Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 70 (1929)
- Issue
- Heft 19 (10.5.1929)
- Date
- 1929-05-10
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4. Nr. & D k ' I « r o t l { Blätter 10. mail 1920 nicht verübelnkönnen, daß es nichtdeutsche Agudisten gibt, welche, diese streichelnde Hand als einen Faustschlag ins Agudaantlitz empfinden. Aber es geht hier um mehr als um Empfindungen. Es liegt hierbei eine Handlung irgend eines Organes der deutschen Landesorganisation' der Agudas Jisroel vor, die im Rahmen der Weltorganisation Agud-as Jisro-el als unrechttnäßig bezeichnet werden muh. Im Schlußsätze des dritten Abschnittes heißt es wörtlich: „Freudig begrüßen wir es, daß die Orga ne von Agudas Jisroel gestattet haben, unserem Bunde ihren Namen „zu geben", wenn auch unser Bund in völliger Unabhängigkeit von Agudas Jisroel geleitet und arbeiten wird." Welches Organ der Weltorganisation hat das gestattet? Welches Organ könnte es gestatten, daß Agudas Jisroel ihren Namen als äußere Staffage, als Beinamen irgend einer nicht-agudistischen Organisation überträgt? Die Landesorganifat-ion der Agudas Jisroel in Deutschland hätte eben so wenig das Recht, über das heiligste Gut der Weltorganisation zu verfügen, wie es der gesamte Geschästsführe-nde Ausschuß hätte. Es käme höchstens dafür der Zentralrat in Betracht. Und wenn dieser es gestatten sollte, hätte die Weltorganisation Agudas Jisroel sich selbst gerichtet. 'Nicht daß der „Angestellten-Bund" sich den Namen „Agudas Jisroel" beilegt, sonderndaß irgend ein Organ der deutschen Landesorganisationder Agudas Jisroel sich das Recht hsrausgenommen hat, den- Namen Agudas Jisroel zu verschenken, ist die fast unglaubliche- Ungeheuerlichkeit, die geschehen ist. Welche Oppo-rtunitätsgründe oder politische Erwägungen die betreffenden deutschen Organe von Agudas Jisroel dabei auch geleitet haben mögen, die Kenefsio Gedaulo der Weltorganisation Agudas Jisroel wird für dieses Vorgehenkein Verständnis - aufbringen können und den Schritt desavouieren müssen. Denn „Aguda-s Jisroel" umfaßt niemals mit ihrem Namen Einzelpersonen oder Gruppen, die nicht der Organisation der Agudas Jisroel ange-hören. Aufruf!*) J flnoüsteilteii-Bund «Agudas Jisroel«. | Köln am Rhein. Sonntag, den 12. Mai, abends 8J/a Uhr Öffentliche Kundgebung : „Die Lage der sabbathaltenden Arbeitnehmerschaft." Frankfurt am Main. Mittwoch, den 15. Mai, abends 3/4 9 Uhr im Promenadencafe, Friedberger Anjage Ausspracheabend: „Warum jüdischer Angestellten-Bund?" Hamburg. Ende Mai öffentliche Versammlung: „Der sabbathaltende Angestellte". (Genaue Angaben werden noch veröffentlicht.) Wir Unterzeichnete, aus verschiedenen organisatorischen Lagern der Orthodoxie stammend, haben uns in der Erkenntnis zusammengefunden, daß die traurige politische Zerklüftung innerhalb der gesetzestreuen Judenheit die Verwirklichung der wichtigsten gemeinsamen Gegenwartsausgaben immer wieder aushält, ja, sogar gefährdet. Nur eine geschlossene organisatorische Einheit kann die Orthodoxie für ihre großen Ziele lebensfrisch und arbeitsfähig erhalten! Bedarf es aber hierzu einer neuen Organisation? War es nicht der ursprüngliche