Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 70 (1929)
- Issue
- Heft 10 (7.3.1929)
- Date
- 1929-03-07
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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Der Israelit Nr. 10. Seite 7 7. März 1929 immer kritischer. Es werden ihnenimmer mehr Schwierigkeiten in den Weg gelegt. In einer Gemeind>e Thraziens wurde vor kurzem die jüdische Schule unter dem Nichtzutreffenden Vorwand, das Geblände sei nicht solide genug gebaut, behördlich geschlossen. Es ist bekannt, daß der Gouverneur Feme jüdischen Schulen dulden will. In dieser Woche wurde auch die große Mische Schule von Adrianopel unter dem Vorwand geschlossen, daß die die Schule besuchenden Asylkinder türkisch lernen müssen. Mehr als 1000 jüdische Kinder Adrianopels sind ohne Underrrchtsmöglichkeit geblieben. (ITA.) Palästina. Eine Kreditanstalt auf Kamen von Rabbi Lhajim Sonnenfeld. Jerusalem, 28. Februar. Wie uns von den „Zerre Agudas Israel" in Jerusalem mitgeteilt wird, ist dort von dieser J-ugendorgani fation, die Oderrabbiner Sonnenseld zum Chrenpräsidenlterc fyat, aus Anlaß des 80. Geburtstages des großen Rabbi eine Kreditanstalt unter dem Namen ">xik mmri ins Leben gerufen w-ord-en. Mefes Institut kommt einem dringenden Bedürfnis in der heiligen Stadt entgegen und verdient allseitige Unterstützung. Amerika. Jür die hungernden Juden in Betzarabien. N e w y o x t, 22. Februar. Ditz Union rumänischer Juden in den Vereinigten Staaten hielt soeben eine Konferenz ab, in der über Maßnahmen zur Linderung der Notder hungernden Juden 'iiro B-eßarabien beraten wurde. Es wurde beschlossen, eine Summe von 250.000 Dollar -als Nothilfesonds für die hungernden Juden aufzubringen. Die Einweihung des Monumentalbaues der Izchak Elchanan-Jefchiwa. Newyork, 5. Februar. Nahezu 800 „Studenten" haben gestern ihren Einzug in den gewaltigen Neubau der Rabbi Izchak Clchonon-Jeschiwa gehalten, die unter Leitung von Dr. Revel steht. Raum ist für 1200 Hörer, von denen 215 im Internat leben können. Der Vau hat bis jetzt 2,5 Millionen Dollar gekostet und enthält u. a. fleischige und milchige Küche, Restaurant, Laboratorien, Ateliers, eine Synagoge und ein großes Auditorium für 1200 Hörer. Vorsitzender des Verwaltungsausschusses ist Herr Harry Fischel. Joint bewilligt Gelder für Rotstandshilfe iy Osteuropa. Newyork, 27. Februar. . Das Joint Distribution Committee befaßte sich mit einem Memorandum des europäischen Direktors des Joint-Hiffswerkes, Herrn Dr. Bernhard Kahn, in welchem dieser auf die ungeheure Not hinweist, in die große Teile der Judenheit Osteuropas infolge unvorhergesehener Unglücksfälle, wie Mißernten, strenger Winter u. a. m. geraten sind, und die Notwendigkeit betont, -einen Fonds zur Hilfe bei plötzlich einireteüden Katastrophen zur Verfügung zu stellen. Er wies insbesondere auf die Hungersnot in Beharabien und Itt Nordlitauen, sowie auf Notstände infolge des überaus strengen Winters in Rußland und in anderen Ländern hin. Auf Grund dieses Memorandums beschloß das Jo ist t Distribution Committee, eine Summe von 310.000 Dollar für Notstandshilse bei plötzlich eintretenden Katastrophen durch Mißernte, Fröste usw. in Osteuropa, insbesondere auch in Rußland, zur Verfügung zu stellen. (ITA.) blieb man vereint in der Freude an der Thora bis zur Mitternacht. .. Budapest, 1. März. Der Pro Palästina-Bund der un garifchen Juden, an dessen Spitze Baron Dr. Adolf von K o h n e r und Hofrat Karl B a r a c s stehen, veranstaltet im nächsten Mai eine Gesellschaftsreise nach Palästina, unter Führung des Redakteurs Prof. Dr Josef Pätai, Der bereits einigemal Palästina bereist