Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 69 (1928)
- Issue
- Heft 41 (11.10.1928)
- Date
- 1928-10-11
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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- Haifa 2× ep/1047930
- Hebron 1× ep/1047559
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Seite 6 Nr. 41 11. Oktober 1928 Der Israelit Eine Deputation von Moslemiten überreichte dem stellvertretenden Oberkommissar H. C. Luke ein Memorandum, in welchem die Behauptung aufgestellt wird, daß die westliche Tempelmauer ein Teil der Omar-Moschee ist und daß die Moslemiten daher niemals zugeben werden, daß die Juden die Klagemauer besitzen. Sollten sich die Juden ein höheres Maß von Rechten an der Klagemauer aneignsn, als sie schon zur Zeit der türkischen Herrschaft besaßen — heißt es in dem Memorandum weiter — so würde dies Anlaß zu ernsten Unruhen im Lande geben. In dem Memorandum wird gefordert, daß di? Negierung den Juden verbieten solle, jede Art von Gegenständen an die Klagemauer heranzubringen. Der Oberste Rat der Moslemiten hat von den moslemitischen Vereinen in Haifa, Jaffa, Hebron und anderen Orten Telegramme erhalten, in denen er dringend ausgefordert wird, sich den jüdischen Ansprüchen auf die Klagemauer zu widersetzen. Ferner haben die Moslemiten an die Könige von Irak, Persien, Afghanistan, Hedschas, Jemen und Aegypten, sowie an die moslemitischen Körperschaften in Syrien, Indien usw. Telegramme gesandt, in denen gesagt wird, die Juden hätten das Bestreben, sich der Klagemauer zu bemächtigen, die einen Teil der Omar-Moschee bildet. Die Moslemiten in allen Ländern werden aufgefordert, den moslemitischen Gläubigen in Jerusalem beizustehen. Die Vorkommnisse an der Klagemauer zu Jerusalem am Versöhnungstage werden ein gerichtliches Nachspiel haben. Zwei Frauen, eine von ihnen ist Amerikanerin, die beide von der Polizei bei der Aktion der Entfernung des Wandschirms beleidigt und geschlagen wurden, haben gegen die schuldigen Polizisten Klage bei Gericht eingereicht. Die Palästina-Regierung lehnt ab. Jerusalem, 8. Oktober. Eine Abordnung der jüdischen Arbeiterschaft Palästinas sprach in diesen Tagen bei dem stellvertretenden Oberkommissar für Palästina, H. C. Luke, und dem Direktor für öffentliche Arbeiten vor und erhob dabei die Forderung nach Festsetzung eines Minimallohns und nach Beschäftigung von mindestens 60 Prozent jüdischen Arbeitern beim Hafenbau in Haifa. Herr Luke erwiderte, daß bei den Hafenarbeiten ein Minimallohn nicht festgesetzt werden könne, die Regierung werde aber nicht dulden, daß die Arbeiter Opfer eines Ausbeutungssystems werden. Bei den Hafenarbeiten werden nur palästinensische Arbeiter beschäftigt werden, fremde Arbeiter würden nur in ganz unumgänglichen Fällen herangezogen werden. Selbstverständlich werden die jüdischen Arbeiter in einem angemessenen Verhältnis an dem Hafenbau teilnehmen, jedoch könne er eine Basis von 50 Prozent nicht akzeptieren. Der Umfang der Beschäftigung jüdischer Arbeiter wird sich nach denbestehenden Verhältnissen richten müssen. Der Direktor für öffentliche Arbeiten erwiderte, der Bau des Haifa-Hafens sei kein philantropisches Unternehmen. Sollten die Löhne der Hafenarbeiter eine Erhöhung erfahren, so müßte