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Der Israelit · 1929-01-31 · Heft 5 (31.1.1929) · page 14

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Journal
Der Israelit
Volume
70 (1929)
Issue
Heft 5 (31.1.1929)
Date
1929-01-31
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Serke 14. Nr. 8 Der Zs r a e l i t Al. ZanMk 192tzttrce des italienischen Judentums soll hier «rstrehj usth pe kann erreicht werden, wenn die Kunde der Jeschiwah- Gründung überall hin dringt, wo Interesse für die jüdische Letzte besteht, wo es Väter gibt, die ihren Söhnen den Geist des jüdischen Gesetzes, übermitteln lasten Möllen. wenN das zeitgenössische religiöse Judentum sich der Tragweite dieses Geschehens bewußt Mird. Hier in dem kleinen, idyllisch gelegenen Städtchen Gorizid in dem vor einigen Lohten das Judentum beinahe vollkommen, erstorben .wäre- Wird heute mst Muer und Begeisterung wie in einer ungarischen oder litauischen Jeschiwah gelernt. Der trotz ftiner Jugend Mithin als Tälmid Chochbm anerkannte frühere 'Merrabbiner von Evrfü- Rabbi Abraham Schreiberder würdige Urenkel eines Chatham.Sofer, eines R. Ealmon Spitzer hat sich diese große Aufgabe gesetzt, Taurosenu hatÄluscho in Italien wieder den ihr gebührenden Platz, best sie früher iNkehaikezurückzuerobern. Hier sehen wir Ihn als den stvestgek Lehret seiner Schüler, der Mit der ihm eigenen Gründlichkeit in di« tiefsten Tiefen des Talmud -eindringt und die Bachurim gn tiefgründiges Schürfen im Meere jüdischer Wissenschaft gewohntwir beobachten ihn gleichzeitig äts den liebestdest Vater der Km anvertrauten Kinder, der über jedem einzelnen mit väterlicher Liebe macht und. sich über jeden Fortschritt yn Lernen freut, und mit Lob nicht spart. Es war mir . vergynnt, beim Bekhör nach, dem S'man anwesend zu Kin. zu beobüchten, wie die Bachurim die ganze gelernte Materie beherrschtenwie das Äuge des Rabbi üb des Erreichten strahlte und wie mit erhöhtem Eifer der zweite S'man einsetzte. . ' , . Eine Freude ist es, wenn man am Schabbos die Pa«, chürim aM Tische des Rabbi sieht, wie ein jeder ein Dwär Tauroh sagt, und wie sie dann den Worten ihres Meisters lauschen. Da sieht man die Bachurim aus Italien, Unfarn, Polen und aus Oesterreich, geeint in dem einen Bestreben, zu lernen und Beispiel zu geben für ganz Italien, daß das Licht Unserer Lehre von Gorizia äustzrhe uNd befruchtend auf das ganze Land wirke. Noch find es leider nur wenige, di« dein Ruf gefolgt find, noch klingt es vielleicht befremdend, wenn man dl« Pater auffordertihr. Kind nach Italien zu schicken. Um Tauroh zu lernen. Hat man aber erfaßt, was es bedeutet, einem Land Gottes Lehre zurückzugeben, ähnlich dem von Erfclg gekrönten Wirken 6, R. Hirschs in Deutschland, des Chatham Softzr in Ungarnso wird ^der Vater, der seinen Sohn ein Jahr oder länger dem Tauroh - Studium widmen, ihn zu einem Talmid DbochvM heranwachsen lassen, will, als Jeschiwah die Stätte wählen, an der dieses Ziel mühelos erreicht wird, wo aber außerdem an der M/zwoh mitgearbeitet werden kann, die jüdische Renaissance eines großes Landes zu bewirken. Nach diesem — hoffentlich nicht erfolglosen — Ausflug in die Jeschiwah dringen wir nun ins jüdische Italien weiter vor. Wie bei uns sind auch hier viele kleine jüdische Gemeinden, die durch den Wegzug vieler Gemeindemitglieder in die Großstadt oder ins Ausland