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Der Israelit · 1929-03-14 · Heft 11 (14.3.1929) · page 16

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Journal
Der Israelit
Volume
70 (1929)
Issue
Heft 11 (14.3.1929)
Date
1929-03-14
Page
– (sequence 16)
Language
German
Belongs to
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Seite 2. Nr. 4 Der Israelit Prestige, das Stande sbewußtfÄn heraus, daß diese schönen Dinge keinen Schaden erleiden. Hierzu sei zunächst bemerkt, daß früher schon wie z. B. in Hanau, Prüfungskommissionen bestanden haben, vor denen nicht seminarisch oorgebildete junge Leute das Reifezeugnis als Religionslehrer erlangen konnten. Was mich als Lehrer schochet ganz besonders schmerzlich berührt und zu meiner Stellungnahme' veranlaßt, das find seine Auslassungen über die Schechitoh. Wenn Herr Peritz hier es unternimmt, im Namen aller preußischen jüdischen Lehrer zu sprechen, so geht er zu weit, und übt von Königsberg ein Mandat.über Deutschland aus, dessen Berechtigung ihm aberkannt werden-muß. Er prägt den Saß . . . „daß die neueren Lehrer nicht mehr Schächter sein wollen, nicht aus Geringschätzung der Schechitoh, sondern weil der Schächtdienst mit der Würde und dem, Ansehen, die der Lehrer für seine bedeutsame Tätigkeit in den Gemeinden! besitzen muß, sich nicht verträgt." -(Preisausgabe: Was will Herr Peritz mit diesem Satzgebilde bejahen oder verneinen?) Wenn Herr Peritz die Worte „neueren Lehrer" wörtlich verstanden wissen will, so mag er Recht behalten, Des anderen rufe ich Herrn Peritz zu: Mit Verlaub, Herr Peritz, Sie irren! Die Schechitoh oder der Schächtdienst hat noch niemals einen Lehrer entwürdigt. Höchstens können wir ,die Funktionäre, die Schechitoh entwürdigen. Wie in jedem Berufe, so ist es auch hier die Persönlichkeit, die Eignung zum Beruf, die sich durchsetzt und Achtung verschafft. Leistet denn der akademisch vorgebildete Tierarzt im wesentlichen nicht die gleiche Berufsarbeit wie der Schachet? Nennen wir in diesem Zusammenhänge den Schächtschnitt einmal einen operativen Eingriff, der in der Regel immer gelingt, so leistet der Tierarzt ähnliches und die Bsdikoh, diese älteste Form der Fleischbeschau, bewegt sich ganz analog der Tätigkeit des Tierarztes. Bei letzterem aber, bei dem Tierarzt mit seiner Doktorwürde, verträgt sich seine Berufsarbeit „mit der Würde und dem Ansehen", das er besitzen muß, nur nicht beim Schochet! Entgegen Ihrer vorgetragenen Ansicht, muß ich, Herr Peritz, Ihnen sagen, daß es eine ganze Anzahl Lehrerschochtim gibt, die ihren Dienst als eine Mileches schomajim betrachten und darum mit Liebe und Begeisterung Schochtim sind. In einer sachlichen Entgegnung möchte ich es vermeiden, meine Ausführungen durch Tatsachen und persönliche Erlebnisse aus einer langjährigen Praxis zu b-e legen. Rur soviel fei festgestellt: Nicht der Vorstand oder die Mitglieder unserer Gemeinden, nicht der Tierarzt und Schlachthofdirektor, auch nicht die Fleischer erblicken in der Schechitoh einen den Beamten entwürdigenden Beruf. Sorgen wir nur dafür, daß wir Schochtim auch wirkliche Schochtim sind, daß wir in dem Schochettitel einen Ehrentitel erblicken, dann werden auch wir uns höher und richtig einschätzen. - L. B ach a rach, Eschwege, Schochet, Lehrer u. Kantor. Nachbemerkung der Schriftteitung zu den Artikeln „Die Sultusbeamlenschule" und „Ein Hilfsverein für notleidende jüdische Kleingemeinden?" Die Ausführungen der Herren Kollegen Bacharach und Freudenberger sind insoweit überholt, als sie die auf der Tagung des preußischen Landesverbandes gefaßten Beschlüsse nicht in den Kreis ihrer Betrachtung einbeziehen konnten. Es ist gewiß lobenswert und verdient alle Anerkennung, daß die liberale und volksparteiliche Mehrheit des preußischen Landesverbandes das