dies ja eine Erhöhung der Löhne bei allen anderen öffentlichen Arbeiten der Regierung zur Folge haben. kluger, immer zur Verfügung der Anderen stehender Ratspender, betteten 'mir am Nachmittag des gleichen Tages den Mann zur ewigen Ruhe, dem dieser Abschiedsgruß gelten soll: William Möller. William Möller! Da man in Israels Häusern noch den Lulow schwang, hauchtest du deine reine Seele aus, du, der du wohl das Rückgrat unseres orthodoxen Kreises mit deiner Charakterstärke, mit deiner Prinzipienfestigkeit, mit deiner Gottestreue und Frömmigkeit gewesen bist, also ein rechter Verkörperer der durch den Lulow dargestellten Idee. Und in der Sprache des Schemini Azereth bekennen wir es: Schwer fällt uns die Trennung von dir, schwer legt sich uns der Gedanke auf die Seele, daß die orthodoxen Kreise Hamburgs in Zukunft deinen Rat, deine Initiative, deine Führung entbehren müssen. Wenn uns im Namen des Rabbi Jochanan berichtet wird, daß der Mensch durch dreierlei Streben sich die ewige Welt erwerben kann, so hat William Möller durch sein Leben sich in dieser dreifachen Beziehung bewährt. Und so lautet das Wort des Rabbi Jochanan (Pfochim 113 a): „Drei Kreise erben die Ewigkeit. Wer in Erez Jisroel wohnt, wer feine Kinder erzieht zum Thaurolernen, und wer am Schäbbos Abend, die Hawdolo über den Wein spricht, das bedeutet, wer vom Kidduschwein für die Hawdolo läßt." William Möller wohnte in Erez Jisroel, wurzelte mit der ganzen Kraft seiner Persönlichkeit, mit allen Fasern seines Wesens im alten jüdischen Väterboden. Seine Fähigkeiten, seine Gesundheit, seine Zeit, alles opferte er, daß dieser jüdische Boden, dieses geistige Erez Jisroel, innerhalb unserer Hamburgischen Gemeinschaft unangetastet bleibe. Sein Haus war die Stätte, wo man zufammenkam, wenn es galt, Beratungen im Interesse des orthodoxen Judentums zu pflegen, er war der Mann, der unerschütterlich dastand, unerschütterlich für das kämpfte, was feine religiöse, aus den Tiefen eines jüdischen Herzens und aus bewährten Traditionen fliehende Ueberzeugung war. Im Delegiertenkollegium des Synagogenoerbandes wirkte er bis vor kurzer Zeit, in dessen Synagogenkommission bis zu feinem Tode, und seine Arbeit war getragen von einer Aufrichtigkeit und Geradheit, von einer Unbedingtheit, die nacht nur die Freunde, die auch die, geistigen Gegner achteten und an ihm schätzten. William Möller erzog seine Kinder zum Thaurolernen. Sein Haus war feine Burg. Mit seiner Gattin, der Enkelin S. R. Hirschs, der Tochter von Jfak Hirsch, erzog er seine Kinder zu Volljuden in des Wortes weitestem Sinn. Die Kinder, gleich ihm von der Liebe zur Thauro erfllt, und unermüdlich im Lernen, wirken hier in Hamburg im Geiste des Vaters und Schwiegervaters und zeigen durch ihr Leben, daß er es wahrhaft verstanden hat, sie zu erziehen zu Talmud Thauro. William Möller ließ vom Kidduschwein für die Hawdolo. Er verstand es, auch seine Berufsarbeit mit dem Geiste des Sabbats zu durchtränken. Cr war ein durch und durch fabbatlicher Mensch, ein Kaufmann, dem das Gebot, sechs Tage sollst du arbeiten, ein heiliges Gottesgebot und süß war im Hinblick auf den siebenten Tag der Ruhe. Hamburg in allen feinen thaurotreuen Kreisen wird William Möller nicht vergessen. Cr hat sich durch