ganz öder fast vollkommen verloren gegangen sind. Da finden wir ein hübsches Städtchen, bis zum Krieg war hier ein kleines „Ghetto", ein schmales Gäßchen, in dem etwa dreißig Familien wohnten, ein kleines Bethaus mit vielen Sifre Tauroh. Der Krieg hat das Ghetto vollkommen zerstört, die Straße wurde vollkommen verschüttet, nur die Sifre Tauroh konnten noch rechtzeitig gerettet und der Synagoge der Nachbargemeinde übergeben werden. Heute finden wir in der Stadt nicht einen einzigen Juden. Nur der jüdische Friedhof, auf dem eine Reihe von zerschossesten Mazewoth die Spuren des damaligen Kriegsschauplatzes erhalten haben, zeugt von der früheren Gemeinde. Diese jüdische Stätte, bisher von einem christlichen Bauern bewacht, soll nunmehr, so will es die Nachbargemeinde, von einem Juden betreut werden und es wird ein landwirtschaftlich beschlagener frommer Jude gesuchtder diese heilige Aufgabe übernehmen würde, während für Wohnung' und Erwerbsmöglichkeit auf landwirtschaftlicher Basis gesorgt wird. M . Erfreulicherweise sehen wir aber auch in W^r Stadt, die bis jetzt kein« jüdische Gemeinde hatte, di» Sehnsucht nach einer solchen reifen, und, w-enn auch heute erst die Ansangsgründe vorhanden sind und es noch fraglich ist, ob der Wunsch in Erfüllung gehen wird,, so ist es immerhin ein erfreuliches Symptom. Eine Sorge ist der werdenden Gemeinde jedenfalls heute schon genommen, denn einer der Förderer der Gemeinde-Bestrebungen hat sich schon zur Uebernahme des Postens eines Gemeinde- Präsidenten bereit erklärt. Noch eine Reihe von Lichtblicken bietet sich dem Auge des Beobachters, noch manche .Einzelheit über die Einstellung der dortigen Juden, die eine günstige Perspektive eröffnen, wäre aufzuzählen und berechtigt zu dem Optimismus, der darin liegt, in dieser Gegend, in diesem Lande eine Jeschiwa zu gründen. Den fruchtbaren Boden zu besäen, ist eine Aufgabe, an der jetzt nach jahrzehntelanger Vernachlässigung zu arbeiten begonnen wurde und die zu erfüllen, die Mitarbeit der berufenen Führer der religiösen Organisationen des Auslandes erforderlich macht. Wenn unser« Kreise ihr Augenmerk auf diesen Teil des jüdischen Volkes lenken und das Feld nicht kampflos wie bisher den Andersgesinnten ausliefern, dann wird es gelingen, im Laufe der Jahre die Renaissance des italienischen Judentums zu vollbringen. " Th. Kl. und das neue Rußlaad. In Rewydtk «xfchi-en dieser Tatze Äst MMüchlMs Puchdas in zmei Bänden die Ledensgeschicht^ des h«- käpnten PhiMntropen Jakqb Schiff. «rzählL. HerfasserW Dr. Cjxütz Udler, der läng« mtjmer Fveüstd SMffs rühr. VekstiisttffH hatte Jakpst Schiff, iy FMkM ä. M ist. eistem froMMest jüdischen Hause gebbttntüe Schule her Jeröelitischen Religivns g es elU ^Lk^«cht.-LuMppte Rqhbi Merx, «nannt „Mahtzram, Schiff m Fyloa und Frankfurt. Adler führt h!e Chärakterbildung Jakob Schiffsdie der Welt so ungemeist viel brächte, stuf die Einwirkung seines ersten Lehrers, Stf Mfy n Ra p Hael Hirschszurück^ Er war vdn tiefer Religiosität beseeltobwohl seine Lebensweise imamerikanischen Schmelztiegel nach Nutzen manche andere Farbe angenommen hätte. - Mit 18 Jahren ging Jakob Schiff nach Ametika. In seiner Bewerbung , um eine Stelle bittet er in erster. Reihe ulst den freien Sybbä.t, Die erste Unterstützung erÄest er ist Amerika vdn William Don,, dem späteren Mitglied der Firma S p e i e t u. Co. Mit- 