hat und dessen großes Palästinabuch überall mit großem Verfall ausgenommen wurde. Das Reiseprogramm ist für vier Wochen geplant und umfaßt sämtliche Sehen Würdigkeiten des biblischen und neuen Palästinas. Auch sind einige Tage Aegypten gewidmet. Der Gesellschafts reise, deren Bedingungen überaus günstig sind, können sich auch Ausländer ansch-ließen. Anmeldungen sind an die Redaktion der Zeitschrift für jüdische Kunst und Kultur „Mult es Jöoö" zu richten, Budapest VI Revay ucca 14. Personalien. Gelnhausen, 3. März. Im Alter von nur 62 Jahren verstarb Frau Bankier Halle von hier im Hause ihrer Tochter zu Köln, wo sie auf Besuch geweilt hatte. Am Mittwoch den 20. Februar betteten wir sie hier, an der Sette ihres vor vier Jahren verstorbenen Gatten^ zur letzten Ruhe. Sie war lange Jahre 2. Vorsitzende des Israelitischen Frauenverems Gelnhausen -und hat durch ihr vorbildliches, soziales und tiefreligiöses Wirken unendlich viel Gutes geschaffen. Gar manches Leid und manche Tränen hat sie. gestillt. Ihr Haus stand in vorbildlicher Gastfreundschaft jedermann offen und ihr wahrhaft vor nehmes Wesen brachte ihr die ungeteilte Verehrung der ganzen Gemeinde ein. An ihrem Grabe zeichnete Herr Lehrer Marx das Bild des Hauses Halle, das einstmals Zierde und Vorbild der Gemeinde gewesen, weil es erfüllt war von cr-ron nvrm-' nnv mmnahm in bewegten Worten Abschied von der Entschlafenen und dankte ihr namens des Israelitischen Frauenverems^ und der ganzen Gemeinde für ihr segensreiches Wirken.! Stupava, 27. Febr. Sonntag den 23. Schwach, .am ersten Jahrzeitstage, wurde R. Schalom Gestetner Vsr der Grabstein gestellt. Zahlreich« Vertreter des Verewigten hatten sich an seinem Grabe versammelt und Se. Ehrw. Herr Oberrabbiner Herzog hielt einen tief empfundenen ison. Die Ergriffenheit der Zuhörer bewies, daß die Wunde, die mit dem Heimgang dieses unserer Gemeinde geschlagen wurde, noch lange nicht verheilt ist. Sprecysaal. Ein Work zur SchomresiSchabbos-Bewegung. Nicht ohne Bedeutung ist es. -daß unabhängig von der bevorstehenden Kenessiv Gedaulo der Agudas Jisroel, die als -ein Hauptthema ihrer Beratungen die Frage des Schemirath Schabbos betrachtet sich jetzt schon eine Vereinigung gebildet hat, die für Linderung der in der heutigen Wirtschaftsform zur Unerträglichkeit gewachsenen Not der Schomrei Schabbos, Arbeitnehmer sowohl als Arbeitgeber, ein tritt. Die außerordentliche Wichtigkeit des Problems zwingt dazu, alle diejenigen, die gewillt sind, zur Milderung dieser Not beizutragen, heranzuziehen, ohne Rücksicht auf Mtsch-politische Anstellung, die leider so oft eine Zusammenarbeit ge setze Streuer Kreise erschwert oder gar verhindert. Ditz erste öffentliche Kundgebung der neuen Vereinigung in Berlin bewies, daß es die Absicht der Initiatoren dieser Bewegung ist, alle Gesetzestreuen zur Mitarbeit heranzuziehen. Es ist selbstverständlich, daß die gesetzestreuen Organisationen, Agudoh. Achduth, Misrachi und Freie Ber-einigung, sowie die verschiedenen- Landesverbände sich an der Arbeit beteiligen, denn sie können nur dann auf ein wirkliches Fortschreiten ihrer Arbeit hoffen, wenn sie ihren Anhängern den wirtschaftlichen Lebenskampf nach Kräften erleichtern. Viele fähige und arbeitsfrohe Menschen sehen sich gezwungen, alle ihnen zur Verfügung stehenden Kräfte für den nackten Lebenskampf einzusetzen. Die Erhaltung des Schabbos legt ihnen große Opfer auf, die sie gerne bringen, aber die Opfer, wenn auch für eine Mizwoh geleistet, verhindern Leistungen auf anderen Gebieten, auf denen die Arbeiter fehlen-, um für die Gesamtheit erfolgreich tätig zu sein. Nicht nur der gesetzestreue