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Der Israelit · 1928-10-18 · Heft 42 (18.10.1928) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
69 (1928)
Issue
Heft 42 (18.10.1928)
Date
1928-10-18
Page
– (sequence 17)
Language
German
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18. Oktober 1828 Nr. 21 Seite 8 Wert wurde auf die pädagogische Weiterbildung der Lehrerinnen! gelegt und mit ihnen die modernen Pädagogen (Kerschensteiner, Adler usw.) anhand ihrer Schriften besprochen. Als deutsche Lektüre wurde Schillers Gedankenlyrik gelesen und besprochen. Die Kosten des Kurses, Verpflegung,' Wohnung, Gehälter usw. belaufen sich auf 25 487 Zl. und sind durch Zuschüsse derBajs Jakob-Zentrale Wien größtenteils gedeckt, für das Defizit von 600 bis 700 Dollar muß noch Sorge getragen werden. 5. Baufrage. Referent Ä. Spiro, Vorsitzender des Baukuraloriums, Der Bau wurde im Juni dieses Jahres begonnen. Nachdem ein Streik im Bau- und Maurergewerbe die Arbeit um sechs Wochen verzögert hatte, wurde die Arbeit nach Beendigung des Streiks mit erhöhter Intensität fortgesetzt. Zurzeit wird die zweite Etage geendet, und falls keine Verzögerung durch Zahlungsschwierigkeiten eintritt, kann jede Woche eine Etage vollendet werden, so daß man in 4 Wochen mit dem Ende des Rohbaus rechnen kann. Die Baupläne sind behördlich genehmigt und sind nach vorbildlichen “ Entwürfen ausgearbeitet, die uns von deutschen, österreichischen und polnischen Architekten mit dankenswertem Entgegenkommen zur Verfügung gestellt worden sind. Unter Berücksichtigung des Umstandes der Errichtung eines fünfstöckigen Hauses haben berufene Fachleute Eisenbetonbau vorgeschlagen- und zwar vom Fundament an bis zur. fünften Etage. Es wird vorgeschlagen der Bau einer Dachterrasse, die der Erholung der Schülerinnen dienen soll. Daraus resultiert, daß für den Rohbau von vornherein ein großer Prozentsatz der Gesamtkosten im Verhältnis zur inneren Ausfertigung erforderlich ist. Die Ge- , samtkosten für die Ausführung des Gefamtbaus werden sich dadurch verbilligen. Auf Grund von Ausschreibungen liefen Offerten von fünf Firmen ein. Nach .Vorschlag des Architekten Singer und genauer Prüfung durch das Vaukuratorium wurdne die Vetonarbeiten der Firma Ritter, Oderski u. Co., Krakau übertragen .und am 20. Juli 1928 der Vertrag unterfchrsillen. Im Mai 1928 waren die Kosten für den Rohbau auf 146 932 Zl. — 17 000 Dollar veranschlagt worden. Den obenerwähnte sechswöchentliche Streik verursachte eine 15 prozentige Preissteigerung der - Materialien und Löhne von ca. 2550 Dollar, so ' daß demnach ,für den Rohbau 19 350. Dollar erforderlich s-Nd. ^Zur Vollendung des Baues werden nack: ungefährer Schätzung durch Herrn Spira 15 500— Dollar als erforderlich erachtet, i Dr!-' DeutschEänd er teilt mit, daß durch die er- \t; höhten Anforderungen, die^zum ersten VoransiMg um mehr als" 10 000'Dollar differieren, , ^augenblicklich eine recht kritische Situation besteht. 7 Er.,, bittet die ''Mitglieder' 'ches KuratoruM in .j-Poltzn, Herrn.^Spira!-''den Porsitzenden, jM mit unermüdlicher'Hingabe sich um den Bau bWüht, '- nicht W eine kritische Situation zu bringen, sondern ihm zur Seite zu stehen. 