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Der Israelit · 1929-04-05 · Heft 14 (5.4.1929) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
70 (1929)
Issue
Heft 14 (5.4.1929)
Date
1929-04-05
Page
– (sequence 17)
Language
German
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5. AM . 1929 stände < und dis - Vorortsgruppen!' die Wählerverzeichnisse ünd dis Beiträge "für Äs Gesamtorganisation an den Geschäftsausschuß in Wien 'einzusenden. Wählerverzeichmsse, die dis zum 15. Jjar nicht von den Ortsgruppen eingesandt sind, bleiben außer Betracht.! Ortsgruppen, die den Mitglredsbeitrag für die Gefamtorgamsatkon nicht bis zum 15. Jfar abgeführt haben, verlieren das Wahlrecht.' 8 10. Auf Grund der Wählerverzeichnisse hat der Geschäfts; Ausschuß unverzüglich die auf jedes Land entfallende' Zahl der zu wählenden Abgeordneten festzustellen und den Landesvorftänden und Vorortsgruppen bekanntzugeben. 8 11. Die Wahlen finden in allen, Ländern in der Zeit vom 15. GiwM bis . 15. Turnus statt. Das. Nähere - bestimmen - die Landesvorstände bezw. die Borortsgruppen. 8 12. . Die Wahlen geschehen innerhalb der Ortsgruppen. Bei vereinigten Ortsgruppen (§ 6, Abs. 1) geschehen die Wahlen in der an Zahl, stärksten Ortsgruppe. Für Wähler, die nicht am. Wahlort wohnen und ihre Stimmzettel durch Brief abgeben, gilt der ganze Tag, als Wahltag. 8 1& Die Wahl geschieht durch' geheime. Abgabe von Stimmzetteln. Die Wahl wird von erner durch den Ortsgruppenvprstand zu ernennenden Wählkommijston geleitet, deren Borsitzender der Vorsitzende der Ortsgruppe, bei mehreren ^beteiligtest 'Ortsgruppe der -Vorsitzende der zahlverchsten Ortsgruppe ist. £.: § 14, Die Wahlkommission hat darauf zu achten, daß niemand einen Stimmzettel abgibt, der nicht im Wählerverzeichnis aufgeführt ist oder im Besitz eines Wahlscheins sich befindet. . 8 15- . Nach Ablauf der für die Wähl festgesetzten Zeit hat die Wahlkommission die Stimmzettel zu eröffnen und das Wahlergebnis fistzustellen. Ueber die gesamte Wahlhandlung hat die Kommission nach anliegendem Muster ein Protokoll aufzunehmen und zu unterzeichnen. 8 16. Das Wahlergebnis ist der Ortsgruppe oder dem Wahlbezirk, unverzüglich bekannt zu geben. Wahlproteste sind innerhalb einer Woche nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses schriftlich und unter Angabe von Beweismitteln an den Vorstand der Landesorganisation oder au' die Vorortsgruppe zu richten. Diese entscheiden in erster Instanz. Ihre Entscheidung ist den Veteiligten bekanntzugeben. Berufung dagegen ist binnen einer Woche an den Geschäftsausschuß zulässig. Ueber die Berufung entscheidet die Man datprüfungskommifsion der K. G. 8 17. Der Wahlleiter hat das Wahlproiokoll unverzüglich an den Vorstand der Landesorgamfation oder an die Äorortsgruppe zu senden, die es alsbald an den Geschäftsausschuß weiterleitet. § 18. Der Geschäftsausschuß übersendet den Abgeordneten eine Abgeordnedenkarte. Das Stimmrecht können nur solche Abgeordnete ausüben, dis im Besitz von Abgeordnetenkarten sind. 8 19. Eine Vergütung der Reisespesen oder sonstiger Ausgaben an die'Abgeordneten findet seitens der Gesämtorganisation nicht statt. Denket an dfi Rausch Chaudesch-Spende s für Adar u^d, Nissan 5ss89!