Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 69 (1928)
- Issue
- Heft 52 (27.12.1928)
- Date
- 1928-12-27
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Sette 2 Nr. 26 Der Israelit I a t t e r 27. Dezember 1828 wirklichen Einstellung abgeben. Er muh seine Anschauung viel mehr auf Lücken untersuchen, die ihn zu einem tieferen Studium von Tauroh antreiben. Sein Standpunkt hat sich mit der Zeit so kristallisiert, daß ihn nichts mehr zum Wanken zu bringen vermag, er kann einer unserer Besten werden. Wohl muß man Tauroh um ihrer selbst willen lernen, aber es ist auch ein Gebot zu lernen, damit man weiß, was man dem Epikoräer zu antworten hat. Noch etwas Prinzipielles zu dieser Frage! Zwölf Tausend junge Judenumfaßt der Verband, der Prozentsatz der Gesetzestreuen ist sehr gering. Unsere Aussichten, hier etwas zu erreichen, sind genau so gering. Aber die Aussichten sind sicher da. Wenn man jemand von einer mn» zurückhalten kann und man tut es nicht, so wird sie einem selbst angerechnet. Hätte der 23.1.1. D. keine gesetzestreuen Mitglieder, so wurde — auch nach W. S. S. Ansicht — dieser Paragraph nicht stehen. Wieviele rvnns; würden mehr getan werden! Hierzu kommt noch die Aussicht, daß von den vielen Tausend wenigstens einige Wenige Seelen dem Klall Israel gerettet werden. Wie einst Vater Abraham von •n die Zusicherung erflehte und erhielt, daß er wegen 5 Gerechten 2 Städte schonen würde, so werden auch die Arbeiten im V. I. I. D. solange nicht zwecklos, als diese Verpflichtung besteht -.■pn m b's -nns/n rrb Du sollst nicht stehen an dem Blute Deines Nächsten. Es ist deshalb nicht mehr an der Zeit, wie Dr. Nathan Birnbaum so treffend sagt, daß die Orthodoxie sich grollend wie eine beleidigte Dame auf das Sofa zurückzieht, und dann schimpft und klagt. . . Sondern es ist auch mal wieder nötig, etwas Leben in der Orthodoxie feststellen zu können und zu zeigen, daß sie noch lebensfähig, d. h. noch entwicklungsfähig ist. Nicht gegen, sondern mit uns sollten Sie gehen. A. S. in Gelsenkirchen. Nachbemerkungen der Redaktion: Vorstehender Aufsatz gelangt durch ein bedauerliches Versehen erst jetzt zur Veröffentlichung. Er bezieht sich auf die Ausführungen des Schriftleiters in Nr. 15 der „Blätter". Der verehrliche Schreiber hat unsere seinerzeitigen Ausführungen bezüglich des' Paragraphen 2 vollkommen mißverstanden. Wir haben ausdrücklich erklärt, daß wir den Paragraphen 2 in der Verbandssatzung nicht misten möchten, - 1. wegen seines Inhaltes an sich 2. weil er die Unmöglichkeit einer Neutralität demonstriert. Er gibt diese -auf, er muß sie aufgeben, zu Gunsten des gesetzestreuen Standunktes, wenn er auf die Mitarbeit gesetzestreuer Jugend nicht von vornherein verzichten will. Es soll nicht bestritten werden, daß die Mitarbeit einzelner orthodoxer, prinzipienfester und stark geistiger Persönlichkeiten für den Verband von Vorteil ist, und für diese selber nicht zum Nachteil zu sein braucht. Es ist aber ebenso unbestritten, daß die Zusammenfassung der Jugend unter dem Banner der Neutralität eine ungeheure Gefahr bedeutet. Sie läßt die Jugend in dem Glauben und bestärkt sie darin, daß es verschieden fundierte Judentümer gibt, und daß dem Einzelnen die Stellungnahme zu ihnen, die freie Wahl, überlassen ist. Gerade die Meinung, die auch der Artikelschreiber vertritt, daß der Paragraph 2 der Satzung eine