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Der Israelit · 1928-10-11 · Heft 41 (11.10.1928) · page 14

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Journal
Der Israelit
Volume
69 (1928)
Issue
Heft 41 (11.10.1928)
Date
1928-10-11
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seile 14 Nr. 41 Der Israelit 11. Oktober 1828 - Audiatur et altera pars. . Man schreibt uns von meiner dem PHi la n tr o p i n nahestehenden Seite: Der unter der Ueberschrift: „Vor einen Blinden sollst du kein Strauchelwerk legen" in Ihrem geschätzten Blatte erschienene Artikel geht' von irrigen Voraussetzungen aus und' gelangt daher zu falschen Schlußfo lger uügen. Der Gedanke, im Westen eine Aufnahmeklasse zu errichten, entstammt gar nicht der Leitung des Philantropins, sondern der eigensten In-, itiative eines im Westen wohnenden jüdischen Gelehrten, der seinem Kinde vor allem den freien Sabbat und die ungestörte Feier der jüdischen Festtage sichern wollte. Wenn diese Initiative Widerhall gefunden hat, so steht es andererseits fest, daß wohl kein einziger der Väter, die ihre Kinder in die neue Klasse schicken werden', sich jemals entschlossen haben würde, sein Kind der orthodoxen Volksschule in der Bärenstraße anzuvertrauen. Der „Israelit" braucht also auch von s e i nem religiösen Standpunkte aus in keiner Weise zu befürchten, daß die neue Klasse in negativem Sinne wirkt. Für diejenigen Kreise, die hier allein in Betracht kommen, bedeutet vielmehr die jüdische Schule an sich schon wegen des Sabbats und der Festtage einen Fortschritt zum positiven Judentum. Ebenso unberechtigt ist die Unterstellung, daß die Lektüre des Markusevangeliums in einer Arbeitsgemeinschaft der obersten Stufe des Philantropins die Assimilation an die christliche Glaublenslehre fördere. Der Zweck der Uebung ist vielmehr, gerade umgekehrt, die Ausrüstung der Schüler mit der nötigen Widerstandskraft gegen die liberale evangelische Theologie. Es soll die Ueberlegenheit des Judentums über die neutestamentliche Ethik gezeigt werden. Ich erwarte von Ihrem Ge-- rechtigkeitsgefühl die Aufnahme dieser objektiven Richtigstellung." (Wie nehmen keinen Anstand, diese Erwiderung zu veröffentlichen; an der Sache wird dadurch wenig geändert. Daß nur hyperliberale Eltern ihre Kinder dem Philantropin anoertrauen werden, ist leider eine ganz willkürliche Annahme. Was aber das Evangelium betrifft, so bedeutet seine Einführung in eine jüdische Schule prinzipiell eine Verhöhnung des gesunden jüdischen Volksempfindens und einer fast zweitausendjährigen wohl begründeten Tradition. Red.) Line Ehrung für Frau Besthoff. Am Vormittag des Schemini Azeres fanden sich Vorstand und Kommissionsmitglieder der Jüdischen Frauenvereinigung in der Wohnung ihrer verehrten Präsidentin Frau Besthoff ein, um ihr aus Anlaß des siebzigsten Geburtstages die Glückwünsche der Frauenvereinigung zum Ausdruck zu bringen. In bewegten Worten verlieh Frau Paula Nußbaum den Gefühlen des Dankes und der Verehrung aller Vereinsmitglieder Ausdruck; Frau Hedwig C r ä m e r überreichte der Jubilarin ein Goldenes Buch nebst einer namhaften Geldspende, die von Freunden Frau Besthoff zur freien Verfügung für ihre wohltätigen Bestrebungen gewidmet wurde. Herr Studiendirektor Dr. Fink dankte im Namen der Unterrichtsanstalten der Jubilarin für ihre unermüdliche