Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 69 (1928)
- Issue
- Heft 39 (27.9.1928)
- Date
- 1928-09-27
- Page
- – (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 4 Nr. 20 Der 3 * * g i I it Blätter 27. September 1928 seine Nachkommen und Schüler Thorawissen gewaltig gemehrt wurde, sondern ebenso, weil die grundlegenden Ideen und organisatorischen Forderungen der Agudas Jisroel auch von ihm ausgesprochen, unzweideutig ausgesprochen worden waren. So sei sein Gedächtnis in unserem Kreise denn gefeiert und geheiligt, dadurch, daß wir uns von einer tiefen Thoraliebe immer stärker durchfluten lassen, daß wir zur Höhe des Würzburger Raw hinstreben, daß wir Agudas Jisroel mehr und mehr durch die Arbeit an uns selbst und durch Werben um die, welche die wahren Nachfahren und Erben des Würzburger Raw find, — denn auf die andern verzichten wir gern, — zur Gemeinschaft erheben, die die Gemeinschaft des echten ist. Ein Brief des „Wand hair aschkenasi." Der Frankfurter G. A. ersucht uns um Veröffenr lichun-g des nachfolgenden an ihn gelangten hebräischen Schreibens des „Waad hair aschkenasi" in Jerusalem: An den Geschäftsführenden Ausschuß der Agudas Jisroel Frankfurt a. M. Als Freunde und Gesinnungsgenossen, den m das gemeinsame Ziel vorschwebt, min und nx'p auf allen Gebieten zu heben und auf der Wache zu stehen, daß nicht die Gegner des Gottesgesetzes das Heilige vernichten, erlaubten wir uns, Ihre Aufmerksamkeit auf unsere folgenden Ausführungen zu lenken. Wir haben schon einige Male gesehen, daß die Zeit schrift. „Der Israelit" in Frankfurt a. M. Artikel im Zusammenhang mit unserer Gemeinde in einer Form veröffentlicht, die als gegnerisch gegenüber unserer orthodoxen Gemeinde in. der heiligen Stadt bezeichnet werden muß, abgesehen davon, daß die darin enthaltenen Ausführungen unbegründet sind und der Sachlage nicht entsprechen. Trotzdem haben wir bis jetzt geschwiegen und haben uns desh»^b nicht an Sie gewandt, weil wir die Antwort im voraus kennen: daß die Spalten des geschützten Blattes allen Parteien der Orthodoxie offenstehen, und der G. A., solange es sich nicht um eine offizielle Kundgebung handelt, dies nicht hindern kann. In den letzten' Tagen jedoch hat die Sache ein anderes Gesicht bekommen. In den dem „Israelit" beigegebenen „Blättern", dem offiziellen Organ der Agudas Jisroel, das sicherlich unter der Aufsicht der deutschen Landesorganisation steht und das von deren Sekretär geleitet wird, sind schon einige Artikel mit der Unterschrift $). K. erschienen, die man nur als Anfälle auf den Waad Hair Aschkenasi bezeichnen kann. In diesen Artikeln wird unsere Gemeinde als eine Gesellschaft unverantwortlicher und unkompetenter Männer hingestellt, denen man nicht Zutrauen kann, daß sie -einen Willen haben und den Anschauungen des erwähnten Schriftstellers entsprechen. Er tut so, als ob aus ihm auch Führer der Agudas Jisroel in Deutschland sprechen und aus diesen täuschenden Worten ergibt sich auch die seltsame Idee, daß Rabbiner Dr. Prnchas Kohn und, wie den Zeilen zu entnehmen ist, vielleicht auch ein anderer agudiftifcher Führer, unter allen Orthodoxen im heiligen Land eine Einheit Herstellen wollen, während nur wir Schuld daran sind, daß diese Einheit verhindert wird, und auch Herr Dr. Isacn Breuer gehöre auf diesem Wege zu unseren Mitschuldigen. Um der Wahrheit willen müssen wir mit aller Macht gegen diese seltsame, aus den Worten des erwähnten Schriftstellers sich ergebende Vorstellung