2l) Jahren gründete Jakob Schiff sein« eigene Firma, die aber nach einem Jahre schon zusammenbrach. Rach kurzer Zeit trat er .in die Firma Kuhn, Löb u. C fi. ein und heiratete eine Tochter von Salymon Löb. Er war damals 28 Jahre alt. Der Ehe entsprängen zMÄ Kinder, eiste Tochter (Frau Felix Warburgj und eist Sohn, Mortimer Schiff. Die Firma erhielt unter seiner Mitwirkung erste Weltbedeutung.: Jakoh Schiff war aber nicht allein der kalte Rechner, er ließ sich auch bei seinen geschäftlichen Manipulationen von Herz und Seele leiten. Während des alten Regimes in RuMntz. lehnte ex es. grundsätzlich ab, sich an Astleihen für Rußland Zu heteilig«M mit der Begründung, er wölle mit dem Zaren, der so. viel jüdisches Blut ver? gieß«, nichts zu tun haben. Ich Kriege dehnte er züerst den Boykott auch, auf En tzlän d und Frästkreich ausweil sie mit Rußland einig gingen, obwohl damals die Anleihe ungeheure Chancen versprach. Nur unter der Bedingung, daß vön den Geldern kein CentRußland Mute komme, wollte er verhandelst. Nach dem ersten Umstürze in Rußland änderte Schiff sofort seine Taktik. Er richtete ein Begrüßungsschreiben att Kerenski und bot ihm seine Unterstützung an. Selbst der Sowjetregierung brachte er warme Sympathien entgegen, obwohl er selbstverständlich den Kommunismus verpönte und bekämpfte. Er erwartete vom neuest Rußland das Beste für die Juden. Bon den Religionsverfolgungen war damals noch nichts bekannt: Ein grandioses Bild entwirft Adler von den vhilantröpischen Werken Schiffs im großen wie im kleinen. Neben den großen Zügen fehlen auch nicht di« kleinen, die vielleicht noch bezeichnender find für die Geistesart dieses großen Philantropen. Seine Abneigung gegen Rußland ging soweit, daß er sich während des japanischen Krieges auf Seite des unbekannten Japan stellte, obwohl das großmächtige Rußland ganz ander« Gewinne in Aussicht stellt«. . In London und Paris fanden die Japaner bei der Welbftstanz geschlossene Türen. Jakob Schiff reichte ihnen die helfende Hand, und ihm folgten dann auch die anderen. Anschaulich wird in dem Buch« erzählt, wie Schiff zu diesem Zwecke ein Bankett in London veranstaltete, auf dem er dem Japaner Bankier Takarasch i näher trat. Schiff leitet« die Aktion, zur Ueberraschung der gesamten Finänzwelt Europas, ein und brachte ist Amerika allein 25 Millionen Dollar auf. Die Zukunft gab ihm recht und zeigte, daß es auch ein gutes Geschäft war. Damals hielt es aber die Welt für «inen Wahnsinn. Schiff selber mag weniger ay das Geschäft gedacht haben, als an die Gelegenheit, Rußland entscheidend zu schlagen. Als diese Hoffnung sich zu erfüllen begann, erschlossen: sich alle anderen Bankinstitute Japan. Jakob Schiff stand ebenso im Mittelpunkte der Aktion für Japan wie gegen Rußland. Als später die blutigen Ereignisse in Kifchinew an ihn gelangten, wurde sein Haß gegen das blutbefleckte Land noch tiefer. Er stand an der Spitze der Aktion, die Millionen für di« Opfer ausbrachte und in einem Memorandum die amerikanische Regierung um energische Intervention in Rußland ersuchte. Rabbinische Geschichten. Rabbi Naftali Zwi Berlin, der große Rabbi der Woloschiner Jeschiwa, wurde von Josua Stein.berg, der damals der Führer der Wilnaer Intelligenz. Direktor des Rabbinerseminars und Zensor war,. gefragt, wo er, der Rabbi, sein Wissen und seine Kenntnisse in Mathematik, hebräischer