Tätigkeit zum Wöhle der «rholungsbedürftigen Schuljugend. Frau Johanna G o l d s ch m i d t überbrachte die Glückwünsche des Mädchenhortes und Frau Regine B ae r gratulierte im Namen der geistigen Kommission des Frauenvereins. Außerordentlich ergriffen von der ihr zuteil gewordenen Ehrung dankte Frau Besthoff allen Beteiligten und betonte, daß ihr die Erfüllung ihrer Aufgaben immer nur durch die tätige Mithilfe ihrer Mitarbeiterinnen möglich gewesen sei. Todesfälle. In der Nacht zu Mittwoch verstarb Wilhelm 5 ch a m e s und am Nachmittag desselben Tages hauchte Frau Bella W o l f f - R o o s ihre reine Seele aus. Eingehende Nachrufe müssen wir uns für nächste Woche Vorbehalten. Wilhelm Schames war ein um das soziale und jüdische Wohlsahrtsleben hochverdienter Mann und der frühe Tod der Frau Wolfs, die zu den besten und edelsten Frauen unserer Kehilloh zählte, löst allgemein größte Bestürzung aus. n"3Xw. Gefchichlsvorlräge im Mekor Lhajim. Die Geschichtsvorträge des Herrn Red. S. Schachnowitz im Mekor Chajim werden diesen Sonntag, den 14. Oktober, ausgenommen. Redner spricht um 6 Uhr im Vereinslokal Langestraße 18 über „Die spanische Inquisition und ihre Opfer". Gäste sind willkommen. Liwjakh Ehen. Infolge zweier Trauerfälle in Familien von. Mitgliedern werden diesen Sabbat Borträge in deren Häusern abgehälten, und zwar vormittags 11,45 Uhr Esch e r sheimer L a n d st r. 69 (Wilhelm Schames ^"xt) und. nachmittags 4 Uhr Frie db e r g er A n - läge 1 (Frau Bella Wolff-Roos y"v). - Der; Nachmittagsvortrag im Hörsaale fällt.ays. Agudas Jisroel Jugend- und Mädchengruppe. ...Für Montag, den 15. d. M., abends 449 Uhr -lädk die AI. Jugend- und Mädchengruppe. ihre M^ljeder zu einer Rausch chau d e s ch - F e i e r im Kaffee Faßbender, Schillerstr. 10, 1. St., ein. Gäste sind willkommen. I Frankfurts jüdische Bevölkerung im Lichte der Statistik, , Dem soeben erschienenen „Statistischen Handbuch der Stadt Frankfurt" entnehmen wir die -nachstehenden Angaben über Frankfurts jüdische Bevölkern,ng- 4 Die Gesamtzahl der jüdischen Bevölkerung betrug am 16.'Juni 1925: 29 385 Personen' unter insgesamt 467 250 Einwohnern. , Im Jahre 1926 wurden 170 Ehen geschlossen, bei denen beide Ehegatten Juden waren. Bei 32 Ehen war nur der Mann Jude,'/in 20 Ehen nur die Frau Jüdin; also unter 222 Ehen 52 Mischehen? / Im Jahre 1926 kamen 359 (gegen 1906: .375) eheliche Kinder zur Welt, deren beide Eltern Juden waren, 17 (1906: 30) wo nur die Mutter, 22 (1906: 24) wo nur der Vater jüdischen Glaubens war. Von den 1926 geborenen 1034 unehelichen Kindern waren 18 nach dem Religionsbekenntnis der Mutter Juden. Von den im Jahre 1926 Verstorbenenwaren 398 (1906: 293) Juden, hierunter '10 (14) Kinder Mter 1 Jahr. Auf dem Friedhof der Israelitischen Gemeinde fanden 1926 : 333 (1906: 276) Erdbestattungen und 34 (1906: 7) Aschenbeisetzungen — 10 Prozent — statt. Auf dem Friedhofe der Israelitischen Religicmsgefellschaft wurden 61 (1906: 41) Personen beerdigt. Dem Kapitel „Anstalten" entnehmen wir, daß das Krankenhaus der Israelitischen Gemeinde über 155 (1906: 70) Betten verfügt und 1653 (1906: 719) im Jahre 1926 in insgesamt 34 914 (1906: 22193) Tagen verpflegt wurden. —- Die gleichen Zahlen für das Georgine Sara v. Rothfchildsche Hospital lauten: 32 (12) Betten, 294 (271) an 7399 Tagen verpflegt. Die Israelitische