Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 70 (1929)
- Issue
- Heft 7 (14.2.1929)
- Date
- 1929-02-14
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/2446951-2450547-2450554--75737-2533275- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
>':'i ' i WC Die lVoche. Festvorstellung im Neuen Lheakre. L^rnoereine, im "Mekor Chajim" und „Liwjat Chen", wo er fast nk eine Lernstunde versäumte. Kaum konnte Aus Anlaß des 40jährigen Bestehens der I ü d i f ch e n man sich mit dem Gedanken vertraut machen, diesen Krankenhilfe (Bikkur Cholim) findet am 9. März lceben Menschen nicht mehr zu sehen, ihm nicht mehr im Neuen Theater die Erstaufführung des in «>ic Hand drücken zu können, sein liebenswürdiges Wort, vielen Hauptstädten mit größtem Erfolg aüfgenommenen jMit dem er jedem entgegenkam, nicht mehr zu hören. Lustspiels „Leinen aus Irland" von Stefan Ta-1 Aus dem. Holländischen kam Lion in jungen Jahren mare (Spielleitung Direktor Hellmer) statt. Näheres hierher und seine Seele fand gleich in der Israelitischen wird noch bekanntgegeben. Die gesamte Reineinnahme Religionsgesellschaft ihre Heimat, als hätte sie von flieht der Jüdischen Krankenhilfe zu. " geliebten Freund zur letzten frühen Fahrt barg. Denn > nachmittag zu halten, wobei auf Präzedenzfälle bei allgeachtet und allgeliebt ward- Eduard Lion bei denen,! hiesigen Rabbonirn verwiesen werden konnte. Man pflegt die in geschäftlicher Beziehung zu ihm standen (er hatte dann in solchen »"--Fällen im Winter na» rbsp um ausgedehnte Versicherungsagentur) wie im Kreise der 10 Minuten später zu rücken." Vereinigung ehemaliger Schüler und Schülerinnen der Samson Raphael Hirsch-Schule. Die Vereinigung lädt ihre Mitglieder, deren Ange- Gemütlicher Abend im Jüdischen Turnerbund E. V. Am Samstag, den 16. Februar, abends 8,30 Uhr veranstalten wir für unsere Mitglieder und Freunde einen Unterhaltungsabend im Henrichbräu, Gr. Eschenheimer Str. 23, 1. St. Da aus Mitglieder- und Freundeskreisen uns bereits zahlreiche Darbietungen zugesagt sind, glauben wir den Teilnehmern einen recht gemuüicyen uns angenehmen Abend zusichsrn zu können und hoffen daher auf recht gute Beteiligung. (Eintritt frei.) Vortrag in der Agudas Jrsroel Iugendgruppe. Auf Veranlassung der Agudas Jisro-el Jugendgruppe spricht diesen Samstag, 16. Februar abends 8,45 Uhr, Herr Dr. Robert Weiß- Berlin über das Tdema ..A g u- Kindheit auf darin gewurzelt. Schon damals, als er noch in der Synagoge Hermesweg beamtet war, sahen wir ihn Morgen für Morgen, bei Wind und Wetter, nach dem Gottesdienst in seiner Synagoge in den. Hörsaal Friedberger Anlage wallen, um dort zu lernen. hörige und alle"Freunde der Schule für Dienstag, den .Als er später seinen Dienst quittierte, kehrte er ganz bei , Israel am Scheid ewe ae" Der Vortrag 12. März, abends 8,15 Uhr zu einem gemütlichen Beiuns ein und war der Eifrigsten und Verständigsten 1 in ben Räumen des Thomas-Bräu, Gr. Boaenlammensein in den großen Saal des Zoologischen^.emer bei den Schlurim, durchglüht von Begeisterung L,iimr @tr zg i et statt. Anschließend Diskussion. Gartens. Für ein entsprechendes Programm ist gesorgt, für Gott und seine Thora. Der Schiur war für ihn - - - ' -- Eintrittskarten zum Preise von 1 M. sowie ermäßigte nicht eine bloße Mußestunde,, er hatte nach der Lern- Karten für 0.50 M. (letztere nur für Mitglieder der V-er-, stunde immer noch manches den Dozenten zu fragen, um einigung unter 20 Jahren) sind zu bzeiehen durch Frau.sich in die Erklärung zu vertiefen, oder volle Klarheit Genna Offenbacher, Scheffelstr. 