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Der Israelit · 1928-11-29 · Heft 48 (29.11.1928) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
69 (1928)
Issue
Heft 48 (29.11.1928)
Date
1928-11-29
Page
– (sequence 17)
Language
German
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WK 17 i l Vrzietyung < Ar ' PäJaaq^iscte Beilage zumBÖsracIif Organ -es Kun-es gefeyestrener jüdischer Kehrer DeutMan-s Göre Ankerrichksbilder. Von Ernst Mayer in Hamburg. - Y 4. .. (Fortsetzung.) Ein Fr er ta g-A b>e nd in e r Kla s s e. Nicht alle Kinder hallen das Glück, einen echten, jüdischen Freitag-Abend erleben zu können, wo sie sehen und hören und fühlen, wie göttliche, Heiligkeit und Weihe ins jüdische Haus einzieht, wo sie ganz und gar eingenommen und erfaßt werden vom heiligen Sabbat-Gedanken. Da muß wieder einmal die Schule einspringen und das jüdische Haus ersetzen, wenn auch nur mit einem schwachen Abglanz der Wirklichkeit. 21N oi'n „Heute ist Erew-Schabbos", übersetzt ein kleiner -laaina!isa aiv Heute ist Freitag ... juv invi „Und morgen ist Schabbös". -NV22N N'2 V» -|Vin >38 dl'N Langsam wiederhole ich diese Worte, da, sagt, einer: „Heute gehe ich in Schul". a»a Vs iVin *3ü “,na VÄ raiv „Morgen gehe ich auch in Schul". Und wenn ich heute abend heimkomme, dann ist es so schön im Zimmer „Da ist schon der Tisch gedeckt." „Da brennen die Schabbos-Lichter": „Da trinke ich Wein". Ja, da ist der Tisch fein weiß gedeckt, wiederhole ich und nehme dabei aus dem Schrank eine weiße Decke, die ich über meinen Tisch breite. Eine Freude! Nun stelle ich die Lichter hin und sage: 12 - “i*.. Zwei Kästchen sind die Berthes; die Berches-Decke wird darüber gebreitet.. „Ich weiß, was darauf steht: •’snpV na©n dv ns tot- „Jetzt kommt der via. „So einen haben wir auch zuhause." Als' ich aber die Lichter entzünde^ entsteht lauter Jubel. „O! O!" Eine seltene, Freude! „Herr M.,. das ist aller eine feine Ueberrafchungl" Die Stimmung ist gerade -recht, -einen freudigen na>Vy oiVv anzustimmen,, den die meisten so, gut es eben geht, Mtsingen. Zwei Jungen sind meine Kinder. Natürlich werden:-sie auch „gebenscht". „Gut Schabbos!" . . . Und . nun der -vnp ... Roch selten sah ich solch leuchtende Kinderaugen! Es muß höchste innere Freude gewesen seinh was manches Kind empfunden. Wir .^waschen" uns zur Mauzie . „Herr M., bei meinem Bruder seiner Fibel ist auch ein Schaf. Zeichnen Sie das doch auch". Bald wissen wir, daß das Schaf ov heißt und y schreit. Und weil ihr so fein gearbeitet habt, bekommt ihr jetzt die Ueberraschung — Fibelseite 1. 6. rM 'döm rnä;■ ${ * _ 1' .. . . i;,K -1 . /„Herr M., stach dem Essen smgen wrr rmmer.- ich has^mal^worsingen?" Josef singt vor, ischÄr. s einitze Mse inia: jetzt wir alle: - - - mVynn ytr? 5. Y i?;W'-’ s-j ,a Der e p st-e^B u ch.sta b e. - >s - Im Gesamtunterricht sprachen wir von der Kuh. Zu diesem- ThMg paßt nun das-Bild auf, der 1. ,Seite, der Män^lbaum-Rothschild'fchen Fibel vorzüglich. Ich' male - «s^äy - die' - Täfele Wir unterhalten- «ns:.- / . , ,fÄ.;r.Wna ‘ "Y ns-' •niVaÄ,'»V.a«ia . .• rünnn nw •naian' tiy ’V r»hn rnaiann Vy fiai: „; : r v Und was, ist l denn auf /dem Bild?, wtederhole 'üch nelle'tchei für die' SchwachexeM^Nrp.Zunge -EM.«WW;;. - : r> •»ms'!n*ifl —vniö ast;.,- . A-YY.Y 'YY ..»ma* imsn’V nRiinf/tiolY';Y; , , ------ .... oyan aiy- ,aiv *» ..* *ry* r nnann bv *n» nai - , . - - - f» iiy nsin 1. «,v. " „^ierr M., ich weiß, was das Mx. fst^ das^ist jei-Nr - NchlürWHsigen — in der spHe^.