Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 70 (1929)
- Issue
- Heft 6 (7.2.1929)
- Date
- 1929-02-07
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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7,,F<bru«x1929 D g r, Israelit Nr. 6. Seite 7 die Mechalale Schabbos auf/ihre Geschäfte am Schabbos zu schließen. Manche von diesen halten auch heute noch ihr damaliges Versprechen an Rabbi Elieser Katz. Rabbi Elieser Katz entstammte einer Urpreßburger Familie. Die Familie trug früher den Namen „Sturm"; seit einigen Generationen nannte sie sich Kohn. Von Jugend auf widmete er sich dem Lehrberuf in der Thora. Vor etwa 50 Jahren war er schom als Mölamed tätig und zählte auch zu den ersten Lehrern der Jesiodechathora-Schule. Dort hat er vielen tausenden Kindern aus Preßburg und den anderen jüdischen Gemeinden des Landes Thora und Jiras Haschern ins Herz gepflanzt, und selbst altere Leute gedenken heute noch mit warmen Gefühlen jener Zeit, da sie als Kinder an dem Beispiel ihres Lehrersgelernt haben, strenge religiöse Pflichttreue mit gütiger Milde zu vereinen. Noch ganz zuletzt als gebrochener, schwächlicher Greis ließ er sich trotz des kalten Wintertages von den besorgten Verwandten nicht abhalten, an . der Wahlurne zum Ausharren aneifernd feine Pflicht zu erfüllen. Von seiner Bescheidenheit legt . auch sein Testament Zeugnis ab, das er schriftlich zu Händen seines . Neffen Herrn Aron Goldstein zurückließ. Darin verlangt er, von jedem Hesped und von übermäßigen Lobreden, die ihn (wie er meinte) „beschämen konnten", Abstand zu nehmen. Auch auf seinem Grabsteins solle nur erwähnt sein, daß er „Melamed der Jessode-Hathora-Schule" war. Und er hatte — allerdings in anderem Sinne — recht/Rabbi Elieser Katz brauchte man keiüen Hesped zu halten. Ein jeder von. den vielen hunderten, die in endlosem? Zuge seiner Mitoh, die ohne Wagen zum Bes HachoiM getragen wurde, folgten, wußte, -wer und-war . er dem Judentum« und der Pretzburger Judenschaft war, und fühlte' die Beklommenheit, die auf allen Herzen lastete. Seit Jahren sah man in Preßburg eine solche allgemeine aufrichtige Teilnahme bei einer Halwojoh an einem Gsechäftstage nicht. Wer die Trauerbotschaft nur rechtzeitig erfuhr, war zugegen. Er war kinderlos. Aber ein großer Kreis von Verwandten, die ganze Gemeinde Preßbürgs und die tausende Schüler, denen er sein Bestes gab, betrachteten sich als seine Kinder in der wehmütigen Trauer um seinen Heimgang und alle segnen dankerfüllt sein Andenken p'iist 1 Zum Andenken an Rabbi Elieser katz y?n- Sogleich nach dem Bekanntwerden der Nachricht vom Ableben des Rabbi Elieser Katz traten zahlreiche Schüler und Verehrer des Verblichenen gemeinsam mit der Leitung der Preßburger Jessode Hathora-Schul« spontan zusammen, um angemessene Anstalten zur Ehrung seines Andenkens zu treffen. Da das Testament des Heimgegangenen die Abhaltung oon Hespedim untersagt, wird bloß im engen Rahmen vor den Schülern der Jessode Hathora, an der er annähernd fünf Jahrzehnte als Lehrer gewirkt hat, ein« Rede gehalten werden, die sich daraus beschränken wird, der Heranwachsenden Schülergeneration die Persönlichkeit des Rabbi Elieser als leuchtendes Vorbilds zu schildern. ' Zur Durchführung weiterer Maßnahmen bildete sich ein Komitee, dem ältere und jüngere Mitglieder angehören. Es wurde zunächst beschlossen, die Schüler und Verehrer des Verblichenen im In- und Auslände aufzufordern, während des Trauerjahres (Elieser .ben Gittel) Mischnajoth zu lernen. In Preßburg wird schon während der Schelauschim gelernt und am 13. Adar 1 beendet. Mitteilungen hierüber sind an Herrn Philipp Benedikt, Bratislawa, Tatrabanka-Haus zu richten. Es wurde zur Kenntnis genommen, daß die Verteilung der . die im Rahmen der