> . . st . Bezirkstagung der Agudas Jisroel in Köln. Nachdem nun die Tage und Stunden höchsten Erlebens entschwunden sind, nachdem bewiesen werden konnte, daß, trotz aller Schwarzseherei, AgudasJisroel in den Massen lebt, verlohnt es sich gewiß, hier festzuhalten, daß allgemein ein Ausatmen durch die Reihe der Freunde unserer' Bewegung ging, daß diese Tagung eine machtvolle Kundgebung für den Gedanken unserer teuren Agudas Jisroel gewesen ist, daß diese Tagung das Fundament für eine Arbeit . auf l a n g e, Sicht, in breiterer Form und intensiverer Art gelegt hat. — Aber nicht allein dieses ist hier zu konstatieren wichtig. Es sei hier registriert, daß die Anwesenheit,, von rund 100 Freunden aus den. verschiedensten insind Ausländischen Gruppen erreicht hat, daß schon in Kürze durch gemeinsame Aktionen aus den . verschiedensten Gebieten viel Ersprießliches für A. I. .insgesamt geleistet'werdendürfte. Diese Zusammenarbeit der westdeutschen, .Holländischen und belgischen Freunde bezieht sich, sowohl aus das rein Organisatorische als.auch aufs Kulturelle. Einzelhejten hier, im Rahmen eines kurzen Stimmungsbildes zu sagen, dürfte zu weit führen. — Ein jeder hat ganz gewiß, dies darf wohl gesagt werden, irgend etwas mit nach Hause getragen/ hat erfahren, daß dergleichen. Tagungen nichts mit.'einer gewissen Vereinsmeierei gemein haben, daß die Referate nicht dazu dienen, um mal eine Ab- .. i>> ,"iv .) ■' .> ... 7 - ' . •’-»>; :•/:)’ * v.'.G.rnil ttt'.'. ürp Der Israelit Blätter rvechslung zu biefin; vielmehr find, diese Kundgebungen Nötig, um zunächst gewissermaßen Zwiesprache mit der Bewegung. Zwiesprache mit sich selbst zu hakten. Diese Kundgebungen bringen den Beweis immer wieder, daß ein weit engerer Könner zwischen den einzelnen Gruppen und Landsmannschaften bestehen muß. Agudas Jisroel darf, abgesehen von Temperament- und Milieudijssrenzierungen', keinerlei grundsätzliche Meinungsverschiedenheit kennen. Und daß Stäubchen davon entschwinden,. dazu fragt "das Sichkennenlernen zweifellos bei;! Und es .hat dieses-Mal in einer selten'feftgestellten Tiefe und Herzlichkeit uns unseren Freunden näherqebracht. Insbesondere unseren lieben Chawerim aus Antwerpen. Sie mit ihrer echt jüdischen Wärme, sie mit ihrer aus jüdischem Erkennen, aus Liebe zu Klal Jisroel geschöpften Begeisterung für unsere Agudas Jisroel haben uns wieder gelehrt, was eine kleine Schar vormag. Diese vielfach schon bebärteten Männer mit Kindesgemüt und Männerweisheit haben der Tagung, das darf, ohne zu übertreiben, gesagt werden, eine besondere Note ausgeprägt. Um noch von wesentlichen Einzelheiten zu sprechen: Mit unserer hier zum ersten Male in unserem Kre'se gebotenen S'lldo schelischis, von rund 170 Teilnehmern besucht, wurde am Schabbos Nachmittag, 2y2 Stunden vor Nacht, der offizielle Teil der Tagung eröffnet. Nach einer Begrüßungsrede des Herrn Hartogfohn erhielt Herr Oberrabbiner Tal, Utrecht, zu einer von tiefem Verstehen Hisich'scher Ge^ankengänge getragenen Rede das. Wort. Nicht allein, daß es dem sympathischen Redner gelang, die Zuhörer in. seinen Bann zu ziehen, durch die allgemein verständliche, volkstümliche Vortragsweise, dem Referenten war es möglich, pns vieles wieder ins Gedächtnis zurückzurufen und manche Prtieen, bisher so gut wie unbekannt, neu zu bringen. — Nach gesanglichen Dattir'ungen, besonders der Antwerpener Herren, nach gemeinsamem Benschen, fand der erste Teil, kurz vor Nacht, sein Ende. Eine Stunde. nach Nacht war die Rheinländloge w'ederunm von einer festlich gestimmten Menge gefüllt. Immer mehr Massen fluteten in die festlich erhellten Räume, nnd . es hielt, t-otz aller Raumausnuhung, schwer, alle unterzubringen. Bis gegen 2 Uhr in der Frühe vereinigte das reichhaltige Festprogramm die Teilnehmer. Am. Sonntag gegen halb 11 Uhr hielt Herr.Rabbiner I. Vredenburg, Amsterdam. einen tiefgründigen ha^achifchen Vortrag, der uns zeigie, daß in unserem Nachbarlande echtes Limud Hathora gepflegt wird. — Der sich anschließende Vortrag von Dr. .Merzb.a ch. Frankfurt, über jüdische Psychotherapie fand, nachdem, — nach einleitenden Begrüßungsworten des Herrn Hartoofohn, — das Tagungspräsidium, mit Herrn Dr. S. Stein, Köln, an der Spitze, gewählt worden war, ein außerordentlich stark interessiertes Publikum aus allen Schichten