Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 70 (1929)
- Issue
- Heft 3 (17.1.1929)
- Date
- 1929-01-17
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2446951-2450547-2450550--75663-2533197- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
17’. tAanii.mr1Ä29 „, D e r. I s r a. e l i t Seit« 7. Nr. 3 im'^ÄlMe?'H24 '^pichrchch^':'^','oÄ^Ä^t,' wüM'iD' -aber' öe'grWenj'/weüst'rv-i-rnUtienb-' in: Lew Sr8?.. ßeren. GemeMden die Porsiieherämter zur Beratung Hierzu besonders geeigneter Gegenstände. w-eiMche Gememdegenosfen zuziehen würden, wozu § 37 Abs. 2 der Versassung die. Möglichkeit gibt." , Polen. Ein Hirsch-Ahend in Lodz. -.'. ... L o dz. 10. Januar. -Die /Zentrale der Venoth Agudas Jisroel m Polen, die' ihren Sitz in Lodz hat, hatte aus Anlaß ,de<'M''Tvdestzlges '.von.S. R. Hirsch.,^» einen G edenk ybe.n.doeranstältet, der den nach vielen Hunder- . ten zählenden Teilnehmerinnen unvergeßlich bleiben wird. In eingehendem Referate behandelten die Herren Redakteur A. B: Fr iede nso hn, D. H. Silberstein und Ch. D. Ru sank s die Persönlichkeit, die Methode/ wie die Welt- und Lebensanschauung! von Samson,, Raphael Hirsch und zeigten seine epochale Bedeutung für das deutsche wie für das > Gesamtjudentum. Insbesondere wurde darauf hingewiesen, daß die gesetzestreüe^ Frauenbewegung in Polen ihre etste tiefste Stütze in den Hirfchideen hat und heute noch aus den Hirschwerken ihre Kraft zieht. Viele hunderte Frauen und Mädchen lauschten mit Andacht den herrlichen Ausführungen. Zum Schluß wurde einstimmig der Beschluß gefaßt, auf Initiative der „Venoth Agudas Jisroel" in Lodz ein orthodoxes Waisenhaus auf den Namen o o n S. Ni Hirsch ins Leben zu rufen. Cm Frauentomitoe wurde gebildet, das die Sache unverzüglich in die Hand nimmt. die religiöses..Ratsmänner, dere.n 'Zahl sechs. Beträgt,..grundsätzlich. aus dgmPräsidium. ausschließt, nur um ihren Einfluß auf die Rabbinerfrage auszuschalten? Die Erklärung führt ferner die Argumentation des Herrn Zitron, der sich anmaßte, in der Presse gegen „Chofez Chajim" aufzutreten, ad absurdum: Wenn von Einwirkung auf den alten Rabbi die Rede sein könnte, so ging diese vom Misrach i aus. Fuhr doch ein Misrachivertreter nach Radin, um mit dem „Alten" zugunsten von Rubinstem zu verhandeln. Aber vergebens. Der „Chofez Chajim" sieht klar in die Zukunft und läßt sich nicht beeinflussen. Die Erklärung.erhebt gegen die Gemeindeverwaltung fünf Anklagepunkte. Die Wahl bedeutet 1. ein Verbrechen gegen ein löOjähriges Statut, 2. gegen die Thoragrößen im Wilnaer Rabbinat, 3. gegen Wilna, das von jeher Zentrum des religiösen Judentums ist, 4. gegen das Wesen des Räbbinats überhaupt, das stets der freien Bestimmung der Gemeinde unterworfen war, 5. gegen die Kehilla und ihre Institutionen, die unter der neuen Atmosphäre großen Schaden leiden müssen. Cs wird zuletzt ein Din Thora vor einem aus den Größten der Zeit bestehenden Bes Din vorgeschlagen. Unterzeichnet ist die Erklärung im Namen f ä m t l i ch e r r «l i - giöser Ratmänner der Wilnaer Kehilla von Israel Soloweischik. Die „Oberrabbiner"-Affäre. W il na, 14. Januar. . Die Affäre R u b inst e i n kommt nicht zur Ruhe. Allen Protesten zum Trotze ist mit 15 von 25 Stimmen Herr Rubinstein zum Wilnaer Oberrabbiner gewählt