Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 69 (1928)
- Issue
- Heft 44 (1.11.1928)
- Date
- 1928-11-01
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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y-; "-i-fy^':-}^;-_ Sette 12 Nr. 22 - j> mit geringen Erwartungen hin und wurde in, jeder Beziehung aufs angenehmste überrascht. Gewiß — das muß leider zugegeben werden — auch hier glaubt die Jugend die „Freiheit nur bei den „andren" finden zu können und die kommunistische Einstellung weiter Kreise bietet für das orthodoxe Judentum eine neue Gefahr, aber dennoch sind in Stanislau starke Gegenströmungen am Werke. Die Agudo ist aktiv, opferwillig und tatenfroh. Ihre führenden Persönlichkeiten Enik, Griffel, Weidenfeld, Bergmann Vater und Sohn sind Männer, die bereit sind, das Vaai -pixv ebnefo herzlich zu erfüllen wie das Ihr Gründer, der yn N'3 ipxi der r^mp Weidenfeld, ist Urgroßvater und wird doch wohl in rüstiger-Jugendfrische zur Warschauer Tagung fahren; sein Enkelsohn ist Gründer der dortigen 3pV'N'3" Schule. Der Raw der nbmp' ein im ganzen Osten anerkannter ^rn — wir haben gewisse landsmannschaftliche Bindungen, denn er ist ein Enkel von Rabbi Jzke Hamburger — ist ein „Sympathiker" der Agudo, — feine Söhne sind dafür um so aktivere Mitarbeiter — und ebenso sympathisiert der andere seelische Mittelpunkt der Stadt „der Otonier Rebbe" stark mit unseren.Bestrebungen, aber ganz besonders mit der 3p5P w3 Arbeit. Stanislau hat sehr viele schöne Gebäude — die imposantesten gehören nnn orthodoxen Juden — das schönste aber ist jenes, in dem die r>'3 3p3P -Schule, die Talmud Thora und die nsw\ untergebracht sind nxiin xxn an», von dort geht die Entscheidung aus für Israel, von dort, wo die Töchter unseres Volkes zu jüdischen Müttern, die Söhne unseres Volkes zu thoraerfüllten Männern heranerzogen werden. Und es war für mich von symbolhafter Bedeutung, als ich in dieser Bais Jakowschule an der Wand ein großes Bild von Samson Raphael Hirsch sah, sein Geist lebt auch hier und rettet Israels Töchter wie einst Israels Söhne. Meine Arbeit dort hatte schönen Erfolg, dank der besonders herzlichen Hingabe des Herrn Markus Weidenfeld, des agudistischen Vizepräsidenten, der Gemeinde und des jungen Herrn Bergmann. Nach kaum Zuständiger Arbeit hatten wir einen Betrag zusammen, der es ermöglichen wird, ein Zimmer des Krakauer ri'3 apsp -Heims auf Namen der Agudas Jisroel Stanislau zu errichten. Von einem Erlebnis möchte ich hier erzählen, denn das ist mir im Westen bei meiner „Schnorrpraxis" bisher nicht begegnet und möge dort Nachahmung finden. Ich besuchte einen auch auf dem Gebiete der Waisenfürsorge in. ganz Galizien hochgerühmten Mann, Dr. Karl Halpern, der für den Seminarbau einen Betrag von 100 Psd. gab. Als ich ihm dankte, danken wollte, ließ er mich dazu nicht kommen. Im Gegenteil, er habe mir herzlich zu danken und werde mir ary nächsten Tag selbstverständlich seinen Gegenbesuch machen. Warum ich dies hier notiere für die westlichen Leser und Geber? ioia In Stanislau mußte ich zweimal sprechen, einmal vor dem „Parteirat der Agudas Jisroel", das zweite Mal in einer Massenversammlung, gemeinsam mit dem jüngsten Sohn des Wicniczer Rebben, in der überfüllten, riesengroßen „Otomer Klaus". Ist das nicht wiederum ein Beweis für Agudas Jisroels Weg, wer hätte dies vor zwei Jahrzehnten für möglich gehalten — der Sohn eines führenden Rebben spricht gemeinsam -mit einem „Datsch" in Stanislau über „die Pflicht zur Agudas Jisroel" an? nwa fm! lieber den Stanislauer Tagen ruhte sichtlich die die der Otonimer Rebbe mir für meine Arbeit gegeben hatte. Von Stanislau machte ich einen eintägigen Abstecher nach Kolomea. Kolomea wiederum' ist eine Hochburg der Agudas Jisroel; sie verfügt über die Mehrheit in der Gemeinde, dort „residiert" Jos. Lau, einer der tatkräftigsten Agudisten hierzulande, von dort leitet Dr. Benzion Feßler den galizischen rrnnn pp und awvi dort ist eine ftarte, bewußte Jugend besderlei^eschlechts — and so kam ich hin mit. mächtig ' geblähten Segeln, mit gewaltigen D e r I s r a e l i t Blatter - . - * . , — Hoffnungen und schlich mich heimwärts, d. h.: nach Stanislau, mit Enttäuschung im — Geldbeutel. Aber dennoch war ich froh, diese Stadt besonderer Frömmigkeit einmal gesehen zu haben; ist sie auch ladnschaftlich kein Venedig, ist selbst ihr „Grand Hotel" nicht mit dem „Kronprinzen" in Wiesbaden zu vergleichen, es ist die Stadt-von Rabbi Hillel Kolomea, die Stadt der berühmten Talliswebereien und, was wichtiger ist, die Stadt weitblickender, agudistischer Persönlichkeiten und es war mir eine besondere Freude dort, zwar mit heiserer Stimme, aber dafür um so heißerer Seele über die Agudo zu sprechen. Hamburg und Kolomea -— ca. 1500 Kilometer liegen sie von einander entfernt, Agudas Jisroel schlingt ein Band um uns. und läßt unsd'3'np fein. Den Abschluß der Reise bildete ein Abend in 'Kattowitz. Dort wiederum ein ganz finderes Publikum wie all die Tage vorher. Ein vornehmer Vortragsraum, den die miteinladende Konkordialoge zur Verfügung gestellt, die Zuhörer ausschließlia Repräsentanten des westlichen Kulturkreises, Menschen, die die Sache der Töchtererziehung im jüdischen Polen, die Sache von Bais Jakow gewiß noch nicht als ihre Angelegenheit, die Angelegenheit ihrer Kinder betrachten und die dennoch, dank der unermüdlichen« Werbearbeit der Frau Rosa Altmann-Brill, dank dem anfeuernden Beispiel Gottfried Altmanns-Beuthen, unseres treuen Agudafreundes, der eigens zu diesem Vortrag über die Grenze gekommen war, sich bereit finden ließen, am Werk, für das ich warb, mitzuarbeiten. — Kattowitz erhält Monat um Monat einen starken Zuspruch aus Galizien,, gebe Gott, daß dieser der Gemeinde in religiöser Beziehung das Gepräge des thoradurchpulsten Ostens gebe, und daß die Zuwandernden nicht umgekehrt gar so schnell das vom Westen annehmen, was wir Gottlob schon längst überwunden haben. Assimilation, äußerliche und innerliche, als Zeichen von „Aufklärung" und „Fortschritt"!. Zwei jugendliche Rabbiner leiten« die Gemeinde, mögen sie immex mehr und mehr diese noch verhältnismäßig junge Gemeinde, deren mi *?npn ganz einer der unfern ist, zu einer frommen n^np auch nach den Maßstäben des Ostens, ausgestalten können. — Als „Nachkur" für die Reife, die zwar für mich interessant und lehrreich, aber dennoch weder Vergnügen noch Erholung war, habe ich mir einige Tage Warschau diktiert. Warschau wird diese Woche die Stadt der Manifestation der Orthodoxie sein. Von heute — Donnerstag abend bis Sonntag — tagt die erste Landeskonferenz der bx-nv''bviv' Montag beginnt die dritte Landeskonferenz der Agudas Jisroel. Schon die Fahrt war interessant, als ich im Zuge den „Herrn- Präsidenten", wie die polnische Jugend unfern Dr. Pinchas Kohn tituliert, entdeckte. In Sosnowitz kamen etwa 30 bxiV' imx um dem Herrn Präsidenten bis zur nächsten Station das Geleite zu geben. Und ebenso war die Ankunft in