seine Leistungen die Ewigkeit gesichert, und in unfern Herzen wird der Dank lebendig bleiben und unauslöschlich die .Erinnerung an ihn als den Mann der wahrhaften Frömmigkeit. Dies Bewußtsein tröste seine Gattin und seine Kinder. Die Erinnerung an ihn mag uns alle, die wir durch seinen plötzlichen Heimgang schwer getroffen wurden, trösten und aufrichten. Dieser Zadik wird auch nach seinem Tode leben und uns zur Leistung in seinem Sinn und nach seinem Vorbild anregen und aneifern. Wiesenfeld, 8. Oktober. Ihren 75. Geburtstag begeht am 14. Oktober in voller Rüstigkeit und geistigen Frische Frau Therese Bamberger geb. Silbermann dahier. pflegerisch geschulte Kindergärtnerinnen und eine Hausschwester. sowie eine Turnlehrerin zur Seite stehen. . , Beachtenswert ist ferner die Aufnahme weiblicher Jugendlicher, denen es ermöglicht werden soll, vor Eintritt in das Berufsleben die nötige Widerstandskraft durch eine durchgreifende Kur zu erlangen. Sie fanden bisher nur in Sanatorien und Anstalten für Erwachsene Unterkommen, während man hier versucht, sie nach Maß ihrer Kräfte unter ständiger Aufsicht des Arztes mit leichten Arbeiten im Haufe und im Umgang mit Kindern zu beschäftigen. Im Heim herrscht ein frischer, lebendiger, gut jüdischer Geist, der den Kindern den Aufenthalt dort zu einem freudigen gestaltet. Die Kur dauert 8 Wochen; sie wird, wenn es der Fall erfordert, verlängert. Auf Wunsch können die Kinder die Schule des Ortes besuchen. Eine Kurperiode kostet 224 Mark, Tagesfatz 4 Mark. Prospekte stehen jederzeit zur' Verfügung und sinddurch die Geschäftsstelle des Jüdischen Frauenbundes, Berlin N. 24, Monbijouplatz 10 anzufordern, die zu weiteren Auskünften gern bereit ist. . Basel, 7. Oktober. Die Stelle der Waifeneltern an der Israelitischen Waisenanstalt ist infolge Rücktritts des Waifenvaters mit Anfang des Jahres 1929 neu zu besetzen. Näheres Inserat. Zwrngenberg a. d. Bergstraße, 8. Oktober. Idyllisch am Fuße des Melibokus liegt Zwingenberg. Taufende von Touristen kommen alljährlich während des Sommers nach hier, um die Naturschönheiten in der Umgebung' und an der Bergstraße zu sehen. Darunter ist gewiß auch ein großer Teil Juden. Aber nur ein verschwindend kleiner Teil findet den Weg zum rra, um aus der Durchreise das "«a oder darin zu verrichten. Den meisten mag es vielleicht gar nicht bekannt fein, daß es ein solches hier gibt. ' Genau 25 Jahre sind es jetzt, daß es neu erbaut wurde. Der Bau zählt zu den schönsten Gebäuden unseres Städtchens. In dieser langen Zeit war der Jnnenanstrich verblaßt und verräuchert. Schon lange bestand der Plan für einen Neuanstrich und andere Reparaturen. Die erforderlichen Mittel hierfür konnte die kleine Gemeinde aus sich selbst nicht leisten. Den eifrigen Bemühungen des Vorstandes, an dessen Spitze Herr Bernhard Mainzer steht, gelang es neben der Opferwilligkeit der Gemeinde, die erforderlichen Mittel beisammen zu bringen. Als die Geldfrage gelöst war, kam es zur Ausführung des lang gehegten Plans. Unter Führung eines Architekten wurden die Arbeiten ausgeführt und nun steht unser rvian n'a in neuem Glanze da und dürfte nun zu den schönsten an der Bergstraße, gehören. Auch für die innere Dekoration wurde gesorgt. Frau Spieß stiftete ein prachtvolles