Prinzip verficht, auch die Ausbildung der jüdischen Lehrer auf ein möglichst hohes Niveau zu stellen, ffiir verstehen es auch, daß die Führer des Lehrerverbandes sich mit der ganzen Wucht ihres Einflusses' für die zukünftige nurakademische Ausbildung der Mischen Lehrer einfetzen. Wir bezweifeln jedoch, daß auf diesem Wege der Not der jüdischen Kleingemeinden abgeholfen wird. Die Herren kennen rricht -hie Zustände und Verhältnisse in den Landgemeinden. Wir halten es für ausgeschlossen, daß ein akademisch ausgebildeter Lehrer sich, jemals dazu bereit finden wird, «ine Lehrerstelle — sagen wir einmal, um in unsrer Nähe zu bleiben — in Beerfelden oder Ge münden im Hunsrück anzunehmen. Die wenigen akademisch ausgebildeten Lehrer werden, das sind wir sicher, von den Groß- und Mittelgemeinden-ausgenommen. Und was bleibt denck für die Kleingemeinden übrig? Wir erleben es heute schon -tagtäglich in unserem- Hessenlande, das die akademische Ausbildung der Volksfchüllehrer schon seit mehreren Jahren hat: die jungen Akademiker — auch das kann man verstehen — glauben nru in den Städten und großen Landgemeinden in der Nachbarschaft der Städte einen ihnen zusagenden Wirkungskreis zu finden. Wenn sich diese Erscheinung schon bet den als Staatsbeamten angeftellten Volksschullehrern zeigt, in welch größerem Maße wird sie bei den zukünftigen jüdischen Religionslehrer-Akademikern zur Auswirkung kommen, deren Stellung und Dotierung auch bei der möglichst größten Anstrengung der Landesverbände nicht eine solche sein wird, 'daß sie der in jeder Weise gesicherten Stellung der Staatsbeamten gleichgesetzt werden kann. Wir glauben berechtigten Zweifel hegen zu müssen, daß ein jüdischer Vater die erhöhten Kosten der akademischen Ausbildung seines Sohnes aufs Spiel setzen.wird, wenn seinem SprößliNg eine Religionslehrerstelle in der Rhön oder in einem Dörflern des Westerwaldes in Aussicht steht. Was wird die Folge sein? Die kleinen Landgemeinden werden in Zukunft in noch größerem Maße wie seither sich einen Kultusbeamten zulegen, der wohl ein tüchtiger Chasän und Schochet sein mag, dessen pädagogische Vor- und Ausbildung sich jedoch unter dem Nullpunkt bewegt. Herr Freudenberger weist in seinem Artikel mit beredten Worten darauf hin, daß es höchste Zeit ist, den Kleingemeinden in ihrer Not zu helfen. Wir sind der Meinung mit dem durch den Berliner Beschluß beschrittenen Weg wird der Not der Kleingerneinden nicht geholfen werden können, im Gegenteil, er wird deren Rot vergrößern und bedeutet ihren Untergang, denn Lehrer und Führer werden ihnen nicht zur Verfügung gestellt werden können. Auch -uns liegt das Ansehlen und die Würde des jüdischen Lehrerstandes am Herzen, denn nur ein mit gründlichem jüdischen und profanen Wissen gewappneter und mit jüdischem Wollen beseelter Lehrer ist imstande, in seiner Gemeinde für die Belange des Judentums erfolgreich einzutreten. Man sehe jedoch nicht die Zustände und Verhältnisse des Landes durch die Brille des landfremden Großstädters. Suum cuiquel Jedem das Seine, das ihm Angemessene! Der Großgemeinde der Akademiker, der Kleingemeinde der für das Amt des Kultusbeamten vorgebildete Religionslehrer! Wir wissen, daß weite Kreise der jüdischen Landlehrerschaft mit unserer Auffassung der Sachlage übereinstimmen. Der esprit de corps verlangt es jedoch, jede andersgeartete Aeußerung zu unterlassen und sich schweigend der Parole der Führer anzuschließen. Wir verweisen noch auf die Ausführungen des Herrn Seminar-Studienrat Gut-Köln, die uns in einem von ihm ausgearbeiteten Exposee vorliegen und mit denen wir unsere Bemerkungen schließen: Die meisten jüdischen Gemeinden benötigen einen Kultusbeamten, der Religionslehrer, Kantor und Schochet ist. Für diese Kategorie denselben Bildungsgang wie für die Volksschullshrer