6. N e u g r u n d ungen von B aj s I a ko b- . Schulen. Die Anträge von über 100 Schulen um Zuweisung von Lehrkräften zwecks Eröffnung von Schulen müssen aus Mangel an Lehrerinnen zurückgestellt werden. Es stehen im Augenblick nur die Kandidatinnen des Warschauer Kurses zur Verfügung, die nach dem irt Rabka stattfindenden Examen einige der wichtigeren freien Posten besetzen werden. ' (Schluß folgt.) Rabbi Mosche.Bläu in Holland. * Das „Nieurv Jsraelietlsch Weekblad" bringt in seiner Nummer vom 15. Elul einen ausführlichen Bericht über den Vortrag, den Rabbiner Mosche Blau in der Börse für Dialyanthaydel vo.x.einigen? Tagen in Amsterdam' vor sehr zahlreichem Publikum hielt. Rabbiner Blau schilderte sehr ausführlich die,.Lage dt > Der Israelit Bl Liter im Heiligen Lande, die politische sowohl wie die geistige, und wußte seinen Zuhörern eindringlich klarzumachen, warum die Agudas Jisroel für das Heilige Land zu einer heiligen und absoluten Notwendigkeit geworden ist. Er belegte seine Angaben über die Gefahren eines zionistischen Heiligen Landes mit genauen Ziffern, insbesondere fei die Jugend in den rein zionistischen Schulen aufs höchste gefährdet. Dem gegenüber feien die vom alten Jischuw, ydn der. Agüdo und 'von deü Pekidim aufgebauten Schulen von höchster Wirkung, Agudas Jisroel könnte gemeinsam mit den Pekidim in Erez Jisroel ein Werk von dauerndem Segen, ein Werk der Rettung schaffen, wenn man ihr für ihr Schulwerk genügende Mittel zur Verfügung stellte. Denn Agudas Jisroel will ja in allem, in ihrer politischen Bestrebung wie in ihrer geistigen Kolonisationsarbeit nichts anderes, als den Aufbau des Heiligen Landes im Sinne von Thauro und Tradition. Nachdem der Vorsitzende, Josef A. Lissau er, dem Referenten für sein mit größtem Beifall aufgenommenes Referat gedankt hatte, richtete Herr M. v. Geldern einen warmen Aufruf an die Anwesenden, für das Schurwerk der Agudas Jisroel in Palästina mit aller Kraft zu arbeiten, denn die Pflicht aller Juden im Golus, also auch die Pflicht der holländischen Juden, ist es, für das Heilige Land in seiner Not zu streben und zu sorgen, denn das palästinensische Schukrverk der Agudas Jisroel ist Lebensfrage der Orthodoxie im Heiligen Lande. Einer der anwesenden Misrachisten habe gefragt, warum Rabbiner Blau nichts vom Msrachi erzählt hätte. Der Msrachi müsse begreifen, so sagte Herr v. Geldern, daß die Agudo mit blutendem Herzen gegen ihn kämpft. Es tut weh, daß man gegen die kämpfen muß, die uns am nächsten stehen. Solange jedoch der Msrachi auf Unabhängigkeit verzichtet, ein integrierender Bestandteil der zionistischen Organisation ist, sei' eine Zusammenarbeit mit der Agudas Jisroel unmöglich. Denn für das furchtbare Chaos auf religiösem Gebiet in Erez Jisroel ist auch der Msrachi verantwortlich, der durch seine Arbeit in der zionistischen Organisation diese auch im Namen religiöser Juden sprechen lassen kann. In seinem Schlußwort führte Rabbi Mosche Blau aus, daß er absichtlich über den Misrachi geschwiegen hätte. Nachdem man ihn aber gefragt habe, .müsse er die Wahrheit mitteilen. . Die Wahrheit sei, daß der Misrachi sich auch an den Zwangsmaßregeln gegen die Orthodoxie beteiligt hätte. Der Misrachi weiß, was in den Kewuzoth vorgeht, weiß, wie es um das religiöse Leben in Palästina bestellt ist. Der Msrachi besitzt kein eigenes Schulwesen, sondern hat nur die Kontrolle über einige zionistische Schulen. Und weil es zionistische Schulen sind, kann die Thauro nicht im Mittelpunkt der Erziehung auch dieser. Schulen stehen. Die Misrachisten mögen noch