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Der Israelit · 1929-01-24 · Heft 4 (24.1.1929) · page 14

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Journal
Der Israelit
Volume
70 (1929)
Issue
Heft 4 (24.1.1929)
Date
1929-01-24
Page
– (sequence 14)
Language
German
Belongs to
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Seite 2. Nr. 4 Der Israelit 24. "Januar 19A |t|; f. I; findet trotz der vorgerückten Stunde mit feinen, zum Teil humoristisch gefärbten und geistvollen Erklärungen dankbare Hörer. Auch Herr Herz Holpern spendet noch einiges aus seinem Wissensvorn, und zum Schluß bittet Herr D. I. Weil, wohl der Senior der Festversammlung, der ersten Gründer und Mitbegründer des „Mekor Lhajim" zu gedenken. Zwischendurch bekam man ein hübsches, bezügliches und anzügliches Couplet zu hören, vortrefflich vorgetragen von Herrn Max Stern und noch eines von Herrn Jul. H a l b e r st a d t. In ausgezeichneter Kinobildern führte uns Herr Nathan Jeidel Gestalten und Geschehnisse aus dem Leben des Vereins und der Kehila drastisch vor Augen, wozu Herr B i rn stein einen vom unvermüdlichen um die Vorbereitungen wie um den Abend selbst oielverdienten Herrn Fritz Stern verfaßten Text gut oorlas. Selbst die Benschenoersteigerung verstand das Festkomitee auf eine höheres Niveau zu bringen (vom Podium aus). Sie brachte auch eine ansehnliche Summe für die Zwecke des „Mekor Chajim". Einige Herren, die noch recht schönes zu sagen hatten, kamen leider wegen der vorgerückten Zeit nicht mehr zu Wort. (Gute Ausnahmen der Festversammlung sind zu haben im Atelier des Herrn Arno K a tz, Seilerstr. 9.) Lefsingfeier der Samson Raphael Hirsch-Schule. Anläßlich des 200. Geburtstages des großen deutschen Dichters und Philosophen G. C. Lessing veranstaltete die Samson Raphael Hirsch-Schule am Dienstag, den 22. Januar eine Lefsingfeier. Die Feier begann und schloß mit Klaviervorträgen von Schülerinnen des Lyzeums unter Leitung von Max Neumann. Nachdem eine Schülerin ein Gedicht über Lessing vorgetragen hatte, hielt Herr Studienrat Josef Kaufmann ein Referat über das Leben und Wirken des Dichters. Redner verstand es in klarer und sachlicher Weise, das Leben Lejfings — von der Schulzeit bis zum Tode — so darzustellen, daß auch die jüngeren Schüler und Schülerinnen einen Anteil an dem Vortrag hatten. Herr Sludienrat Kaufmann schilderte Lessing als großen Bekämpfer der Unwahrheit und der Falschheit. Nicht unerwähnt blieben schließlich die freundlichen Beziehungen zwischen Lessing und den damals bedrängten Juden. Nach dem Referate trugen zwei Untersekundaner eine Stelle aus Lessings „Nathan der Weise" vor. Lin Lessing-Vortrag. In der Jüdischen Frauenvereinigung spricht nächsten Sonntag präzise 6 Uhr (im Hörsaale Friedberger Anlage) Herr S. Schachnowitz über: „Lessings Nathan und dessen Modell". Gäste, Damen, willkommen. Neues aus der Agudas Jisroel-Jugendgruppe. Diesen Freitag Abend spricht im Rahmen unserer gemütlichen Veranstaltung Herr Dr. Josef Saffra. Am Sonntag den 27. Januar veranstalten wir einen Ausflug in den Taunus. Treffpunkt 9.30 Uhr am Hauptportal des Hauptbahnhofs mit Sonntagsfahrkarte nach Cronberg. Abfahrt 9.43 Uhr nach Cronberg. Die Tour geht von Cronberg nach Fuchstanz, Rotes Kreuz, Falkenstein, Königstein. Bestattung der Baronin Milly Schey. Am 20. Januar vormittags wurde auf dem Friedhof der Israelitischen Gemeinde die nach kurzer Krankheit im 46. Lebensjahre