worden. Immer noch suchten einige mit dem Hinweis auf den „Kronrabbiner", das von der Bezeichnung „Gemcinderabbiner" abgelöst.wird, die Gemüter zu beruhigen.. Mit dieser Scheinvorstellung kommt, man aber nicht weit, weil neben dem neuen Namen noch der Umstand ins Auge fällt, daß die Institution des Kronräbbiners gesetzlich abgeschafft ist und daß Herr Rubinstein, nicht, wie die früheren Kronrabbiner auf drei Jahre, sondern l ebe n s l äug l i ch an gestellt werden soll. lieber den flammenden Appell des „Chofez Chajim" ging man in der Wilnaer Kahalstube glatt zur Tagesordnung über. Die Proteste gehen nach zwei Richtungen. Erstens kann nach dem altgeheiligten Statut das.Wilnaer Rabbinat gar nicht besetzt werden. Gäbe es aber eine Möglichkeit, dieses Statut außer Kraft zu fetzen, dann müßte für das Rabbinat eine erste Th oraautorität in Betracht kommen, während man hier sogar über die bewährten und weltbekannten Thoralehrer im Wilnaer Rabbinat einfach hinwegstürmt. Die Besseren und Besonnenen, die mit der Sache nichts zu tun haben wollen, konzentrieren sich in dem Verein „Schomre Schabbos wehadath", der heute das Rückgrat der Wilnaer Gemeinde ist. Daß die Aufregung über dieses Attentat noch nicht die jüdische Gasse ergriffen hat, ist nur darauf zurückzuführen, daß die Regierung die Wahl noch nicht bestätigt, sie sogar als ungefetzlich erklärt hat. Man darf sich aber nicht in Sicherheit wiegen. Die Ungesetzlichkeitserklüruug stützt sich auf Formalitäten, die die Herren unter dem Konmmandostabe Wigodskis leicht korrigieren können. Die Gefahr ist nach wie vor groß. In einer der jüngsten Nummern der gesetzestreuen Zeitschrift „Das Wort" ergreifen die religiösen Ratsmänner der Wilnaer Ke h il l a das Wort zu einer Mahnung in zwölfter Stunde. Sie fragen, ob man nicht bedenken will, welche Gefahren für die ganze Provinz, für ganz Polen und Litauen aus einer solch tiefgreifenden Reform des Wilnaer Rabbinates und einem solchen Bruch mit der Tradition drohen. Ist es doch eine Tatsache, so schreiben die Ratsmänner und sie müssen es doch am ehesten wissen, daß 10 von den 15 Ratsmännern, die für Rubinsteinstimmten, nichteinmalSa bbat halten. Sind solche Leute legitimiert, einer altehrwürdigen Gemeinde wie Wilna das geistige Oberhaupt zu geben? Kann ein solches Unternehmen der Ethik entsprechen? Grenzt das nicht schon mehr an Inquisition, daß Menschen, die innerlich gar keine Zugehörigkeit zur Religion haben, den religiösen Massen die religiöse RichtMgvorschreiben? Ist es richtig und entspricht es den Litauen. Einweihung. Kowno, 6. Januar. Am 20. Januar findet in Kowno die Einweihung der neu hergerichteten Räume der höheren Knabenschule'i. E. „Jäßmeh" statt. Die Anstalt, die, im Sommer 1927 gegründet, in drei Elementar- und bis jetzt vier Gymnasialklassen eine Frequenz von 160 Schülern aufweist, mußte sich bis heute mit für ihre Zwecke ganz ungeeigneten Räumlichkeiten begnügen, die ihre Entfaltungs Möglichkeiten begrenzten und ihr den Wettbewerb mit den a- und antireligiösen „Tarbut"-Gymnafleni sehr er schwerten. An der Anstalt wirken der Direktor Dr. David Carlebach aus Köln und ein Kollegium, von 12 Lehrern. Außer -dem von der Regierung vorgeschriebenen Gymnastalpönsum erhalten die Schüler in 22 Wochenstunden