Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 70 (1929)
- Issue
- Heft 8 (21.2.1929)
- Date
- 1929-02-21
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
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21. Februar 1929 10, und 1000 vornehmer als 100, von 10- und 100 000 ganz zu schweigen. Jerusalems Kinder, die Aermsten der Armen, danken euch. Schon heute. Sie wissen, daß sie nicht vergeblich zu euch sprachen. Sie wissen, daß ihr helfen werdet. Jeder nach seiner Kraft und die ganz Reichen noch einen Tausender darüber. Denn 20 Mark sind nur 1 Pfund — vergeht das nicht! Und auch das vergiß nicht, daß du, der du eben diese Zeilen liest, daß gerade d u gemeint bist, daß es gerade auf dich ankommt. Denke nicht: „Es sind ja so viele, einer mehr oder weniger wird nichts ausmachen." Auch ich danke euch heute schon, Brüder! Ihr helft die schwere Last mir tragen, die ich auf mich genommen und die ohne euch mich zu Boden drücken würde. Ihr zeigt euch als Menschen, als Brüder. Und bereit liegt schon euer Lohn: kommt in einem Jahre und schaut euch meine Schule an. (Fortsetzung folgt.) Aeutzerungen führender Persönlichkeiten über das Schulwerk der Agudas Jisroel in Erez Israel. NI. Sie wünschen von mir eine Meinungsäußerung über das religiöse Schulwerk der Agudas Jisroel. Es ist von überragender Bedeutung und bedarf der Würdigung nicht — das von Jofua bin Nun eroberte snip rais ging uns Y'mya verloren. Jedoch ewig unverlierbarer Besitz ist und soll uns bleiben tfryn bv d^emy mit seinen mm Lehrstätten pan n"»na« Das Schulwerk der Aguda beinhaltet Jofua bin Nun's Eroberung jüdisch-geistigen Lebens auf jüdischheiligem Boden und erhebt 'i'ö in» nalyi vaVi» den gebiete rischenAnspruchaufdas .Mitwirken der mxisn *?aa 'n 'xy Schulter an Schulter entsprechend ihrer Tragfähigkeit und Tragwilligkeit — rnanaa w'X V*n rntpy1?! nsax'i öpTrn sin d^iy nimm - -'i YV pianm man ny mn'i mmn nnom prn^ onn nanya maaai on'pm otys "vv 'pn •tryn pm '"np n"ns fOberrabbiner I. Fürst-Wien.). IV. Die Bedeutung eines — geistig und materiell gut fundierten — religiösen Erziehungswerkes in Erez Jisroel entspricht der Bedeutung, die das Land selbst für uns hat. Wie man sich auch zu den Erwartungen stellen mag, die heute Hinsichtlich der nächsten Zukunft Erez Jisroels so vielfach gehegt werden, — aus keinen Fall darf vergessen werden, daß es das gelobte und geliebte ewige Land unsrees Volkes als Gottesvolkes ist. Und darum kann nie genugda fürgetan werden, daß seine jüdische Bevölkerung in der Thora, für die Thora und im Geiste der Thora erzogen werde. Dr. Nathan Birnbaum. Die dreifache Sette. Drei Einrichtungen hat der Pietrkower Rebbe angeregt, einen dreifachen Faden geknüpft, der das jüdische Volk mit seiner Thora eng verbunden halten wird: den Das Jomi, die Lubliner Weltjeschiwa und zuletzt eine große rabbinische Bibliothek im Anschluß an die Weltjeschiwah. Der Das Jomi hält heute schon Zehntausende von Lernenden im engen Konnex zusammen. Was die Lubliner Weltjeschiwa für Polen und die Welt bedeutet, ist tm unseren Blättern oft genug gesagt worden. Der Israelit Blätter Zu diesen kommt nun das d r i t t e Band: mit der großen Bibliothek, die alles in sich aufnehmen soll, was der jüdische Genius ün echt jüdischen Schätzen auf Grundlage der Thora geschaffen hat, und die die Thorajünger mit den nötigen Sforim versorgen soll. Alle Verfasser von rabbinischen Werken werden gebeten, je ein Exemplar oder mehrere der Bibliothek zuzusenden. Familien oder Gemeinden, die einen Üeberfluß an Sforim haben, Erben, die nicht wissen, was sie mit den ererbten Büchereien anfangen, versäumen nicht, die