Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 70 (1929)
- Issue
- Heft 4 (24.1.1929)
- Date
- 1929-01-24
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 4. Nr. 2 gelangen, die mit Tauroh und Tradition übereinstimmen. Agudas Jisroel geht den andern, schwierigeren und längern Weg, der sie aber ohne Zweifel in der jüdischen Richtung hält. Wir müssen auf dieses Thema und auf weitere, die von S. L. B. berührt werden, noch zurückkommen. Der Bericht der Poale Agudas Iisroel-Zenlrale in Polen. lieber die Arbeit der Poale Agudas I i s r o e l in den letzten Wochen geht uns folgender Bericht zu: Gleich nach der ersten Landeskonferenz der Aguda in Polen, mit der auch eine Landeskonferenz der Arbeiter verbunden war, ging die neugewählte Exekutive emsig an die Arbeit heran. Der Monat K i s l e w war der großen Werbeaktion gewidmet, die in vielen Städten zahlreiche Mitglieder gewonnen hüt. In den Chanukkatagen besuchten Mitglieder des Komitees die Provinz und organisierten dort die Arbeit mit bestem Erfolg. Neue Gruppen wurden in vielen Städten geschaffen. Letzthin ging die Exekutive daran, innerhalb des Verbandes einen Verein vergeistigen Arbeiter mit einer Zentrale in Warschau ins Leben zu rufen. Diesem Vereine können Büroangestellte, Beamte gesellschaftlicher Institutionen, Lehrer, Melamdim usw. angehören. Das Statut des neuen Vereins ist soweit fertig, daß es schon der Behörde zur Genehmigung vorgelegt werden kann. Der Monat T e w e s wurde als ein Monat der Arbeit proklamiert, an dem alle" Gruppen die Pflicht hatten, religiöse Arbeiterfr a k t i on e r. innerhalb der einzelnen Gewerkschaften zu bilden. Es wurde auch ein Normalplan für die Betätigung und den Arbeitskreis solcher Fraktionen ausgearbeitet. Die allgemeinen Richtlinien wurden überall akzeptiert. Ebenso wurde ein Arbeitsplan ausgearbeitet für die Arbeiter-Abendkurse in. Polen. Ein pädagogischer Monat wird folgen, an dem Lehrpläne für Schulen, und Kurse ausgearbeitet, Lehrerkonferenzen abgehalten und neue Schulen errichtet werden sollen. Die Poale Agudas Jisroel haben beachtenswerte Wahlerfolge zu verzeichnen. In B e n d i n bekamen sie bei den Stadtratswahlen 610 Stimmen und ein Mandat, in L u k o w bei den Wahlen für die Krankenkasse 2 Mandate. Ln Pietrokow erhielten sie einen Sitz im Stadtrat. Eine eigene Buchhandlung mit Verlag besorgt die Herausgabe der nötigen Bücher und Propagandafchriften für die Organisation. Der Verlag wurde neu organisiert. Eine eigene Abteilung wird für die Herausgabe schöner Literatur im streng orthodoxen Sinne sorgen. Erlauschtes aus agudistischen Zwiegesprächen. (Zur Adar-Aktion der Palästina-Eentrale.) 1. Der Großkaufmann. Der Tag neigt sich seinem Ende zu, der Großkaufmann 3E. hat viel Arbeit hinter sich. Ein Geschäftsabschluß mit dem Ausland ist nach langwierigen Konferenzen zustande gekommen, die Verhandlungen wegen der Aufwertung sind mit gutem Erfolg zu Ende geführt, der in diesem Falle der Familie konzedierte neue Packard ist angefchafft und soll mit einer Reise in einem fashionablen Winterkurort eingeweiht werden. Gerade vor Geschäftsschluß wird endlich noch der Vertreter der Agudas Jisroel nach stundenlangem Warten oorgelassen. Cr ersucht schüchtern den agudistischen Großkaufmänn, mit einer Kopfzeichnung für das Erez Jisroel- Schulwerk der Agudas Jisroel die Ortsliste zu eröffnen. Nachdem die üblichen Bemerkungen über das Wetter, die Geschäftslage usw. erledigt sind, entwickelt sich folgender Dialog: X.: „Sie wissen ja gar nicht, was ich alles für die Aguda tue, erst vorige Woche habe ich es abgelehnt, dem Keren Hajesiod irgend etwas zu geben, weil ich prinzipiell die Zionistische Organisation nicht unterstütze." %: „Ich würdige das vollkommen, doch möchte ich mir die Frage gestatten, inwieweit die Aguda davon einen positiven Zuwachs an Kraft und an Leistungsmög¬ Der Israelit Blätter lichtest hat. Wenn Ihr Name auf der Keren Hajefsod- Liste stünde, wäre es gewiß unseren Bestrebungen abträglich. Aber stellen Sie sich auch einmal vor, welche Summe man Ihrer sozialen Stellungentsprechend für den Keren Hajestod erwarten würde. Wenn Sie die nämliche Summe, oder einen wesentlichen Bruchteil der Agudas Jisroel für ihr Schulwerk geben, dannerst haben Sie uns etwas genützt." X.: „Der Agudas Jisroel habe ich ja für den Keneffio Gedaulo-Fond erst vor zwei Wochen eine größere Summe gezeichnet." 