verstorbene Baronin Milly Schey zu Grabe getragen. Sie war die Tochter des Barons Max von Goldjchmidt-Nothschild und Enkelin von Baron Willi v. Rothschild. An fast allen sozialen und philantropischen Unternehmungen der Stadt Frankfurt war sie führend beteiligt. Die jüdischen Institutionen, besonders jene des Hauses Rothschild, wie das Rothschild'sche Kinderhospital, ferner das Altersheim und Siechenhaus, erfreuten sich ihrer besonderen Fürsorge. Im Trauergefolge sah man ihre drei Brüder. Alle ausländischen Häuser der Rothschilds waren vertreten. U. a. befand sich auf der Bahre eine Blumenspende des Magistrats der Stadt Frankfurt, der dem Baron Max von Goldschmidt-Rothschild sein Beileid zu dem schweren Schlage und den Dank für die selbstlose Liebestätigkeit der Verstorbenen im Dienste der Notleidenden der Stadt Frankfurt zum Ausdruck brachte. Jüdischer Turnerbund E. V. Am kommenden Sonntag den 27. Januar fällt der Vorturnerkurs aus. Dafür findet für unsere Damen- und Herren-Abteilung eine Taunuswanderung statt. Es ist dies die erste offizielle Wanderung in diesem Jahr und hoffen mir auf eine recht große Beteiligung. Gäste sind uns willkommen. Treffpunkt pünktlich 9 Uhr Hauptportal Hauptbahnhof. (Fahrpreisermäßigung). Führung: Adolf Fiebermann und Hugo Herrmann. Ortsgruppe Frankfurt a. Rl. des Jüdischen Frauenbundes. Die Ortsgruppe des Jüdischen Frauenbundes Frankfurt a. M. teilt uns mit, daß ihre nächste Abendzusammenkunst am Samstag den 23. Februar 1929, abends 20.30 Uhr bei Frau Flora Landauer, Leerbachstr. 57 stattfindet. Referentin Frau Elsa Bauer, spricht über: „Die Not der unehelichen Mutter und des unehelichen Kindes". Gäste willkommen. Die nächste Arbeitssitzung findet am Donnerstag den 28. Februar vormittags 10 Uhr Langestraße 30 statt. Ein Talikh gefunden. Am 12. Januar wurde in der Uhlandstraße von Herrn L. -ein Talith gefunden. Der Verlierer kann Näheres bei der Expedition unseres Blattes erfahren. Frankfurter Vereinskalender. Verein Akekqr Lhajim. Freitag abend nach Schul, im Hörsaale Friedberger Anlage, Herr Jos. Sänger. Samstag morgen, nach Lcbul, im Hörsaale Fried berger Anlage, Dinim, Herr Dr. E. Posen. — Nachmittag 3/4 Stunden vor Mincho im Vereins lokale, Newiim, Herr Dr. W. Hofmann. Sonntag morgens nach Schul, im Hörsaale Friedberg. Anlage (eb.nlo Mittwoch), d*tk «n Herr Redakt. S- ^chachnowitz. — Dorminag 8 Uhr. Vereins lokal (ebenso Stunde nach Sadbatausgang), Gemoro, Herr Joachim Soffer. — 974 Uhr Do mittag (ebenso Dftnsiag nachmittag 6 /2 Uhr). Gemoro, Herr R.-A. G. Posen. — Abends ö Uhr im Vereinsloktte Vortrag des Herrn Emil Goldschmidt über »Das Fundament der Eide". Montag noch Schul, im Hörsaale Friedberger An läge (ebenso Donnerstag), Mtschna, Mttgliederlernen. — Abends 7 Uhr (ebenso Mittwoch) im Veceinslokale, Gemoro, Herr Rabbiner Dr. Jos Breuer. — 87, Uhr abends (ebenso Donnerstag), Gemoro, Herr Dr. E. Posen. Dienstag morgen nach Schul, im Hörsaale Fried» Arnold Zweig über „Antisemitismus". In einer Versammlung der Zionistischen Ortsgruppe, die sehr stark besucht war — das Interesse für den Verfasser des „Sergeant Grifcha" mag dabei eine große Rolle gespielt haben — gab Arnold Zweig in durchdachtem Vortrage eine Analyse des Antisemitismus, die im Wesentlichen eine Wiedergabe seiner in „Caliban" niedergelegten Charakteristik dieses Gruppenaffefktes war. Die Einleitung brachte die Einordnung der antisemitischen Affekte in die Kategorie