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Der Israelit · 1929-03-14 · Heft 11 (14.3.1929) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
70 (1929)
Issue
Heft 11 (14.3.1929)
Date
1929-03-14
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Serbe <s. , Nr. .11 Amerika. Lin Gesetz zur TKrpnderung der Aamilieatrennung dLv Einwanderer. N e w y o r!, 5. März. Der Senat der Bereinigten Staaten hat eine vom Senator Stephens emgebrachte Bill angenommen, die die Ausgabe von Familien-Äifa für Einwanderer vorsieht, demgemäß jeder Einwarkderer sein« Frau und seine unverheirateten Kinder unter 21 Jahren mit ins Land bringen kann. Die Bill.soll auch auf bereits Eingewanderbe Anwendung finden, wodurch eine Trennung von Familien verhindert und sine Wiedervereinigung getrennter Familie ng'lieder.erleichtert wird. Die. Bill ging dem Repräsentantenhaus zu, wo sie — da das Haus vor der Vertagung steht — erst in der kammenden Session zur Behandlung gelangen wird. vermischtes Bad Kreuznach, 12. März. Im Jüdischen Jugendoer-ein hielt Herr Redakteur Schachn o witz (Frankfurt a. M.) einen Vortrag, betitelt: „Aus allen Gaffen". Ausgehend vom Maharil, dessen Leben und Wirken im benachbarten Mainz der Redner kurz hervorhebt, verstand es der Redner nicht nur, die Bedeutung Maharils sowohl für die damalige als auch für die Jetztzeit treffend herauszuarbeiten, er entwarf auch ein so anschauliches Bild alten jüdischen Lebens, daß er in seinem Publikum recht dankbare Zuhörer fand. Kaleidoskopartig zog ein Bild nach dem andern vorüber, die Bedrängnis des Ghettolebens., die Anfeindungen, Beschränkungen, der schwere Lebenskampf, aber auch die Freuden der jüdischen Menschen von der Wiege bis zum Grab. Ms zum Schluß die Mahnung erklang, das Alte nicht zu vergessen, sestzuhalten am Erbe der Väter, trotz der Nöte der Zeit nicht skrupellos alles Religiöse über - Bord zu werfen, ein moderner Mensch zu sein, der das! Neue in Einklang bringt mit dem Alten, nach dem Satz: j rnx>2 -2'» 'Din:: „Verjünge unsre Tage wie ehemals", da lohnte spontaner Beilfall die gehaltvollen Ausführungen. Personalien. Hanau, 10. März. Am Donnerstag den 21. v. Mts., fand die Haupt-Jahresfitzung des Gemeindeältestenkollegiums mit den Repräsentanten unserer Gemeinde statt. Auf der Tagesordnung stand die Beratung des Etats pro 1929. Bor Beginn dev Sitzungergriff der Vorsitzende der Gemeindeältesten. Herr Nathan Sichel, das Wort und gedachte des vor einigen Wochen in Frankfurt a. M. verstorbenen Numismatikers Leo Hamburger.! Redner führte aus. daß der Verblichene der Begründer j der „Hamburger Stiftung" gewesen fei. Diese Stiftung ' wurde in Friedenszeiten hier ins Leben gerufen; die Zinsen waren für bedürftige junge Leute bestimmt, die sich dem Lehrerberufe widmen wollten. Wenn auch die Inflation einen erhebkichen Betrag verschlungen hat, so. ist die aufgewertete Summe immerhin wieder so groß, geworden, daß sie ihrem Zwecke wieder dienen kann. Die j Versammlung ehrte das Andenken des verdienstvollen i Mannes, indem sie sich von ihren Sitzen erhob. Hierauf trat die Versammlung in die Besprechung des Etats ein und fand derselbe einstimmige