2).: „Möchten Sie denn nicht, daß die Kenessio Gedaulo auch etwas an Taten aufzuweisen hat: Möchten Sie nicht, daß ntan bet.der Kenessio Gedaulo mitteilen kann, daß unser Schulrverk in Erez Jisroel nicht von der Katastrophe des Untergangs bedroht ist?" X.: „Ja, ja, das ist ganz richtig, aber ich muß in erster Linie für die lokalen Bedürfnisse sorgen, bevor ich an das Ausland denke."?).: „In Ihrem Geschäfte gehen Sie doch aber von anderen Voraussetzungen aus . Soviel ich weiß, spielt das Auslandsgeschäft keine unwichtige Rolle in Ihrer Firma. Im übrigen bedürfte es zur Deckung lokaler Bedürfnisse nicht erst einer Agudas Jisroel, das war seit jeher Sache eines jeden Kehillo-Mstgliedes. Agudas Jisroel will ja Ihren Blick weiten und das Gefühl der Verbundenheit mit ganz Jisroel praktisch bekunden." X. : „Man hat in unserer Familie immer viel für Erez Jisroel getan. Mein Großvater schon sandte immer einen Teil seines Maaster nach Erez Jisroel." H.: „Das ist außerordentlich erfreulich, aber Ihr Herr Großvater hatte wahrscheinlich auch schon ein ganz blühendes Geschäft und trotzdem haben Sie sich nicht damit begnügt, sondern haben es ausgebaut. Bauen Sie auch die Erez Jisroel-Liebe in Ihrer Familie aus und denken Sie daran, daß 1500 Kinder unterrichtet und teilweise gespeist und gekleidet werden müssen." Das Gespräch wird durch einen Telefonanruf unterbrochen: (Frau X. bittet ihren Mann, nicht an die Bezahlung des neuen Pelzmantels zu vergessen und möglichst frühzeitig nach Hause zu kommen, da zum Abendessen Freunde des Hauses emgeladen feien.) benützt die Gelegenheit, um den Besucher mit Hinblick auf dringende Angelegenheiten zu verabschieden und ihm Mk. 50.— für das Schutwert der Agudas Jisroel in Erez Jisroel zuzusagen. Y. meint schüchtern, daß dann die übrigen Agudisten noch viel weniger zeichnen werden, wenn Herr X. nur Mk. 50.— zusagt. 3t. gestattet begütigend, diesen Betrag nicht unter seinen Namen, sondern unter NN. auf die Liste zu setzen: (Fortsetzung folgt.) »uVin« rrnsD1? pn*v n’rtnn rrnmn wina tnn hö Vvtä »anisa rsi» 7's 's'8 nn na’nya rrwn rut? ’sm "tfnT pi nnw1? -viv 15 pin*? pp^n Tna ’innx tud nroan ik paa ■»*» m^wa „DYGLEJNU“, Warszawa (Polen) Graniczna 9 m. 3 an^BaTDK '2 nVnp inn — v'sn D*nsD bs mpn Der Pielrikoroer Karo in Litauen. Der rapide Fortschritt, den die große Jeschiwo in Lublin pVaiV w-n macht, läßt hoffen, daß sie in wenigen Monaten vollkommen .fertig sein und mit ihrer Tätigkeit anfangen wird. Zur Zeit arbeitet der Pietrokower Raw an der Spitze eines Komitees am Programme der Jefchiwa. Zu diesem Zwecke begibt sich Rabbi Schapiro nach Polen, Litauen, Ungarn und der Tschechoslowakei, um an den dortigen Jeschiwaus die verschiedenen Lehrmethoden zu studieren. Der erste Besuch galt Radi n, der Jeschiwa des „Chofez Chajim". In seiner Begleitung befindet sich der hochverdiente Vizepräsident des Baukomitees, Rabbi Mosche Tscheranski. Das Bettelnerbot in Jerusalem. Die Stadtverwaltung erlebte am Donnerstag eine überaus stürmische Sitzung. Es ging wieder um die Frage des B e t t e l v e r b o t e s. Al^ vier arabischen Stadträte, die bei der Sitzung anwesend waren, traten entschieden für das Gesetz ein, während die vier jüdischen Mitglieder ebenso energisch gegen das Gesetz, das vte- 24. Januar 1929 len Hunderten über Nacht das. Brot nimmt, ohne ihnen, die mindeste Aussicht auf anderen Erwerb zu eröffnen, Front machten. Während in Amerika und Europa sich soziale und Wohlfahrts-institutionen