Teil der Judenheit ist andiesem Problem des Schemirath Schabbos brennend interessiert, sondern in gleichem Maße auch der zionistische und liberale Teil unseres Volkes. Eine große Schar dieser Menschen, die heute nach -religiösein Halt suchen, bemüht sich, etwas von der Nefchomoh jesieiroh zu erlangen, die mit dem Schabbos b-ei dem gesetzestreuen- Juden einzieht. Nicht der liberale Gottesdienst, mag er sich auch noch- .so sehr bemühen, an alte Formen an-zuknüpsen, oder die Arbeit Breslau, 1. März. In der Altglogauer Synagoge für Erez Jisroel kann ihnen allein Erfüllung ihrer Sehnwurde Ende Januar ein großer Sijum auf sämtliche sucht bringen, immer bleibt -ein Rest, für den sie weiter Traktate der Mischnah gefeiert. Es ist in dieser alten .Sü^fyenbe bleiben. Es kann natürlich nicht erwartet wer- Synagoge seit 200 Jahren- Tradition, daß jeden Morgen -ben, daß die Erleichterung der Schabbos-Heiligung sonach dem Gottesdienst -zwei Mischnahabschnitte gelernt!fort diese suchenden Menschen veranlassen wird, sich werden, um so auch denjenigen, die -tagsüber durch ihre gänzlich umzustellen, aber es wird doch nach und nach Berufslasten.-vom Lehrhause abgehalten werden, Gelemanchen Menschen unter ihnen geben, der sich zur Schabgenheit zum täglichen Lernen zu geben. Die Feier nahm bos-Heiligung durchringt oder dessen Kinder später sich Vermischtes. Schabos-Heiligung in, der Diaspora ist wohl anders geartet als in Erez Jisroel, trotzdem wird eine Zusammenarbeit in dieser Frage, wie jeder Versuch in anderen Fragen, sich versöhnend auf die Lage im Heiligen Lande auswirken. Die Zustimmung aus allen Ländernder jüdischen Zerstreung, dev Widerhall in dev jüdischen Presse und die Anteilnahme zahlreicher Delegierter ander öffentlichen Kundgebung zeigen klar, daß überall die Dringlichkeit der Frage erkannt ist, in ihrer Bedeutung für die Erhaltung der Judenheit, für den Fortbestand der jüdischen Lehre und den Wiederaufbau des Landes unserer Väter. Von der Lösung dieses brennenden Problems unserer Zeit hängt heute alles ab, fei es im Osten bei den jüdischen Massen, sei es im Westen, wo die Orthodoxie sich nur mühsam behauptet, oder sei es in Erez Jisroel, wo sich neue soziale Fragen erheben. Zwei Seiten dieser Frage sind deutlich zu erkennen. Die jüdischen Angestellten kämpfen heute sehr schwer, um einen Platz zu erhalten, auf dem sie bei ausreichender Entlohnung den Schabbos heiligen können. Kleiner und kleiner wird der Kreis der Geschäfte, die am Schabbos geschlossen haben. Daß am Schabbos geöffnete Betriebe Leute einstellen, die am Schabbos nicht arb>eiten, gehört heute zu d-en Seltenheiten. Wenn es vorkommt, sind es Ausnahmen; aber auch diese Stellen sind leider meistens derart, daß der Angestellte nicht vorwärts kommt, sondern auf dem untergeordneten Posten bleibt, froh, überhaupt eine Stellung zu haben. Es ist -eine ungeheure Schuld der jüdischen, Schabbos haltenden Chefs, daß sie nicht darauf Wert legen, nur jüdisches Personal zubeschäftigen, sei -es aus Furcht vor Konkurrenz, sei es aus pekuniären Gründen oder anderen Motiven. Mancher junge Mensch, der lange eine Stellung gesucht hat, entschließt sich schweren Herzens dazu, am Schabbos zu arbeiten, weil alles Suchen nach einem Posten, auf dem er Schabbos halten kann, umsonst gewesenist und äußerste Not vor der Türe steht. Welcher Chef kann -das verantworten, wenn 'so wertvolle Menschen, vom Leben besiegt, ihre Jüdischkeit verlieren und -uns verloren gehen? Es darf aber nicht verkannt werden, daß die jüdischen Groß- und Kleinhan-delsgeschäfte selbst schwer um ihre eigne Existenz ringen. Die fortschreitende Vertrustung der