Gedanke der Agudas Jisroel, alle Juden, die auf dem Boden der Thora und der Ueberlief-erung stehen, gleichberechtigt zu einen, und so die Orthodoxie zu einem machtvollen Faktor der Stärkung nach innen und der Stoßkraft nach außen zu gestalten? Heute ist Agudas Jisroel zwar leider noch davon entfernt, alle Gesetzestreuen in ihrem Lager zu sehen. Jmrn-eS noch stehen Gruppen, die ihrer jüdischen Ueberzeugungstreue nach zu ihr gehören, abseits, weil politische Faktoren, zu Scheidewänden geworden sind, welche die tausendfach wesentlicheren Bande der gemeinsamen Grundgesinnung übersehen lassen. Agudas Jisroel aber kann die Gesamtorganisation der geeinten gesetzestreuen Judenheit werden, we-rm in ihr -ein auf Verständnis und Verständigung gerichteter Wille, alle, die ihre Freunde sein möchten, zur Mitarbeit zu gewinnen vermag. Ist doch ihr Programm nicht das Sonderprogramm einer Partei, sondern das Programm des Judentums selbst. Eine zeitweilige andere Taktik dürfte kein Grund dafür sein, sich von ihr abzuwenden, oder neue Experimente von- Parteibildu-ngeri zu machen. So geht denn unser Ruf dahin, den ursprünglichen Gedanken der Agudas Jisroel — die Zusammenfassung der räumlich, geistig, sozial oder politisch getrennten Gruppen der Orthodoxie — wie er den Gründern (Jizchak Halevi, Louis Feist) vorschwebte, wiederum zu verwirklichen. Gerade jetzt, da Agudas Jisroel sich zur n. Kenestio Gedaulo (Weltkongreß) rüstet, kann unser Sammelruf wieder ihr Programm werden. Wir rufen daher auf, Agudas Zisroel wieder zur Organisation des geeinten gefeheslreuen Judentums in unserem Sinne zu gestalten. Agudisien, werdet für unsere Idee in Agudüs Jisroel! Wirket für Einheit, verhütet Spaltungen! Aichtagudisten, helfet uns, den Gedanken von der Einheit und Kraft der Orthodoxie in Agudas Jisroel Wirklichkeit werden.zu lasten! Gesinnungsfreunde!, sorget dafür, daß Vertreter unseres Wollens in die Leitung der Ortsgruppen eintret-en, daß Freunde unserer Anschauung zur kommenden deutschen Landesversammlung delegiert und zur kommenden Kenestio Gedaulo entsandt werden! Tretet mit uns^in Verbindung! Zuschriften vorläufig an: Arbeitsgemeinschaft Arewus, Frankfurt a. M., Liebfrauenberg 29. Alexander Alkmann, Trier. Edwin Feist, Frankfurt a. M. Dr. Ernst Freimann, Frankfurt a. M. Theodor katzenstein, Frankfurt a. M. Rechtsanwalt Joseph klibanski, Frankfurt a. Herbert kruskal, Frankfurt a. M. Jacob Landau, Frankfurt a. M. Dr. Arnold Merzbach, Frankfurt a. M. Manfred Neuberger, Frankfurt a. M. Dr. Max Oppenheimer, Mainz. Dr. Robert Dr. David Ochs, Berlin. Rechtsanwalt Moritz Pinkus, Frankfurt a. M. Rechtsanwalt Ifaac Rosenheim, Frankfurt a. M. Waller Riesenfeld, Würzburg. , M. Manfred Schames, Frankfurt a. M. Dr. Ifaac Schnerb, Frankfurt a. M. Verthold Strauß, Frankfurt a. M. Julius Rllmann, Würzburg. Dr. Joseph Unna, Frankfurt a. M. Carl Weil, Frankfurt a. M. Weiß, Berlin. *) Der nachfolgende Ausruf geht uns durch Herrn Herbert N. Kruskal in Frankfurt a. M. zur Veröffentlichung zu. Red. Aus der Bewegung. Nürnberg. Am 28. April fand die Generalversammlung der Agudas Jisroel-Ortsgvuppe Nürnberg unter Leitung des langjährigen, verdienten