Bücher der „Jeschiwath Ehachme Lublin" in Lublin (Polen), zuzuweisen. Postscheck « Konto der Landesorgan isalion: Landesorganisafion der „Agudas Jisroel“ in Deutschland, Hamburg: No. 50204 Hamburg. Wie denkt der „Lhofez Lhojirn" über die Töchkerbildung? Die Gegner rechts der Aguda führten und führen, gegen die Bajs Jakauw-Schulen das alte Argument ins Feld, der Talmud verbiete die Frauenbildung in den jüdischen Disziplinen unter allen Umständen. Dazu ist zu bemerken, daß der „Chofez Chajim" in seinem Werke, das zu einer Zeit erschienen ist, da man von Bajs Jakauw noch nichts wußte, sich darüber klar äußert. Er schreibt wörtlich: mm i?arr s"5?atp mm xpin ii".nn iirnirn lanai irx nnaVnn n^nna1? moVV pxw *)*. anaiff nws^ v'a"VN tpi»nn s"ynty min» mi nibsn mn^na •YB*?1? NY1W2 *n n\n nnx bav irnöVff tman Npm ran nsnai Va ns» pm mn imms n^api imias Dipaa ainan nvxvai imias la^niy *pna mmn1? nmo nrm niv^n naiV D’^ia’ u'\n .nn "“pn i'arr bw" nya >as -ö’nipnn irnias bv nmnarn ‘]iaom mm •n ii’iur 'iirv tni nsa «iQinm nias.n n?apV n*nsn mntt jas* fnix öisai bbs imias oip.M du V»in nnn nix» 'tnin vmy.n sw^i ana mas nao» ]i:o *?"tn nomi o'amai v'N'22 dm vsin py nBKn'tp 'na nainai msan nniaa nsvi n ’na^ imo'tf Vi^v N"bsn NDinpn imnax •rn nnn 'niv' *?a bv inayi Zu Deutsch: „Nach Auffassung unserer Lehrer bezieht sich dies (das Verbot der Töchterbildung) nur auf die mündliche Lehre. Was aber die schriftliche Lehre anbelangt, so kann, diese nicht als m^vn.für die Frauen gelten. Aber auch von der mündlichen Lehre ist die Frau verpflichtet, alle die Dinim zu kennen, die sie in erster Reihe angehen. Im übrigen konnte die Vorschrift nur damals Geltung haben, da die Männer und Frauen ganz gefühls- und gewohnheitsmäßig die Traditionen der Väter richtig einhielten. Heute aber, du zumal durch dis Wanderungen die Tradition oft geschwächt oder vergessen ist, aber ganz besonders da, wo die Frauen auch in die nichtjüdische Wissenschaft und Literatur eingeführt werden, ist es unabweislich, nötig, daß sie zum mindesten Chumisch und Tnach lernen,, ebenso die Moralbücher der weisen Lehrer, wie die „Sprüche der Väter", „Menorath hamoaur" und dergleichen mehr, damit sich bei ihnen der heilige Glaube verwurzeln und sie nicht rn ganz vom Wege abweichen und aus Unkenntnis die Grundlagen der Religion vernachlässigen." Nr. 4. Seite 3 Aus der Bewegung. Bezirkslagung der Agudas Jisroel in Fulda. Am 24. crt., nachmittags 4 Uhr, findet im Ballhaussaale in Fulda ein öffentlicher Vortrag des Herrn Dr. med. Arnold Merzbach über das Thema: „Psychotherapie und jüdische Jugenderziehung" statt. Im Anschluß daran findet eine Besprechung in der Schaß Chewroh statt über die Fragen der jüdischen Crziheung und der Aguda-Arbeit in den Landgemeinden. Wir laden auch auf diesem Wege alle Interessierten zu diesen beiden Veranstaltungen ein. Frankfurt a. IN. Der vor wenigen Wochen gegründete AnFLstallten-Bund „Agudas Jisroel" hat bereits mit einer Tätigkeit begonnen. Die Gründungsversammlung )er Frankfurter Ortsgruppe mit Herrn Hartog Hartogohn-Köln als Redner findet am 10. März statt. — Dis Gründungsversammlung der in Bildung begriffenen Ortsgruppe Berlin ist gleichfalls für Mitte März vorgesehen. Die Rechtsschutz stelle des Bundes hat bereits in den ersten Wochen ihrer Arbeit ersteuliche Erfolge erzielt. Vorarbeiten zur Schaffung eines neutralen Schiedsgerichts zur Erledigung von Streitigkeitsn zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber sind im Gange. Die erste Nummer des Bundesorgans „Der jüdische Angestellte", das jedem Arbeitnehmer auf Wunsch übersandt wird, erscheint am 1. November. Warschau. Im