so gute Juden sein, der Misrachi als Partei macht mit den Zionisten gemeinsame Sache. Solange der Misrachi auf diese Weise vorgeht, ist die Frage: Gehörst du zu uns oder zu unfern Feinden? nicht zu beantworten. Redner möchte zwei Tatsachen berichten, die zeigen, daß die Misrachisten nicht unabhängig sind. Der Lehrer einer sogenannten Msrachischule fuhr am Schabbos auf der Eisenbahn. Dies wurhe in den Zeitungen veröffentlicht, nichts desto weniger blieb der Mann im Amt. - In einer Niederlassung des Misrachi wurden die Speisegesetze öffentlich verletzt, ohne daß ein Protest dagegen Erfolg gehabt hätte. Würde der Misrachi mit der Agudo in Palästina an einem Strang ziehen-, dann würde die Orthodoxie in Palästina stark lein und'siegen. Er. hofft, daß das 3be<xt des rnn mss sich ba(d in Palästina verwirklichen und durch Zusammenarbeit von Agüdisten und Misrachisten das orthodoxe tüm dortt-g-eretM werden möge. . ■ Waad hoir asihkevM «nh ■!! Agudas Aisroel. i Ein Brief. Frankfurt a. M., 14. Oktober 1928. An die verehrl. Redaktion der Blätter Hamburg.. Sehr verehrte Herren, ’ 1 r Gestatten Sie bitte, daß ich auf den Brief, den der Waad hoir aschkenasi an den Geschäftsausschuß der Agudas Jisroel richtet und welchen- Sie in Ihrer Nr. 20 zum Abdruck brachten, mit -einigen Richtigstellungen antworte. Und zwar möchte ich auf den Brief des Waad hoir aschken-asi (W. H.) heute nür insoweit ei-n-gehen, als er-.sich mit meinem unter H. K. erschienenen Artikel befaßt. ' 1. Der W. H. A. glaubt, rch hätte mich mit seiner Politik befaßt. Die ist mir völlig einerlei. Denn ich bin Agudist und mich geht als Agudist direkt nur die Politik der Agudas Jisroel in Erez Jisroel an. Die Herren des, Waad hoir aschken-asi mögenihre Politik machen, wii sie es am besten verstehen. Mich kümmert das effektiv' nicht. Die Herren des W.H.A. werden mir wohl nicht verübeln können, wenn ich gegenüber den agudistischen Instanzen meine Besorgnis darüber aussprach, daß agudistische Politik in Erez Jisroel mit Waad Hoir Aschkenäsi-Politik verkoppelt - wird, z u-m Schaden von Agudas Jisroel. Die Agudas Jisroel Landesorganisation' in Palästina krankt daran, .daß Perfonalupion in ihrer Leitung mit der des Waad' hbir äjchkenasi JT" * besteht. Dadurch umfaßt Agudas Jisroel in Erez Jisroel nicht alle diejenigen, die sie ihrem Programm nach umfassen müßte. Agudas Jisroel in Erez Jisroel betreibt anstatt agudistische Politik, nur waad-hoir-aschkenasische Politik. Das behaupte ich nicht aus der Luft heraus. Das schreibt der Waad H. A. in seinem Briefe ja selbst. Er verwahrt sich geradezu dagegen, daß man von ihm glauben könne, er folge den Direktiven des Herrn- Dr. Breuer, des Vorsitzenden der politischen Palästina-Kommission der Agudas Jisroel. „Um der Wahrheit willen", schreibt der W. H. A. (identisch mit Agudas Jisroel in Erez Jisroel): müssen wir mit aller Macht gegen diese seltsame . . . Vorstellung protestieren, daß Herr Dr. Breuer dem W.H.A. ein Programm oder ein System übermittelt hat -oder übermittelt, wie die Gemeinde zu führen sei, und daß wir uns nach seinen Ansichten richten" usw. Solange es ihm paßt, indentifiziert sich der W. H. A. mit Agudas Jisroel- (siehe Gens und London), dann weiß er plötzlich nichts mehr von Aguda und treibt Politik auf eigene Faust-, ohne sich nach den Direktiven der zuständigen Organe der -agudistischen Weltorganisation zu richten. Der Brief des W. H. A. zeigt, daß es kein Vergnügen genannt werden kann, -dafür zu sorgen, daß in Erez Jisroel die Wünsche der agudistischen- Instanzen zur Geltung kommen. Ich aber kann meinen wiederholt ausgedrückten Wünschen an Agudas Jisroel (nicht an den W.H.A., mit dem wir formell garnichts zu tun haben!) wiederholen: Agudas Jisroel möge in Erez Jisroel ihre Politik selbst führen, denn dann wird es ihr auch gelingen unter ihre Fahnen alle diejenigen zu sammeln, die zu ihr gehören. 