befinden, die das Verbot rechtfertigen, wolle man. in Palästina nur verbieten, zerstören, ohne was anderes anstelle des alten Modus zu setzen. Dort in Europa und Amerika sei das Verbot eine Maßnahme im Jntveeste der Armen, um ihnen eine würdigere Lebensweise zu sichern, hier nur im Interesse der Neichen, die von den darbenden Armen nicht gestört sein wollen. Die Regierung ziehe-sogar die Aermsten der Armen in den Kellerwohnungen zu Abgaben heran, ohne zu fragenwoher sie das Brot nehmen sollen. Ein anderer Herr wies darauf Hin, daß. auch der Gouverneur noch zögert, das drakonische Gesetz durchzuführen, daher die Bestätigung durch den Stadtrat sehr verfrüht sei. Andere wiesen sogar auf das alte türkisch« Gseetz hin, das weit humaner diese Frage zu lösen sucht. Die Abstimmung ergab die gleiche Zahl von Stimmen für und wider das Gesetz. Der Vorsitzende warf aber seine Stimme in die Wagschale zugunsten des von den Arabern empfohlenen Gesetzes. Es steht nun zu befürchten, daß das Verbot mit seiner ganzen Schärfe nunmehr von der Regierung angenommen wird. Stellenvermittlungszenkrale der Agudas Zisr. Zugendorganisatton Frankfurt a. M: Sandweg 32 (3. Stock) Wir vermitteln Aabbatfreie SfeUen Wir gewähren kostenlose Rechlsberatung Offene Stellen 161 Lederwaren Frankfurt, Lehrling (evtl, mit Kost). 163 Metallwaven eng,ros, Nürnberg, Reisenden. 170 Buchdruckerei, Stuttgart, Hebräischer Setzer. 172 Mazzehäckerei, Frankfurt, Mazzeschießer. 173 Buchhandlung, Kurhessen, Stenotypistin. 174 Zigarren, Würzburg, Reisenden. 177 Posamenterie, Würzburg, Lehrking. 179 Tuche, Würzburg, Lagerist. 180 Eisen, Mergentheim, Lehrling. 184 Weingroßhandlung, Frankfurt, Lehrling. 185 Trikotagen, Mainz, 2 Verkäuferinnen-. 187 Kurzwaren, Würzburg, Lehrling. 188 Lotteriegeschäft, Mainz, Lehrling. 190 Spinnerei, Stuttgart, tüchtigen Fachmann. 191 Konfektion Tschechoslowakei: Schneidergehilfen. 193 Kurz- und Galanteriewaren Frankfurt: Reifenden. 197 Papiersabrikate Dortmund: Lehrling. 198 Konfektion Baden: Lageristen. 201 Säcke engros Frankfurt: Anfangskontoristin. 202 Deckenfabrik Fürth: Lehrling. Wir suchen Stellen für Lehrmädchen in kaufmännischen Betrieben in Frankfurt. Bewerbungen nebst Zeugnisabschriften sind zu richten an die SteSenoermkttlungszenkrale der Agudas Iisroel-Jugendorgamfalion. Frankfurt a. 211., Sandweg 32 (3. St). Aus der Bewegung. Lemberg. Vor einigen Monaten wurde in Lemberg ein Agudistischer Kultur-Klub geschaffen. Der Kultur- Klub hat sich als Ziel gestellt: die orthodoxe Literatur gründlich zu studieren und seine Mitglieder als treue Agudisten, die mit den Idealen der „Agudas Jisroel" tief verbunden sind, zu erziehen. — Am rriui 's ’p na© ’xsia 12. Januar, fand im Kultur-Klub ein imposanter S. R. Hirsch-Abend unter dem Vorsitz des Herrn M. Liebergall statt. Mit höchst gelungenen Referaten traten die Herren Liebergall, Seiden, Krug, Horowitz und Holpern aus. Der Abend kann einen großartigen Erfolg verzeichnen. Der Kultur-Klub sieht einer glänzenden Entwicklung entgegen. Spendenliste .1211 N-Aktion des ,11171 ,1 - J1 p 5689. Lt. Ausweis: Schönilanke: Jsr. Frauenverein 6. Schwabach: dch. Rabbiner Dr. Mannes: H. Feuchtwanger 3, S. Feuchtwanger 1, O. Feuchtwanger 1, Graf 7, Mannes 12, Graf 4, aus Hainsfarth dch B. Sternharter ges. 27.08, zu.s 55.08. Schweinfurt: dch. Rabb. Dr. Stein 46.80. Sprendlingen: Leopold Kaufmann 5: Wiesbaden: dch. Rabbiner Dr. Ansbacher 5. Verlichingen: A. Berlinger 5. Düsseldorf: dch. A. Gattlieb 30. Frankfurt a. M.: D. Kelsen 5. Dr. Oppenheimer anläßl. des Geburtstages von Wolf Pappenheim 10, Dr. S. Ehrmann anläßlich des Geburtstages van Wdlf Pappenheim 10. Gordow: Omkio Rokilkigaps 20. Kopenhagen: dch. Rabb. Dr. Winkler 5.50. Leipzig: dch. Dr. Dzialowski von C. Beer 6. Näumentis: dch. L. Smlarecvs 66.70. Nürnberg: dch. Alfr. Klugmann 21.60. Pültelange: dch. M. Reichelfohn 8.12. Srlale: dch Jankelis Zingari? 10. Zagärie: dch S. A. Neuwiedel 145.