23 und Herrn 'über den Din zu erlangen, der im Leben seine Aus- Ludwig Strauß, Sandweg 3. Joseph Rothschild Vxi- Plötzlich und unerwartet, aus dem vollen tätigen Gaste sind willkommen. Wirkung finden soll. Don diesem Geiste war das ganze Haus geleitet, in dem eine würdige, gleichstr-ebende Gattin all dis Aspirationen des Mannes teilte, in dem ein Sohn und drei Töchter zu guten Juden und Jüdinnen Leben "heraus, wurde Josef Rothschild nach kurzem großgezogen wurden, von denen nun der größere Teil lickes Kllnaen Kranksein, kaum an der Schwelle des biblischen Alters im eigenen Hause die Traditionen des Elternhauses hüten j. / _nn surum™ MUirhor 9(uhim nrm angeiangt, abberufen. Ein treuer, beständiger Hörer und und pflegen kann. Möge des Vaters Sechus ihnen beirj-rne? pt(*8nJ?0.1} -ommen, festlicher Aufzug VON Terlnehmer der Schiurim und Vorträge in unseren Lernstehen. Wir werden unserm lieben Freunde Eduard Lion Gewändern, Wechrauchduft, jubilierender Gesang vereinen war er, und da ereilte uns Donnerstag früh.ein ewiges liebes Angedenken bewahren. ‘ ~ ~ ".. Der Pflock des Aiäriyrers. Eine Geschichte aus dem Nikolsburger Ghetto. Don Dr. Nerthold Kuller, Zlikolsvurg. In dem kleinen Städtchen Nikolsburg östersprossendes Grün und schüchdje Kunde, daß der liebe Freund von uns gegangen fei. Die Träne, die uns diese Kunde abrang, wurde im Gedanken' an ihn zurückgedrängt, der, ein Meister des und Sehnen nach Jugend Und Erneuerung. Dort aber wo Licht und Farbe, da mischen sich auch düster drohende Schattendrein, wo Helene königshöfer Zu den Toten der Woche kommt noch eine Patriarchin, °-ü-SS-uIbS:" Len/rN! »r Musik und Singen, da gibt auch Grabcharal man alles, was oon Am kommt, mit Dank und IN Liebe r«« Seeke au-hauch.e. Helene K° n I , ausnehmen fall. . \l°l 1 ,uu - A , i frommen Frauen und Mütter von früher zu denken,! Wie ein nächtlicher Rabe hockt über der Juden- Wer konnte die^ Greisin ans-ehen, ohne an die j UNd^KlagepsatM. Rotblckild die Kobe sich in nJUn hea Löhöst«' m, 111 reifre,: “«J** Usroramigreu we -ömutnume tlugr.t stadt eine furchtbare Anklage, grausig 'und sinnen zu^klammern uni! mit frohem Lmüt al? Ausfluß an VAite de?°ls! lob zugleich. Gestern fand man vor dem Haus einer reinen Seele sich über die schwierigsten Situades ältest David ein totes Kind und Zugleich da- Ä L ÄÄri "Ä'tuäL ASu G-sS-1«u« te,TSSiraufJI«ttert«r. Sch«Srm°°°n Gerüchten durch hör 'üaitol (Tr m«. fc.ur, „__darin Lickt der Tbora und der Gottesfurcht nicht! die Stadt: Die Juden hatten das Krnd getötet. der Zeiten. Er wog Erfolg gegen Enttäuschung, Freuds gegen Schmerz und wußte, man fei doch Gott Druck Uusging. Allsabbatbch verwandelte sich das grohe Hauptfchuldig und man äußere diesen Dank in Freude und im H°use m em Gotteshaus und so. mutzte es stetem Erfreuen. Wie sich auch die Woche ^statten £fetben auch nach dem Tode des Gotten Noch m ihrem machre,- wenn der Sabbat ins Rothfchildfche Haus Witwendasein sollte ihr ein großer Schmelz mcht erfeineil .Einzug hielt, rief er den Woqen der Arbeit und fpa,rt bleiben. Hatte ihr doch der.Krieg erben Hoffnungs- Sorgen sein „Bis hierher und nicht weiter!" zu Nie sollen Sohn von der Seite gerissen, ermge Tage nachweil ihr Glauben Blut, unschuldig Blut von Kindern fordert. Das war vor dreihundert Jahren, noch halb zur Türkenzeit, da fanatischer'Glauben uvo Verzückung mächtig ins Kraut schossen. Dem Fürsten fehlte der Gast an der Sabhattafel, wie die Gaststeunde£ der Mutter, auf Urlaub g-eweitt hatte. Wie D^ttriMeiN 'der' damals der Gerichtsherr von schast überhaupr zunr Wesen des Gaules asbört-. ranSn bewunderten wir damals dis HÄdlN und Msistsrm des r! (mär, MnUatt m .allere am heiligen Tage der Ruhe S so war für jüdischen, Gottvertraueys! Am Freitag mittag.kam die Nlkolsburg war, wurde'die Mare erzählt. Anstatt ihn der Tag sin solcher der nvnpi nmr». "'und er ver- ^^/nskunds, und am Freitag abend, da'wir, die! mit feinen bespornten Stiefeln dreimal auf den säumte keinen Gchiur, morgens, mittags und abends'> tieferschüttert hinkämen, um töxschwerge-; Fststhgßen aufzustampfen, schenkte er all diesen ein wahrer Wie seine Geschwister wurde er im?