacht. Seit seinem Eintritt in den europäischen Dienst hat in seinen Kreisen ein -unverkennbar Gb-e-räler Geist platzgegriffen-, was sich auf Schritt und Tritt kundgibt. Bei der Ueberfiedkung von Köln, ist -ein Unfall, Zugzusammenstoß, vorgekommen,, wobei viele Akten zugrunde gegangen sind, was eine un-gestör-te und reibungslose Amtshandlung in der -ersten- Zeit behindert. Es soll auch von dieser Stelle aus -die Mahnung an »die vielen Bittsteller ergehen, etwas Geduld waltenzu lassen!, da bis zur Neuordnung der Dokumente einige Wochen vergehen müssen. Das Konsulat ist bestrebt, auch -in dieser Uebergcmgszeit den Bittstellern nach Tunlichkeit entgegenzukommen. A. R. Erneuern Sie sofort beim Postboten die Bestellung auf den „Israelit“ für den Monat Juni Wird dies versäumt, so tritt eine Unterbrechung der Zusendung ein, ohne daß wir selbst Kenntnis davon erhalten. Für verspätete Bestellungen rechnet die Post einen Aufschlag von 20 Pfg. Verlag des Israelit G.m.b.H., Frankfurt a.M. 5um hundertsten Geburtstage von Lazarus Geiger. Am 21. Mai 1829 wurde Lazarus Geiger als Sohn von R. Schlome Geiger, Verfasser des nvi-o nH-np in Frankfurt geboren. Jn einem Artikel, den ihm Fred Berger im Stadtblatte der „Frankfurter Zeitung" widmet, heißt es u. a.: Lazarus Geiger hat das Verdienst, als erster, lange vor der Darwinschen Entwicklungstheorie, die Gesetze der Evolution und der naturwissenschaftlichen Erkenntnis auf die Sprachforschung angewandt zuhaben. Er hat die Sprache und ihre Entwicklung zu einer umfassenden Urgeschichte der menschlichen Vernunft verwendet. — Geiger -entstammte einer angesehenen Frankfurter Gelehrtenfamilie. Sein Vater, Sälomon Geiger, Verfasser -eines sehr geschätzten hebräischen Werkes über die Frankfurter Synagogengebräuche, führte den Knaben schon früh in das Studium der heiligen Sprache und des Talmuds ein. Lazar war zuerst einige Zeit in einer Mainzer Buchhandlung tätig, erkannte jedoch seine Eignung für -eine wissenschaftliche Tätigkeit und betrieb das Studium der Philosophie. Er besuchte die Universitätenzu Bonn, Heidelberg und Würzburg und kehrte im Jahre 1852 nach Frankfurt zurück. Zunächst gab er nur Priva-tstunden, -erst von 1861 ab war er als Lehrer in Mathematik, Deutsch und Geschichte -am Philantropin tätig. Ein schweres Herzleiden führte feinen vorzeitigen Tod herbei. Erft 41-jährig wurde er -einem großen Freundeskreise und der Wissenschaft entrissen. — Obwohl er m seinen Forschungsergebnissen zuweilen über das strenge Lehrgebäude des Judentums hinausgelangte, hat Lazarus Geiger den Geboten seiner Religion stets die Treue gehakten. Er war ein abgesagter Feind der Reformbestrebungen des religiösen Liberalismus-, die in seinem Onkel Abraham Geiger ihren hervorragendsten- Vertreter fanden. Von seiner rührenden Anhänglichkeit an den- Vä-tergläuben zeugen die „Terzinen beim Fall der Synagoge zu Frankfurt am Main", die er -dichtete, als das alte- Gotteshaus einem modernen Dempelbau mit Orgel Platz Machen mußte. So konnte bei der Enthüllung seiner Büste der Gedächtnisredner Dr. Mohr von ihm rühmen, -er habe -treules Festhalten am Uebe-rlieferten- -und Mrmifchen Erkenntnisdrang! in harmonischer Weise vereinigt. Gesellschaft für jüdische Volksbildung, E. V. Am Sonntag den 26. Mai findet Besuch des Ateliers Benno Elkan -im ehemaligen Karmeli-terkloster statt, zur Besichtigung des großen B i b e l l e u ch t e r s , dessen Bildwerk der Künstler selber erklären wird. Treffpunkt 10.30 Uhr -ander Feuerwache, Münzgasse, Haltestelle der Linien 18 und 14. Die Gesellschaft für jüdische Volksbildungveranstaltet am 16. I uni einen Tagesau-sflug nach W orms. Geplant ist Besichtigung der Stadt und ihrer Sehenswürdigkeiten, insbesondere der jüdischen Altertümer unter ach-kundiger Führung. Abfahrt 7 Uhr Hauptbahnhos. Preis Mk. 3.20 zuzügl. Mk. 0.50 für Eilzug. Rückkehr gegen Abend. Treffpunkt: an -der Sperre 10 Minuten vor Abgang des Zuges. Sonniagskar-te und Eilzuschlagskarte nach Worms sind mitzubringen. Frankfurter Vereinskalender. Verein Meter Lhajl«. Sonntag morgens nach Schul (ebenso Mittwoch), im Hörsaale Friedberg. Anlage aix »n, Herr Red. S. Schachnowitz. — Vormittag 8^ Uhr, (auch Samstag) eine Stunde vor Nacht, Gemoro, Herr Joachim Soffer. — 91/4 Uhr Vormittag (ebenso Dienstag 1 Stunde vor Mincho). Gemoro, Herr R.