Konzession an die gesetzestreuen Mitglieder des Verbandes bedeute, sollte ihm die Augen öffnen. Eine Organisation, die jüdische Jugend erzieht, und bei dieser Erziehungsarbeit die Beobachtung des Religionsgesetzes als eine Konzession an die Gesetzestreuen auffaßt, aber nicht als eine unbedingte, von keinerlei Rücksicht oder Vorsicht diktierte Voraussetzung fordert, ist eben nach unserer Auffassung nicht der Boden, auf dem sich die thoratreue Jugend zu bewegen hat. Der verehrte Artikelschreiber erinnert an Abraham. Abraham hat seine Altäre mitten in die heidnische Welt hineingepflan-zt und. die Suchenden zu sich gerufen. Kreis. Sie sitzt nicht wie eine beleidigte Dame auf dem Sofa, sondern — und damit zitieren wir ein anderes authentisches Wort, von Nathan Birnbaum — „sie geht in stolzer Einsamkeit ihren Weg", sie muß ihn gehen, denn nur so kann sie dafür sorgen, daß in einer Zeit nivellierender Neutralität, auch Gott gegenüber, Seine Souveränität und die Souveränität Seines Gesetzes in stolzer Unerschüttertheit für alle Zeiten gesichert bleiben. Aus der Bewegung. London, 11. Dezember. Aus Anlaß der Anwesenheit des Präsidenten der orthodoxen Landeskanzler in Bratislawa, Oberrabbiner Weber, veranstaltete das Londoner Keren Hathora-Komitee unter Vorsitz vor Rabbiner Dr. V. Schönfeld einen Empfang zu Ehren des illustren Gastes. Der Vorsitzende begrüßte Herrn Oberrabbmer Weber ln warmen Worten. Die tschechoslowakische Orthodoxie könne der orthodoxen Judenheit auf der ganzen Welt als Beispiel dienen. Die slowakische Orthodoxie sei in einer großen Körperschaft organisiert und infolgedessen blühe das traditionelle Judentum in diesem Land. Oberrabbiiner Weber könne sich in erster Reihe das Verdienst an der Aufrichtung dieser Organisation nach dem Kriege zumessen, deren Haupt er nun sei und die man als Bollwerk des jüdischen Glaubens in der Diaspora bezeichnen müsse. Oberrabbiner Weber gab seiner Freude Ausdruck, daß es ihm wieder einmal vergönnt sei, London zu besuchen. Er präsidiere einer Organisation, die 150 Hauptgemeinden mit 400 Zwerggemeinden und einer Mtgliederschaft von nahezu 160 000 Seelen'umfaßt. Nicht weniger als 3000 junge Leute besuchten die Jeschrwoth in der Slowakei und in Karpathorußland. Jedenfalls müsse man sagen, daß das gesetzestreue Judentum in diesen beiden Lande steilen der tschechoslowakischen Republik in lebendiger Blüte stehe, während in Böhmen und Mähren leider außergewöhnlich traurige Zustände in religiöser Hinsicht herrschten. Die rechtliche und poliitsche Stellung der Juden in Tschechoslowakei sei außerordentlich gut. Rabbiner Weber gab seiner Ueberzeugung Ausdruck, daß das orthodoxe Judentum sich nur in vollkommener Unabhängigkeit gebührend entwickeln könne, und es freue ihn zu sehen, daß auch in England Ansätze nach dieser Richtung hin vorhanden seien. Für die Londoner. Aguda schloß sich Mr. Harry Goodman den Willkommengrüßen des Vorsitzenden an. Er begrüße in Oberrabbiner Weber einen der bedeutendsten geistigen Führer der Agudabewegung. Es prachen noch Rabbi Mett, Mr. Joseph Weil u. a. In einem Interview unterstrich Oberrabb. Weber nochmals die günstige politische Lage der Juden in der Tschechoslowakei. In den zehn Jahren der Existenz der tschechoslowakischen Republik, habe es noch niemals eine Judendebatte im Parlament gegeben. Das sei die Folge des Geistes absoluter Gerechtigkeit, der