Annahme. Thüngen (Ufr.), 10. März. Das Ehrenmitglied unseres hiesigen Frauenoereins, zugleich die älteste Bürgerin der politischen Gemeinde, Fvl. Babette Bi-ers ch i l d , feierte am 14. ds. Mts. in seltener körperlicher und geistiger Rüstigkeit ihren 89. G eb u r ts ta g. Jeder in Bayern erinnert sich gerne dieser -Familie, die dieser ehrwürdig-fromme Jüdin entstammt. Möge der Jubilarin noch ein w-eite-r-er glücklicher Lebensabend befchieden fern, msf nun -y- Birkenau, 3. März. An der Grenze des harten Winters, den sie trotz ihrer 82 Jahre zu überstehen glaubte, nahm Frau Emma L ö b geb. Abraham, Abschied für immer von der kleinen Kehillo, die selbst immer mehr zusammenschmilzt und kaum mehr frühlinghastes Aufblühen zu erwarten hat. Emma Löb war eine der letzten alten Frauen in Birkenau, die die alte Tradition verkörperten. Mit ihr ging wieder ein Stück Vergangenheit zu Grabe. Von nah und fern kamen trauernde Freunde zur bei der Herr Rabbiner Dr. Merz- . D e, r. I <s * g. e; t i t l rrWr.o. h.a ch -Darmstadt das Leben der Greisin in beredten Worten schilderte,-ehe wir das 'jid vom kleinen Hänschen in der Judengasse hinauf zum d'sv* rrtrugen. Dort sprach im Namen der Freunde Herr Prof. Karl Darmstädier (Mannheim) a-ls ehemaliger Virkenauer herzliche Worte des Gedenkens. Kinder und Enkel haben in Emma Löb die liebe Mutter und Großmutter, die Freunde die ehrwürdige Hüterintrauter, Freundschaft verloren. ' - rraxin. Dortmund, 3. März. Hier starb dieser Tage Rabbi Benjamin G o st y n s k i. Er stammte Äus Licnzyc (Polen), einer Stadt, die seit Generationen vom ° Geist der Geaunrm, der Familie Auerbach, erfüllt war.' Der Verstorbene zählte noch in-.seiner Jugend zu den: Schülern des Mal bim. Die starke Liebe zum Limud Hälauro, die in dem Milieu, in welchem er großgezogen war, herrschte, übertrug sich auch auf ihn und begleitete ihn bis an sein Lebensende. ■ Die Woche Berlin. Die Hauptstell-e für jüdische Wan der für sorge beruft für den 17. und 18. März. 1929 nach Berlin Logenhaus, Kleiststrahe) ihre diesjährige Mitgliederversammlung ein. Die Tagung wird über die Errichtung der ersten jüdischen Arb-eiterkolanie in Deutschland entscheidende Beschlüsse fassen. Im Mittelpunkt der Beratungen stehen Referate von Frau S. Wronsky über „Die wirtschaftliche und soziale Bedeutung der Arbeitsfürsorge", des Pastor Braune über „Die wirrfchaftliche und soziale Bedeutung der Arbeiterkolonie" und des Herrn Dr. Werner Senator, Generalsekretär des Joint Distribution Committee über „Das jüdische Flüchtlingspröblem nach dem Weltkriege".. — Der preußische Staat hat die von dem Bildhauer K. H. Jsenstein geschaffene E i n st e i n b ü st e erworben, um sie am 50. Geburtstage dse Gelehrten (14. März 1929) im Einstein-Turm bei Potsdam aufzustellen. Gleichzeitig hat das Provinzialmuseum in Hannover ein Exemplar dieser Büste erworben-. Auch in der 'Kunstsammlung der Jüdischen Gemeinde zu Berlin wird die Einstein-Büste in den nächsten Tagen zur Aufftellung gelangen. Breslau. Am Jüdisch-Theologischen Seminar in Breslau wird vom nächsten Sommersemester an die Stellung eines Seminarassisfenten geschaffen und Herrn Rabbiner