Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 69 (1928)
- Issue
- Heft 39 (27.9.1928)
- Date
- 1928-09-27
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
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Aus We f f uni JLet>e Ollusirierte Eeitaje zumllOsrae(if Unsere Bilder. 1. Auf der ersten Seite unserer illustrierten Beilage grüßen unsere Leser die markanten Züge des in den-«Kämpfen um das palästinensische Gemeindegesetz letzthin besonders hervorgetretenen fefardischen Oberrabbiners von Palästina, Rabbi Jacob M e i r, der durch seine mannhaften Erklärungen in der Abschiedsaudienz beim-scheidenden Oberkommissar Lord Plumer einen Sturm der Entrüstung im Lager der Gegner der Orthodoxie hervorgerufen hat. 2. Dre Nachfolger Lord Plumers, S i r I o h n Rabbi Jacob Meir Sefardtscher Oberrabbiner von Palästina. Robext Chancellor, über dessen bisherige Laufbahn wir schon ausführlich berichtet haben, wird demnächst in Palästina erwartet. 3. Getreu ihrer Aufgabe, einen Blick in alle Weltteile zu werfen, in welche das Golusgeschick unsere jüdischen Brüder verschlagen hat, führt die diesmalige Beilage unseren Lesern vier interessante Typen von Synagogen bauten in fremden Erdteilen vor. Dem der Landschaft angepaßten kleinen, aber schmucken Gebäude der Synagoge von P a r a m a r i b o sieht man so leicht seine Bestimmung, nicht an. Paramaribo ist die Hauptstadt der in Südamerika gelegenen niederländischen Kolonie Surinam, die eine Anzahl Juden beherbergt. Außerordentlich charakteristisch ist die neue Synagoge Beth Aharon in Shanghai (China), während die Synagoge Ohel Rahel in der gleichen Stadt, die eine blühende jüdische Gemeinde besitzt, in ihrer stolzen Einfachheit zugleich imposant und freundlich wirkt. Dem einheimischen Stil angepaßt ist die Synagoge Ohel Lea in Hongkong. 4. Aus unseren Spaziergängen durch die jüdischen Niederlassungen in aller Welt bringen wir auf Seite 3 eine Gruppe armer jüdischer Händler aus Tunis, die sich als Früchteverkäufer und Wasserträger ernähren. Dieses wie die weitere hübsche Skizze: Fischverkäuferinder A m st e r d a m e r I u d e n g a s s e sind der holländischen illustrierten Zeitschrift „Der Freitagabend" etnnommen. 5. Wie ein Gruß aus ferner Vorzeit muten die auf Seite 4 dargestellten letzten Zeder n d e s L i b a n o n an. In einem großen Felsenthal zwischen den kahlen Gipfeln sieht man den von Mauern umschlossenen Platz, auf dem sich alles befindet, was von dem alten berühmten Zedernwald übrig geblieben ist. Auf mittelalkerlichen Spuren. Von Heinrich Einstädker. (Schluß.) 3. Än einem der nächsten Tage war reges Leben in der kleinen Judengasse, die vom Markt in Königswart in einem scharfen Winkel zur Synagoge hinführt. Man rüstete mehrere Wagen zu einer Fahrt ins Bayrische. Dabei war nichts Auffälliges; denn in den böhmischen Wäldern gab es noch wilde Tiere und zuweilen auch menschliches Raubgesindel, so daß es ratsam war, nur in Gesellschaft zum Markte zu fahren. Die Leute hatten meistens Hasenfelle aufgeladen. In Böhmen gab es eine Unmenge von Hasen, so daß mit den Fellen ein schwunghafter Handel getrieben werden konnte. Auch allerlei andere Waren, die man den fruchtbareren deutschen Grenzgebieten gegen landwirtschaftliche Erzeugnisse verhandeln wollte, wurden verpackt. Schließlich war der ganze Judenhof bei der Synagoge mit Lastwagen besetzt. Es war finstre Nacht, als sich die Wagen in Bewegung setzten. Der Weg war weit und der Wintertag kurz; da mußte man die Nacht zur Reise verwenden, um frühzeitig am Ziele zu sein. Allenthalben war Licht in den Häusern, und die Frauen gingen einige Schritte den Wagen nach, um ihren Männern Birkas Kauhanim (den Prietersegen) „nachzusagen". Langsam verschwanden die Wagen in der Nacht. Aber die Frauen blieben auf der Straße, o lange sie noch das Knirschen und Holpern, der Räder hörten. Erst dann zogen sie sich fröstelnd in ihre Wohnungen zurück. Nach einer Stunde etwa waren die Wagen im tiefen Walde. Der Weg ging jetzt aufwärts. An einem Seitenwege machte man Halt. Konnte das jemand auffallen? Mußte man nicht die Pferde einmal verschnaufen lassen? Von den letzten Wagen stiegen drei Männer ab und stellten sich etwa hundert Schritte entfernt an verschiedenen Plätzen hinter dicke Bäume an der Straße und am Seitenwege auf. Kaum hatten sie ihre Posten eingenommen, so lösten sich mehrere Gestalten aus dem Dunkel der Nacht Der neue Oberkommifsar »on Palästina. Sir John Robert Chancellor. und nahmen lautlos auf den Wagen Platz, auf welchen schnell eine Umschichtung der Ladung vorgenommen wurde. Einige Minuten später konnte niemand mehr etwas von den Fahrgästen wahrnehmen. Da schrillte plötzlich ein Pfiff durch die Nacht, und in eiligen Sprüngen kehrten die drei Männer, die als Wachtposten ausgestellt waren, zu den Fahrzeugen zurück, die sich sofort in Bewegung setzten. Im Walde wurde es lebendig. Von allen Seiten kamen Männer, die den Wagenführern „Halt!" geboten. Diese wußten wohl, wen sie vor sich hatten. Aber sie stellten sich so, als ob sie an einen Ueberfall durch Räuber glaubten, , und unter wilden Rufen „Räuber! Diebe!" trieben sie ihre Pferde zu eiliger Flucht an. Wohl hiebei die Hussiten mit Stöcken und Sensen auf die Juden ein, und verwundeten