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Der Israelit · 1929-03-21 · Heft 12 (21.3.1929) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
70 (1929)
Issue
Heft 12 (21.3.1929)
Date
1929-03-21
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Xfcf äffet? üeransgegeben von der £andesoeganifafion der Ngudas-Iisroel in Deuifetiand. 15* Jahrgang Hamburg, 2\. Alärz ^929./ 9. 2töac II 5689 Nummer 6 Lchriftleitung: Wo kf S. Jacobson in Kam bürg. Die zweite Senejflo Gedaulo zum 5.Llul nach Men einberufen. Nach längeren Beratungen zwischen dem Geschäftsführenden Ausschuß, dem Zentralrat und dem Rabbinischen Rat (Alauezes chachme hatauro) der Weltorganisation Agudas Jisroel wurde beschlossen, die zweite kenessio Gedaulo (Weltkonferenz) der Aguda sür den 5. Elul 5689 (10. September 1929) nach Wien einzuberufen. Die Aguda-Zenkralen in Wien und in Frankfurt haben bereits mit den Vorbereitungen für die Wellkonferenz begonnen. Bei dem Zentralbüro der Aguda laufen Nachrichten ein, daß überall in Verbindung mit der Leneffio große Aktionen vonflatten gehen. Die Reorganifalionsarbeit schreitet vorwärts. Bundeskanzler Dr. Seipel hat dem Zentralbüro feine Befriedigung über die Abhaltung der Kenefsio in Wien und seine besten Wünsche zum Ausdruck gebracht. Der Erfolg der Austrittsbewegung in Erez Iisroel. Nachdem die Austrittsbewegung nunmehr abgeschlossen ist, läßt sich erst die ganze Größe des Erfolges ermessen, den die agudistische Einheitsfront bei diesem Ringen um die Selbständigkeit der Orthodoxie erzielt hat. Es haben ihren Austritt aus der Kneses Israel des Waad leumi neuerdings erklärt in Jerusalem 10 922 Tiberias 1766 Jaffa und Tel-Awiw ' 1195 Safed 823 Pesach Tikwoh 533 Haifa 490 Hebron 290 Bn,e Brak 102 diverse Kolonien 89 hierzu kommen die vorjährigen, Austrittserklärungen derjenigen, die in den Listen des Waadleumi nicht mehr vorkamen 6 000 zusammen 21210 Alles wird nun davon abhängen, ob es gelingt, die Ausgetretenen an den einzelnen Orten zu einheitlichen orthodoxen Gemeinden und alsdann, zu einer großen Landesgemeinschaft mit einheitlicher Spitze zusammen zu schließen. In diesem Falle wäre die öffentlich-rechtliche Anerkennung nur eine Frage der Zeit, und es würde der Weg geebnet fein, um die beiden Organisationen zur politischen und wirtschaftlichen Außenvertretung zu vereinigen. Delegierkentag der deutschen Landesorgamsation am 19. und 29. Mal in Leipzig. Die Landesorgamsation der Agudas Jisroel in Deutschland hat dieser Tage an die Ortsgruppen das nachstehende Schreiben gerichtet: An die Ortsgruppen der Agudas Jisroel. Wir beabsichtigen, den diesjährigen Delegiertentag der Landesorganisation, der gemäß § 5 des Landesstatuts schon längst fällig ist, zum 19? und 20. Mai (Pfingsten) nach Leipzig einzuberufen. Neben dem Tätigkeitsbericht über die Arbeit der deutschen Agudo in den letzten 1A Jahren und über die Arbeit der verschiedenen Fonds,, des Keren Hatorah und der Palästina-Zentrale, soll aus der Delegiertentagung insbesondere die Stellungnahme der deutschen Landesorgallisation zur Kenessio Gedaulo sestgelegt werden. Auch sollen für den Delegiertentag die eventl. Wünsche der Landesorganisation bezüglich Abänderung der Satzung der Agudas Jisroel in Form von Resolutionen des Delegiertentages an den G. A. endgültig formuliert werden. V Aus der Hagodo von Purim. g Z Worin unterscheidet sich der Monat Adar Z D von allen anderen Monaten: daß an g ihm die Aktion der Palästina-Zentrale g W der Agudas Jisroel stattfindet? g Z Der nnn antwortet: 1 8 Weil das ganze Purimwunder beweist, Z .§ wie wichtig die Mädchenerziehung ist. V gj Mordechai hat e i n e Esther erzogen und W 8 dadurch das jüdische Volk errettet. In W jg Erez Jisroel können in den, agudistischen §§ Z Mädchenschulen 630 Esthers zu solchen Z ig jüdischen Frauen erzogen werden, von W 8 denen der Talmud sagt, daß in ihrem §§ I S'chuß einstens Jisroel erlöst wird. W 8 Der antwortet: jj 1 Weil die Palästina-Zentrale in der Me- 8 Z gillas Esther vorkommt, nämlich unter ij | dem Namen des 2. Sohnes von Homo-n: M 1 Dalph on. | | Der fcn antwortet: | 8 Damit man rechtzeitig für den' Frühling 8 g die Reise nach Erez Jisroel gewinnt. W W Der »tp 12'XV (der nicht zu f 0 r - 8 Z d e r n versteht) antwortet: W 8 Weil der Adar der einzige Monat ist, 8 §§ der manchmal 8 Wochen hat, g W wodurch der Mangel an Persönlichkeiten, W