Dr. H. I. Z i m m e l s in Baden bei Wien übertragen werden. Stuttgart. In Stuttgart. Heilbronn und Göppingen hielt der Hilfs verein der deutschen Juden große Werbeoorträge ab, die großen Erfolg, zunächst moralischen, brachten. Wien.' Die Revisionsverhandlung über die Nichtigkeitsbeschwerde, die der Verteidiger des wegen Vatermordes vom Innsbrucker Schwur-- gevicht zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilten Rigaer jüdischen Studenten Philipp H a l s - mann erhoben hat, fand am 12. und 13. März statt -und führte zur Annullierung des Artikels. Genf. Der bekannt« schweizerisch« jüdische Architekt F l e g e n h e i m e r ist einer der fünf Architekten, die das Haus des Völkerbu nde s bauen sollen. Der Generalsekretär desv Völkerbundes, Sir Eric Drummond, hat soeben den Kontrakt mit den fünf Architekten unterzeichnet. Paris. Die Welt- Union jüdischer Jugend übermittelte dem Generalsekretär des Völkerbundes einen 2500 Unterschriften tragenden Protest gegen die Vedrängung und Einschränkung der Rechte der betenden Juden an der Klagemauer in Jerusalem. — Das Organ der Alliance Israelit« Universelle „Paix et Droit" veröffentlicht -eine Mitteilung des Pro Marranen-Komitees, daß es in Portugal bereits zwei Neo-jüdifche Gemein-' den, eine in Oporto und eine in Braganza, gibt. Die zum Judentum bekehrten Marranen geben eine hebräische Zeitung „Ha-Lapid" („Die Fackel") und religiöse Bücher heraus. — Aus Anlaß des 70. Geburtstages des Führers der russischen bürgerlichen Demokratie, Professor Paul M l -l j u k o f f, Präsident der Partei für Einheit, nach der Revolution 1917 Innenminister, veranstaltete die Russisch-jüdische Gemeinde in Paris eine große Feier, verbunden mit einer Massenversammlung, in denen der Vorkämpfer für jüdische Emanzipation in Rußland, Advokat Cliosberg, Miljukoff als den Vorkämpfer für die Gleichberechtigung der Juden in Rußland .feierte. m Trotz der harten Prüfungen, die er, in seinem Leben, besonders in den letzten Jahren, bestehen mußte, 'erfüllte, er mutig und pflichttreu die an einen Dalmid Chochom gestellten Forderungen und hielt mit Simcho am Thoralernen stets fest.. Selbst in der letzten Zeit, wo er von einer tückischen KrankheitheiMAefucht wurde, beschäftigte er sich noch mit schweren Fragen der Hälachm. Ebenso war er für das ChajsiÄus entflammt., Er. zählte zu den Chassidim des Rabbi' Ctzanauch aus Alexander .(Polen). Es war geradezu ein Erlebnis, dem Vrestorbene-n zuzuhär-en, als er von den Re-bbis erzählte. Der Verstorbene erreichte ein Alter.von 82 Jahren und war" einer der o'vsn ->Tni>n ’nprvon denen es heißt: •arrVj; naErvin onnsn D’jrpra? jm •rraxan Halbersiadk, 7. März. Vor einigen Wochen-verstarb nach schwerem Kvankenlager F-rau Mathilde Reichenbach geb. Löweythal im .61. Lebensjahre. Ein am fprüchslofes, bescheidenes Leben hat mit ihrem Scheiden ' seinen Abschluß gefunden. Einer gut jüdischlen Familie l-entstamm, nd, hat die Dahingegangene ihr Haus gerneinjfam mit ihrem Gatten zu einer Stätte jüdischer Pflichterfüllung zu gestalten gewußt. Mit Treue und Selbsttofigf-cit stand sie lange Jahre in der Reitze der Frauen der Ch-ebroh Nos-chlm Zidkorriaus