und Altersstufen. Die IV* Stunden währenden Ausführungen vermochten, vom Beginn bis zum Ende, das Auditorium zu fesseln. Und es konnte danach nicht wundern, wenn herzlicher Beifall dem Referenten dankte. Die am Nachmittage ersetzende lebbafte Debatte dauerte bis 19 Uhr. (Ueber Einzelheiten wird in einem späteren Bericht gesprochen werden müssen.) Immerhin läßt sich h'er sagen, daß' bei aller verschiedenen Einstellung der Diskussionsredner zu den angeschnittenen hochwichtigen Punkten, im allgemeinen die Auffassung vertreten war, daß dergleichen Probleme nicht oft genug behandelt werden können. Sie aeben Eltern und Kinder an. — Vor Eröffnung der Debatte am Nachmittage begrüßte Herr Rabbiner Dr. B. W o l f, Köln, die Tagung in einer sehr herzlichen, die Zuhöre-schaft mitreißenden und apsrüttelnden Rede, in der er besonders immer wieder das Schabbosvrblem beroorkehrte und ganz besonders unterstrich, daß der Schabbos, gerade in dieser Zeit des wirtschaftlichen Niedergangs-s,Merberall-, wo jüdische Menschen tagen, beraten, :n den Mittelpuntt der Aufmerlsameit, in das Zentrum der positiven Arbeit gehöre. Der Abeüd, als öffentliche Kundgebung gedacht, erfüllte alle an ihngestellten Erwartungen. Weit vor Beginn l war der Festsaal überfüllt. Als kurz nach 21 Uhr' Herr Dr. Stein den Vertretern der verschiedensten Vereinigungen das Wort zur Begrüßung erteilte, war das ' Haus bis in die Gänge überfüllt. Mit stürmischem Beifall verschiedene Male begrüßt, ergriff Herr Jakob Rosenheim das Wort, um in einem Zeittaum von ungefähr einer Stunde in feuriger Rede den Anwesenden die Lage des thoratreuen Judentums zu schildern. Der - Montag brachte, wie an Anfang erwähnt, die Besprechungen mit -den auswärtigen und den Kölner Freunden.' Ein anderer Teil war ins Siebengsbirge gefahren, um sich auch die Naturschönheiten der Rheingegend anfihen zu können. Ueber soziale Fra gen sprach im zweiten Test des Montagvormittags Herr Eugen Neuberger,Köln, in eindringlicher herzlicher Weife. Es gelang dem Redner im besonderen.die wichtigen Probleme der gesetzestreuen, jüdischen Angestellten dergestalt einer Betrachtung zu unterziehen, daß diese Ausführungen nicht nutzlos gewesen sein dürften. — Drestaq früh um dreittertel 1 Uhr. brachten .wir unsere belgischen Freunde, die auch uns soviel schöne Stunden geboten haben, an' die Bahn, Die Taguyg chatte ihr Ende gefunden,,;sie klang harmonisch aus, wenn auch nicht ganz richtig war, daß, nur ein-Teil der Freunde beriet, was zur Aktivierung nötig sei, und der andere die Natur genoß. Nun wird zweifellos der einigermaßen gelockerte Boden neue Saat aufgehen lassen, und die unter Gottes Beistand heranreifenden Früchte werden sich zum Eulen für Klal Jisroel auswirken. Nr. 7. Seide 3 Ägudoh — Esrä. Seit einigen Wochen rauscht es im Blätterwald des „Israelit" erneut um den Streit Aguda-Esra. Dieser Streit ist alt, er beginnt' mit der Gründung des Esra, der oft genug sich als „illegitimes Kind" der Agudas Jisroel betrachtet wissen wollte, und endet wohl — auf dem nächsten Bundes- oder Führerlag. .. Doch eines ist verwunderlich, wenn man die Artikelserie der letzten Wochen aufmerksam verfolgt: Aengstlich hat es die Bundesleitung vermieden, zu dieser Frage öffentlich Stellung zu nehmen. Und wenn niemand sie dazu zwingen kann, es bestünde ihre moralische Verpflichtung, falsche Behauptungen ihrer Esräer zu bÄichtigen. Geschieht dieses nicht, so hat das feine tieferen Gründe, denen nachzugehen auch der jüdischen Oefsentlichkeit gegenüber sich verlohnt. Das Verhältnis Agudas Jisroel-Esra ist ausgiebig auf der Gösfenheimer Tagung 5685 besprochen worden. Veranlassung dazu bot eine Resolution des 2. Bundestages der A. I. I. O. in Würzburg, die aus Gründen der Loyalität beantwortet wurde. Diese