Warschau interessant, als mit Vertretern des polnischen G. A., der Agudo-Zentrale zahlreiche Jünglinge sich um den Mann drängten, dem die polnische orthodoxe Organisation so Vieles zu danken hat. Und nachdem der Nachmittag mit Logissuchen, was in Warschau für einen« Westler mit Ansprüchen an ein Bett, das außer ihm keinen Mitpartner aufweist, gar nicht einfach ist, wenn seine Reisekasse schon zusammengeschrumpft, mit einem „Diner" in der mehr klassischen als einladenden Twarda 13 vergangen war, gingen wir — ich hatte inzwischen meinen lieben und verehrten Freund Rabbiner Tobias Horowitz, mit dem mich nicht nur „Birnbaumianertum" verbindet, gefunden— zur Eröffnung der Landeskonferenz der bx-w' rmx ^sna- Ich habe als „Agudenik" schon manche Konferenz mitgemacht, nie war ich so ergriffen wie vor wenigen Stunden, als im primitiven Saal, bei-imäßig^bi Beleuchtung;; und . bescheidenster ÄußmachungEM .;':n; Wlhijji lliu 1. November 1928 ‘ « Juda Leib Orlean, 7 der Präsident der Organisation, die Tagung eröffnete und in längerer Ausführung Sinn und Ziele der P. A. I. umschrieb. ' 7 ••jiaa.’a brriV' — Du bist doch ein« wunderbares Volk, Israel, wer gleicht dir —so tönte es in meiner Seele als Echo zu dem, was Orlean sagte, ein dem amp war diese Stunde, die .Y'jn einst historische Bedeutung haben wird. Nach der Rede Orleans, die Bekenntnis und Aufschrei, Hoffnung xund Zuversicht zugleich ' war, konnten die Begrüßungsreden, die dann in, Fülle folgten — als erster Pinchas Kohn, der Kopfarbeiter, stürmisch begrüßt von den Handarbeitern — mich nicht mehr fesseln. Und um dem Tag einen festlichen Abschluß , zu geben, eilte ich mit vielen Freunden an die Bahn, um beim Empfang , Jacob Rosenheims dabei zu fein. Wiederum eine herrliche Stunde, als hunderte vonaP^x iSpalier bildeten und mit Rufen w huldigten dem Gedenken des orthodoxen bbd und dem Manne, dem dieser bba das Meiste verdankt. / Doch da die Aufregungen des Tages mich doch nicht zur Ruhe kommen lasten, will ich an den Schluß dieses ersten Berichtes eine wortgetreue und darum plumpe Ueberfetzung der bei allen Zusammenkünften der •»"xa gesungenen . religiösen Arbeiterhymne stellen und ihr Motto das Motto sein lasten für unsere weitere Arbeit für Agudas Jisroel: Nicht verzweifeln! Nicht verzweifeln! Nicht verzweifeln, nein, nicht sorgen. Wir sind die Kinder ja des Morgen, Und ist's auch jetzt noch dunkle Nacht, Ein heller Morgen dennoch tagt! — Dir, Gott, geloben wir uns an, Bon Dir nur Hilfe kommen kann. Dir nur gilt unser Lobgesang Dir nur bei jedem Hammerklang! Nicht verzweifeln .,. . Wir spotten über die Sprache der Freien, Mit ihren Phrasen, den Lehren, den neuen, Dir alte Tauroh, mit ihren Gesetzen, Sie ist es, die wir lieben, schätzen. Nicht verzweifeln Gesegnet sei des Mannes Hand, Die arbeitet für Volk und Land, < Gesegnet sei des Tages Brot, ■ Geknetet ist's in Schweiß und, Not! Nicht verzweifeln ... Wir kennen Leiden nicht und Not, - Wir kämpfen treu bis an den Tod; Einst geb' es nicht mehr Herr und Knecht, Einst geb' es nur noch gleiches Recht! Nicht verzweifeln . . . Dies unser Zweck und unser Ziel: 7 Liebe und wahres Rechtsgefühl. Wir kämpfen, Gott, allein hierfür, Und unser Weg führt so zu Dir! Nicht verzweifeln . . . Devioendef $lguda>3Hai?ftcn ♦ tvßäfttiefi in allen Ortsgruppen. fi 1 m i in R Ä w -s gc v'> £ U fu i i Ä eti ob 1 Be Bk hö str eir R d r Fr ne! So ten dch au« mo mo in Hö hei gie Go ha! len me stel M we M, Op uni sssmammmmmmm