und war den Armen und Leidenden eine ber-LttrvMg-e und liebevolle Helferin und Freundin. Sie wird im Kreise der hiesigen Gemeinde unvergessen bleiben. Langsdorf, 8. M-ärz. Am 25. Februar wurde Jakob Oppenheimer von hier im 83. Lebensjahre in ein. besseres Leben abgerufen. Mit dem Dahingeschiedenen ist ein Mann vom allen Schlage, ein begeisterter Vertreter des Judentums dahingegan-ge-n. Die Beerdigung, an der sich auch eine große Anzahl Andersgläubiger beteiligte, legte den besten Beweis von der allgemeinen Achtung, Verehrung und Liebe ab, deren sich der Verstorb-ene zu erfreuen hatte. Herr Promnzialrabdine-r Dr. Hirfchfeld von Gießen schilderte in markigen Worten die Tugenden und Vorzüge dieses echten Jehudi. Schlichtheit und Einfachheit waren die Grundzüge feines Wesens. Sein Leben und Streben waren in erster Linie feinem Glauben gewidmet. Ueber sechs Jahrzehnte hat er das Amt eines 'ehrenamtlich bekleidet, bis ihm zuletzt das nahende Alter dies nicht mehr gestattete. Schwere Schicksalsschläge hatte der Heimgegangene M erdulden: zwei heißgeliebte Frauen in jungen Jahren und' drei Kinder sah er ins Grab sinken. Sein ganzer Lebensinhalt war dann nur noch die Hoffnung auf ein dereinstiges Wiedersehen. Möge der Allgutige seine heißesten Wünsche erfüllen, damit der Heimgegangene des ganzen' jenseitigen Glückes teilhaftig werden kann. Ein ganzer Mann, ein warmherziger J-ehudi war der Dahingegangen-e und als solcher wird er in der Erinnerung seiner Nachkommen f-ortleben. ' n"axm- Erlangen, 11. März. Im Alter von 84 Jahren verschied in Adelsberg bei Gemünden a. M. Frau Karoline Grünbaum und wurde sie am -7- ' :-v: auf dem -altehrwürdigen Bezirkssriedhvf Laudenbach b. Karlstadt a. M. zur letzten Ruhe gebracht. Mit ihr hat ein von rra gesegnetes, aber in den letzten Jahren ihres Lebens, auch ein prüfungsreiches Dasein zu bestehen aufgehört. Ein >-i ms im Sinne unsrer Alten, hat sie das Leben in feinen verschiedenen Wendungen und Gestaltungen kennen gelernt und von Jugend auf m-tt jenem Ernste erfaßt, der es dem Menschen gebietet, allzeit feine /Zukunft zu bedenken und unablässig und beharrlich vorzusorge-n für die kommenden Tage. So hat sie in ihrer bescheidenen Häuslichkeit gematteß mit Weisheit und mit , Umsicht; war ihrem schon vor 11 Jahren in den Tod i vorausgc-gangenen Gatten — ein halbes Jahrhundert j—ernte hilfreiche Lebensgefährtin und besonders darum; bemüht, ihren 9 Kindern eine solche Erziehung im jü-; di-schen Geiste ang-edeihe-n zu lassen, daß sie sich draußen im Lebe-n bewähren und.-in Ansehen bestehen konnten. Ihr Leben war zwar ein stilles 'und einfaches; aber darum nicht minder ersprießliches und segensreiches. Locarno (Schweizer Riviera) Pension Ifiia Montana Via del Kols 33. Telefon 766 Fließ. Wasser in allen Zimmern Bäder, großer Park, anprkannt gute Küche, mäßige Preise F. KAHN, Pension, Basel, jetzt Wallstr, 9 OB ’>)Kn S Raseo . . . 1.50 j: Viktor Pasfe 1.50 jj Viktor Pulver 1.80 |; H Depilo . . . 2.50 :: vrosema . . 2.00 » nur in der •: DROGERIE u SCHNEEMANN!! Zeit 39 ■■ Hanauerldstr. 36 Zwei ineinandergeh. gut möbl. 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