der zahllosen Gruppenabneigung, die das Gewebe menschlichen Zusammenlebens wie Fäden durchziehen. Die Soziologie bestätigt die Denkergebnisse Zweigs, auch sie weist den Grupppenbindungen, den „Hordeneinflüssen" einen hervorragenden Platz -im Gemeinschaftsleben an. Der Redner sieht die erste Erweckung der Abneigung gegen die Juden in der Ausbreitung des Christentums, dessen Inhalt auf jüdischer Grundlage ruht, das aber die Juden als fluchbeladen erscheinen läßt. Gerade bei den primitiven Völkern, auf deren junger Kultur das Christentum aufgepfropst wird, wirkt diese Charakteristik der Juden mit besonderer Intensität, (wie auch beim Einzelnen die Eindrücke der Kindheit am tiefsten Wurzel fassen). Der zweite Impuls, der zur Vereinigung der Juden führt, ist nach Zweig die Tatsache, daß diese, als sie zum ersten Male in größerer Zahl auf die jungen Völker stießen, als Kriegsgefangene der Römer erschienen, also in einem verachteten Stande: man glaubte, der Fluch, mit dem das Christentum die Juden belegte, habe sich bereits erfüllt. Als endlich die Juden — heimatlos wie sie waren, ohne andere Lebensmöglichkeit — als Händler auftraten, also als Exponenten einer neuen, nichtagrarischen Wirtschaftsverfassung, für die sie rechtliche und ökonomische Voraussetzungen aus ihrer hochentwickelten Kultur mitbrachten, trat das Angstmoment hinzu und verstärkte die Abneigung, die dann in den Kreuzzügen, als die Gruppenleidenschaften überhaupt entbrannten, zur furchtbaren Entladung kam, obwohl der Sinn der Kreuzzugsbewegung garnichts mit den Juden zu tun hatte. So hat auch der Weltkrieg als gewaltigste Auspeitschung der Gruppenassekte -im allgemeinen Sinne eine Erweckung des antisemtiifchen Affektes im besonderen hervorgebracht. Während jedoch im Mittelalter eine geschlossene jüdische Gemeinschaft die Angriffe ausfing und trotz großer Opfer Zurückschlagen konnte, besteht heute eine solche jüdische Einheit nicht; vielmehr sind die Juden differenziert nach Völkerschaften, sozialen, religiösen und politischen Typen. Die notwendige Einheit könnte nur durch eine gemeinsame Gruppenleidenschaft geschasfen werden. In diesem Punkte nun lag u. E. die Schwäche der Zweigschen Folgerungen: seiner Einstellung gemäß sieht er die zu erweckende Gruppenleidenschaft im Zionismus, der die Siedlung großer jüdischer Massen, -damit ihre Uniformierung und Geschossenheit ermöglichen wolle; (auch im russischen Siedlungswerk -sieht Zweig /einen Schritt zu der von ihm verlangten Einheit). Nun ist es jedoch klar, daß je nach der Einstellung des Einzelnen die zu weckende Leidenschaft in anderen Bezirken gesucht werden wird: daß insbesondere wir sie -in dem sehen, was gerade zur Kreuzzugszeit auch schon die Geschlossenheit und Einheit ausmachte und die Kraft zum Widerstand verlieh: in der jüdisch-religiösen Thorakultur, die Jahrtausende hindurch sich trotz aller entgegengesetzten Gruppenaffekte durchzusetzen vermochte, an der alle Angriffe gegen Juden und Judentum gescheitert sind und immer scheitern werden. Können wir also bis zur Schlußfolgerung mit Zweigs Den-kergebnisfen einverstanden sein, so bleibt die Folgerung selbst für uns eine andere. Die Diagnose stimmt — aber die Heilmethode ist für uns eine andere, und wir haben den historischen Beweis dafür, daß unsere Mittel wirksam sind. Manfred Neuberger. berger Anlage (ebenso Freitag), Mischna, Herr Dr. E Posen. Von Sonntag bis einschließlich Donnerstag abends 83A Uhr im Veceinslokale.