von der höchsten Stelle des Staates, vom Präsidenten Masaryk ausgehe. Rabbiner Weber gab ferner feine Befriedigung über den Verkauf der letzten Wahlen zu den Landtagen in der Tschechoslowakei Ausdruck. Wäre nicht der rabiate Natlkmulismus der Prager Zionisten, von dem sich ihre 'lowakisch^ Gesinnungsgenossen diesmal erfreulicherweise, kosgefagt haben, so könnten, wie in der Slowakei auch.jjn dtzn andern Teilen des Staates sehr leicht einheimche Mische Listen bei den Parlamentswahlen zutande kommen. Die orthodoxen Gemeinden in der Slowakei bekennen sich offiziell zur Aguda und sie betrachten Rabbi . Chajim Sonnenfeld als ihren geistigen Führer. Dessen Meinung werde auch maßgebend sein für die Stellung -zur ll-ewish Ägency. Am Schlüsse des Interviews-gab,.Rabbiner Weber der Hoffnung Ausdruck, daß immer weitere Kreise der Londoner Judenheit sich hinter Rabbiner Dr. Schönfeld stellen würden, um den Bestand und die Entwicklung einer unabhängigen kommunalen Organisation zu fördern. London. Die Tätigkeit Nr hiesigen agudistifchen Jugendgruppe hat sich in den letzten Monaten gut entwickelt. Unter den Vortragenden, die während der letzten Zeit sprachen, befanden sich Oberrabbiner Weber aus Pieftany, Rabbi Moses Blau aus Jerusalem und Herr N. Rossel aus Mentone, der jetzt ein Amt bei der orthodoxen Gemeinde in Melbourne antrttt. Mr. A. Goodman referierte in der Gruppe über die Delegation zum Oberkommissar und Mr. Rottenberg prach über „Aguda und Misrachi". Am Chanuka fand eine gesellige Zusammenkunft statt. Die Gruppe kommt jeden Dienstag abend, 27 Lordship Park zusammen und hat häufig bie Freude, Agudisten vom Kontinent, die vorübergehend in London weilen, bei sich zu begrüßen. Der Gruppe sind solche Besucher immer herzlich willkommen. Nürnberg. Der Verband gesetzestreuer jüdischer Jugendvereine Bayerns (r. d. A.J.J.O.) hält feinen -diesjährigen Berbandstag am Sonntag, den 30. Dezember 1928 in Nur m b erg ab. Neben dem Geschäftsbericht des Vorsitzenden, Herrn Rechtsanwalt Dr, Gustav Münz und dem Käffabericht des Herrn Alfred Bauer, bringt die Tagung bedeutfame Referate, die von bekannten Jugendführern gchal- Herr Dr. med. Arnold Merztzach über Ne im Mittelpunkte des praktischen Interesses stehenden „Berufs- und Wirtschaftsprobleme d e r j ü d i scheu I u g e n d" referieren 'wird. Für. den. Abend ist in Gemeinschaft mit den Nürnberger und Fürther Agudogruppen eine öffentlicher Vortrag vorgesehen, an dem Herr Jacob Rose n heim- Frankfurt a. M. über Ne kommende Kenefsio Gedau.lo spricht. Leipzig. Sehr erfreulich ist es, daß feit einiger Zeit Ne Leipziger Jugendgruppe sehr segensreich wirkt und daß dis gesetzestreue Jugend mit frischem Mut und stets neuer Kraft Ne Aeiteren ausmuntert und zu neuem Schaffen anvegt. Eine sehr nützliche Einrichtung ist es auch, daß die A.J. Jugendgruppe Diskussionsabende veranstaltet. In diesen Abenden ist Gelegenheit gegeben über jüdische Probleme zu diskutieren und sich frei auszufprechen. Einen solchen Diskussionsabend hatte Ne Jugendgruppe am vergangenen Sonntag, an dem Herr Hirsch Merkin über Ne Aufgaben der Agudas Jisroet!