Gemeinde hat 18 000 (1906: 18115) beitragzahlende Mitglieder bei einer Kultussteuer von 1432 400 M. (1906: 290100 M.). An 4 (1906 : 3) Synagogen werden 5 (1906: 4) Rabbiner und 11 (1906: 5) sonstige Kultusbeamte beschäftigt. Von der Gemeinde sind zur evangelischen bzw. katholischen Kirche 39 (1906: 9) Personen übergetreten, während 14 Protestanten und 3 Katholiken (1906: 4 bzw. 3) zum Judentum übergetrer m find. Die Israelitische Religionsgesellfchast hat 1479 (1906: 931) beitragzahlende Mitglieder, die insgesamt 143 424 (1906: 92 987 M.) Kultussteuer aufbringen. Interessante Zahlen liefert das Kapitel „Schulwesen" 403 (1906 : 623) jüdische Knaben und 337 (460 im Jahre 1906) jüdische Mädchen besuchten die städtischen höheren Schulen, davon allein 135 Knaben das GoeHegymnasium und 170 Mädchen die Viktorrafchule. Auffallend gering ist der jüdische Besuchter städtischen Mittelschulen: nur 13 (1306: 77) Knaben und 22 (1906: 143) Mädchen. Dagegen besuchten 224 (82) jüdische Knaben und 213 (1906: 116) jüdische Mädchen die städtischen Volksschulen, von diesen 437 Kindern waren allein 131 in der Varrentrappschule. In den Vororten besuchen nur 19 jüdische Kinder städtische Volksschulen. In sonstigen nichtstädtischen, allgemeinen Schulen waren 124 jüdische Kinder. Dagegen besuchten 864 Knaben und 838 Mädchen jüdische Schulen und zwar: Philantropin . 229 Knaben, 258 Mädchen, Volksschule b. Philantropin 135 Knaben, 113 Mädchen, S. R. Hirsch-Realschule . . 365 Knaben, S. R. Hirsch-Lyceum ... ' 231 Mädchen, Jsr. Volksschule .... 235 Knäben, 236 Mädchen. Es besuchen demnach 1702 Kinder jüdische und 1336 nichtjüdische Schulen. Ekklingerheim in Hofheim. Das Ettlingersche Erholungsheim für jüdische Kinder in Hofheim i. Taunus bietet Liegekuren m sonnigen geheizten Veranden mit Höhensonne und medizinischen Bädern. Besonders ist das Heim für längeren Kuraufenthalt geeignet?da es in diesem Jahre bedeutend vergrößert und verschönert wurde. Die vorzügliche streng rituelle Verpflegung ist bekannt. Auf Wunsch wird auch Unterricht von einer staatlich geprüften Lehrerin -erteilt. Preise sind mäßig. Anmeldungen sind an die Leiterin, Frl. Heller, Hofheim i. T.,' Kapellenstr. 12 zu richten. Simchas Thora-Veranstaltung des Israelitischen Metzgergehilfenvereins. . Der I s ra e l i t i f che Metz ge rg ehil,f e n - B e rein 1905 e. V. arrangiert am Samstag, den 13. Oktober, abends 8% Uhr in der Frankfurt-Loge eine g efe I l i g e V e rä nsta l t u n g aus Anlaß des Simchas Thora. Das Programm weist -eine große Reihe guter Attraktionen auf. Eintrittskarten zum Preise von 2 M. (einschl. Steuer) sind in allen jüdischen Buchhandlungen und an der Abendkasse zu haben. ' Jüdischer Turnerbund. Das -Winterprogramin des I. T. B.' ist - soeben erschienen. Neben den seitherigen Kursen für Damen, Herren^ alte Herren, Frauen,,, Knaben . und Mädchen, würde ein Vorturnerkursus ^eingerichtet. Für Geselligkeitargen die beliebten' 'Wanderungen und gemüMchen Abende, die während-> des -ganzest Winters regelmäßig tattfinden -^werden-: . . Als, /Abschlußdex-Sommer tätigkeit findet^ in . der letzten Oktoberwoche.