^Schaslernen des Herrn Herz Halpern. Jahrz eitsftiftungen. 7122», 23. Januar. Lina Sänger geb. Sänger- und Professor Michael Altmann--Otiftung. onntag, 27. Januar. Jsaac Blummihal-Stiftung. Montag. 23. Januar. Frau Berta Rosenihal-Stttg. Dlensmg, 29- Januar. Josef Herrn. Jülich-St'stg.. Donnerstag. 3i. Januar. Josef Grebenau-Stiftung. Aguda, Iisroel-Juzendgrvppe. Sonntag, 8 Uhr vormittag (ebenso Mittwoch 9 Uhr abend) Cbumisch. Herr Leopold Oppenheimer. Montag, 9 Uhr abends (ebenso Mittwoch) Mischna. Herr Rechtsanwalt M. Katz. — 9 Uhr abends, (ebenso ms? nachmittag 3 Uhr) Gemoro. Herr Emanuel Wolf — 9 Uhr abends (ebenso Donnerstag) Gemoro. Herr Gerfon Schnerb. Dienstag, %9 Uhr abends (ebenso 7122» 3/45 Ub - Gemoro. Herr Leo Schnerb. — 3/49 Uhr (ebenso 7122» 8 Uhr nachmittag) Gemoro. Herr Dr. W- Hofmann. — 8/49 Uhr abends (ebenso 7122» 3/.i0 Uhr vormittags) Gemoro. Herr Dr. Js. Posen. Mittwoch, 3/49 Uhr abends, Kizzur. Herr Theodor Spiegel. Donnerstag. 9 Uhr abends, Chumisch.. Herr R.-A. Js. Rosenheim. Freitag, abends nach Schul, Muffar. Herr B. Rachelsohn. — 8 Uhr Gesellige Zusammenkunft. 7122», 3/4u Uhr vormittags, Gemoro. HerrLippmann Kurzweil. — S/4U Uhr vormittags, Kizzur. Herr Louis Kahn- — 8/4l2 Uhr v rmittvgs, Kizzur. Herr Gerfon Schnerb. — 3 Uhr nachm., Gemoro. Herr Tmsts. — 4 Uhr nachmittag. Stdro. Herr R. A. M. Katz. Zeden Tag von 9-11 Uhr Gelegenheit zum Lernen jeglicher Art. Von 12—1 Uhr, Das Jaumt. Herr Herz Halpern. Aguda« Jisroel-Mädchengruppe. Montag, Vr9 Uhr abends, Mifchle. Herr Lehrer S. Unna. Dienstag, 9 Uhr abends, Tenach. Herr Dr. Weger. Mittwoch, 7.9 Uhr abends, Dinim. Herr Lehrer Hiifchberg. 7,22» nach Schul. Schmuel. Herr Julius Lewin. — 4 Uhr nachmittags, Chummisch und Rafchi. Herr Lehrer Hirschberg. Freitag. 8l/2 Uhr abends. Gesellige Zusammenkunft. Jüdische Frauenvereinigung. Sonntag abend 6 Uhr im Höcsaale Friedberger Anlage Dortraa des Herrn Red. S Schachnowitz über „Leiftnos Natt,an und dessen Modell*. Gäste, Damen, willkommen.. Llwjalh Lhen-Vereiu. Samstag nacbm. 4% Uhr im Hörsaale Friedbergecaniage, Vortrag des Herrn Red. S. Schächnowitz („Das Erleben am Meere'). Ostjüdischer Jugendbund. Freilag. 25. Januar, abends 8 Uhr, Dortrag des Heren B. Messerer über das Thema: .Achad Haäm, Sein Leben und Wi ken*. In den R turnen des Mädchenklubs, Langestraße 3011. Gäste willkommen. Jüdischer Turnerbund. Herren: Donnerstag. 872—10 Uhr, Gymnastik und Turnen. Annaschule. Alte Herren: Mittwoch 83/4-10 Uhr, Gymnastik und Turnen. Annoschule. Jugend: Donnerstaa. 872—10 Uhr, Gymnastik und Turnen. Annaschule. Damen: Donnerstag, 872—10 Uhr, Gymnastik und Turnen. Liebfrauenfchule. Frauen: Mittwoch, 73/4—9 Uhr, Gymnastikkurs, S. R. Hirsch-Schule. Knaben: Dienstag, v—77s Uhr, Gymnastik und Turnen, Annaschule). Mädchen: Mittwoch, 47-—? Uhr Gymnastik und Turnen Abtlg. I (bis 10 Jahre). 472-87, Uhr Abtlg. II (über 10 Jahre). 572-7 Uhr. Annaschule. Kleinkinderkurs: Dienstag und Donnerstag Vormitt. von 72H—7si2 Uhr, Weberstraße 38 Sonntags: 8-10 Uhr, Schwimmkurs für Herren im Städtischen Schwimmbad. (Leitung Turnbruder Jacob Ganz). 10-1^7« Uhr Dorturnerkurs. Alle 11 Tage Wanderungen. Gebetzeilen. Freitag abend 4.45 Samstag n»22»n 6.55 Samstagsmorgen 8.— ';-\V' Samstagnachmittag 1.— und 4 — Samstagabend 6.— lvochengottesdienst: Morgens 6.50 Nachmittags 5.— Tefillin-Legen am Morgen 6.50

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