eine durchaus gründliche jüdische Bildung. Die Unterrichtssprache in allen Fächern, außer Talmud, ist Hebräisch. So bedeutet der Tag der Einweihung, -einen Markstein in der Geschichte dieser Anstalt und des Jawnehschulwefens überhaupt. Zu den Einweihungsfeierlichkeiten wird der Besuch von bekannten Schulmännern der deutschen Orthodoxie erwartet. Tscheche Slowakei. Aus dem Gemeindeleben der Slovakei. Bratislava, 10. Januar. In den orthodoxen Gemeinden der Slovakei haben die letzten Jahrzehnte, insbesondere die Entwickelung und Beoölkerungsoerschiebungen der Nachkriegszeit, mancherlei Schwierigkeiten und Krisen hervorgerufen. Ein Musterbeispiel dafür ist die große orthodoxe Gemeinde Preßburgs. Durch Zuzug von außen, insbesondere aus Böhmen und Mähren, hat der Zionismus, zumeist misrachistischer Färbung, eine große Zahl von Anhänger gewonnen, denen es bereits bei der letzten Wahl zu den Gemeindekörperschaften gelang, eine Mehrheit zu gewinnen. Die vor kurzem stattgehabte Neuwahl hat diese Entwickelung verschärft. Bier Fünftel des Vorstandes und zwei Drittel der Repräsentanz bestehen nunmehr aus zum Teil organisierten Zionisten, zum anderen Teil aus Männern, die feit Jahren mi-t den Zionisten im Gegensatz zu den orthodoxen Prinzipien verbunden sind. Bei einer Wahlbeteiligung von über 1000 habenes die Anhänger der durch den Oberrabbiner repräsentierten traditionellen Richtung, aus 460 Stimmen gebracht: Das Ergebnis ist um so schmerzlicher, wenn man die Schärfe ins Auge faßt, mit der gerade hierzulande sämtliche orthodoxen Rabbiper durch feierliche Erklärung den „Zionisten und Misrachisten sowie allen denjenigen, die diese Bestrebungen auf irgend eine Weise fördern", das Recht aberkannt haben, sich orthodoxe Juden zu -nennen. Etwas günstiger haben sich die Dinge in dem benachbarten Pöstyen entwickelt, wo bekanntlich der Präsident der orthodoxen Landeskanzlei, Rabbiner Weber, Oberrabbrner ist. Hier hat -eine kleine halb neologe und halb zionistische Minderheit in den letzten Zeiten starke Krisen heraufbeschworetzlr Die Herren haben sich 'nun glücklicher Weises entsMüssen', aus der orthodoxen Gepreinde auszuireten und «ine eigene neologe Gemeinde zu. gründen, diesoeben die ministerielle -Bechätgiung erhalten hat. Damit dürfte der Fried? und die Aufwärtsentwicklung der otthodoxen Gemeinde wieder gesichert sein, zumal die Ausgetretenen .noch 5 Jahre Steuer zahlen müssen und inzwischen die-Konsolidierung der orthodoxen Gemeinde auch in finanzieller Hinsicht wohl möglich sein wird.' . PalaMna. Brief aus Palästina. Tel-Aw iw , 10. Januar. Die Wahlen zur Tel-Awiwer Stadtvertretung stellten einen Rekord bezüglich der Wahlbeteiligung .dar, denn, 92 Proz. aller Wahlberechtigten, deren Zahl gegen 11000 betrug, stimmten ab. : ' ■■ H Während das bisherige Stadtparlament 45 Mitgliedes hatte, und durch unfruchtbare Debatten der sich bekämp? fenden politischen Parteien in seiner Tätigkeit zum Vesten der Stadt beeinträchtigt wurde/zählt -infolge Verfügung der Regierung das neue Stadtparlament nur 15 Mitglieder. ■ . Die Wahl ergab eine Zweidrittel-Majorität der bürgerlichen .Parteien (10 Sitze), während die Arbeiterparteien bisher die Hälfte ixt Sitze em-nahmen. Dizengoff, der vor drei Jahren durch den Arbeitexvertreter