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Der Israelit · 1928-10-25 · Heft 43 (25.10.1928) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
69 (1928)
Issue
Heft 43 (25.10.1928)
Date
1928-10-25
Page
– (sequence 18)
Language
German
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Sette 18 Nr. 43_ Verein „Gemeinnützige jüdische Eheanbahnungsstelle". Der Verein lädt zur Gründungsoersammlung für Sonntag den 28. Oktober, vorm. 10.45 Uhr, in der Frankfurtloge, Eschersheimerlandstraße 27 ein. Aus der Tagesordnung stehen: 1. Sinn und Zweck der gemeinntzigcn jüdischen Eheanbahnung. 2. Annahme der vorgelegten Statuten. 3. Konstituierung des Vereins. 4. Wahl des Vorstandes und des Beirates. 5. Aussprache und Verschiedenes. — Zur Teilnahme an dieser Versammlung sind nur diejenigen berechtigt, welche sich als Mitglieder angemeldet haben. Ortsgruppe des Lenkralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens. Die Frankfurter Ortsgruppe des C e n t r a l v e r - eins lädt ihre Mitglieder für Montag den 22. Oktober abends 8.30 Uhr im Saal der Frankfurt-Loge, Efchersheimerlandftraße 27, zu einer ordentlichen Generalversammlung ein. Die Tagesordnung weist folgende Punkte auf: 1. Bor neuen Kämpfen und Aufgaben (Referent: Dr. Alfred Wiener, Syndikus des Centralvereins Berlin). 2. Neuwahl des Vorstandes. 3. Aussprache. Nur Mitglieder mit ihren erwachsenen Familienangehörigen haben Zutritt. Die jüngsten Ereignisse im politischen Leben, heißt es in der Einladung, die Zunahme der Friedhofsschändungen, die Ueberfälle aus friedliche jüdische Bürger und andere Einzelvorkommnisse machen eine gemeinsame Beratung und Aussprache über die notwendigen Abwehrmaßnahmen dringend erforderlich. Vom Reichsbund jüdischer Frontsoldaten. Aus einem uns zu Gesicht kommenden Schreiben der Berliner Reichsleitung des R. j. F. an die F r a n kfurter Ortsgruppe ist mit Genugtuung zu entnehmen, daß die Zentralleitung gewillt und bemüht ist, den orthodoxen Mitgliedern des Bundes weitgehend entgegenzukommen. Es wird darin betont, daß auf die Kameraden jede Rücksicht genommen werden wird. Der „Schild", (das Bundesorgan), der durch die Tatsache seines Erscheinens am- Sabbat viel' Aerger -erregt hatte, erscheint seit August am Freitag und wird auch am Freitag vormittag beim Postzettungsamt aufgekiefert. Auch wird im Schreiben versprochen, daß bezüglich der Schließung des Büros am Sabbat der Frankfurter Anregung Rechnung g e t r a g e n w -i r d. Wir müssen gerechter Weise konstatieren, daß sich der Einfluß der Frankfurter Ortsgruppe auf die Bundesleitung nach religiöser Richtung wohltuend bemerkbar macht. Israelitische Religionsschule. Als Nachfolger des nach Burgpreppach übersiedelten Herrn Dr. Ephraim wurde an die Israelitische Religionsschule Herr Dr. Max K o e h l e r - Berlin berufen. Herr Dr. Koehler steht seit einigen Jahren an führender Stelle in der gesetzestreuen Jugendbewegung und war bisher der Vertreter der Agudas Jisrvel-Jugendorganifation im Reichsausschuß jüdischer Jugendoererne. (I. N.) Talmud-Thora-Verein, Frankfurt a. 21t. Freitag den 29. Oktober nach dem Abendgottesdienst spricht im Hörsaal der Gemeindesynagoge am Börneplatz Herr Dr. I. Heine mann, Breslau, und Samstags Alke Zeik — Reue Zeit. Bon Hermann Seckbach. Es war nach der Simchas Thora-Feier im Anschlüsse an den festlichen Gottesdienst