2. Ueber den 8 4 der Agudastatuten -im Zusammenhang mit dem W. H. A. gesprochen zu haben, ist mir nicht im Traume eingefallen. Ich habe den 8 4 als Beweis dafür gebracht, daß der damalige Leiter der palästinensischen Aguda-Politik nach meiner unmaßgeblichen Ansicht nicht genügend politisches Fingerspitzengefühl hätte. Was der W. H. A. sonst zum 8 4 schreibt ist derart verworren, daß eine Entwirrung unmöglich im Rahmen dieses Brieses vorgenommen werden kann. Ich behalte mir vor, darüber gelegentlich in einem gesonderten Aufsatz zu schreiben. 3. Das Verlangen des W.H.A., man möge dem Israelit, den Blättern usw. verbieten, sachliche Kritik über ihn aufzunehmen-, erinnert an die in- Kriegszeiten ausgeübte Zensur der Militärbehörden und bestätigt -den Satz, daß es schließlich unter der Sonne doch nichts Neues gäbe. Ihnen, sehr verehrte Herren, möchte ich dafür danken, daß Sie mich gegendie persönlichen Anschuldigungen des Waad Hoir aschkenasi in Schutz nehmen und mir bescheinigen, -daß meine Aufsätze „nicht die Grenze des Erlaubten und die im Interesse der Klärung notwendigen Kritik überschritten habe." In vorzüglicher Hochachtung! Herbert Kruskal. Zur kehillafrage. Eine Erwiderung! In Nr. 19 .der „Blätter" schreibt Herr Eh. I. Eiß-Zürich einen Artikel mit der Ueberschrift: „Agudas Jisroel und Kehilla", in welchem er es als die Aufgabe der. SepyratgechMden'ansieht, für den. hkivisihs zu wirkesi. Äeses Ziest könne aber, so schreibt er, nur völlig! verwirklicht werden-, wenn dieMustrittsgemeinden eitt weltpolitisches Gepräge' erhalten. kpmsirt es Häsin zu deni Ergebnis, man müssedaraufhin arbeiten, hiereine rein' agudistische »Aera,zu schaffen, da die misrachistischen Mitglieder angeblich die Arbeit der Gemeinde für bmsr Vn beeinträchtigen. Ich will hier nicht darauf eingehen, wieweit man „die Kehillo bejahen und die Aguda verneinen" kann. Wieso aber hemmen denn zionistische Mitglieder — dabei handelt es sich doch wohl hauptsächlich um Misrachisten? — die Arbeit der Gemeinde? Arbeiten sie nicht vielmehr Hand in Hand mit den andersgesinnten Mitgliedern, was Gemeindearbeit archelcmgt? Herr Eiß betrachtet es in seinem Artikel als Ideal, daß in den Trennungsgemeinden ein Steuerzwang zur Förderung von des Palästinaaufbaus u. ä. durchgeführt wird. In Wirklichkeit wird von Misrachisten gegen, derartige Ausgaben nicht 'angekämpft. Erschweren denn, die zionistischen Elemente wirklich die Arbeit der Gemeinden?' Es geht doch beileibe nicht an, daß auf ein (Zemeindemitglied vonfeiten des Vorstandes dariti Zwantz ausgeübt wird, ob er das agudistische oder das misrachistische Aufbauwerk in Palästina unterstützt.. Stehen denn außerdem die Sepäratgemeinden immer in so rosigen finanziellen Verhältnissen da, daßsie auf, die Steuern sämtlicher',', Misrachisten — siffd-^d.äs - sind nicht i

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