^egestünde"^ .keM^S^-:Wrs^en Berg und die SoMh -2«d^öaDHÄüch^ rnsnip NNBN1 - " Während des Sprechens schreibe ich: » » »- Wie siWei't'W'Krth?? . »>' - -' 7 - - ima vsVa an« avan aiy Seht ihr, daß die Kuh schreit? „Nein, die hat ja den Mund noch' zü"l Die fängt erst an, , da brummt sie so: a a a- .Herr Mi, das ist der hebräische Brummer!" Den „legen" und kneten wir und schreiben ihn. Der hebräische Haucher. „ . . . Und du sollst lieben den Ewigen, deinen Gott, mit deinem ganzen Herzen, mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Vermögen."- Ja, lieben wollen wir den lieben Gott mit ganzem Herzen, denn er hat ja auch die schöne Welt gemacht. Wißt ihr noch, wie er das gemacht hat? „Ja,, er hat gezaubert." „Nein, zaubern nennt man das nicht. Der liebe Gott braucht ja nur sprechen, dann -ist ja alles da. Der Zauberer holt ja alles-aus seiner Tasche." Und am 6. Tag hat er den Menschen gemacht ... Und dann hat er ihn angehaucht. „Die Seele hat er hineingehaücht." Während wir alle hauchen, schreibe ich: n n n- „Das ist der hebräische Haucher," Wir „legen" und schreiben ihn, erst in die Luft und an die Tafel, dann ins Heft. .,, Und als Adam und Eva über dte Wiesen gelaufen sind, und die ulkigen Tiere gesehen haben, da haben sie vielleicht gelacht: ü ü i und n n n Auf einmal hat Eva gerufen: nw ,n?n (Siehe! Sieh' mal! Guck' mal!) Und lustig rufen und schreiben (Ding malen!) auch wir: •fla iun ... uw nin -nf'nsii. (Fortsetzung folgt.) Mischer'Geist in Mischen Schulen.') Von Studienrat Louis Rosenblatt in Berlin. Sehr anregend hat kürzlich Herr Kollege Lichtenstädter über biologischen Unterricht an jüdischen Schulen geschrieben. Verbindung mit Mischem Geist anzuknüpfen, ist für einen geschickten Lehrer in fast jedem Fache möglich, freilich in dem einen Fache mehr wie in dem anderen^ Vor allem aber ist dies in den Gesinnungsfächern, Geschichte und Deutsch, der Fall. Nur darf die - ^Verbindung nicht gewaltsam gesucht sein; eine über- ./r^iiNMge Häufung solcher „Konzentration des Gefamtun-' tevrichts" muß schon wegen der >kn den einzelnen Fächern geWrdevten Zielleistung vermieden werden. Sozusagen pcm-selbst "müssen die verwandt«: Beziehungen zwischen deß eiWeMen-Mchern und dem Wischen Geist auftauchem"' " Da bekanntlich durch die Mchtlini>en der preußischen Schulordnung für höhere Schulen vom Jahre 1925 den einzelnen Schulen ziemlich Freiheit gegeben ist, - in welcher Eigenart und in welchem Umfang die einzelnen- StoffgeMte..behändelIz werden, so kann an jüdisch«! hst- ''hevest: SchWn m Whrem Wischen Geist unterrichtet werden. So können sämtliche vorkommenden WeltprobA leme im GWß her Tauroh behandelt, fast zu jeder Epoche der Weltgeschichte! die entsprechende Geschichte der Juden HxrMMDE?M^ zu vielen Ereignissen, Perfönlichkei- ÄtzMMlWMktüHüfen entsprechende äußere, und innere PgIWeMaus. dem Judentum zur Anregung und Dertiemvgq M StDes gebracht werden. Dann Ed in jLiriWWischen' Schule eben der Wische Kulturkreüs. hetont und'Wisches und profanes Wiffen im Geiste bon Samfon Rasthyel Hirsch vereint. ktz)iele" sölley diese Betrachtung beleuchf?y^ Zunächst wenige aus der Geschichte.' k 4 M^kUWWnn des GeschrchtsunterriGes' täücheU «m inn des GeschichtsuN'terrii^-, >eltt"^judlschkrt" Lehrer interessante Fragen auf: Wiß' irinxjf M meinen Quartanern ^ine richtige Werteinchatzung des geschichtlichen Stoffels bei, um ihnen von vornherein die großen Unterschiede zwischen Märchen, Sage, Geschichte und der höchsten Wahrheit der Thora klarzumachen? Von selbst werden die Schüler den Unterschied zwischen den drei zuerst von mir genannten *) Nachdruck nur mit Genehmigung des Verfassers gestattet. Begriffen finden; in aller Geist aber wird sich unwillkürlich auch die Frage regen: Wie steht es in dieser Beziehung mit unserer