Preßburger Orts- und Jügendgruppe der Agudas Jisroel vorbereitet wird, nunmehr beschleunigt werden soll, damit der Sijüm auf ganz Schaß zum ehrenden Andenken des R. Elieser Katz gleichfalls ün seinem Jahrzeitstage erstmalig abgehalten werden kann. Außerdem wird zur dauernden Ehrung seines Andenkens eine Stipendien ft if tun g is Leben gerufen. Diese Stiftung wird den Namen „Sichron Elieser, Rabbi Elieser Katz Stipendienstiftung" tragen. Zu diesem Zwecke wird sofort ein möglichst großer Fond aus Spenden und Zuwendungen gesammellt, der von der Leitung der Jessode Hathora bestimmungsgemäß gesondert verwaltet werden soll. Die Zinserträgnisse dieser Stiftung sollen alljährlich am Jahrzeitstage des Rabbi Elieser Katz (12. Schewat) an Schüler der Jessode Hathora. die sich in seinem Geiste durch fleißiges Lernen und Jiras Schomajim auszeichnen, als Prämien verteilt werden. Die ersten Spenden für diese Stiftung' wurden aus der Stelle in ansehnlichen Beträgen gezeichnet. Alle früheren Schüler und die tausenden von Verehrern des Rabbi Elieser Katz werden gebeten, sich zu melden und sich an dieser Stiftung durch Spenden und aktive Mitarbeit an der Sammlung zu beteiligen. Die Angabe der Adresse von Schülern im In- und Auslande ist sehr erwünscht.. Briefe und Mitteilungen sowie Geldsendungen für diesen Zweck wolle man an Herrn Arnold Kämpfner, Bratislawa. Promenade 26, adressiieren. Rotterdam, 4. Februar. Am 3. Tebeth verschied hier im 77. Lebensjahre Frau H. Eisenstein geb. Feiber, eine edle jüdische Frau, deren Leben völlig Mizwaus und Maaßim tauwim gewidmet war, eine wahrhaft wür-- dige Urenkelin des berühmten Rabbi Leib Scheuer in Düsseldorf. Vor etwa 25 Jahren kam sie hierher als Gattin des hiesigen Schochet R. Ch. Eisenstein, der ihr jedoch nach.wenigen Jahren durch den Tod entrissen wurde. Sie betrachtete es als Vorrecht, daß ihr danach die Versorgung des Bethhamidrasch - übertragen wurde und mit seltener Bescheidenheit und Hilfsbereitschaft kam sie allen entgegen, die das Bethhamidrasch besuchten, unter denen in erster Reihe Oberrabbiner Dr. Ritter, der jahrzehntelang viele Stunden dort zubrachte. Mit beispielloser Treue hielt sie alle Gebote der Thauro, niemals fehlte sie bei einem Dienst im Gotteshaus und was sie auf dem Gebiet von Gemillus Chesed getan hat, war in seinem ganzen Umfang kaum jemandem bekannt. Bei der Lewajoh sprach Herr S. M. Slagter als Freund ein tiefempfundenes Abschiedswort. Auch vom Vorstand des Bethhamidrasch wurden ihr dankbare Abschiedsworte nachgerufen. Ihr Andenken wird in unserer Gemeinde stets in großen Ehren gehalten werden. Hüttengefätz, 26. Januar. Einen schweren, unersetzlichen Verlust erlitt die hiesige Kultusgemeinde durch den Heimgang des Kaufmanns Josef Blumenthal. Mit ihm ist ein wahrhaft frommer Jehudi, der die Satzungen unserer heiligen Religion in der vollkommensten Weise erfüllte, oon uns gegangen. Er war ca. 40 Jahre als Vorbet.er im Ehrenamte in hiesiger Gemeinde tätig. In den letzten drei Jahren ersetzte er sogar den Religionslehrer, um die Heranwachsende Jugend der jüdischen Religion zu erhalten. An seiner Bahre schilderte Herr Provinzialrabbiner Dr. Gradenwitz-Hanau den Verstor-- denen in warmen Worten vor einer großen Trauerversammllung als einen treuen Jehudi und einen edlen und gerechten Menschen, der sich auch in der politischen Gemeinde während des Krieges große Verdienste erworben hat. vermischtes. Marburg. 