-Jugendgruppe referierte. Wer Herrn Merkin kennt, weiß was Ne Jugend an ihm hat. Er verstand es ausgezeichnet, die Zuhörer mit seinen Ausführungen zu fesseln. Trotzdem er fast zwei Munden lang sprach, konnte man doch unter den zahlreichen Zu- Hörern keine Ermüdung bemerken. Dieser Dortrag galt hauptsächlich den- Vorbereitungen zur Kenefsio Gedaulo, Ne im Elul 5689 stattsinden soll. Die Leipziger Jugendgruppe kann sich mit Stolz zu den stärksten Gruppen Deutschlands zählen. Zwar klein an Zahl, denn noch immer gehören ihr nur ein Bruchteil der Leiziger Jugend an, aber groß in Qualität und stark von dem Wunsche beseelt ist Ne A. I. I. Ne hohen Ideen der Agudas Jisroel in Ne Tat umzusetzen. Stellenvermitklungszentrale der Agudas Zisr. Jugendorganisation Frankfurt a. ITC; Sandweg 32 (3. Stock) ■? Wir vermitteln Sabbatfreie Stellen Wir gewähren kostenlose Rechksberakung Offene Stellen Metalle, Frankfurt, franz. und engl. Korrespondentin. - Verlag, Frankfurt, Stenotypistin. Textil, Fulda, Kontorist. Restauration, Baden, Kochlehrling. Getreide, Kurhessen, Kontorist (branchekunNg). Manufaktur, Württemberg, Lehrling. Lederwaren Frankfurt, Lehrling (evtl, mit Kost). Manufakturwaren, Witzenhausen, branchekundigen Detailroisenden. Metallwaren engros, Nürnberg, Reisenden. Manufakturwaren, Lohr, Verkäufer (freie'Station). Manufakturwaren Marktbreit, branchekünNgien Reisenden (nicht unter 25 Jahr). Manufakturrvaren Marktbreit, Lehrling. Metalle, Frankfurt, Lehrling. Kartoffel engros, Frankfurt, Lehrling. Wir suchen: Aushilfsarbeiten (für Büro, Lager, . Kuvertschreiben, Packer für halbe und ganze Tage). Telefonische Mit-' teilungen an Carolus 42570.,? Die Sprechstunden der Stellenvermittlung der Agudas Jisroel in Frankfurt!«. > M. finden nunmehr Montags und Donnerstags atzend von 8—9 Uhr in der Schwanenstraße 12 statt.; Bewerbungen nebst Zeugnisabschriften sind zu richten an die S tellenvermittlungszentrale der - Agudas Jisroel-Iugendorganisation. Frankfurt a. 2N., Sandweg. 32 (3. St ). 150 151 153 156 157 159 161 162 163 164 165 166 168 169 Spendenliste ten werden. Herr Dr. 1T„S Frankfurt a. M. wird über das für jede Gemeinfchaflst """ >0 /Ufk aucy Arbeit grundlegende Thema „Mensch oder Masse" AgudllS Jisroel Jeden, der kommen will, m ihren suchen, mährend Herr Dr. Max Co heu-Köln a. Rh. der Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel, Frankfurt am Main, Postscheck-Konto 53 900 Frankfurt am Main. Keren Lrez Jisroel. (Schulwerkfond.) Antwerpen: dch. Rabb. M. Mau: frcs. 100, I. M. Spira frcs. 100. Richter frcs. 1000, Wellner frcs. 250,Prins frcs. 100, M. Meiersdorf hfl. 10, D. Rottender hfl. 10, D. Schund hfl. 10, Glasbakd hfl. 10, S. Finkelstein hfl. 25, Jos. Frvedmann hfl. 5, H. Rottenberg hfl. 10, A. Schreiber hfl. 6, K. Spira hfl. 100, Klug frcs. 50, H. Fischer frcs. 200, I. Timberg frcs. 100, I. Birnbaum frcs. 1000, S. Kleinhaus frcs. 1000, Schub frcs. 100, Rahersdorfer frcs. 150, Luntzer Pfd. 2, Lamm Doll. 10, Harry Gatner Doll. 10, Gutmann Güthwirth frcs. 300, W. Rottenberg ftcs. 100, M, Krngel hfl. 10, Obsrrabb. Rottenberg frcs. 100, . Hirsch Rottenberg hfl. 10, S. Ehrmann frcs. 100, S. Timberg frcs. 2Y0, S. G. Schreibers frcs. 200,, M. Spira hfl. 10, Burak frcs. 300, I? Wachsstock frcs. 150,: .Einhorn frcs. 50, Nußbäum frcs. 75. ' , ■ Bad Schwalbach: H. Katz Ww. 3. Berlin: Dr. Emil Hirsch 1220, Palästina-Komite-e 350, Eugen Friedmann 10, Rosa Gottgeher,10.80. Beuthen: Lehrer Sally Grünebaum 5. Birkenau: Emanuel Löb 3. Breslau: Frau Lea Jedwab für Mädchenschulen^ 150. Darmstadt: H. Barnaß-Spende und Sammlung 12. Düsseldorf: H. Gottlisb 33. - ' / ' .!