Schewat ds. Js. sind es 10 Jahre her, daß die orthodoxe Jugendorganisation Zerre Agudas Jisroel gegründet wurde. In diesem Dezennium ist es der Organisation gelungen, Tausende von jüdischen jungen Leuten um sich zu sammeln und sie zu echten religiösen Juden zu erziehen. Ueberall wurden Schulen, Abendkurse und Schiurim ein^«nch-et und orthodoxe Bibliotheken gegründet. Die Zeirim nehmen hervorragenden Anteil am sozialen und gesellschaf.iichen, wie auch am politischen. Leben der polnischen Judenheit. Aus Anlaß des Jubiläums fanden in Warschau und überall im Lande entsprechende Feierlichkeiten statt. Vrallslaoa. Die Landesorganifattonder Agudas Jisroel-Jugendgruppen in der Slowakei hat dieser Tage die Aktion zur Vorbereitung für die zweite Kenessio Gedaulo begonnen. In einem Rundschreiben werden die Gruppen aufgefordert, genaue Mitgliederlisten anzulegen und eine energische Werbearbeit zu beginnen, damit die slowakische Orthodoxie ihrer Zahl und Bedeutung gemäß, ein« würdige Vertretung in dem Parlament der Weltorthodoxie finde. Für den Kenessio Gedau>lo-Fond wird jedem Anhänger der Aguda, soweit es feine Verhältnisse irgend gestatten, ein Beitrag von % L., gleich Kc. 85.— auferlegt. In diesem Beitrag ist die Trumas Chower von einer Mark mitenthalten. Die Jugendgruppen sollen sich als das anspornende Element erweisen und auf die Ortsgruppen in diesem Sinne einwirken. Agudas Zisroel, Esra und Brilh Hanoar. Der Beschluß des Zeirei-Misrachi-Bundestages über die Gründung bzw. den Ausbau misrachistischer Kindergruppen, heftig umkämpft aber mit ziemlich großer Mehrheit gefaßt, hat die von Agudohseite schon oft erwogene Frage der Sicherung des Nachwuchses für die Bewegung von neuem ausgerollt. Auf dem Bundestag war die Debatte über die Brith-Hanoar-Frage sehr erregt, ein beträchtlicher Teil der Anwesenden sprach sich gegen die neue Bundesgründung aus, die dadurch unvermeidliche Hereintragung der Zersplitterung in die Kreise unserer Jugend wurde von diesen Rednern als schwere Gefahr empfunden. Selbst die Anhänger dieses Planes gaben die Gefährlichkeit der Gründung in dieser Hinsicht zu. Wenn der Bundestag trotzdem zu einem bejahenden Beschluß gelangte, so sind die Gründe hier-' für nicht gänzlich unberechtigt. Es ist aber doch sehr zu bedauern, daß die Debatte zu diesem Ergebnis führte, im Geiste des Scholaums und der Zusammenarbeit sowohl als in pädagogischer Hinsicht. Wir müssen nun mit den bestehenden Tatsachen rechnen. Agudoh und Esra sehen sich vor die Frage gestellt, welche Auswirkung der gefaßte Beschluß für ihre Arbeit haben wird und wie sie seinen Folgen begegnen können. Schon bei Gründung des Esra machte sich im Agudolager Stimmen geltend, die erwarteten und verlangten, daß die Erziehung im Esra mit dem Ziele der Gewinnung der Kinder für Agudas Jisorel verbunden sein sollte. Auf verschiedenen Bundestagen des Esra entbrannten heftige Kämpfe um diese Forderung^ Die Neutralität des Esra in politischer Hinsicht hat sich jedoch so bewährt, daß heute «in Abweichen von dieser Neutralität schwöre Erschütterung in den meisten Gruppen Hervorrufen würde. Durch die Beobachtung strengster Neutralität war es möglich, Kreise heranzuziehen, die dem gesetzestreuen Jdeenkreis.gänzlich fernstanden, und so sind viele junge Menschen für unsere Tauroh gewonnen worden. Außerdem kann nicht stark genug betont werden, daß es ein großes und schweres Unrecht am kindlichen Gemüt ist, die Spaltung in der Orthodoxie sich schon unter den Kindern auswirken zu lassen. Ist erst die Spaltung als Mittel zur Erziehung für einen bestimmten Kreis geworden, so wird es unmöglich sein, die Folgen