27. Januar. Vor kurzem fand, wie schon kurz berichtet, in Gegenwart von Vertretern staatlicher und städtischer Behörden, jüdischer Verbände und Gemeinden und zahlreicher Gäste die feierliche Einweihung der „Israelitischen Heilerziehungsheims" für schwer erziehbare Kinder" in Marburg statt. In seiner Festrede hob der Vorsitzende, Prooinzialrabbiner Dr. Cohn, hervor, daß das- Marburger Israelitische Schüler- und Lehrlingsheim die Gründung der verstorbenen Provinzialrabbiner Dr. Munk und Geheimrat Prof. Hermann Cohen, sowie des Herrn Hermann Eichelberg sei. Der Geist der verewigten Gründer des alten Heims, der Liebe zur Menschheit-, solle auch die Devise für das neue Heim fein. Die Neugründung fülle eine feit langem schmerzlich empfundene Lücke in der großen Reihe der jüdischen Wohlfahrtseinrichtungen in- Deutschland aus. Das beweisen die zahlreichen Glückwunschschreiben, das beweise vor allem die allseitige Stützung der Neugründung. j Der Leiter des neuen Heims, Herr Direktor Witt, übernahm das Haus und zeigte in großen Zügen das Bild, das er sich von seiner Aufgabe gemacht habe. Das Haus solle im Sinne seiner großen Gründer ein Haus der Lieb« sein für die Kinder, die der Liebe so sehr bedürfen. Groß war die Reihe der hierauf folgenden Begrüßungsreden, von denen besonders die des Landesrats Dr. Schellmann für den Landeshauptmann, die des Bürgermeister Voß für Stadt und Wohlfahrtsamt Marburg und die von Professor Düring (Frankfurt), der das Haus hinsichtlich seiner Eignung zu begutachten hatte, hervorgehoben seien. Die Grüße der jüdischen Organffationen überbrachte Rabbiner Dr. I. Horovitz (Frankfurt). Mit Gesang und Musik, wie sie begonnen hatte, schloß die eindrucksvolle Feier. An den akademischen Festakt schlossen sich Führungen durch das Haus und ein« Bewirtung der Ehrengäste durch die Heimleitung an. Von den bei der Festtafel verlesenen Begrüßungssrcheiben seien die besonders herzlich gehaltenen Briefe des Regierungspräsidenten von Kassel und von Frau Geheimrat Cohen (Berlin) genannt. Fulda, 1. Februar. Am Sonntag, den 27. Januar sprach hier in einer sehr gut besuchten Versammlung der Agudas Jisroel Herr Rabbiner Dr. Merzbach -Darmstadt über „Die Ergebnisse der Naturwissenschaften und Religion." Der Redner verstand es in einer nach Form und Inhalt fesselnden Art, di« mannigfachen Probleme und ihre Lösung vom Standpunkt des gesetzestreuen Judentums aufzuzeigen und am Schluffe in einer zur Begeisterung hinreißenden Art zu begründen, wie der von echtem Taurohgeist und wissenschaftlichem Streben erfüllte jüdische Mensch aus der Naturbetrachtung zur Liebe Gottes gelangen muß. Briefkasten. Direktor I. K. in Zu unserer Brstfkafstnnotiz in 4 bemerken Sie: Im O^ach Chaijlm 490 lesen wir im n p"o naiwn wie folgt: naa -rran 'o tx* min rrwa /sn a*na ]six nx nv'i -pna v'ivxi noa bv 'na |aix “|ao v'i »inian nnx -imrft s'XD inm jvmaana wpa nos 'a ^*?an ipiruoa viaxw nai -nai^ 'Di v'Vaiv wva :n*apn nax '.*nw aai^ w"nVa D"y- Demnach ist also dieser „Scherz": 'Tina imiO’ »np* K. Ju Zl. 3f)re erste Frage ist uns nicht verständlich. Fragliche Fischart wird h'er grgkssen. Familiennachrichten. Barmizwo: Joseph, Sohn des Herrn Moritz Mainzer und Frau Dora geb. Jeidel, Pfungstadt, tpuaffa firns vmp nap. Gestorben: Zosef Levinstein, Sontra. 79Jahre, 3. Februar 19 9. Berliner jüdische Wohltätigkeitsorganisation sucht mit Berliner Verhältnissen genau vertraute repräsentative Perfön lichkeit sür Wrrbungs- und Verwaltungszwecke. Angebote unter A. A. .2433" an Annoneen- Albachary, Berlin. W. 38. Suche zum baldigen Eintritt, spätestens Mat einen Samstag -und Feiertage geschloffen. Kokt und Logis außer dem Hause. Vergüte über Tarif. Arthur Grüne bau«». Bad Kisstngen, __ Manufokmr- und Wäschegeschäft _ Junge geprüfte Rel.gwnsteylerm, Wienerin, sucht Stellung als Kinderfräulein in feines orthodores Haus oder Institut. Zuschriften unter /»Gewisse hast 1100" befördert Rudolf - Moffe, Wt»n 1, Seilerftätte 2. Junges jüdisches Mädchen lückir per 8 2. eine Stelle als Köchin o. 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