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Der Israelit · 1929-01-10 · Heft 2 (10.1.1929) · page 14

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Journal
Der Israelit
Volume
70 (1929)
Issue
Heft 2 (10.1.1929)
Date
1929-01-10
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 2. Nr. 2 D e r Israelit Kassenbericht. In der Diskussion sprachen die Herren Hermann Reich, Stein und Peichart. In der anschließend oorgenommenen Wahl wurden die turnusmäßig ausscheidenden Herren Dr. Markus Hirsch und Fritz Stern wieder-, die Herren S. H. Katzenstein und Jakob Edinger neugewählt. Zum Präses wurde Herr Jof. Sänger einstimmig wiedergewählt. Als Jugenddelegierte wurden durch Wahl die Herren Walter Strauß und Jul. Halberstadt bestimmt". Der Vorsitzende schloß die Versammlung mit Worten des Landes an die ausscheidenden Verwaltungsmitglieder, insbesondere an Herrn Dr. Lindenbaum, der im Vorstände eine Reihe von Jahren erfolgreich wirkte. Geschichksvorlrag im Alekor Chajim. Der Geschichtsvortrag am nächsten Sonntag im Mekor Chajim behandelt das Uebergreifen der Inquisition auf Portugal, die Austreibung aus Portugal und die ersten portugiesischen Niederlassungen in Holland. Der Vortrag beginnt präzis 6 Uhr (Langeftr. 18). Gäste willkommen. Der große Sijum des Schatz-Vereins. ' Vom Vorstande der Chewrah Schaß wird uns geschrieben: In Ihrem Berichte über den vorwöchentlichen großen Sijum der Chewro Schah Ostendstrahe heißt es u. a.: »Ein Jünger aus der Schneiderschen Jeschiwah lernte Schaß aus". Es muß dahin richtig gestellt werden, daß Schaß vom bekannten, seit kurzem hier wohnhaften 18jährigen Herrn Jakob Krinfüß aus Kiew ausgelernt wurde. Frau Henriette Heuberger rr'tf- Wenn es das höchste Lob für eine Frau bedeuten soll, daß sie Mutter war, so kann mit diesem Worte all das bezeichnst werden, was die mit 82 Jahren dahm'gegangene Frau Neuberger an Güte und Liebe ihrem Hause, ihren Kindern und einer weiteren Umgebung gegeben hat. An der Seite ihres vor zwei Jahren ebenfalls als Achtziger dahingegangenen und ihr in Liebe verbundenen Gatten führte sie ein Haus der schlichten Frömmigkeit und jüdischen Gastlichkeit, zusammengehalten von einem jüdischen Familiensinn,, aus dem köstliche Früchte für die jüdische Zukunft erblühten. Acht Kinder erwuchsen diesem Hause. Vier Söhne und vier Töchter, von denen sechs sich ihre eigenen Häuser auf den gleichen Grundpfeilern wie das Elternhaus errichtet haben, konnten vor einigen Jahren mit ihren Kindern im Elternhause das Elternpaar in der goldenen Krone des 50jährigen Ehejubiläums umgeben. Zwanzig Enkel schauten zur ehrwürdigen Großmutter 'in Liebe und Verehrung hinauf, von denen jedes einzige ihr ans Herz gewachsen war. Was sie in einem langen Leben für ihre Kinder und Kindeskinder in ihrem Mutterherzen an Wünschen und Segnungen trug, möge sich an ihnen erfüllen. Sie wird in ihrem Andenken fortleben. In der Friedhofshalle der Israelitischen Religionsgesellschaft sprach an der Bahre Herr Rabbiner Dr. Ansbach e r - Wiesbaden herzliche Worte des Abschieds, im Haufe entwarf am letzten Schiwotage Herr Redakteur S. Schachnowitz, ein frühever Nachbar der Familie, ein getreues Lebensbild der Entschlafenen. Baruch Vlalinowski Im Alter von erst 56 Jahnen schied vor kurzem Baruch M a l i n o w s k -i, eine wohlbekannte Persönlichkeit, aus dem Kreise seiner vielgeliebten Kinder und Freunde. Ein guter