Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 69 (1928)
- Issue
- Heft 49 (6.12.1928)
- Date
- 1928-12-06
- Page
- – (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 4 Nr. 49 Der Srraettt 6 Dezemoer 192k zelnen. Darin besteht der hohe Gehalt des Gottesbewußtseins, daß daraus die Pflicht fol- . gert „der Segen unseres Gottes ist, daß E r uns zu Seiner Ehre erschuf". Das macht uns zum Menschen, unterscheidet uns vom Tiere. Nicht das Gefühl, sondern dessen Veredelung durch die Pflicht. Der Weg ist aber nicht leicht. Leicht ist es, ihn zu gehen, schwer aber ihn zu finden. „Aller Anfang ist schwer" (Machilta zu Jisrau). Es ist leicht, im Lichte zu wandeln, schwer ist es das Licht zu entzüden. Wir bitten Gott darum, „Er möge uns alle mit dem Licht Seines Antlitzes segnen". Er erwidert uns: „Wolle das Licht entzünden". Wage! Mut!' Wille! Das fordert Gott von uns: Ihn zu fürchten, bewußt zu fürchten, sonst nichts. Nur den Kampf eröffnen brauchte Tierschutz. Eine bittere Wahrheit. In der Nummer 46 vom 15. November der „Weltbühne" erzählt Grete Wels auf Grund von Ausschnitten aus Jäger- und Hundezertungen interessante Dinge über „Die noble Passion", d. i. „das Geschäft, wehrlose Tiere über den Hausen zu schießen". Wir geben einiges wieder und betonen, daß die Tatsachen aus Fachzeitschriften herstammen: Da wurden jüngst in der Schorfheide Schweißhunde vorgeführt, und zwar vor einem Publikum von Aristokraten und Militärs. Zum Zwecke dieser Vorführung hatte man soundfoviele Stücke Wild mit Vorbedacht krank geschossen und dann die edlen Bluthunde aus sie gehetzt, die die verwundeten Tiere vollends totzubeißen hatten — welcher Ausgabe sie sich zur Zufriedenheit des Publikums erledigten . . . Ein anderer Fu ll: ein Herr Hasenclever erzählt, in scheußlichem Deutsch und mit widerlicher Sentimentalität untermischt, wie er mi>t einem Matitiabu Gott stritt für ibn Den <3W ersockt Freunde einen Rehbock zur Strecke brachte. Diese Schil- J jderung ist nun wirklich der Gipfelpunkt von Scheußlichkein Mensch. Es gibt kaum etwas Wldorstnkeilt und Tierquälerei: so wird ein Rehbock krankgeschosnigeres, als den? Helden Juda, den Makkab zu fen und drei Hunde werden hinter dem Fliehenden herfeiern. Ich zweifle an seiner Muskelkraft und ' geschickt, den man such ja durchaus nicht entgehen lassen habe ihn damit um nichts verkleinert. Ich feiere feine Willenskraft. Die Makkabäer wagten es, den Kampf zu beginnen. Sie zeigten, daß sie rein sein wollten. „Und dem, der sich reinigen darf — wegen der Trophäe! Das Tier wird immer weiter gehetzt, muß schließlich sogar eine der humansten, die es überhaupt gibt. Also warum gerade hier so eifrig? Etwa weil hierfür Juden verantwortlich sind, die edle Jägerei aber Äne noble Passion feudaler Kreise ist, die sich gebildet nennen? . . . Fred Berger. Spendenliste V e r e i n S k a s s e : I. Rothschild, Gronau 25, Siegst. Bier 1, Marcus, Rees 50, Dr. Rothschild, Dinslaken 20, Büchsensammlung der Gäste in Schleiden 9.70, Bärmann, Köln 10,. Herrn. Kahn, Köln 3, Schwalbe, Rheydt 