Grammatik und die glänzende Beherrschung des hebräischen Stiles sich erworben hätte. „Wir," sagte er, „mußten doch so schwer arbeiten, um uns all dieses Wissen zu erwerben." Der Rabbi antwortete: ' ' „Auf dem Markte wird kostbares Poxzellan verkauft, dieses in Stroh und Papier sorglich verpackt. Die Strohbehälter und das Papier werden Nicht berechnet. Will aber jemand nur Stroh und-Packpapier kaufen, so muß er 'es mit teurem Geld« bezahlen.' — Ihr, die üDiasfilim, habt es nur auf die äußere Verpackung abgesehen, sie ist euch teuer genug üvgekymmen, Mir suchten uns die teure. Ware zu erwerben, die.Thöra, alles Zubehör wurde uns nöch vehenbei ümsonst geliefert." t C - Rabbi Salmcm, der große sind reiHt Delehrte >vvU Posen, fuhr in feinem Vierspänner - stäch Art Lek große» ahelitzen Herren. An seiner Seite hatte eist kleiner Chos» fid- .der müde des ■ Weges kam, Plätz erhaltest. Auf dee Strahe erblickten löse Bauernjungen best schonest Wage» üstd die jüdischen Insassen und tzegastnen, W Steine«, nach ihnen zu werfen. Der Chpssid meinte: ,„Wenn Mv* chiach kornM und s i e im-PiexspäWepdaHWHr«n^dän» ollen' sie was erleben! Auch Wr Können . Gtetne Geren!"' ^Hült ein," wehrte 8er Rabbi ab- »»<s > ist scho« »Äser, w i r fahren im schönen Wagen untz f i t wexf« dke^Steine." - \ -' ,r-..; ... ., -. .. Bei einer Rabbinerkonferenz richtete der Minifiiee an den. geistvollen und schlagfertigen Rabbi Eise! Chäriß die Frage: „Ihr könnt «s doch nicht leugnen, daß Ihr uns bitter hastet.. Dankt Ihr doch in Eurem täglichcist Gebete dem Schöpfer, daß Er Euch nicht ckts Nl'chtjuden geschaffen hat!" „Das will wenig heißen," erwiderte her Rabbi. „Dkk Men im gleichen Gebete: „Dank Dir Gott, -aß Du mich nicht als Frau geschaffen hast-/ üstd es steht doch festdtz» mir unsere Frauen ganz .und. gar sticht hästÄt. sondern stur für das erWte Matz von Pflichtest Ein reicher, aber äußerst geiziger Manst- Lthielt best Besuch Rohbi Eistzl Eharifs. „WoM. bei Euch einest Krankenbesuch machen," führt« sich der Rabbi «in. .. „Krank?", wunderte sich der reiche Wanst. -,Wer sagbe Euch. denn, daß ich trank bin?" „Satömö der Weise, sagte es Mir-" gab der Besuch«« zurück. „Heißt es doch in feistem Äohelethr „Es gibt mk böse Krankheit: Reichtum, der vom Eigentümer ästgstsich gehütet Mird . . ' ' „Älsö habt Ihr damit Eure Pflicht getan,/ lachte tzstk Reiche und wollte ihn damit verabschieden. . „Roch nicht-" sagte her Rabbi. ,-Heißt es doch i« Talmud: Mereinest Kranken besucht, stimmt. ihm Äst S e ch zig st e l vott seiner Krankhetr atz. Noch habe ich Nichts gestammen." Das half. (Zum Teile dem Jerusalemer „tzathor" nacherzahtt^ Ainderecke. irrT* MN L'M'l '»N'NNst «nie •»man öx ’inpn pswin nd is'^nn 'aiv ’^^a mia nxsa *]a '»a 'ivn 'av ’in jrr^ mixn ’ai 'ZVpan nsnö nixinn ivzka v'^va ‘rsa 'av ns xsan nav v'azks 'IstLari nzwxina v'yv xd nnx n'iva v'avs x^>i nnx vb n^ana oi H'v-ana; rpEwa xb *]« /’wsari . •' n»jw3i 'av hn Nsan rp*vwya 'Di ma 'nx nnsn ö’Nxnn 'NV r»N ni nnp v'pN'm i'n'i äms pain ’DTn NN N12a^ NN^-z VN1 'nnaN NI vm ’ian . , i'na nix n'Ni n'rn 'f'i'sa N^a N'aa VN nana 'f'sa o* nv^wa aaiaa naw’inä avusa aaiaa ai'i av Vaai •»hin xsan ansr 'niaiN aä IN nvaN N^a aan i&B Tn aas •aai tr»'N ava "[ml Mendel Weinreb, Ludwigshafen a/Rh. Qualitäts- Moritz Wolf Zeil 49 . 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