zu verlangen, ist eine Verkennung der Welt der Tatsachen, ja, ein Ding der Unmöglichkeit. Dies zu beweisen, wird für jeden Kenner der Wirklichkeit überflüssig sein. Die Gabelung der jüdischen Lehrerbildung ist nicht etwa ein Fehler, sondern ein Segen, der der Entwicklung unserer Gemeinden und unserer Schulen zugute kommen wird. Die Zwangsjacke der einheitlichen akademischen Ausbildung hingegen wäre ein Unheil, den Bedürfnissen der Gemeinden gerade zuwider laufend. — Dem haben wir nichts hinzuzufügen. ■ Wir und die Schechiko. Von Lehrer Schloß in Diersburg (Baden). (Schluß:) Die Schechito ist unter den erwähnten heutigen Verhältnissen unsere Aufgabe, und sie wird sie bleiben müssen, bis vielleicht eine spätere Zeit -religiöser Männer erstehen läßt, denen wir unsere heilige Verpflichtung überantworten könnten. Ich vermag mein Auge nicht vor diesen wahren Tatsachen zu verschließen,'die in diesem traurigen Kapitel deutlich'und sichtbar in Erscheinung treten, vermag nicht in sündhafter Weife zu schweigen, wo das wahre und das gesprochene Wort einem religiösen Gebot gleichkommt. Auch ich übe meine Schechita trotz vieler Unannehmlichkeiten auf dem Gebiete ihrer technischen Ausführung in drei Gemeinden! aus, darunter in einer Stadtgemeinde: (städt. Schlachthof). Gerade als Lehrer fühle ich mich gerüstet und gewappnet für sie -einzutreten, besitzen wir Lehrer doch ungleich mehr die geistigen Waffen als jeder Laie für unsere Religion und nicht zuletzt für unsere Schechito -einzutreten. Ich für meine Person würde es schon aus diesem Grunde als Unglück anfehen, wenn man Männern ohne religiöse Bildung und ohne profanes Wissen, gleich rohen Schlachtern die Schechito ausliefern sollten. Und von welcher Schechito sollten wir Lehrer eigentlich dann essen? Die . Landgemeindenwerden immer kleiner und kleiner, sie''lösen sich fast aus. So kommt es, daß ein Lehrer oft gar vier oder fünf Gemeinden im Religionsunterricht und in der Schechito betreuen muß. Beide. Berufe lassen sich oft 'im Einklang mit dem nötigen Zeitaufwand und mit den festgesetzten Dienststunden nicht in einer Person vereinigen. Oft muß dort der Religionsunterricht >'dem kategorischen Imperativ des Metzgers weichen, wenn jener gerade fein Schlachtopfer und die nötige Zeit für dasselbegefundenhat. Wo so viele Zrverggememden in der Hand eines Lehrers sich befinden, wo die Entfernung zwischen denselbendiesem zu viele Opfer an Kraft und Zeitaufwand auferlegt, müssen notgedrungen beide Funktionen eines Lehrers und Schochets von einander getrennt werden. So werden im Laufe nicht allzuferner Zeit Bezirkslehrer und Bezirksschochtim in Erscheinung treten müssen. Ein ausgedehnter Bezirk erfordert für diese zwei Aernter zwei Funktionäre. Es gibt immer noch genug Lehrerchochtim, die gerne das Amt -eines Bezirksschochets annehmen, die die nötige Berufsfreude und die nötige Gewandtheit und Handfertigkeit dazu besitzen, vorausgesetzt, daß das Amt eines Bezirksschochets ihn nicht darben läßt, ihn zeitgemäß ernährt. Das ist die Pflicht unserer Geineindeverbänbe und Behörden. •mim rn'w Das Deboralied. (Richter 4 u. 5.) Uebersetzt und erklärt von Ruhelehver B. Dolff in Aurich. (Fortsetzung.) mim nimm» ,oiv ’apsi i»Vn i« 22. Hei, wie stampften die •was Hufe der Pferde von dem Jagen, dem Jagen seiner Gewaltigen. 