protestieren, daß Herr Dr. Breuer dem Waad Hair Aschkenasi ein Programm oder ein System übermittelt hat oder übermittelt, wie die Gemeinde zu führen sei, und daß wir uns nach seinen Ansichten richteten. Wir beehren uns, vielmehr zu bemerken: 1. Vom Tage an, da der Waad Hair Aschkenasi mit aller Energie für den Schutz der Rechte der orthodoxen Juden in Palästina eingetrekrn ist, d. h. seit mehr als 10 Jahren, gehen die Führer der Gemeinde Hand in Hand mit unseren rabbinischen Führern. Mit ihnen zusammen haben wir die Grundlagen unseres Vorgehens festgestellt, ohne irgendwelche Weisungen, sei es von Herrn Dr. Breuer oder von sonst jemandem in der Leitung der Agudas Jisroel, zu empfangen, weder auf brieflichem noch auf anderem Wege. Bon den Weisungen unserer Rabbinen sind wir nicht abgewichen, immer haben wir mit aller Energie geglaubt, daß auch Agudas Jisroel, die uns bei den hohen staatlichen Instanzen in Genf und London viel geholfen hat, sich in vollkommener Uebereinstimmung befindet mit dem Standpunkt unserer Rabbinen. Auch jetzt noch wollen wir glauben, daß die verantwortungsvollen Angelegenheiten des orthodoxen Judentums in Erez Jisroel treuen Händen anoertraut sind, bewährten Führern und tatkräftigen Männern der Weltaguda, die mit uns eines Sinnes find, und die auch weiter mit uns Hand in Hand gehen werden zur Förderung des orthodoxen Judentums und zur Hebung der Thora in unserem Lande. 2. Aus den Artikeln des erwähnten Schriftstellers geht klar hervor, daß alle ungerechtfertigte Polemik und alle Anfälle auf den Waad Hair Aschkenasi und in Verbindung damit direkt oder indirekt auch auf Herrn Dr. Breuer, sich alle drehen um den Paragraphen 4 des Statuts der Agudas Jisroel, wonach Jehudim, auch wenn sie Thora und Mizwoth beobachten, die einer freien Gemeinde angehören an einem Orte, wo eine besondere orthodoxe Gemeinde besteht, oder die Zionisten oder Misrachisten sind, nicht in die Leitung der Agudas Jisroel gewählt werden können. Unsere Gegner behaupten, daß dieser Paragraph die Politik der orthodoxen Gemeinde in Jerusalem, d. h. des Waad Harr Aschkenasi darstelle, und daß sie auch durch Herrn Dr. Breuer uns oktroyiert fei. Wenn vielleicht eine Bewegung in der Aguda besteht, diesen Paragraphen aufzuheben unreine neue Politik zu beginnen, derart, daß auch Misra^ chisten oder andere Orthodoxe, die in einer freein Gemeinde geblieben find, wo eine orthodoxe Gemeinde besteht, von jetzt an gleichberechtigt in der Leitung der Aguda fein können, so ist das eine Frage, die uns natürlich genaw ebenso berührt, wie die Orthodoxie in anderen Ländern, die der Agudas Jisroel angehören. Aber wir wollen uns jetzt nicht sachlich über diesen Punkt auseinandersetzen. Es fehlt uns auch die Kenntnis davon, ob der G. A. der Weltaguda dem offiziellen Organ „Blätter" gestattet hat, offen für eine Anschauung -einzutreten, wonach Agudas Jisroel nicht mehr die Organisation der von den Neologen getrennten. Orthodoxen s-sinsoll in Ländern oder Orten, wo die Orthodoxie sich selbständig organisiert, sondern daß sie für alle Juden da sein soll, die nun und nis» halten ohne Unterschied zwischen Orthodoxen, Misrachisten oder Zionisten oder gewöhnlichen koscheren Jehudim, die in freien Gemeinden sich befinden, auch an solchen Orten, wo orthodoxe sind, lieber diese Frage werden, wennsie gefragt werden, die Zentralen der Aguda in Polen, Slowakei, Ungarn, Schweiz und Siebenbürgensich wohl äußern, und sie werden zu dieser Anschauung ihre