na-ns- Frau Bendheim einen schönen Kronleuchter. Derselbe trägt am Sockel Widmungen für ihre beiden verstorbenen Kinder. Familie M o ß b a ch e r in Darmstadt stiftete ein wertvolles ->vv-Mäntelchen. Herr Mainzer sprach den edlen Spendern den Dank der Gemeindehaus!. Diese haben sich durch ihre Spenden ein bleibendes mar erworben. Dank gebührt auch dem Vorstand für feine erfolgreichen Bemühungen und auch den Gemeindemitgliedern für ihre Opferwilligkeit. Oskar Lehmann V'Xt* Nach Schluß der Redaktion geht uns von Mainz bie erschütternde Kunde von dem in der Nacht zu Dienstag, erfolgten Ableben Oskar Lehmanns zu. Oskar Lehmann, Sohn von Rabbiner Dr. M. Lehmann V-st, war als van T»$>n, Schriftsteller, Mensch und Jehudi weit über seine Vaterstadt, ja weit über Deutschlands Grenzen hinaus hochgeachtet, und die Todesnachricht wird überall aufrichtige Trauer und Teilnahme Hervorrufen. Eine eingehende Würdigung des seltenen Mannes und feiner Lebensarbeit findet der Leser auf der ersten Seite der Frankfurter Beilage. Personalien. William 7I7öller Hamburg, 8. Oktober. Während der „Zeit der Freude" ist unsere hiesige Gemeinschaft in schwere Trauer versetzt worden- Nachdem wir am zweiten Tage Chaul hamaued Moses Strauß begraben, einen Mann, dessen fast acht Jahrzehnte währendes Leben getragen war von tiefer Frömmigkeit und einer bis in die letzten Tage feines Daseins unermüdlich betätigten Ahawas Hathauro, nachdem am Morgen des Haufchano Rabbo wir Jacob Drucker begraben, den Mann, der die letzten schweren Jahre seines Lebens mit ebensolcher Ergebenheit trug, wie er in früheren Jahrzehnten des rüstigen Schaffens sich stets bewährt hatte als ein Kämpfer für die Orthodoxie, als ein immer gebebereiter Wohltäter, als ein Permi ichtes. Berlin, 1. Oktober. Nach Verlauf des ersten Kurjahres unserer Wyker Heilstätte, die für Kinder von 4 bis 14 Jahren und weibliche Jugendliche geschaffen worden ist, kann man mit Freude feststellen, daß die bisher verlaufenen Kuren von gutem Erfolg begleitet waren. Ganz besonders bewährt haben sich die Herbst- und Winterkuren durch Einwirkung des milden Nordfeeklimas und durch die ganz individuelle ärztliche Behandlung und häusliche und pädagogische Betreuung, die jedem Fall zuteil wird. Die ärztliche Leitung liegt bekanntlich in den Händen des Herrn Dr. Gundermann, der gleichzeitig der leitende Art des „Schönberger Hauses" der Stadt Berlin ist. Die Heimleitung ist unserer Oberin anvertraut, der pädagogisch sowie Ich suche per 1. Nov. zur Führung des Haushalts bet zwei alten Leuten ein tüchtiges frommes Mädchen gegen hohen Gehalt. Off. unter 607c an die Exped. Kontoristin mit fämtl. buchhalterischen Arbeiten, Stenographie, Schreibmaschine u. Kastenwesen vertraut, sucht per 15. Olt. od. 1. Nov. Stelle. Frankfurt bevorzugt. Off. unt. 642 c a. d. Expedition. Die Tee-Einfuhr-Firma 3. T. Ronnefeldl. Frankfurt a. 7N., gegründet 1825, bringt Teesorten in Originalpackungen in den Verkauf, die durch sachverständige Auswahl selbst dem verwöhntesten Geschmack Rechnung tragen. Die Liebhaber einer Tasse wirklich guten Tees mögen nicht versäumen, bei ihrem Lieferanten ausdrücklich Ronnefeldts Tee zu verlangen, er ist und bleibt der Beste. Die Marken der TaDgermünder Schokoladenfabrik «