14. März 1929 “ins iii« m 7«V» in« in» iii« 23. Verflucht sei ■ Meros, niiyV m niisiV i«a «V->a'‘naim spricht der Bote des -D’iiasa -n Ewigen, verflucht und ' verwünschet deren Be- ' wohner; denn sie wollten nicht kommen, zur Hilfe des Ewigen, zur Hilfe des Ewigen! un- .ter den Helden. V. 22. i»Vn t« Wir sehen nun die Ueb erlebenden auf der Flucht, verfolgt von Barak und seinen Scharen, die aus den im Liede genannten Stämmen von allen Seiten herbeiströmen. Die Fliehenden haben die beschwerlichen Streitwagen längst im S>tich>e gelassen, sich auf die Pferde geworfen und suchten nun diese zur schnellsten Gangart durch n-hrn Schelten und Peitschen anzutreiben. Spöttisch nennt die Dichterin diese ängstlich fliehenden Feind« V. 23.' Jetzt wäre es an der Zeit gewesen, den letzten Hauch von Mensch und Tier zur Verfolgung aufzubieten.' Eine solche Aufforderung ist auch an alle israelitischen Stämme ergangen, aber, wie wir bereits wissen, nicht allseitig befolgt worden. Und nun ergießt sich das Verdikt der Dichterin über .m» über das sie gleichsam den Stab bricht: Meros darf nicht bestehen bleiben. Gewöhnlich nimmt man an, Meros sei eine Stadt, im Kriegsgelände gelegen, gewesen, deren Bewohner sich nicht an der Verfolgung der Feinde beteiligen wollten. Für diesen Verrat sollten sie-nun gezüchtigt werden. Aber wir fragen demgegenüber, was haben denn diese Bewohner Schändlicheres getan als die Stämme Reuben Gilaed, Dan und Ascher, denen die gemeinsame Rot ihrer Nation auch nicht zu Herzen ging? ' Und noch eins ists. was uns zu denken gibt: -Hier m dem nördlichen Gebiet Palästinas gab und gibt es keinen Ort, der „Meros" heißt. Wir glauben darum, das Wort in» fei ein kollektivischer Begriff, zusammengezogen aus in«»' von ii « zusammenziehen, so daß alsoms» als m« mp», d. h. die Orte, wohin sich in Kriegs zetten im Altertume alles vor den Feinden zurückzog, um Schutz zu finden, die Festungen, hinter deren Mauern man sich sicher fühlte. Die Dichterin spricht sich hier entschieden gegen die Erhaltung von Festungen im Lande Israel aus, sie meint wohl wie Lykurg in Athen, die Tapferkeit der Bürger sei der beste Schutz eines Landes; hier habe es sich doch gezeigt, wie verderblich die Festungen dem allgemeinen Staats wohl werden können. Nicht einmal zur Teilnahme an der Verfolgung des fliehenden Feindes ließen die Bewohner der Festungen sich bereit finden, solche Erfahrungen erheischen gebieterisch die Forderung: in» ui« „Zerstört die Festungen, tut ihre Einwohner in Acht und Bann!" So fiel das ganze Lager Sißvas, -ms iskV nichts blieb übrig bis auf einen, und von ihm wird weiter die Rede sein. ’apn ian »2?« bv> »->213» "pan -pan Vn«a bum» B'i'i« Vaoa nana aVn V«v »'» :n«»n nanpn niaVnV na'v'i naoVvn i/r-V ,tp im«» nun» «iv'v n»Vm mV»v!:wpi naVm nanm cyVai pa,ap2? Vsa yia ,n'Vn pa - 71121 *>D3 D21 Via 12183 VB3 V13 24. Gepriesen vor allen Frauen sei Ja-el. das Weib Chewers des Kein; mehr als alle Frauen in Zelten sei sie -gepriesen! 25. Wasser verlangt er, Milch, reicht sie, doch in der Schale der Fürsten mußte sie bringenden Rahm. 26. Ihre Hand streckt sie nach dem Nagel und ihre Rechte -nach dem Hammer der Schmiede und hämmert auf Sißra, zerschlägt 'Hm ' das Haupt,, durchschlägt , und zerschmette-w ihm - dve Schläft- 27. Zwischen ihre. .Füß' - hast' er getimt, war ■i - hingesünken,' wälltsie . - mißbrauchen, zwischen - ihre Fuß schon-war'gekniet, gesunken, doch kaum war er gekniet, da war er auch gefallenüberwunden. ''» .—1 ' ' u v»i .• Vei der Schristleikung eingegangene Neuerscheinungen. 1. nnv2ii nii« iss» ’32i pVn nun 11 j nii«. Ein Uebergomgsbuch für das zweite Schuljahr, der Fibel nn»2ii nii« zweiter Teil. Von CH. Mandelbaum, E. Mayer und K? Rothschild Leipzig, M.' W. ' Kaufmann 1929. 2. Rosenfelder, Hebr. Lehrbuch für hie Grundschule,;erster Teil. 2. Ausl. Selbstverlag des Verfassers S. Rosenfelder, Lehrer in Ladenburg a. N. 3. Rosenfelder, Hebr. Lehrbuch, zweiter Teil. Selbstverlag (wie obep). ■ 4. I. B. Levy, V«i2i'V 13, Hebr. Fibel, I. Kaufsmann ü. Co., Frankfurt a. M. Wir machen unsere Leser zum Beginne des neuen Schuljahres auf obengenannte Neuerscheinungen aufmerksam. Besprechung derselben erfolgt inder nächsten Nummer unseres Blattes.

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