Talmudkener, aus östlichen Jeschiwaus hervorgegangen, betätigte er sich hier viele Jahrzehnte in echtem, schlichten crns? ns-p- In seinen Mußestunden oblag er dem Talmudlernen, so lernte er bis zuletzt noch als Mitglied des Schaßvereins jedes Jahr seinen Traktat aus. Von einer frommen Geduld und einem unerschütterlichen Gottvertrauen beseelt, konnte er auch die schwere Krankheit ohne Murren ertragen. Vor zwei Jahren ging ihm die Gattin, mit der er in glücklicher Ehe gelebt und vier Kinder, zwei Söhne und zwei Tochter, zu guten Menschen und echten Jehudim erzogen hatte, in den Tod voran. Da kränkelte auch er, wie von tiefem Heimweh ersaßt, dahin; der Mann, der in Kraft und Schönheit stets daherkam, war gebrochen, der Lebensabend senkte sich früh und war bei schwerem Leiden verschönt durch die aufopfernde Liebe der Kinder. Er wird in seinem Kreise unvregessen bleiben. Mit dem Lsra im Schwarzwald. (Don einem Teilnehmer.) Nach umfangreichen Vorbereitungen brach der Esra am 30. Dezember mit 17 Geführten und 3 Führern auf, um von Sonntag bis Donnerstag im Schwarzwald zu wandern. Mit Tagesanbruch rief man zur Tefillo, an die sich allgemeines Essen anschloß. Die Fahrt verlief planmäßig, wie es nicht anders zu erwarten war, wenn 16jährige Esräer mit idealen Führern auf die Tour fahren. Am frühen Nachmittag (2.45 Uhr) traf unser Zug im Standquartier Hinterzarten ein bei hohem Schnee trotz Regenprognose der gesamten Elterschnast. Dann begann das eigentliche jüdische Wanderleben, Minchah und Maariw, gemeinsames Essen, Abendspaziergang nach dem 4 Kilometer entfernten Titisee, den wir leider nicht recht in der Dunkelheit erkennen konnten, obwohl fast alle Wanderer ihre brennenden Taschenlampen („Funzeln") auf die Stelle richteten, wo mutmaßlich der See lag. Man wartete auf eine Erleuchtung von oben, die prompt — nicht kam. Rückweg — Essen — kaltes „Bett" (das Feuer im Matratzenzimmer war aus gegangen) — Witze — kalte Luft durchs offene Fenster — leichtes Schlummern — man war froh, denn endlich war die Nacht herum. Den gemeinsamen Morgenkaffee mutz man miterlebt ha- Eröffnung der Wanderausstellung des „Ork". Die außerordentlich interessante Wander-Ausstellung des ■ „Ort", auf die in der letzten Nummer bereite' hinge wiesen wurde, wird am 14. d. M. im Kaufhaus Hansa eröffnet. Ihre Dauer ist auf acht Tage berechnet, sie wird von hier aus zunächst nach London übersiedeln. Sitte „Jeschiwoh im Schnee". In der unter dieser Ueberschrift auf der Romanseite der-jüngsten Nummer veröffentlichten Schilderung der Jeschiwoh zu Montreux wird u. a. von den litauischen „Unterdozenten" gesprochen. Berichtigend ist zu bemerken, daß die vier aus Litauen stammenden Mitglieder der Lehranstalt als Volldozenten im Hauptamte wirken, wozu sie ihre reiche Vorbildung und der in Telsch gewonnene Tm^n yn befähigt. „Unterdozenten" sind einige Bachurim der obersten Gruppe, die teilweise in den Untergruppen Schiurim geben, darunter drei Schweizer. Frankfurter Vereinskalender. Verein Mekor khajim. Freitag abend nach Schul, im Hörsaale Friedberger Anlage, Herr Dr. Hofmann- Samstag morgen, narb Lüul, im Hörsaale Fried bergen Anlage, Dinim, Herr Dr. E Posen. — Nachmittag y4 Stunden vor Miacho im Vereins lokale, Newiim, Herr Dr. W. Gasmann. Sonntag morgens nach Schul, im Hörsaale Frtedberg. Anlage ( drnw Mittwoch), tm "N Herr Redakt. S. Schachnowitz. — Vormittag 8 Phr. Vereinslokal (eberfo l!2 Stunde nach Sadbatausgcmg), Gemoro. Herr Joachim Soffer. — 9‘/4 Uijr Vv" mittag (ebenso Dienstag nachmittag 6 /2 Uhr), Gemoro, Herr R.