Wirtschaft, die Steuer- und Gesetzgebung. erdrückt immer stärker alle Einzelfirmen, setzt den Konzern und die Genossenschaft an ihre Stelle, so den jüdischen Kaufmann besonders hart treffend, wird -es ihm dadurch noch mehr erschwert, gegen die Wirtschaftsverhältnisse anzukämpfen. Die Berufsumschichtung, so sehr sie zu begrüben und zu fördern ist, steckt noch sehr in den Kinderchuhen, das ganze System der europäisch-amerikanischen Wirtschaft ist dem Handwerk, der Landwirtschaft und dem Handel entgegen gerichtet, es ist daher schwerlich zu erwarten, daß die Berussumschichtung schnell fortschreitet. Wir müssen versuchen, aus eigner Kraft durch Unterstützung der jüdischen Geschäfte Juden die Möglichkeit zu geben, sich im Lebenskampf zu behaupten, sei es, indem wir den jüdischen Groß- und Einzelhändler bevorzugen oder den jüdischen Handwerker beschäftigen, sei es durch finanzielle Leihinstitutionen d>em jüdischen- Kaufmann und Handwerkr-e Kapita-l zu Geschäftszwecken verschaffen. Größer als Zedokoh-Geben wird die tatkräftige,, praktische Unterstützung 'des jüdischen Bruders gewertet, dazu gehört mehr Jüdischke-i-t als zum Almosengeben. Wenn etwas Erfolg haben wird, so ist es die Arbeit ür Schemirath Schabbos, aber der Erfolg wird nur dann ein voller fein, wenn wahrhaft brüderlich alle Kreise Zusammenarbeiten, -ohne parteipolitischen Ehrgeiz und Eifersucht, wenn alle Juden, auch nicht gesetzestreue Kreise, zur Unterstützung herangezogenwerden. H. einen schönen Verlauf. Herr Rabbiner Dr. Hamburger, der in dieser Synagoge amti-erende verdienstvolle Lehrer, lernte die Mischnah aus und verband das ^Lernen mit einem geistvollen Hadran. Ein gutes Essen war gewürzt von guten.; Reden und schönen Liedern, und so st : A'■ ■ dem gesetzestreuen Lager nähern werden. Auch für die Entwicklung der jüdischen Ansiedlung in Erez Jisroel und für die Abschwächung der dort bestehenden Gegensätze ist eine Heranziehung.der nicht gesetzes-treuen Organisationen von großer Bedeutung. Das Problem der Das größte Scheitel-T-ransf-o rmati ons- Haus Hans Fischer, Fürth i. 23., Nürnberge r st r a ß e 2, eine bei vielen Damen bestens bekannte Firma, bringt seine Frühjahrsfrisuren, Modelle von ganz "chmissigen und aparten §armen zu -ganz außergewöhnlich billigen Preisen. Es ist ja allgemein bekannt, -daß die Haararbeiten obiger Firma nicht zu übertreffen sind. Insbesondere muh dies von -den tamb-ourierten Scheitelstrichen gesagt werden, die an Qualität und Natürlichkeit unerreicht sind. Das fachmännische Reinigen und Ausfrisieren von Perücken und Transformationen wird ebenfalls von der Firma Fischer gewissenhaft und erstklassig ausgeführt. Die Firma ist mit 64 hohen Auszeichnungen prämiiert. Ich verweise auf mein Inserat in der heutigen Auflage. Bad Mergentheim. Die gewaltige Entwicklung dieses Bades macht-es -notwendig, jedes Jahr einen neuen Prospekt herauszubringen, um aus die mannigfaltigen Neubauten, Veränderungen und Verbesserungen gebührend aufmerksam zu machen. Das für die Saison 1929 gültige Material ist in diesen- Tagen e-rschien-en und uns heute zugegangen. Es -besteht aus einem sehr geschmückt vollen Prospekt, der auf farbigem Umschlag das bekannte Ritterbild Bad Mergentheims zeigt und sehr reichhaltigen und interessanten Bilderschmuck'aufweist. Besonders bemerkenswert sind die ausführlich gehaltenen Heilanzeigen, die im vergangen-en Jahre durch eine große Anzahl der bekanntesten deutschen und österreichischen Internisten neu ausgestellt worden sind. In einem besonders umfangreichen Heft, das eine große Gesamtansicht des Bades zeigt, werden die Unterbvingungsmöglichketten eingehend geschildert.