^l..en Mutter den Trost zu bringen, wir fanden sie! cleveiqtes Ohr. Am Abend war er mentiem Roß durch alle Straßen und verkündete mit Fänfarenftoß: „Die Schuldigen'mögen sich melden und zwar innerhalb drei Tagen, widrigenfalls der durchlauchtigste Fürst alle Juden aus cw*ri. < -r L..— i'i^ Imtf Und Joseph Rothschild blieb ihnen treu, den Buchstaben' lDaß die „Smiraus" in üblicher W-eisö gesung-en werden, die ihn von der soqnig-en Kindheit in ein Leben reicl , 'befahl sie, mit leisem Vorwurst daß es noch nicht gean Sonn-e Und Schatten, hineingleiteten und bis zule / fchehen war. So war Helene Königshöferl Bis M-etzt, seine Krast und sein Trost blreven! .da eine kurze Krankheit ihr dre Alterskrone der Sieben- Joseph Rothschild hatte eine Sabbatseele, die fir'*! undachtzig n-,vr?-- vom Haupte nahm u.nd damit den., , . - _ Leben der Woche schön auswirkte. Er war ein T .lP Ihren, den Söhnrn und Töchtern, die alle im Geists .Nikolsburg vertreiben würde! Das hieß Mit liebmdcr, rreusorgender Gotte und Vater, ein Y Vaters und der Alutter leben und wirken und in sonderen Worten: Verbannuüg,'Heimatlosigkeit, Bruder, ein Freund den Freunden und den ldemselben Kinder sr-kehen, die Krone vom. Haupte riß. - rh Tränen nwulen Vsrwandtschastskreis in treuer Anhän^ r! o^ nivv nt-vü Eins unserer Vesten haben wtr n,.,t v^leno ur,0 ^-ran getan. Cr wird uns unvergessen br E' 'Helene Königshöfsr hinausbegleitet, sie wird uns trauern um 'ihn eins würdige G- ^)uen.^ Ss bleiben. Söhne und Töchter, die im Geiste des Vaters tr An der Bahre in der Friedhofsho' ^ksn. fchen Religionsgesellschaft entwarf zue der Jsraeliti- S. S ch a ch n o w i tz ein . Lebensbild Herr Redakteur den er zu seinen eifrigsten m E Verstorbenen, Hörern zählen durfte. Sodann r‘ 4* verständnisvollsten Arvelus am Freilag nachmillag. Herr Jfaad M. Mainz, einer der zuverlässigsten Kenner des Frankfurter Minhag schreibt uns: „In einem Nachruf -Ihrer letzten Nummer ist bemerkt, daß mit Rücksicht "auf die Nähe des Sabbaths keine Reden ge- 1 » . *-7._ S. 0(T>: - f ****** Qlvn t f.rrrr nn fKm 1 f' rt Sa ffra im Namen der Fam widmete Herr Ädraham ^halten -Wurden. Wie lange man am Freitag nachmittag oftii i ... , ueii »Kl «-un . - __v -----__ t*i-~ Wf «ttnA nnm OrffirtöhrmirfiK» ab. geliebte ckk-e herzliche-und iinnige a t« den kZabbat. helmn"asan Äöuh"Ls .,£jo?a sein darf, hängt j-edoch vom Ortsgebrauche ab. Hier in Frankfurt ist es Brauch, bis sine Stunde v o r n3®,- das Ni^'arr zu halten und dann sich aus vae? zu richten. Dementsprechend verhält es sich auch rnit den Hefpedim. Im Jahre 1863 am 'n-> -s nachmittag-s fand die Beerdigung von Jacob Moses Kann . . -statll ' Rabbiner. S. R. Hstjch ließ sich bei meinem gesetzte Rede gehalten, die aber trotz aller Klugöer "Friedhofshalle m.': -'großKr.t - - Kreis -. .umstand in 'Vater^->»r.ühev den 'Ortsgebrauch hinsichtlich eines Hesped bei den Zuhörern ratloses Schweigen und fchaft Freitag r der Israelitischen Religionsgesellerkundigen und erhrelt die Antwort, daß es^^ hier' ausaelöll batte als sich der drei- -l»rgen -1>ie Bahre, die den viel->sei, «inen solchen Hesped gegebenenfalls am Freüag I Achselzucken ausgelvsi yarre, acs ver vrei Abschiedsworts d-sm ziehenden Schwager. . .. . Eduard Zugleich mit Josef erst 62 Jahre al^- Ewigkeit ein. E'7 . Rothschild. zag. Eduard L i o n-, i, ist. die Sabbatgefilde der Nachdem der. Herold 'dieses kundgetan hatte, ritt er spornstreichs wieder auf das düstere Schloß hinaus. Und ebenso spornstreichs eilten die Aeltesten der Gemeinde in die Synagoge, um ZU beratschlagen, wie man das Unheil .abwenden könne. Es gab der Klugen gar viele, ein Ueberfluß an woh^gefetzten Reden, schlagfertige Zwischenrufe, aber meistern konnte man es trotzdem nicht: das schwarze, gepanzerte Ungetüm, das alle blöde anglotzte. Das Ungetüm hieß: Fanatismus. Eben hatte einer von den Aeltesten eine wohl-