Entgegnung lautete: „Die Fürther Beschlüsse über das Verhältnis des Esra zur Agudas Jisroel gelten nach wie vor. (Statut §§ 3 und 4.) Um jedoch entstandene Jrrtümer und Mißdeutungen aüszufch.ießen, nimmt der Bundestag folgendes als authentische Interpretation zur Kenntnis: Der Esra ist, auf Grund seiner Jdeengemeinschaft, „ .zu r. A d u d a s-I i s r o e l nicht n e u t r a I. Er steht jedoch auf dem Standpunkt, daß seine Erziehung rmpolitisch sein muß. Demzufolge darf die Organisierung in einer jüdischen Organisation mit politischer Betätigung nicht propagiert werden". Diese Dinge und weiteres darüber sind nachzulcsen in dem öffentlichen Protokoll des Bundestages, das Schreiber dieser Zeilen als damaliger Redakteur der Führerblätter herausgegeben hatte. Bundes- und Führertagungen haben seit Gössenheim mehrfach stattgesunden, niemals aber wurde die oben zitierte Entschließung umgestoßen. Cs mäg sein, daß die Logik der Tatsachen stärker war als obige Erklärung. Trotzdem verlangt die Ehrlichkeit und Klarheit. die unter Felir Munk als Bundesleiter so eingehend und dringend gefordert wurde, daß zu dieser Resolution Stellung genommen wird. Um eine ideologische Klärung im Bunde kommt man doch nicht mehr herum. Da es schon fest langem kein Bundesorgan mehr gibt, trägt die Bundesleitung sich auf Wunsch einiger älterer Führer mit der Absicht, die bezeichnete Frage auf der nächsten Tagung zu klären. Ob dann außer der oben angedeuteten Wahrscheinlichkeit (Abkehr von - Gössenheim) nicht noch etwas anderes in Erscheinung tritt?? ,Das, was man leider bezeichnen muh als „Ruck nach links!!??" Es ist heute kein Ausnahmefall mehr, wenn mau Jungens einer Esragruppe auf Fahrt »in ’iVaatrifft. Und daß der heutigen Bundesleitung diese Frage sowohl wie die des Genusses von naa bv abn durchaus als diskussionsfähig erscheint, das alles sind bedenkliche Symptome jener Richtung, deren Wurzeln tit der bewußten Marime des laissez faire, laissez aller zu suchen ist, die bis zum vorigen Jahre betontes Grundprinzip der Bundesleitung war. Es ist schmerzlich, wenn man derartige Dinge öffentlich ausdrücken muß. Nicht Liebe zur Agudas Jisroel treibt mich dazu, sondern die innere Verbundenheit mit dem Esra, die auch dann noch vorhanden ist, wenn man heute nicht in seinen "Reihen tätig .ist. Vielleicht dann erst recht. Nicht Anflage sollen diese Zeilen sein, sondern Herausforderung.'' Harry Abt. Die Ergebnisse aus der Adar-Aklion, sowie die Rausch Lhaudesch-Spenoen für die Monate Adar und Nissan, welche bis Mittwoch, den 17. April (7. Nissan) der PalSstina.Zenlrale überwiesen werden, können noch rechtzeitig vor Pessach in Jerusalem ausgezahlk werden. Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel Postscheckkonto Nr. 53 900 Frankfurt a. M. Generalversammlung der Agudaortsgruppe in Wien. Sonntag, den 10. März, fand im grßen Saale der Agudas Iisroel-Iugendpruppe die diesjährige Generalversammlung der Agudas Irsroe l-O rts-- gruppe in Wien, statt. Der Vorsitzende, Herr Wolf Pappenheim, eröffnete die gut besuchte Versammlung, konstatierte, deren ordnungsmäßige Einberufung und Befchlußfähigkeik. Er begrüßt die Anwesenden, insbesondere den Kultusoorsteher Herrn Dr.. Ticho als Vertreter der Israelitischen Kultusgemeinde, Herrn Kultusvorsteher Komm.- Rat Buchwald, Herrn Rabbiner Dr. Pinchas Kohn, Präsident der Weltorganisation Agudas Jisroel, Herrn Moritz Felsen bürg als Vizepräsident des Zenrtalrates der Agudas Jisroel, ferner die Herren Rabbiner Schenk, 'Fleischmann, Häberfeld und Dr. Pollak. . Der Vorsitzende berichtete über die Tätigkeit der Ortsgruppe in den letzten Jahren, die sich in der Hauptsache auf die Flüchtlingssürsorge sowie auf die diversen ortho-,

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