-A. G. Posen. Montag morgens nach Schul ((ebenso Donnerstag), Mischna, Mitgliederlernen. — Abends 7 Uhr (ebenso Mittwoch) im Dereinslokale, Gemoro, Herr Rabbiner Dr. Jos. Breuer. — 8V< Uhr abends (ebenso Donnerstag), Gemoro. Herr Dr. E. Posen. Dienstag morgen nach Schul, (ebenso Freitag), Mischna, Herr Dr. E. Posen. Samstag morgen, nach Schul, Dinim, Herr Dr. E. Posen. — 47< Uhr nachm im Dereinslokale» Mikro, Herr Dr. W. Hofmann. Don Montag bis einschließlich Freitag jeden Morgen nach Schul im Sitzungszimmer Friedberger Anlage, Gemoro, Herr Dr. S. Ehrmann. Don Sonntag bis einschließlich Donnerstag abends WU Uhr im Vereinslokale. Schaslernen des Herrn Herz Halpern. Diesen Samstag eine Stunde vor Nackt, Midraschvortrag des Herrn Dr. Arnold Merzbach. tffuta» 3istod>3ttgenfefrMppe. Sonntag. 8 Uhr vormittag (ebenso Mittwoch 9 Uhr abend) Chumisch. Herr Leopold Oppenheimer. Montag. 9 Uhr abends (ebenso Mittwoch) Mischna. Herr Rechtsanwalt M. Katz. — 9 Uhr abends, (ebenso rav nachmittag 3 Uhr) Gemoro. Herr Cmanuel Wolf. — 9 Uhr abends (ebenso Donnerstag) Gemoro. Herr Gerson Schnerb. Dienstag. 8/49 Uhr abends (ebenso rav 8/45 Ub Gemoro. Herr Leo Schnerb. — 3/,9 Uhr (ebenso rav 3 Uhr nachmittag) Gemoro. Herr Dr. W- Hofmann. — ®/49 Uhr abends (ebenso rav */*10 Uhr vormittags) Gemoro. Herr Dr. Js. Posen. Mittwoch, */49 Uhr abends, Kizzur. Herr Theodor Spiegel. Donnerstag, 9 Uhr abends, Chumisch. Herr R.-A. Js. Rosenheim. rav, ®/4U Uhr vormittags. Kizzur. Herr Louis Kahn- — 8/4i2 Uhr vormittags, Kizzur. Herr Gerson Schnerb. — 3 Uhr nachm., Gemoro. Herr Tarsts. — 4 Uhr nachmittag, Sidro. Jeden Tag von 9—11 Uhr Gelegenheit zum Lernen jeglicher Art. Don 12—1. Uhr, Das Jaumt. Herr Herz Halpern. A-uda» Jirroel-Mädchen gruppe. Montag, l/ß Uhr abends, Mischle. Herr Lehrer S. Unna. Mittwoch, 7i0 Uhr abends, Dinim. Herr Lehrer Hirschberg. D3Vi oorm. nach Schul o^n *iso Herr Julius Lewin. - 4 Uhr nachmittags. Chummisch u. Nascht Herr Lehrer Hirschberg. Liwjalh Lhrn-Vereiu. Samstag mittag nach Mincho (5V4 Uhr) im Hörsale Frieobergeranlage, Vortrag des Herrn Red. S. Schachnowitz über Ben Soma und fein Kreis. Lernverein llnkerlindau (tun '2"n). Am Schabbos Abend, 8/4 Stund vor Nacht. spricht Herr Rabbiner Dr. Donath im Veretnslosal Unterlindau. Ostjüdlscher 3ugendbnnd. Am Samstag, den 25. Mai 1929. nachm, s Uhr findet ein Dortrag über: „Statistik: Untergang oder Autbaustatt. Referent: Herr Jakob Dränger. Gäste, Damen und Herren willkommen. 3üdlscher Turnerbund. Vvmmerprogramm 192s. Herren: Sonntag. 9—12 Uhr vorm. Sport, Riederwaldwiese. Dienstag, ab 7 Uhr abends Sport. Ostpark, Laufbahn. Mittwoch. 8 30—10 Uhr Turnen, Annaschule, Rechneigrabenstr Donnerstag, ab 7 Ubr abends Schwimmen b. Mosler. Jugend: gemeinsam mit Herren. Alte Herren: Mittwoch 8.30-10 Uhr, Turnen, Annaschule, Rechneigrabenstr. Knaben: Dienstag, v-7^ Uhr, Turnen und Spiel Annaschule, Rechneigrabenstr. Damen: Donnerstag. 8V2-10 Uhr. Gymnastik und Turnen, Annaschule, Rechneigrabenstt. Mädchen: Mittwoch, 41/2—7 Uhr Gymnastik und Turnen, Annaschule, Rechneigrabenstr. Abtlg. I bis 11 Jahre). 4l/2-5l/i Uhr. Abtlg. II. ab II Jahre. 5l/2-l Uhr. Frauen: Mittwoch. 7*/»—9 Uhr. Gesundheitsgymnastik, S. R. Hirsch-Schule, Am Tiergarten 8. Sonntag, Wanderungen. Radtouren, Schwimmen. Dienstag, nach dem Sport geselliges Beisammensein aller Mitglieder in der Gartenwirtschaft Weil, Röderbergweg 270. Gebetzeiten. rav Freitag abend 7.35 Samstag NV2VN 6.30 Samstagsmorgen 7.45 Samstagnachmittag 1.— und 5.— Samstagabend 9.15 lvochengottesdienst: Morgens 6.15 Nachmittags 7.15 Tefillin-Legen am Morgen 2.50 s Lassen Sie Ihre UHREN bei Neeser-LAPP, Altegasse Z reparieren. Sie Preise sind billig. gehen gnt and die Alles nnter Garantie.

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