Vloch-Blumenfeld abgelöst wurde, ist nun wie-' der Bürgermeister. Er ist ein sprachenkundiger, repräsentativer, reicher, älterer Herr, angesehen bei der Re-- grerung, jedoch ohne Initiative. Cr hatte zur Zeit der vierten Alijah den Bodenwucher- und andere Ausbeutungen der Einwanderer gewähren lassen, ohne seine Stimme dagegen zu erheben. Er dürfte jedoch von den Personen, die sür den Bürgermeisterposten in Frage kommen, der geeignetste gewesen sein. Personalien. Rabbi Leb Friedmann Prehburg, 14. Januar. Am 9. Schewat sind es 10 Jahr«, seitdem eine Leuchte und Zierde Israels, der berühmte i"'^ vrr - der Preßburger orthodoxen Gemeinde, Rabbi Leb Friedmann r-’i seine durchgeistigten, gütigen Augen für immer geschlossen. Die Lucke, die sein allzufrüher Heimgang, er wurde kaum 57 Jahre alt, nicht nur m der Gemeinde, Jeschiwoh in Oesterreich-Ungarn und weit über die Grenzen hinaus dem zurückließ, ist nach dem Verlauf des ersten Jahrzehnts noch bedeutend und groß und alle, die das Glück hatten, dieser überragenden Persönlichkeit im Leben nahezuftehen, werden die Schwere des Inhalts des prophetischen Schmerzensrufes empfinden. iiSDir nb i-mrri epin r6a pp -ny ob Sommer und Winter dahinschwinden, uns ist nicht geholfen. Nicht im Laufe der Zeiten findet diese Wunde Heilung. Rabbi Leb Friedmann b"xr war eine der markantesten Persönlichkeiten der Diaspora. In seinem Werk mp, das von seinem Schwiegersohn,, Rabbi I. Kalisch, im Jahre 1922 der Oeffentlichkeit übergeben wurde, findet 'ich am Eingang eine kurze Biographie des Verklärten b"&, der wir Folgendes entnehmen. In Frauenkirchen, eine der «p einer durch echte Frömmigkeit und wahrer Jüdifchkeit sich auszeichn-enden Gemeinde, erblickte er cm' Jahre 1823 das Licht der Welt und war mütterlicher- «its geadelt als ein Nachkomme des; K*>an dessen Vorbild ihm voranleuchtete, auf dem Wege der nrr->'i mw zu wandeln. Ihm verdankte er seine edlen Charakterzüge und die hervorragende Geistesschärfe. Frühzeitig wurde er dem Quell der Thora zugeführt und besuchte die m-B" der t>rr->p' in Neutra und Eisenstadt. So kam er nach Preßburg und lernte bei i aio ccp jisan und nxsn -pra^vx'rrt' 111 "i Bei Letzterem hatte, er im wahren Sinne des Wortes erftillt. — Als er die Tochter des berühmten V'xt panwa v»a >i als Gattin heimsührte, wurde er bald zum ernannt, ein Amt, das nachher durch die Erkrankung des Oberrabbiners b"w einerseits, owie des n"’a «mi andererseits, die ganze Last und Bürde der großen auf seine jungen Schultern legte. Man bewunderte den Löwenmut des rrain' nns -m der vom frühen Morgen bis spät in die Nacht alle 'a-is *vnx mit staunenswerter Pünktlichkeit und Genauigkeit zu lösen vermochte. Als er nach der Erkrankung des p*n dessen m-nyp in der man-o"p übernommen, da leitete er sein Lernen mit den Worten des um» ein: -ms Vas 'n aainni maiix» oVia myn Va » mp ivrw na in ncnpa nnVn ’a m iwaiirr psai ii'a er sagte: David, der jüngste seiner Brüder, enffchloß sich nur schweren Herzens, die Regierung über das Volk Israel zu übernehmen, er dünkte sich zu gering und unbedeutend den Aufgaben, die ihm gestellt werden, gerecht zu werden. Als ihm aber die Worte Korachs in den Sinn kamen: trema oVia rmn Va » da war er mutig und spielte auf der Harfe em- Danklied für die besondere