6, G. Loemenstein, Köln 2, Frau Theodore Breitenbach, Köln 5, RR., Köln 3, RR., Sinzenich 5, Herrn. Vasen, Duisburg-Ruhrort 10,-Frau Albert Horn, Köln 4, Frau Heymann 20, I. Philipp,. Köln 3, Emil Heydt, Köln 40, Moritz Heymann, Siegburg 10, Ungar, Köln —.50, G. Loew enstein, Köln 3, Capellen, Jülich 5, Robert Dinkel, Köln 25, Moritz Heymann, Stegburg 10, Gemeinde Mechernich 4.50, Joachim Fink, Köln 6, Emil Heydt, Köln 40, Lazar Wolf, Köln, 1, RR. 2, S. .. _ v ... . - . , Grünsfeld 2, Moritz Schwarz, Jülich 3, Gurfinkel, dre Wupper durchschwimmen, am cm-deven- Ufer alarmiert: V oß0 Eöniasbäter Köln 5 Victor Loeweluman den Waldhüter, der den verwundeten Bock aufspurt, 77 .- r^eo Ztonlgsypser, zcorn 9, ^zicror WHHDwr und auf zwei Meter — vorbeifchi-eßt. Zum dritten Male stem, München 5, Dr. Rlch- Schwarz, Köln 2, Jenny Weil, Köln 1, Victor Weil, Köln 1, I. Weißmann, Köln 1, M. Auerbach, Köln 1, Ernst will bilft man " Sie enttacben die Klamme Wo mu& fc<15 erschöpfte Tier durch den Fkuß. Endlich, am das Feuer seinen Wea nahm konnten sie' nickt menb '*? Morgendämmerung hat dle Jagd be- Wertzmann, «om i, yjc. Ltueroacy, stom jl, ^rnsi , «euer lernen Nllyrn, ronnren sie nicyi gönnen! — sinkt das Wrld ermattet zusammen, auf emem ' <s^rrt o m fSonmrmrr ©nfn q s ß* 9fn«- ahnen. Ihre Tat war nur, daß sie das Chan- Bahndamm fallen die Hunde über es her. Man schleift Heymann, Äoln d, 5, G. Ansnukkah-Licht entzündeten. Das war ihr Menschenwerk und ihre geschichtliche Bedeutung. ,Wenn wir uns an vergangene Tage erden Bock herunter und jetzt — „aber da wurde er wieder mobil (!)" . . . Mit einem Genicksänger bringen die Helden es dann glücklich fertig, dem armen Geschöpf den Garaus zu machen. Halali! Die Trophäe ist gesichert! innern, so wollen wir damit die Jahre eines j Bei einer Untersuchung der Schußwunde wird noch zynisch jeden Geschlechtes begreifen." Wir lernen von ststsestellt,daß diese ausgeheM wäre, hätten nicht die den Makkabäern nichts als Gottvertrauen, d. h den ersten! Schritt zu tun, den Anfang zu machen. Die Flamme erhält ihren Sauerstoff schon aus der Luft. Darum brauchen wir uns nicht zu sorgen. Wir müssen sie nur entstehen lassen: das „Licht der Einweihung" entzünden. Die Fortsetzung folgt von selbst. Darum schließt Moaus Zur mit den Makkabäern. Gottes Hilfe folgt aus unserer guten Tat. Lohn und Strafe sind kein zufälliges Entgelt, sondern die folgerichtige Wirkung unserer Tat. Sie sind, „der Engel, den die Mizwoh schafft." Was uns diese Brocho also lehrt, ist bewußte, kampfbereites, erfühltes Judentum. Mit einem Worte: Judentum. Denn Judentum ist nichts als die Ueberfetzung von Täuroh. Die Tauroh fordert aber bewußte Juden. Ein bewußt handelnder Jude hat seine Pflicht, die aus seiner Geburt folgt, nicht erkannt. Es gibt nur ein Jüdisches; alles ist jüdisch oder unjüdisch. Wir scheiden nicht Pflicht von Recht; wir haben nur einen Gott, nur ein Leben, kein Zwitterdasein. „Höre Israel, Gott ist Einer!" Huntre mit ihrer Hatz den Rehbock zusammenbrechen lassen. Und nun höre man den Schluß: „Dann nahmen wir einen