in einer kleinen, weihevollen Anstaltssynagoge. Kranke, zum Teil gelähmte, hilflose Menschen, saßen, vereinigt mit Besuchern, am festlich hergerichteten Tische und lauschten in vergnügter Stimmung den geistvollen Reden, geschöpft aus den herrlichen Quellen unserer Tauroh. „Ja, lieber Freund," sagte mir ein Besucher, „da habe ich wieder mal ein Stück -alte Zeit erlebt. Einige -unvergeßliche Stunden." „Alte Zeit?" erwiderte ich, „verzeihen' Sie, wenn ich Ihnen widerspreche, das stimmt nicht. Wie die Tauroh seit Tausenden von Jahren uns- -ein stets sicherer Wegweiser ist, wie die Natur mit Sonne, Mond und Ster-' neu unabänderlich ihre Wege geht, wie unser Dasein ein Leben und Sterben bedeutet, so ist die Zeit wahrlich nie alt und nie neu, sondern nach Bestimmung des Schöpfers stets gleichmäßig. Nur wir, wir schwache Menschen vermeinen, die Zeit ändern zu können, und glauben, das, was sich um uns herum jetzt abspi-elt, sei eben „neue Zeit". „Sie haben recht, so ist es. Sehen Sie, ich sage das oft meinen Kindern. Na, da komme ich — unter uns gesagt — schön an! „Du bist eben, lieber Papa, ein bissel altmodisch. Schau doch mal," so höre ich dann, „eshat sich halt vieles geändert. Nicht nur die moderne zweckmäßige Kleidung, die geradezu notwendige „zeitgemäße" Körperkultur ist es, die uns nötig tut, sondern wir brauchen auch neue Lebensformen, d. h. „Persönlichkeitswerte". Wir können und dürfen diesen selbstverständlichen Forderungen uns nicht -entziehen." Na, dann fühle ich mich geschlag-eir und gebe, glauben Sie mir, klein bei, obwohl ich mir innerlich bewußt bin, daß das alles nur eine Massensuggestion ist und dieses „Glück", von der Kehrseite aus betrachtet, gar oft ganz anders aussteht. „Darf ich Ihre freundlichen Wort.e nun als Bestätigung meiner Aeußerung ansehen?" „Gewiß, lieber Freund, das düi.-fen Sie, denn Sie hatten recht.. Aber, können wi r es ändern?"- Der Israelit nach Mincho (für junge Leute) im gleichen Hörsaal Herr Rabb. Dr. Hoffmann über: „Die Grundlehren des Judentums im Anschluß an Ma-imonid-es". Der „Völkische Beobachter" rast. In einer Nummer des „Frankfurter Beobachter", des völkischen Organs für die hiesige Gegend, war, wie mitgeteilt, vor einiger Zeit ein Artikel erschienen, der Herrn Dr. Salzberger anpöbelte, weil er — auf besondere Einladung der Frankfurter Kriegerkameradschast — bei einer Gedenkfeier für die im Weltkrieg Gefallenen aus dem Sachsenhäuser Friedhof neben dem evangelischen Geistlichen gesprochen hatte. Die Staatsanwaltschaft erhob Osfizialklage. Herr Dr. Salzberger erklärte als Zeuge bei der Gerichtsverhandlung, er wollte durch fein Schweigen nicht verschulden, daß die jüdische Gemeinschaft ungestraft beleidigt werde. Die Verhandlung erster Instanz endigte mit der Verurteilung des Schriftleiters Gutterer zu zwei Monaten Gefängnis. Der Staatsanwalt hob hervor, daß diese Art des Kampfes eines Deutschen unwürdig sei, zumal von Seiten eines jungen Menschen, wie des Schriftleiters, der noch die Schulbank drückte, als der Angegriffene als Seelsorger seine Pflicht gegen das Vaterland im Felde erfüllte.. Gegen das Urteil hatte Gutterer Berufung eingelegt. Die in diesen Tagen stattgefundene zweite Verhandlung vor der Strafkammer des hiesigen Landgerichts endigte mit einer Verwersungder Berufung. Der Vorsitzende nannte in seiner Begründung des Urteils das