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Der Israelit · 1929-04-11 · Heft 15 (11.4.1929) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
70 (1929)
Issue
Heft 15 (11.4.1929)
Date
1929-04-11
Page
– (sequence 18)
Language
German
Belongs to
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Seite 2. Nr. 15 Der I s ra eli t 'entsprechend ihrer Zahl und Bedeutung mit dem Stimm- ' )ü!k{ in der Hand zur Geltung zu bringen und nur solchen Kandidaten ihre Stimme zu geben, die sich verpstichle n, für eine entsprechende Veküäsicht-igung des ostjüdischen Eiiementes einzulreten. Herr E i frn berg j u n. erklärt, daß die ostjüdifchen Kreise, die sich mit der Rettgionsgeftllschaft verbunden fühlen, ihre Rechte keineswegs auf dem Wege des Wahlkampfes erstreiten wollen, sondern daß sie die ihnen im Interesse der Religionsgesellschaft selber gebührende Berücksichtigung! ohne Kampf verlangen. Es sei nicht mehr nls felbstvLrständttch>, daß OstjuLen 3. B. in den VerWaltungskörperschafien der Schuten sitzen müssen, da doch mehr als 40 Proz. der Kinder ostjüdischen Kreisen entstammen. Redner zeichnet die allgemeine Vedeulung der Ostjuden für die Zukunft des deutschen Judentums und schließt feine eindrucksvollen Ausführungen^ mit dem Hinweis, daß die Religtonsgesellschaft sicherlich in noch höherem Grade auf die ostjüdischen Mtrgli'edLr angewiesen sei, wie diese umgekehrt die Gemeinde brauchen. Herr Eugen Ettlinger sucht nachzuweisen, daß gerade die Ostjuden der Religionsgesellschaft zum Danke verpflichtet seien angesichts der vor 40. Jahren erfotgren Gründung der Volksschule, die von der Gemeinde vollkornmen selbstlos unter schweren Opfern fast nur im Interesse der Ostjuden erhalten worden sei. Der Vorsitzende, Herr Naftali Schwabacher, erklärt. daß die G'emeind>everwaltung keinen Unterschied zwischen Ost- und Westjuden mache und daß sie nur gleichberechtigte GemMdemitglieder kenne. Zahnarzt Rosen bä um erwidert auf die Ausführungen des Herrn Rosenheim, dieser sei ein Phantast, dem man keine Gefolgschaft leisten könne. Es sei undenkbar, daß diejenigen g!esetzestreuen Juden, die jede Zusammenarbeit mit Liberalen ablehnen, sich jemals in einer und derselben gefetzestreuen Organisation mit solchen Gesetzestreuen zusammsnftnden. könnten, die jene Zusammenarbeit mit Liberalen chrerseits nicht ablehnen. Dr. Oskar K l a u und Dr. Ehrmann äußern sich nochmals über die Vorgeschichte der Wahlen. Dr. Klau glaubt, daß Auseinandersetzungen in der Gemeindeversammlung, ja, selbst zwischen Vorstand und Gemeinderat, höchst unschäd>tich, ja sogar nützlich seien. Man brauche sich doch nicht zu schämen, wenn nicht alle Mitglieder von Verwaltungskörperschaften die gleichen Ansichten haben. Daß die durch den Kampf uni die Rabbinerwahl hervorgerufene natürliche Spaltung und Erbitterung! nicht noch größer sei, müsse man mit Zufriedenheit konstatieren. Dr. Arnold Merzba ch oermißt auf Seiten der Gemeinde verwaltung ausreichendes Verständnis