Vorsitzenden, Herrn Dr. L. Ei se mann statt. Der Vorsitzende berichtete über die Tätigkeit der Nürnberger Ortsgruppe, die sich stets bemühte, sowohl im Nürnberger jüdischen Leben als auch im Rahmen der allgemeinen Kelall-Ar-beit helfend mitzuwirken. Unter anderem wurde b-ek-cmntgeg'eben, daß die N ü-r nberg-er Darlehenskasse der Ag-u-das Jisroel während ihres fünfjährigen! Bestehens (Kassier Herr Juliu-s Sichel) ca. Mk. 50.000 Darlehen zinslos auslei hen konnte. Dis Darlehen wurden! stau-ttengemäß gegen Sicherheiits-leistung zur Verfügunggestellt. Für Er-ez Jisroel-Arbeit wurden in Nürnberg während fünf Jahren ca. Mk. 5000.— aufgebracht. Herr Dr. Eifemann konnte leider aus beruflichen Gründen nicht weiter den Vorsitz übernehmen-, wird jedoch weiter in der Ve-rw-a-ltung der Ortsgruppe und der Darlehenskasse tätig sein. Nachdem die Versammlung dem bisherigen Vorsitzenden den Dank für feine Leistungen- -aussprach, wurde Herr Dr. Karl Meyer neu zum Vorstand der Ortsgruppe gewählt. Der neue Vorsitzende entwickelte hierauf fein Programm, dem die Versammelten', welche dem neuen Vorsitzenden eine recht ersprießliche und segensreiche Tätigkeit wünschen, mit großem Interesse folgten. Anläßlich der Mitgliederversammlung wurde als Hauptdelegierter für die Leipziger Delegienentagung Herr Rabbiner Dr. Klein gewählt. Die Bestimmung des weiteren- Delegierten wurde von der Mitgliederversammlung der Vorstandschaft übertragen. Warschau. Die Erregung gegen den derzeitigen' Kehilapröstdenten- Farbstein wegenfeines Verhallens bei der offiziellen Begrüßung der „Miß Judäa" (er begrüßte sie bekanntlich mit Sätzen aus dem Hohen Liede), beschränkt sich keineswegs auf di-e Agudakreife. Beweis: Der Protestvorfchlag der Agudas Jisroel-Fraktion gegen Farbstein in der letzten- Sitzung der Kehilaverwaltung wurde angenommen, und zwar wurde die Annahme dadurch ermöglicht, daß sich die M is r a ch i m I tglie der der A b st i m m u n g e n t hielte n. Dieser passive Protest des Misrachi gegen feinen Vorsitzenden wird in Warschau, wie in ganz Polen, lebhaft besprochen. Lodz. Vom 9. bis 11. Jjar findet hier die Landeskonferenz der polnischen B-enoth Agudas Jisroel statt. Es werden auch ausländische Gäste erwartet. Aus Anlaß d-er Konferenz -erscheint -eitle Cxtr-asestrummer des B-eis Jakauw-Journals. Vakavzliste des Angestellten-Bund „Agndas-Zisroel". 352 Webwarenfab-rik, Efchwege, tüchtigen Stenotypisten. 353 Holzgroßhandlung, Darmstadt, Lehrling. 355 Maschinen, Baden, Lehrling. 356 Konditorei, Hessen, Kondttvrgehilfen. 357 Fleischwa-ren, Kassel, Gesellen. 358 Verwaltung Leipzig, Abteilungsleiter. 359 Metalle, Frankfurt, fr-emdsprachl. Korrespondentin. 361 Weingroßhand-lung, Frankfurt, Buchhalter (Steuerwesen). 362 Druck-erei, Frankfurt, Stadtreifenden. 364 Großhandlung, Darmstadt, Stenotypistin. Bewerbungsbriefe erbeten an Angestellten-Bund der „Agudas Jisroel", Frankfurt a. TU., Sandweg 32. Ermäßigter Ferienaufenthalt! Die Hotels Kaufmann, Bad Brückenau und Adler, Baden-Baden haben sich bereit -erklärt, d-en Mitgliedern des Angestellten-Bundes „Agudas Jisroel" Ermäßigung zu gewähren. Ausweise sind bei dem Bürodes Bundes .-onzufordern.