-ein, Wetturnen in.den. einMven,Abteilüngen statt.' Weiteres ist unter Rubrik Vereins-' kalender zu ersehen. Gefchästsjubiläum. '.Am 15. Oktober 1928 feiert die Firma M.' L e h rberger u. Co.'in Frankfurt a. M., früher Rödelheim, das 25jährige GeschäftsjubMum ihres Druckereileiters, des Herrn C. F a l k e'n ber g. Herr Faltenberg Verstandes, die Tradition des durch die Korrektheit und die typographische Schönheit seiner Deröffeytklchungen weltberühmten Verlages M. Lehxberger u. Eo. in geradezu vorbildlicher Weise zu wahren. Die. Erfüllung dieser Aufgabe gelang ihm durchs seine völlige Hingabe an Vas ihm änvertraute Werk und das restlose Aufgehen i.n ihm. So war es chm auch möglich, nicht nur den unter feiner verantwortlichen Leitung für den eigenen Verlag hergestellten Gebetwerken, sondern auch den in fremdem Aufträge gedruckten Büchern und Schriften den Stempel schöpferischen Geistes aufzudrücken-. Hervorragende Kenntnisse auf typographischem Gebi-ete, erworben in jahrelanger praktischer Tätigkeit in führenden Druckereien Deutschlands, beispiellose Gewissenhaftigkeit, vorbildlicher Fleiß, unermüdliche Tatkraft haben ihm Ansehen und Vertrauen in den Kreisen seiner Fachgenossen und Mitarbeiter, darüber hinaus aber auch Ansehen und Verehrung verschafft bei den Autoren und Auftraggebern seiner Firma. .Ms äußeres Zeicheneines weitreichenden Vertrauens und' zur äußeren Kennzeichnung eines beispielgebenden Aufstieges vom Druckereiarbeiter zu führender Stellung erhielt Herr Fakkenberg schon vor Jahren die Einzelprokura. Im Februar dieses Jahres konnte Herr Falkenb e r g sein 50jähriges Berufsjubiläum begehen. Vereinskalender. Verein Mekor Ehasim. Freitag abend nach Schul, im Hörsaale Friedberger Anlage, Mikro. (Einleitungsvortrag), Herr Red. S- Schachnowitz. Samstag morgen, nach Schul, im Hörsaale Fried - berger Anlage, Dinim, Herr Dr. E. Posen. — Nachmittag 3/4 Stunden vor Mincho im Vereinslokale, Rewiim, Herr Dr. W. Hofmann. Sonntag morgens nach Schul, im Hörsaale Friedberg. Anlage (ebenso Mittwoch), mx "n Herr Redakt. S. Schachnowitz. — Vormittag 8 Uhr. Vereinslokal (ebenso l]2 Stunde nach Sabbatausgang), Gemoro, Herr Joachim Soffer. — 9lU Uhr Vormittag (ebenso Dienstag nachmittag 6Vs Uhr). Gemoro, Herr R.-A. G. Posen. — Abends 6 Uhr im Dereinslokale Langestraße 18, Eröffnung der Geschichtsvorträge des Herrn Red. S. Schachnowitz. Thema: Die spanische Inquisition und ihre Opfer. Montag nach Schul, im Hörsaale Friedberger Anlage (ebenso Donnerstag), Mifchna, Mitglieder-- lernen. — Abends 7 Uhr (ebenso Mittwoch) im Vereinslokale. Gemoro, Herr Rabbiner Dr. Jos. Breuer. — 8V2 Uhr abends (ebenso Donnerstag), Gemoro, Herr Dr. E. Posen. Dienstag morgen nach Schul, im Hörsaale Friedberger Anlage (ebenso Freitag), Mischna, Herr Dr. <£: Posen. Von Sonntag bis einschließlich Donnerstag abends 83A Uhr im Vereinslokale, Schaslernen des Herrn Herz Halpern. I a h rz ei ts stif tun g en. Sonntag, 14. OKI. Maximilian Bier-Stiftung. Dienstag, 16. Okt. Benny Isidor Benjamin- und Meier Selig Goldschmidt-Stiftung. Aguda, Jisroel-Jugendgruppe. (Alle Schrurim wie üblich.) GebetzeUr«. TI'VX'12 7,21? Freitag Abend 5.10 Samstag n»2ttm 6.45 - Samstagmorgen 8.— Samstagnachmittag 1.— und 4.— Samstagabend 6 25 Wochengottesdienst: Morgens 6.30 Nachmittags 5.— Tefilin-Legen am Morgen 5.45 Briefkasten. W. Zr. Selbstverständlich Kann der Haushalt unter solchen Umständen nicht als -,20 gelten. 44ft M %j$t und bleibt der Beitel Keine 6ratiszugaben,dafür Qualität!

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