für die Bedürfnisse der Jugend, das zeige auch der Bericht, der nur den äußeren Mechanismus des Gemeindelebens umschreibe, in dem aber wenig von innerem geistigen Gehalt zu spüren sei. Dte Gemeinde müsse zeigendaß ihr geistiges Leben auch ohne Rabbiner sich forteni-wickeln könne. Das, was heute die Vereine leisteten, solle von der Gemeinde selber als Aufgabe ergriffen werden, was dann der Gememdesreudlgbeit zugute kommen wird. Der Vorsitzende schließt die Diskussion um 6 Uhr nach Verlesung des Protokolls und erklärt, daß nunmehr die Wahlhandlung in den Wahllokalen beginnen und satzungsgemäß zwei Stunden andauern werde. Die Ergänzungswahlen zum Vorstand und Gemeinderat ergaben, daß der aus dem Vorstand ausscheidende Herr Nathan Sondheimer wiedergewählt und an Stelle des eine Wiederwahl ablehnenden Herrn Emil Isaak, Herr Hermann Frankenthal, bisher Mitglied des Gemeinderates, neu gewählt wurde. Die Ersatzwahl für den aus dm Vorstande ausscheidenden Herrn Markus Hirsch muß demnächst durch Stich- -entscheid vollzogen werden, da die beiden von den Parteien gegenübergestellte-n Kandidaten, die Herren Simon M u g d a n und Dr. med. Willy H o f m a n n merkwürdigerweise genau die gleiche S t i m m e n z a h l erhielten. In den Gemeinderat wurden die turnusmäßig ausscheidenden Herren Dr. med. Hermann Oppenheimer und Leopold Schwab wiedergewählt. Die Woche. Synagogengemeinde „Israelitische Religionsgesellschaft". Nachdem bei der am letzten Sonntag statt gehabten Hauptwahl zwei zur Wahl in den Vorstand vorge schlage ne Herren die gleiche Stimmenzahl erhielten, findet die satzungsgemäß infolgedessen erforderliche Such wähl zwischen den Herren Dr. med. Willy Hofmann und Simon M u g d a n am Sonntag den 14. A p r i l n a ch m i t t a g s z w. i scheu 6 und 9 Uhr im Schulgebäude Am Tiergarten 8 statt. Gültig sind nur Stimmzettel, die auf einen der beiden genannten Heroen lauten. Zettel, die andere Namen oder mehrere Namen tragen, sowie weiße Zettel sind ungültig. Thoralehranskalt Jeschiwa. Das Kuratorium der Thoralehranstalt hat mit Schluß des lausenden Semesters den bisherigen svellvertretenden Leiter der Thoralehranstalt, Herrn Rabbiner Dr. Josef Breuer, mit der ständigen Leitung der Anstalt betraut. , Der.Gemeindevorstand hat diese Ernennung bestätigt, ' nachdem bei dieser Gelegenheit die Beziehungen des Leisters der Thoralehranstalt zum künftigen' Gemei-nderabbistrer in den Erundzügen vereinbart worden find. Herr Dr. 'Josef Breuer wird unbeschadet der Ausübung seines Amj tes als Leiter der Thoralrhranstalt auch dem Lehrkörper der Samson Raphael Hirsch-Schule als Studienrat weirer aneehören und dort einige Stunden jüdischen- Unterrichts erteilen. . . Ein Achtzigjähriger. Herr D. I. Weil feierte in voller körperlicher Rüstigkeit und geistiger Regsamkeit seinen achtzigsten Geburt s t a g. Herr Weil ist der Typus eines o an der .f) stich-Gr ine in de; der Kehilla mit glühender Liebe zugetan, ein wahrer n 021t -nm nt und