Zustimmung geben oder nicht geben, und es ist noch Zeit genug, unseren Standpunkt in bezug auf diese Anschauung nach der Belehrung unserer Rabbinen zu klären. Wenn aber das offizielle Blatt der deutschen Agudas Jisroel sich um die Vertretung dieser Aufffassung bemüht, und dabei uns öffentlich zu nahe tritt und uns beleidigt, um den ersten Versuch gerade im heiligen Land zu machen, so können wir unter keinen Umständen damit einverstanden sein, daß man gerade den Waad Harr Aschkenasi wegen seiner angeblich falschen Politik dafür-verantwortlich macht, daß der G. A. seine bessere Auffassung nicht zur Geltung bringen könne. Wir sind gezwungen, dagegen zu protestieren und werden nicht zugeben, daß man die Gemeinde und ihre Rabbinen, die die Größen unserer Zeit im Lande und außerhalb des Landes sind, in so grober Weise beleidigt, was nur geeignet ist, unserem Rufe zu chaden und unsere Ehre in der Diaspora dem Gespötl preiszugeben. Wir bitten und hoffen, daß auch der G. A. unsere Gerechtigkeit und die Gerechtigkeit der orthodoxen- Gemeinde in Jerusalem erkennen wird und daß er auch einerseits eine Kundgebung erlassen wird,, daß die Schmähung der orthodoxen Gemeinde durch den Schriftsteller H. K. in dem offiziellen Blatt der Agudas Jisroel in Deutschland unangemessen sei, und daß dieser Schriftsteller sich geirrt hat. Sie möge sich auch bei der Redaktion des „Israelit" bemühen, daß sie solchen Nachrichten keinen Raum mehr gewähre, die aussehen, als ob sie eine Bevorzugung der einen Seite darstellen. Wir wollen die Redaktion des „Israelit" nicht dieser eineitigen Bevorzugung verdächtigen, jedoch liegt es in der Natur dieser Nachrichten, daß sie so wirken und denjenigen schaden, die den heiligen Kampf für das orthodoxe Judentum in Jerusalem führen. Jedenfalls bitten wir, unser Schreiben in den „Blättern" zu veröffentlichen als Protest von unserer Seite undmit Hinzu- -ügung „Meinungskundgebung der heiligen Gemeinde Jerusalem, des Waad Hair Aschkenasi". Nachbemerkung der S ch r i f t l e i- -t u ng : Indem wir es sowohl der Redaktion des „Israelit" wie Herrn H. K. übelraffen, sich zu den gegen sie vorgebrachten Beschwerden zu äußern, bemerken wir unsrerseits nur Folgendes: Cs lag gewiß nicht in unserer Absicht, durch die Veröffentlichung der Aufsätze von- H. K. den wackeren Führern des „Waad hair aschkenasi" die sich durch ihren mannhaften Kampf für die Unabhängigkeit der Orthodoxie den Dank aller Agudisten erworben haben, irgendwie zu nahe zu treten. Aber es scheint uns auch bei nochmaliger Durchsicht jener Aufsätze nicht, daß darin gegenüber dem „Waad hair aschkenasi" die Grenze der erlaubten und im Interesse der Klärung notwendigen Kritik irgendwie überschritten wurde. Insbesondere ist s ein offensichtliches Mißverständnis, wenn der „Waad ha-ir" glaubt. H. K. habe den Jerusalemer Gemeindekampf mit dem Paragraph 4 in Verbindung. gebracht. Das war schon deshalb unmöglich, weil ja der Paragraph 4 von- Gemeinden überhaupt nicht spricht, sondern ausschließlich auf Organisationen, die man vernunftgemäß mit der Agudas Jisroel-Orgänifation in Vergleich setzen kann, Bezug hat. Frankfurt, a. 21t. (U. I.) Der Organisationsvorstand der Agudas Jisroel-Jugendorganifation hat beschlossen,, im Laufe der Monate Oktober und November'«n verschiedenen Großstädten Nord-, Mittel- und Süddeutschlands Jugendtreffen zu veranstalten. ' Hamburg a. d. Elbe. (I. U.) Das Landesdirektorium des deutschen Keren Hathora wird in Kürze in Remscheid -eine weitere Schule eröffnen. Der deutsche Keren Hathora unterhält zur Zeit sechs Schulen und zwar in Dortmund, Duisburg, Hannover, Magdeburg, Hagen und Vraunschweig. Jtllama. Die hiesige Gemeinde feiert in Kürze die Einweihung ihrer neu gebauten Bajs Iakob - Schule. In Polen liegt hier der erste Fall vor, daß eine Gemeinde auf eigene Rechnung eine Mädchenschule errichtet und der Schule ein eigenes Gebäude widmet. Die Feier soll in beträchtlichem Ausmaß begangen werden. Es find eine große Reihe auswärtiger Gemeinden-, Rabbinen und Bajs Jakob-Komilces -eingeladen worden. Skellenvermittlungszenkrale der Agudas Iisr. Jugendorganisation Frankfurt a. Al. Sandweg 32 (3. Stock) Wir vermitteln Sabbatfreie Stellen Wir gewähren Rechtsberatung In Brückenau, Gersfeld, Seesen, Harzburg erhalten Angestellte -durch uns ermäßigten Ferien-Aufenthalt Offene Stellen F 87 Manufakturwaven, Baden, 1 Verkäufer. F 88 Manufaktu-rwaren, Baden, 1 Lehrling. F 90 Weingroßhandlung. Frankfurt a. M., Reifenden. F 91 Schmivg-elwerk, Frankfurt a. M., Korrespondentin. F 92 Spielwcrrenbranch-e, Frankfurt a. M., Stadtvertre-tung. F 93 Kartoff-elgroßhandlung, Frankfurt a. M., Korrespondentin. F 94 Getreide und Bauartikel, Hessen, branchekundigen jungen Mann. F 102 Metalle, Baden, perfekte Stenotypistin. F 104 Buchhandlung, Frankfurt, jungen- Kontorist. F 105 Manufakturwaren detail, Hessen, tüchtigen Detailre-isenden. F 106 Celluloidwaren, Frankfurt, Lehrling. F 107 Papierwarenfabrik, Fulda, Setzer. F 108 Bäckerei, Fürth, Bäckergesellen. F 109 Getreide, Westerwald, jüngeren Buchhalter. Bewerbungen nebst Zeugnisabschriften sind zu richten, an die Stellenvernnktlangszen träte der Agudas Jisroel-Jugendorganifakion, Frankfurt a. 21t., Sandweg 32 (3. St.). Aus der Bewegung. Frankfurt a. 21t. Herr Rechtsanw. Dr. Jfaac B reu e r hat fein Amt als Mitglied des Gefchäftsführenden Ausschusses der Agudas Jisroel niedergelegt. Den Bemühungen des Geschäftsführend en Ausschusses, Herrn Dr. Breuer zur Aenderung seines Entschlusses zu bewegen, ist vorläufig der Erfolg versagt geblieben. Skellenvermittlungszenkrale der Agudas Jisroel Jugendgruppe Berlin. 2008 Kürschnerei, Berlin, 1 Lehrling 2087 Haushalt, Berlin, 1 Kinderfräulein 2106 Lederhandlung, Berlin, 1 Anfängerin. 2124 Strickwarengroßhandlung, Berlin, 1 Lehrmädchen. 2077 Metalle, Berlin, 1 perf. Stenotypistin. 2146 Haushalt, Berlin, 1 Wirtschafterin. 2157 Kürschnerei, Berlin-, 1 Kürschnergesellen. 2158 Restaurant, Berlin, 1 Küchengehilse. 2165 Metalle, Berlin, 1 Anfängerin. 2174 Metalle, Berlin, 1 Lehrling. 2176 Klinik, Berlin, 1 Krankenschwester. 2177 Metalle, Berlin, 1 Lehrling m. Obersekundareise bezw. Abitur. 2188 Schlächterei, Berlin, 1 Hausdiener (Radfahrer). 2190 Anwaltsbüro, Berlin, 1 perf. Stenotypistin. 2197 Bank, Berlin, 1 Lehrling. 2184 Knabenu. Burfchenkonfektion, Berlin-, 1 Lehrmädchen f. Zuschneiderei. 2168 Engros-Schlächt-erei, Süddeutschland, 1 Buchhalter. 2153 Lederhandlung, Mitteldeutschland, 1 Reisenden a. d. Branche. 2178 Papierwarenfabrik, Mitteldeutschland/ 1 Setzer u. Buchdrucker. 2199 Kinderheim, Süddeutschkand, 1 Hortnerin m. mehrjähriger praktischer Erfahrung. Wir suchen Stellen für einige tüchtige junge junge Leute, Stenotypistinnen (mit fremdsprachlicher Korrespondenz), Buchhalter und Buchhalterinnen und einige intelligente Anfängerinnen. 1 Bewerbungen nebst Zeugnisabschriften sind zu richten an die Stellenvermitttung der Agudas Jisroel Berlin 7t. 54, Rofenkhalerskratze 58.