-A. G. Posen. — Abends 6 Uhr im Deremslokale Langestraße 18, Vortrag des Herrn Red. S. Schachnowitz über "Gerusch Portugal" nach alten Urkunden. Montag noch Schul, tm Hörsaole Friedberger Anlage (ebenso Donnerstag), Mifchna, Mitgliederlernen. — Abends 7 Uhr (ebenso Mittwoch) im Veceinslokale, Gemoro, Herr Rabbiner Dr. Jof Breuer. — 8lk Uhr abends (ebenso Donnerstag), Gemoro, Herr Dr. E. Ptten. Dienstag morgen nach Schul, im Hörsaale Friedberger Anlage (ebenso Freitag), Mischna, Herr Dr. E Posen. Don Sonntag bis einschließlich Donnerstag abends 83A Uhr tm Veceinslokale, Schaslernen des Herrn Herz Holpern. Iahrz eitsstistungen. Montag, 1'. Januar. Benny Benjamin-Stiftung. Aguda, Jisroel-Jugendgruppe. Sonntag, 8 Uhr vormittag (ebenso Mittwoch 9 Uhr abend) Ldumisch. Herr Leopold Oppenheimer. Montag, 9 Uhr abends (ebenso Mittwoch) Mischna. Herr Rechtsanwalt M. Katz. — 9 Uhr abends (ebenso rat? nachmittag 3 Uhr) Gemoro. Herr Emanuel Wolf —9 Uhr abends (ebenso Donnerstag) Gemoro. Herr Gerson Schnerb. Dienstag. 3/49 Uhr abends (ebenso mw ^46 Ub Gemoro. Herr Leo Schnerb. — 3I*9 Uhr (ebenso raty 3 Uhr nachmittag) Gtmoro. Herr Dr. W Hosmann. — 3/49 Uhr abends (ebenso ras? 3M0 Uhr vormittags) Gemoro. Herr Dr. Js. Posen. Mittwoch. 3/49 Uhr abends, Kizzur. Herr Theodor Spiegel. Donnerstag, 9 Uhr abends, Chumisch. Herr R.-A. Js. Rosenheim. Freilag, abends nach Schul, Muffar. Herr B. Rachelsohn. — 8 Uhr Gesellige Zusammenkunft. rms?, 3/4ll Uhr vormittags, Gemoro. HerrLippmann Kurzweil. — 3/4U Uhr vormittags, Kizzur. Herr Louis Kahn. — SU12 Uhr vormittags, Kizzur. Herr Gerson Schnerb. — 3 Uhr nachm., Gemoro. Herr Tarsts. — 4 Uhrnachmittag, Sidro. Herr R. A. M. Kotz. ben. Täglich wunderschöne Touren nach dem Feldberg, ins Höllental, nach der Ravenna-Schlucht, nach Posthalde nach Höllsteig, nach Bärental, nach Löffelschmiede u. u. Abends immer das gleiche Bild, wie am ersten Abend, nur war man durch Schaden klug geworden, das Feuer brannte nun stets die Nacht durch. Es ist angebracht, das Bild zu schildern, wie es 10 Minuten nach der Parole „ins Bett" im Hause aussah. Vor dem Hause am Brunnen wurde gespült, in der Küche wurde geräumt, im Tagesraum lernte man noch, oben lagen schirm einige sehr müde im Bett, andere waren mvt Ausziehen beschäftigt, am Ofen stand der „Oberheizer" und warf Scheit auf Scheit in die Glut, im Nebenraum wurden Schuhe für den nächsten Tag gefettet, doch so geschäftig sah es keine 10 Minuten aus, denn bald lag Alles im Bett und man lauschte den heiteren Erzählungen und Anekdoten der Witzbolde solange, bis der Hauptführer „Ruhe" verlangte, die dann auch binnen weniger Sekunden eintrat. Man vergaß auch nicht, zu „lernen". Alles saß um einen großen Tisch, man hatte sich beliebig in drei Abteilungen geteilt und jede Abteilung lernte unter der Leitung eines Führers die 1. Mischnah des 1. Pereks der Maffechtah Mackoch. Wenn man einen Augenblick die Augen schloß, meinte man wirklich im großen Hörsaal einer Jeschiwoh zu sein. Leider waren es nur 5 Tage, die mir zusammen sein konnten, bis es wieder 10. Januar 1929 Jeden Tag von s-11 Uhr Gelegenheit zum Lermn jeglicher Art. Don 12—1 Uhr, Düs Jaumi. Herr Herz Halpern. > Aguda» Jisroel-Mädchengruppe. Montag, y29 Uhr abends, Mischle. Herr Lehrer