Verhalten des Angeklagten hinterlistig und durchaus undeutsch. Hervorgehoben zu werden verdient die außerordentlich antisemitisch eingestellte Hetzrede des Verteidigers des Angeklagten, des bekannten völkischen Agitators, Rechtsanwalt Freysler aus Kassel. Die von diesem in seinem Plädoyer erhobenen versteckten Vorwürfe gegen das Judentum werden in ihrer Gehässigkeit nur noch durch die Unsinnigkeit der behaupteten Tatsachen übertrofstn. Auch der Staatsanwalt wandte sich gegen diese für die deutschen Juden beleidigenden Ausführungen. Der Anwalt des Nebenklägers, Rechtsanwalt Dr. Steffen Kann, gab dem Verteidiger des Angeklagten die gebührende Antwort und stellte fest, daß die Juden inder schwersten Zeit des' Vaterlandes genau so ihre Pflicht und Schuldigkeit getan haben, wie alle anderen* Staatsbürger, und daß die Zahl von zwölftausend Toten besser wie alles andere die Opferwilligkeit und Vaterlandsliebe der deutschen Juden beweise. Der „Frankfurter Beobachter" hat aus den Bestrafungen nichts gelernt. Trotzdem die Verteidigungseines hinterlistigen und unde-utschen Verhaltens kläglich zusammengebrochen war, setzt das antisemitische Schmutzblatt in gehässiger Form seine Kampsesweise gegen die jüdische Gesamtbevölkerung und einige jüdische Persönlichkeiten fort. Bezeichnend ist die Stellungnahme in der letzten Nummer dieser Zeitung zu den tief bedauerlichen Vorgängen in Oppenheim am Vorabend des Versöhnungstages. Das Blatt verherrlicht die Angriffe von vielen Dutzenden antisemitischer Rohlinge gegen zwei wehrlose, friedlich vom Gottesdienst heimkehrende jüdische Mitbürger, obwohl es genau weiß, daß der eine mit dem Messer Gestochene ein Schwerkriegsbeschädigter war, der allerdings sich mit dem von seinem rechten Arm zurückgebliebenen Stumpf nur unvollkommen gegen die Masse der schwer bewaffneten völkischen Angreifer wehren konnte. Frankfurter Vereinskalender. Verein Rlekoe khajlm. Freitag abend nach Schul, im Hörsaale Friedberger Anlage, Mikro, Herr Carl Ochsemann. Samstag morgen, nach Schul, im Hörsaale Friedberger Anlage, Dinim, Herr Dr. E. Posen. — Nachmittag s/4 Stunden vor Mincho im Vereinslokale, Newiim, Herr Dr. W. Hosmann. Sonntag morgens nach Schul, im Hörsaale Friedberg. Anlage (ebenso Miltwoch), d*tk r>n Herr Redakt. S. Schachnowitz. — Vormittag 8 Uhr, Vereinslokal (ebenso 72 Stunde nach Sabbatausgang), Gemoro, Herr Joachim Soffer. — 974 Uhr Vormittag (ebenso Dienstag nachmittag 6l/2 Uhr), Gemoro, Herr R.-A. G. Posen. — Abends 6 Uhr im Vereinslokale Langestraße 18, Ausgewählte Capitel aus 93*7 kjjv Herr Dr. S. Ehrmann. Montag nach Schul, im Hörsäale Friedberger Anlage (ebenso Donnerstag). Mischna, Mitgliederlernen. — Abends 7 Uhr (ebenso Mittwoch) im Vereinslokale, Gemoro, Herr Rabbiner Dr. Jos. Breuer. — 8lh Uhr abends (ebenso Donnerstag), Gemoro, Herr Dr. E. Posen. Dienstag morgen nach Schul, 4m Hörsaale Friedberger Anlage (ebenso Freitag), Mischna, Herr Dr. E. Posen. Von Sonntag bis einschließlich Donnerstag abends 8^/4 Uhr im Vereinslokale. Schaslernen des Herrn Herz Halpern. Iah rz eitsstiftungen. IUP' 27. Okt. Jsaac Hesdörffer-Stiftung. Dienstag, 30. Okt. Eva Lob-Stiftung. Freitag, 2. Rov. Erich Hosmann-Stistung. Azuda, Jlsroel-Jugendgruppe. Sonntag, 8 Uhr vormittag (ebenso Mittwoch 9 Uhr abend) Chumisch. Herr Leopold Oppenheimer. Montag, 9 Uhr abends (ebenso Mittwoch) Mischna. 