allen Menschen, in Liebe und Freundl-ichkett zugewandt. Aus dem Haufe Weil gingen Kinder hervor, die hier, in London und in Amerika ehre eigenen Häuser tni Sinne der Eltern und ganz irn Geiste der Thora, wie. sie S. R. Hirsch in Verbindung mit ‘~>k -jn gelehrt hat, führen. Unzählig ist die Schar der Freunde, die in Verehrung, ja-, auch in, Dankbarkeit zu dem ehrwürdigen Greis hinaufschaut. Wieviel hatte früher der vielgereiste Mann für die Hebung des S p e i fe v e rei n 2 getan; wivielen jungen Leuten hatte er Stellen verschafft, wie auch manche Ehe rein a-öffa?•- vermittelt, aus der Segen für das Judentum hervorgegangen ist. Ein wertvolles und tätiges Mitglied der Chewrah *-.*3.1. Mt er es sich heute noch nicht neh-, men, bei jeder Veranstaltung bis zuletzt im Kreise der Chawerün zu bleiben. Herr Weil war am letzten Sabbat in der Synagoge und in der Wohnung Gegenstand vielfacher Ehrungen. Wir wünschen unssr-em Freunde einen helleren, vergnügten und auch noch a r b e i t s f r 0 h e n Lebensabend'im Kreise der Seinen. wM r.s» — Ausführung im Neuen Theater. Am 29. April abends 22.15 (10.15 Uhr) findet als Nachtvorstellung im Neuen Theater zu Gunsten des Heimes des Jüdischen Frauenbundes Neu-Isenburg, als Erstaufführung „Umkehr" von Arnlod Zwe i g statt. Es handelt sich um eine Wohl t ä t i g k e i t s v 0 r st e lt u Ti g , deren Einnahnre ausschließlich der Kasse obigen Heimes zufließt. Der Karte-nvoroerkauf (Mk. 1.50 bis Mk. 12.—) hat an der Theaterkasse Wronker begonnen. Staatliche Vereinigte Tllaschinenbaufchulen, Frankfurt a. 717. Von der Ditettion dieser Schulen wird uns geschrieben: Am 18. Mürz fand unter dem Vorsitz des Regierungsnnd GeAerbeschulrats Dipl.-Jug. Henne die Äbfchlutzprüftmg der 'Abteilung I, Höhere Al a [di t:: e: i b ai i-ch u t 0, statt. der sich 21 Prüflinge mit Erfolg unterzogen. Das reue Schuljahr beginnt üm. 3. Avril mit der Aufnahme für Abteilung I, Höhere Mafchineubaufchule. Aufnahmen für Abteilung II, Maschinenbaufchule, finden erst wieder im Oktober d. Fs. statt. Wegen des inaner noch starken Andrangs zur schule ist rechtzeitige Anmeldung sehr zu empfehlen. Vielfachen, Wünschen entsprechend, werden auch im nächsten Sominecjahr in den Abendstunden — am 9. April beginnend — Fortbildungskurse für technische Angestellte ab gehalten. Fraakfurter Vereinskalender. Verein Meksr Lhajim. Samstag morgen, nach Schul, im Hörsaale Fried berger Anlage, Dinim, Herr Dr. E. Posen. — Nachmittag s/4 Stunden vor Mincho im Vereins' lokale. Mikro, Herr Dr. W. Hofmann. Sonntag morgens nach Schul, im Hörsaale Friedberg. Anlage (ebenso Mittwoch), tnx Herr Redakt S. Schachnowitz. — Vormittag 8 Uhr, Vereinslokal sebenso ll2 Stunde nach Sabbatausgang)^ Gemoro, Herr Joachim Soffer. — 9ft4 Uhr Vormittag (ebenso Dienstag nachmittag 67s Uhr), Gemoro, Herr R.