S. Unna. Dienstag, 9 Uhr abends, Tenach. Herr Dr. Weger. Mittwoch, 7*9 Uhr abends, Dinim. Herr Lehrer Hicschberg. ms? nach Schul. Schmnel. Herr Julius Lewin. — 4 Uhr nachmittags, Chummisch und Raschi. Herr Lehrer Hicschberg. Freitag, 8l/s Uhr abends. Gesellige Zusammenkunft. Jüdische Frauenvereinigung. Gemütliche Zusamm nkunst am Dienstag, den 15. Januar nachmitt, im Promenaden-Cafe Friedb raer Anlag". Gesang: Konzertiängetin Alice Kassel. Am Klarer F au Klärchen Wohlsarth. Llwjalh Lhen-Verein. Samstag nacbm. 4T/4 Uhr im Hörsaale Friedbergeratenge, Vortrag des Herrn Red. S. Schachnowitz (Die Sendung Moses). Gäste willkommen. Beshomidrofch, Ostendstraße 11. Rabbiner M. Karpel: Sonntag von 7—8 Uhr abends "rupiy ratf nai, M-rntag. Dienstag und Donnerstag von ^-^lO Uhr iiv'S? ratf 'im. n^nn rmn- Schwanenstratze. Schachr s täglich 7 10 Vormittags 3'NvQ täglich 7.30 Abends Jüdischer Turnerbund. Herren: Donnerstag. 8V2—10 Uhr. Gymnastik und Turnen. Annaschule. ÄUe Herren: Mittwoch 83/4-10 Uhr, Gymnastik und Turnen: Annaschule. Jugend: Donnerstag, 8l/2~10 Uhr, Gymnastik und Turnen. Annaschule. Damen: Donnerstag, 8y2-l0 Uhr, Gymnastik, und Turnen. Liebstauenschute. Frauen: Mittwoch, 7s/4—9 Uhr, Gymnastikkurs, S. R. Hirsch-Schule. Knab.n: Dienstag, t>—7Vs Uhr, Gymnastik und Turnen, Annaschule). Mädchen: Mittwoch. 472—7 Uhr Gymnastik und Turnen Abttg. I (bis 10 Jahre). 472 5V» Uhr Adtlg. II (über 10 Jahre). 572-7 Uhr, Annaschule. - Kleinkinderkurs: Dienstag und Donnerstag Vormitt. von 72tt—7zi2 Uhr, Wt berstraße 38 Sonntags: 8-10 Uhr, « chwtmcnkurs für Herren im Städtischen Schwimmbad. (Leitung Turnbruder Jacob Ganz). 10—12% Uhr Dorturnerkurs. Alle 1i Tage Wanderungen. Gebetzeiten, rrirri rat? Freitag abend 4.25 Samstag n»22?n 7.05 Samstagsmorgen 8.— : Samstagnachmittag 1.— und 4.— Samstagabend 5.40 Wochengottesdienst: Borgens 7.— Nachmittags 4.30 Tefillin-Legen am Morgen 7.— BiOXULTDA Die stark schäumende Sauerstoff-Zahnpasta toirb von vielen Zahnärzten als beste Zahnpasta bezeichnet und selbst benutzt. Kleine Tube 80 Pf. BIOX-MUNDWASSER Flasche 1.— und 2.— Ml. Gegen lockere Zähne. Prob e-Flasche gratis. Max E!b A. G., Dresden „packen" hieß. Leider, denn die 3 Tage waren von keinerlei Mißton getrübt, wie überhaupt im Esra im Allgemeinen die Harmonie ihre Heimat hat. Wir sind nicht nur gewandert, wir . haben gelernt, slebstänüig zu sein, selbst zu kochen, selbst zu spülen, unsere „Betten" (Matratzen mit Strohsäcken) selbst in Ordnung zu halben. Falsche Schonung gab es nicht, man wusch sich im Freien an einer Quelle/rücksichtslos schickte man 2 Jungens am Neujahrstag ins Dorf, um 4 Laib Brot zu Halen, die sie dank ihrer Geschicklichkeit erhielten, und von denen sie dank ihrer Ungeschicklichkeit 2 Laib in einen Bach fallen ließen. Wir Jungens sind uns menschlich näher gekommen dadurch, daß wir gemeinsam gelebt haben, wir haben uns über Fragen unterhalten, die in der Stadt gewöhnlich unberührt bleiben, wir haben gelernt, Sachen, die wir gerne allein geiroffen hätten, der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen. Der Ausflug war trotz einiger Mißftände sehr harmonisch. Wir danken den bewährten Führern des Esra für den Opferwillen, uns Tage ihrer wertvollen Ferien '' für diese Tour bereitwilligst zur Verfügung zu fteüem, und wir hoffen, daß es nicht bei dieser Wintertour bleibe. W—g.

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