25 Oktober 1928 Herr Rechtsanwalt M. Katz. — 9 Uhr abends (ebenso tuet nachmittag 3 Uhr) Gemoro. Herr Emanuel Wols. — 9 Uhr abends (ebenso Donners- - tag) Gemoro. Herr Gerson Schnerb. Dienstag. 3/49 Uhr abends (ebenso, mw 3/45 Uhr) Gemoro. Herr Leo Schnerb. — 3/49 Uhr (ebenso nnw 3 Uhr nachmittag) Gemoro. Herr Dr. W- Hosmann. — 3/49 Uhr abends (ebenso ratf 3AiO Uhr vormittags» Gemoro. Herr Dr. Js. Posen. Mittwoch, 3/49 Uhr abends, Kizzur. Herr Theodor Spiegel. Donnerstag, 9 Uhr abends, Chumisch. Herr R.-A. Js. Rosenheim. Freitag, abends nach Schul, Musiar. Herr B. Rachelsohn. — 8 Uhr Gesellige Zusammenkunft. nm 3/4l Uhr vormittags, Gemoro. HerrLippmann Kurzweil. — 3/4U Uhr vormittags, Kizzur. Herr Louis Kahn. — 3/4i2 Uhr vcrmittogs, Kizzur. Herr Gerson Schnerb. — 3 Uhr nachm., Gemoro. Herr Tarsis. — 4 Uhr nachmittag, Sidro. Herr R.-A. M. Katz. Jeden Tag von 9-11 Uhr Gelegenheit zum Lernen jeglicher Art. Von 12—1 Uhr, Das Jaumi. Herr Herz Halpern. Agudas Jisroel-Mädchengruppe. Montag, 729 Uhr abends. Mischte. Herr Lehrer S. Unna. Dienstag, 9 Uhr abends, Tenach. Herr Dr. Weger. Mittwoch, 1/29 Uhr abends. Dinim. Herr Lehrer Hirschberg. raw nach Schul, Schmuei. Herr Julius Lewin. — 4 Uhr nachmittags. Chummisch und Raschi. Herr Lehrer Hirschberg. Freitag, 872 Uhr abends, Gesellige Zusammenkunft. Liwjalh Lhen-Vereln. Samstag. 474 Uhr nachm, im Hörsaale Friedbergeranlage, Vortrag des Herrn S. Schachnowitz. (Ein Bilderbuch des jüdischen Gesetzes). Jüdische Frauenvereinigung. Sonntag abend, präzis 6 Uhr im Hörsaale Friedberger Anlage, Vortrag des Herrn Red. S. S ch a chnowitz über „Was hat L. Tolstoi uns Juden zu sagen?" Dienstag nachmittag 4 Uhr „GemütlicheZusammenkunft im Promenaden Kasee, Friedbergeranlage. Osijüdischer Jugendbund. Freitag, abends 8 Uhr, gemütliches Beisammensein Heim Fischerseldstratze 9. Samstag, 20. Oktober, abends 8 Uhr. Rezitationsabend/ Jacob Landau liest aus eigenen unveröffentlichten Schriften (jiddisch). Uscher Diamand liest einige Geschichten von Scholern Aleichem und Perez, im Heim Fischerseldstraße 9. Bund Jüdischer Akademiker (B. I. A.). Abt. Stellenvermittlung. Gesucht wird für sofort: Für die Talmud-Thora-Schule in Rom'ein Elementarlehrer. Rach Hamburg ein Hauslehrer. Näheres bei Herrn Willi Wolf,' Frankfurt am Main, Ostendstraße 27. Jüdischer Turnerbund. Winterprogramm (gültig ab 8. Okt.) Herren: Donnerstag, 872—10 Ühr, Gymnastik und Turnen. Annaschule. Alte Herren: Montag 83/2 10l/4 Uhr, Gymnastik und Turnen. Annaschule. Jugend: Donnerstag. 8V2—10 Uhr, Gymnastik und Turnen. Annaschule. Damen: Donnerstag, 8V2—10 Uhr, Gymnastik, und Turnen. Liebsrauenschule (bis Mitte Novomber Mittwoch 872—10 Uhr Annaschule). Frauen: Mittwoch. 73/4—9 Uhr, Gymnastikkurs, S. R. Hirsch-Schule- Knaben: Dienstag, 6—77s Uhr, Turnen. S. R. Hirsch- Schule. Mädchen: Mittwoch, 472—7 Uhr Gymnastik und Turnen Abtlg. I (bis 10 Jahre). 472-57» Uhr, Abtlg. II (über 10 Jahre). 572—7 Uhr, Annaschule. Sonntags: 8—10 Uhr, Schwimmkurs für Herren im Städtischen Schwimmbad. 10—1272 Uhr, Vorturnerkursus. Alle 11 Tage Wanderungen. Sebeizeitr«. •]*? nnr Freitag Abend 4.45 Samstag nvdwn 6.45 Samstagmorgen 8.— Samstagnachmittag 1.— und 4— : - Samstagabend 6.— Wochengottesdienst: ' Morgens 6.30 Nachmittags 4.30 Tefilin-Legen am Morgen 6.05

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