Z welche zu fordern verstehen,' wenigstens Z W durch die Zeit etwas ausgeglichen wird! g Z Der Lefevdieser Zeilen aber antwortet: §§ W Sie haben alle vier nicht ganz Unrecht, W | die Wirklichkeit aber ist, weil am Purim W Ij man sich freuen muß, der jüdische Mensch g g sich aber nur freuen kann, wenn, er im W W Sinne des ’nnwi auch andere I W erfreut. D | arn - N 8 Darum fühle sich jeder verpflichtet, sich §f W dieses Bewußtsein des Erfreuens anderer g g dadurch zu verschaffen, daß er noch am jj W Tänis Esther, spätestens aber am Purim W § selbst feinen Beitrag zur Adar-Aktion j§ auf das Postscheckkonto der Palästinag 8 Zentrale der Agudas Jisroel Frankfurt W W am Alain Nr. 53 900 überweist. W Zu Ihrer Orientierung überreichen wir Ihnen in der Anlage 1. die gegenwärtige Satzung der A. I., 2. ein Memorandum betreffend die Vorbereitung zur 2. K. G., in dem Sie unter n „Zweck und Gestaltung der K. G." detailliert finden, mit welchen Dingen sich die K. G. beschäftigen wird. ' Anregungen und Anträge, die Sie bezüglich dieser Tagesordnung zu geben haben, wollen Sie an uns zur Vorbereitung für den Delegiertentag allerschnellstens gelangen lassen. Was die Wahl der Delegierten anilangt, so verweisen wir auf § 8 der Satzung der L. O., wie folgt lautend: „Die Wahl der Delegierten erfolgt in einer hierzu einberufenen Wahlversammlung der Ortsgruppe. JedeOrtsgruppe von mindestens zehn Mitgliedern wählt einen Deelgierten. Ortsgruppen von fünfzig Und mehr Mitgliedern wählen für jedes angefangene Fünfzig von Mitgliedern einen Delegierten. Gruppen von weniger als zehn Mitgliedern werden vom Vorortsvorstand tunlichst entweder benachbarten Gruppen zugewiesen, oder zu besonderen Wahlgruppen vereinigt." Voraussetzung für die Wahl der Delegierten nach dem im Vorhergehenden dargelegten Modus ist die Abführung der Beiträge an die Landesorganisation mit Mk. 5.— per Mitglied für das laufende Jahr. Unser heutiges Rundschreiben wollen Sie zunächst nur als ein vorbereitendes ansehen, damit Sie in Ihrer Ortsgruppe sofort alle Maßnahmen treffen können, damit auch durch Ihre Mitwirkung unser diesjähriger Delegiertentag, im Hinblick auf die K. G. und die sie beschäftigenden Probleme naturgemäß von besonderer Bedeutung, zahlreich beschickt wird, würdig verläuft und positive Arbeit im Interesse des Ganzen leistet. Die Mitgliederbeiträge für das laufende Geschäftsjahr müssen bis zum 5. April an uns spätestens abgeführt sein. Die D e l e g i e r t en w a h l e n sollen überall möglichst einheitlich bis zum 2 1. Lllp r i l erfolgt sein. Bis dahin sollen auch die Anträge der Ortsgruppen möglichst an uns gelangt sein. Wir hoffen, durch Festlegung dieser weiten Fristen allen Gruppen die entsprechende Möglichkeit zur inneren und äußeren Vorbereitung auf den Delegiertentag gegeben zu haben. In vorzüglicher Hochachtung Landesorganisation der Agudas Jisroel in Deutschland. gez. Oberrabbiner. Dr. Spitzer. Wir bitten sämtliche Ortsgruppen auch auf diesem Wege nochmals, den Inhalt des Schreibens zur schnellsten Erledigung zu bringen. Agudas Jisroel und die Jugend. Zum Problem der Aguda-Lsra. Organisation und Jugend — find's nicht Begriffe, die einander ausschließen? Hier die Forderung nach Einordnung ins große Ganze, auf Verzicht individualistischer Sonderstrebungen und -Strömungen, dort Wunsch und Plan, die Einzelpersönlichkeit zu bilden und zu erziehen, sie loszulösen von der Verflechtung mit dem großen Apparat und Aufwand, deren eine Organisation nicht entraten kann. Hier in der Organisation die Wertung der Menschen, nach ihrer Leistung, dort, im heiligen Land der Jugend, Würdigung und Schätzung nach Wollen und Gesinnung, hier auch Aeußerlichkeit, auch Aufputz und Technik, dort nur Verinnerlichung, Pflege des Geistigen und Seelischen. So hört, vernimmt man's oft! Wie ists nun, mit der Organisation der Agudas Jisroel? Wie steht sie zur Jugend, die sie sucht und braucht, zu gesetzestreuen — und andrerseits — wie steht diese Jugend zu ihr? Wir möchten behaupten: Weil A. I. eineOrganis a t i 0 n ist, verlangt sie von den ihr Angehörenden alles, was eine Organisation von ihren Gliedern verlangen kanin und muß: Einordnung, Disziplin, Zurückstellen eigener Wüni«be hinter den Gesamtheitswillen: weil sie Organisation ist, verlangt sie, daß der Einzelne sich als Glied des

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