kräftigen Schluck aus der Flasche, setzten unsere Pfeifen in Brand und wandelten wohlgemut durch die laue Sommernacht heimwärts." Wohlgemut, weil man blutgierige Hunde dazu gebracht hat, einen Rehbock bestialisch zu Tode zu hetzen . . . Warum wir tiefe widerliche Erzählung hier wiedergeben? Nicht etwa nur, um als Juden, denen die Liebe zu allen Lebewesen in die Seele geschrieben ist, die Roheit und Grausamkeit hassen, unserem Abscheu über solche Quälereien Ausdruck zu verleihen, sondern auch aus einem anderen Grunde: Zahlreiche deutsche Tierfreunde sind der Ansicht, der Tierschutz in Deutschland sei schon so vollkommen, daß nur noch ein kleines Steinchen fehle, um den Bau zu vollenden: ein Schächtverbot. Nun, jeder, dem es wirklich um die Sache geht, muß angesichts der bei der Jagd zutage tretenden Greueltaten zumindest zugeben, daß hier nicht gerade von Tierschutz die Rede sein kann. Daß solche Greuel nicht etwa vereinzelt sind und durchaus nicht auf Ablehnung in Jägerkreifen stoßen, geht daraus hervor, daß man sie verherrlicht und sich ob solcher Roheiten zum Helden proklamiert. Hier ist also ein sehr weites Feld für ernsthafte Tierfreunde; über die Grausamkeit, mit der hier zu Werk gegangen wird, besteht keine Meinungsverschiedlenheit. Wohl aber haben hervorragende Autoritäten immer wieder betont, daß das Schächten nicht nur eine humane Methode ist, sondern bacher, Köln 2, 3, Stern, Köln 2, Leo Königshöfer, Köln, 5, Jakob Cohen, Köln 1, do. 1, Dr. Max Cohen, Köln 1, Rosenstock, Köln 1, Sally Jakobs, Köln 2, Dr. Schweizer, Esten 25. B ü ch s e n l e e r u n g e n : Emil Heymann 8.16, A. Lucas, Bedburg 3, Kaufmann, Düsseldorf 16.20, Meyer, Düsseldorf 4.45, diverse Büchsenleerungen 51.15. Zur freien B e'r fü gu n g :,Frl. Schönbach, Köln 6.50, Frau Stern, Frankfurt 100, Wwe. Schwarz, Luxheim 20, Frau Levisohn, Rees 20, Jeanette Frohwein, Neuenahr 10, Oppenheimer, Goch 10, Julius Gottschalk, Neuenahe 20, NN. 100, Moses Schweizer 10, Schwalbe, Rheydt 6, Frau Theodore Breitenbach, Köln.10, Rosenbaum Wald 25, Jac. Schwarz, Köln 10, NN. 5, Frau Zander 7, NN. 5, Alexander 30, NN. 10, NN. 10, Dr. Heß 50, Frau S. Haas, Honnef 10, Felix Loeb, Vallendar 10, Max Hirtz, Grevenbroich 10, Heymanns, Köln 5.30, Alb. Schloß, Köln 50, H. Katz, Bad Schwalbach 3, Frau Heumann, Köln 5, Dr. Oster, Euskirchen 20, NN. 50, NN. 20, Frau Levisohn 5,, Moses Heymann 20, Emil Haas, Köln 20, Jacob Schwarz, Köln 20, Moses Walter, Köln 30, Arnold Weil, Köln 10, Ada Cahni, Köln-Berlin 10. Jr Verlag der Bibliothek des Jüdischen Volksfreundes Cöln: Hohenstaufenring 14. Cöln: Hohenstaufenring 14. Postscheckkonto des Vereins für die jüdischen Interessen Rheinlands Cöln 50648. „Uebersetzungen und Bemerkungen zum Pentateuch“ rmnn by nwi von Rabbiner Dr. B. Wolf-Cöln. Der Cogimentar erscheint in einzelnen Wochenabschnitten. Preis jeder Broschüre Mark 1.— Ganz rTWD geb. zu haben bei Sänger & Friedberg in Frankfurt a.-M. - — Neu erschienen: ^/O2 — Im Druck: Zu haben in allen Buchhandlungen und direkt beim Verlag des Jüdischen Volksfreundes.