Thora? und wie eine Erlösung erscheint es den meisten, wenn ich selbst die Stufenleiter sortsetze und zusammenfassend frage: die profane Geschichte ist ein nach menschlicher Forschung und Ueberlegung möglichst getreues Ergebnis vergangener Zeiten; wo aber haben wir «ne Geschichte, bei der menschliche Weisheit, die-doch beim besten Mühen irren kann, ausgeschlossen und weit übertroffen ist? Es ist unsere Thora, die eben unmittelbar von Gott gegeben ist. Nur angedeutet soll hier noch sein, daß eine weitere Graduierung zwischen Thora und den übrigen heiligen Büchern von Tnach ebenfalls bei Gelegenheit erfolgen kann. Eine weitere Kardinalfrage, auch beim Beginn des Geschichtsunterrichtes, die vielleicht in Obersekunda bei der zweiten, verstandesmäßigen Behandlung des Ge-- schichtsstoffes erst verwertet werden kann, ist folgende: „Wozu lernen wir Geschichte?" Neben den vielen Antworten, die hierzu gefunden werden, wird ein jüdischer Geschichtslehrer die theologische Begründung nicht unbehandelt lassen. Wir erkennen aus der Geschichte die zweckmäßige Weltleitung eines weisen Gottes. Daß mit dieser Frage ein ganzer Problemkomplex angeschnitten wird, zeigt die praktische Behandlung dieser Frage in der Schule und sollen die hierbei auftauchenden Probleme hier nur ganz kurz angedeutet werden: 1. die Zweckfrage der Weltschöpfung, 2. die jüdische Geschichte im kleinen ein Beispiel göttlicher Weltleitung, 3. die Frage nach einer, fortschreitenden sittlichen Menschheitsentwicklung und 4. die von Israel der Menschheit gebrachten Geschenke: a) der Glaube an den einzigen, unsichtbaren Gott, b) das Zehnwort und andere wichtige Gesetze, c) der Schabhosgedanke und d) die Völkerversöhnung/ Geschenke, die sich freilich die Menschheit bis heute nur zum Teil und zumeist noch in getrübter Form zu eigen machte. Damit ist zu einer anderen wichtigen Frage übergeleitet/die im Geschichtsunterricht vielleicht bester in anderem Zusammenhang gebracht wird. Wird doch jetzt nach Behandlung der wichtigsten Datenauch die Bedeutung jedes Volkes -im Zusammenhang hervorgehoben und ist hjer ,di^b«ste Gelegenheit neben den Verdiensten der andren Möller um die Menschheit, neben der ägyp^ tis.cheyWWÄb-' und Vermessungskunst, neben der babylomschen Mrononüe, der griechischen Dichtkunst, Plastik undä-Philosophie und neben der römischen Weltpolitik4 JuMprudenz und Baukunst auch von den unoergänglichM Verdiensten des jüdischen Volkes um die Menschheit zu sprechen. - . (Fortsetzung folgt. Verzeichnis Mischer Zngendschristen. - Vorbe^kunsen. -Die im Winter 1926 vom Keren Hatorah nach Hamburg eknberusene Crziehungskonferenz jüdischer Schulen beauftragte" utl>tenstehende''Kommission mit der Aufstellung eines Verzeichnisses empfehlenswerter jüdischer Jugendschriften. Als Richtlinien allgemeiner Art für die Beurteilung der Bücher dienten diejenigen der „Vereinigten Prüfungs-Ausschüsse für Jugendschristen" und im besonderen die HekaWe/lexner. spezjftsch jüdischen Erziehung. Da^. Verzeichnis erheblljteirlen- Anspruch darauf, endgültig'utzdk vollständig zu leib. Es ist Möglich, daß wir tvbtz eifvlgsteA Mmühtzns manches Büch nicht erreichen konnten.,,.Wenn^^ vonden.-hekannteren das eine oder das tmdete .rkicht,zu finden ist, dies als Ablehnung aufzüsÄffenK'HeMäische Jugendüteratur ist noch nicht aufgenommeü.. : Die Kommission hält die Dauereinrichtung einer jüdischen Jugendschriften-Kommission, die Neuerscheinungen beurteilt, und das Derzeichm's ergänzt, für unbedingt erforderlich. Die Jugendschriftenkommisston. Therese Löwenthal, Lea Schlesinger, Hugo Mandelbaum.

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