-A. G. Posen. Montag nach Schul, im Hörsaale Friedberger Anlage (ebenso Donnerstag), Mischna, Mitgliederlernen. — Abends 7 Uhr (ebenso Mittwoch) im Veceinslokale, Gemoro, Herr Rabbiner Dr. Jos, Breuer. — 8V2 Uhr abends (ebenso Donnerstag), Gemoro, Herr Dr. E. Posen. Dienstag morgen nach Schul, im Hörsaale Friedberger Anlage (ebenso Freitag), Mischna, Herr Dr. E- Posen. Von Sonntag bis einschließlich Donnerstag abends 8% Uhr im Versinslokale, Schaslernen des Herrn Herz Halpern. Jahrzeitsstistung. Montag, 15 April. Helene Apelt geb. Leucht und Ester Swetizki-Stiftung. Dienstag, 16. April. Ernst Ascher-Stiftung. Donnerstag, 18. April. Salli Frankenthal-Stiftg. Azuda, Älsroel-Zusendsrvppe. Sonntag, 8 Uhr vormittag (ebenso Mittwoch 9 Uhr abend) Chumisch. Herr Leopold Oppenheimer. Montag, 9 Uhr abends (ebenso Mittwoch) Mischna, Herr Rechtsanwalt M. Katz. — 9 Uhr abends (ebenso nnw nachmittag 3 Uhr) Gemoro. Herr Emanuel Wolf.— 9 Uhr abends (ebenso Donnerstag) Gemoro. Herr Gerson Schnerb. 11. Ap« 1929 Dienstag. 3J$ Uhr abends (ebenso nnv?/45 Ud Gemoro. Herr Leo Schnerb. — 3/49 Uhr (ebenso ms? 3 Uhr nachmittag)' Gemoro. Herr Dr. W> Hosmann. — 749 Uhr abends (ebenso 7,2V V4I0 Uhr vormittags) Gemoro. Herr Dr. Js. Posen. Mittwoch, SU9 Uhr abends, Kizzur. Herr Theodor Spiegel. Donnerstag, 9 Uhr abends, Chumisch. Herr R.-A. Js. Rosenheim. mtp, 3/4ü Uhr vormittags, Gemoro. Herr Lippmann Kurzweil. — 3/iH Uhr vormittags, Kizzur. Herr Louis Kahn- — %i2 Uhr vormittags, Kizzur. Herr Gerson Schnerb. — 3 Uhr nachm., Gemoro. Herr Tarsis. — 4 Uhr nachmittag, Sidro. Herr Samstag mittag 12 Uhr Droscho des Herrn Herz Halpern. R.-A. M. Katz. Jeden Tag von 9—11 Uhr Gelegenheit zum Lernen jeglicher Art. Von 12—1 Uhr, Das Jaumi. Herr Herz Halpern. Agudas Jisroel-MädHengeuppe. Montag, 729 Uhr abends, Mischle. Herr Lehrer S. Unna. Mittwoch, 7--9 Uhr abends, Dinim. Herr Lehrer Hirschberg. Dm?, vorm, nach Schul -,-rv Herr Julius Lewin. — 4 Uhr nachmittags, Chummisch u. Raschi Herr Lehrer Hirschberg. Liwjalh Lhen-Vereiu. Samstag mittag nach Mincho BU5 Uhr im Hörsale Vortrag des Herrn S. Schachnowitz über (Aus der Zeit Eltschas)- Osijüdischer Iugendbund, Frankfurt a. M., Langestr. 33. Sonntag abend V29 Uhr Dortrag des Herrn Red. S. Schachnowitz über «Alte Wege und neue Worte'- (Damen und Herren): Gebetzeiten. »nm nnw Freitag abend 6.45 Samstag nsotPn 6.45 Samstagsmorgen 8.— 5amstagnachmittag 1.— und 4.30 Samstagabend 8.05 wochengottesdienst; Morgens 6.30 Nachnrittags 6.30 Tefillin-Legen am Morgen 4.20 FamMennachrichken. Barmizwo.- Hugo, Sohn des Herrn Max Kahn, Zürich. rour. 20. April 1929. JULIUS SCHMIDT ANNONCEN-BÜRO FRANKFURT-MAiM UNGESMSSE7 TEL. »ANSI 4641 POSTSCH.-KONTO FRÄNKFURTMAIN 142 353 EINZIGE INSERATEN- FÜR FRANKFURTER GESCHÄFTS INSERATE DES »ISRAELIT« AUSSERDEM ANNAHME VON INSERATEN FÜR SÄMTLICHE HIESIGE UND AUSWÄRTIGE TAGESZEITUNGEN,WOCHEN UND FACHBLÄTTER ZU ORIGINAL-PREISEN 0 ANNAHME VONDRUCKSACHEN HANDEL.GESCHKFTE.PRIVATE FÜR DIE HERMON-DRUCKEREI BEI BILLIGSTER BERECHNUNG UND KÜNSTLERISCHER AUSFÜHRUNG IN SCHWARZ UND BUNT-DRUCK 8955

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