Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 69 (1928)
- Issue
- Heft 38 (20.9.1928)
- Date
- 1928-09-20
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 6 Nr. 38 Der Israelit 20. September 1928 daß diese ihre Arbeit fortsetzen werde. Sie gibt ihrer Befriedigung Ausdruck über die Mithilfe, die die jüdische Gemeinde in den Dominions dem Verband gewährt haben und zwar hauptsächlich in Südafrika, wo der letzte' Appell des Chiefrabbi einen so warmen Widerhall gefunden hat. Die Konferenz bedauert jedoch, daß die Arbeit in Australien zugunsten des Hilfsverbandes letztens vernachlässigt worden ist und gibt ihrer Hoffnung Ausdruck, daß auch die dortigen jüdischen Gemeinden ihre weitere Mithilfe nicht entziehen werden. In der Schlußresolution werden die Rabbiner und Synagogenvorsteher nufgefordert, während der kommenden Feiertage eine große Aktion zugunsten des Hilfsverbandes durchzuführen. Die vorgenommenen Wahlen ergaben folgendes Resultat: Chiefrabbi Dr. Hertz, Präsident, Sir Hermann Gollanz, Chacham Dr. Gaster, James de Rothschild und Herbert Bentwich, Vizepräsidenten, Dr. Jochelman, Vorsitzender, Morris Myer, Naffatisstn, Pilichowsky, I. Machower und M. Großman, Vizevorsitzende, M. Schallt und S. Beloff, Kassierer. Palästina. Die arabischen Staaken und der Selloggpakk. Jerusalem, 9. Sept. Die palästinensisch-arabische Presse wendet sich dagegen, daß Ilm Saud wie auch die anderen Mächte des Orients nicht eingeladen worden sind, an der Feier der Unterzeichnung des Kelloggpaktes in Paris teilzunehmen. Sie verlangt, daß die Staaten des Orients der jetzt an alle ergangenen Einladung der Mitunterzeichnung' nicht Folge geben sollen, bevor nicht die ganze Frage auf einer von diesen Staaten einzuberufenden Konferenz genau behandelt worden ist. Wassermangel in Hebron. Jerusalem, 12. Sept. Das arabische Blatt „Karmel" meldet, daß sich in Hebron die W a s s e r n o t bereits in erschreckender Weise fühlbar macht. Die Brunnen und Zisternen sind vollkommen ausgetrocknet. .Die Bevölkerung hat sich an die Regierung mit der dringenden Bitte gewandt, Wasser aus den Brunnen der Umgegend und anderer Städte in die Stadt zu leiten. Ein Brand und ein wertvoller Fund. Jerusalem, 13. Sept. Im Hause des bekannten hebräischen Sprachforschers Elteser ben Jehuda im Stadtviertel Talpioth brach vor einigen Tagen ein Brand aus, der rechtzeitig entdeckt und gelöscht werden konnte. Der Schaden war ansehnlich, aber zum Glück erreichte das Feuer den literarischen Nachlaß, unter dem sich die Manuskripte der letzten Bände des T&» befinden, nicht . Bei den Aufräumungsarbeiten fand man eine Kiste, in der eine große Reihe verloren geglaubter sprachwissenschaftliche Arbeiten neben einer reichen Korrespondenz enthalten war. Personaken. Kassel, 6. Sept. Am 12. Sept. begeht Herr Meier G o l d s ch m i d t im hiesigen Altersheim in bester Rüstigkeit seinen 85. Geburtstag. Netra, 6. Sept. Ihren 70. Geburtstag begeht am 14. September Frau Lina Kafchm'ann geb. Blumenstiel. Gudensberg, 6. Sept. Im vollendeten 86. Lebensjahr verschied hier Handelsmann Jakob Mambach 1, Kriegsveteran von 1866 und 1870/71. Der Kriegerverein, dessen ältestes Mitglied der Verstorbene war, gab ihm das Geleit. Gudensberg, 5. Sept. Seinen 77. Geburtstag beging in größter Rüstigkeit und Geistesfrische Herr Michel L i - l i e n f e l d dahier. Frankenberg, 5. Sept. Seinen 75. Geburtstag beging in bester Frische Herr Bernhard Dilloff dahier. Lappienen (Ostpr.), 10. Sept. Am Freitag voriger Woche wurde die Kantorfrau Berta L a p i d a s, Seckenburg, zu Grabe getragen. Die Entschlafene war eine sehr fromme Frau nach alter Art. Sie hat ihrem Manne, Herrn Kantor a. D. Lapidas, viele Jahre mit Rat und Tat zur Seite gestanden. Trotz ihrer langen Krankheit hat sie doch immer an die Pflege ihres greisen Gatten gedacht. An der Bahre versammelten sich die Gemeindemitglieder und auch viele Nichtjuden, um ihr die letzte Ehre zu erweisen. Ihr Gatte, Herr Lapidas, hielt eine ergreifende Abschiedsrede und auch der Vorsteher, Herr Bengis, Lappienen, hielt einen nsoji in hebräischer Sprache. Auf dem Friedhofe sprach Herr Rabbiner Dr. R ö s e l, Tilsit, der die Entschlafene als eine echte, brave, jüdische Frau schilderte. Möge der Allmächtige den greisen, gebrochenen Gatten trösten.?r:as:m. Hamburg, 12. Sept. Am 23. Elul beging in aller Stille Herr Hermann Cohn, Hamburg, Werderstr. 6, seinen 7 0. Geburtstag. Herr Cohn konnte vor kurzem sein 50jähriges Mohel-Jubiläum feiern. Seine auch in unserem Blatte veröffentlichten jüdischen literarischen Arbeiten wurden in weiten Kreisen mit großem Interesse gelesen. Vermischtes. Würzburg, 26. Aug. Die Vereinigung der Sabbatfreunde gibt folgende Vakanzliste bekannt: 1 Anfangskontoristin für Tuche engros, Würzburg; 1 Lageristen für Tuche engros, Würzburg; 1 Buchhalter für Weinhandlung engros, Kitzingen; 2 Weinreifende nach Würzburg; 1 Buchhalter für Export-Schlächterei, Bad Mergentheim; 1 Lehrling für Kurzwaren engros, Würzburg. — Anschriften: Herrn Friedrich Pfeusser, Würzburg, Domerschulstraße 13. Berlin, 9. September. Herr Rabbiner Dr. E. Munk schreibt uns: Aus mehreren Städten wird mir mitgch teilt, daß Empfehlungsbriefe mit meiner Unterschrift auf den Namen eines Herrn G o l d st e i n aus Brandenburg, früher Posen, oder Frau Markus aus Brandenburg, früher Posen, die eine Tochter verheiraten wollen und angeblich in Leipzig einen Laden besitzen, an bestimmte Adressaten übergeben worden seien. Briefbogen und Unterschriften sind gefälscht. Seit vielen Jahren vermeide ich es, privaten Petenten Empfehlungsschreiben in die Hand zu geben. Da sich die Fälschungen in letzter Zeit häufen, bitte ich, das Erforderliche zur Feststellung der Personalien veranlassen zu wollen. Wien, 10. Sept. Es wird uns mitgeteilt, daß die Zentrale der Äguda, zwecks Erweiterung ihrer Propagandatätigkeit geeignete, redebegabte Kräfte sucht. Reflektanten werden aufgefordert, sich schriftlich an Herrn Heinrich Pappenheim, Wien II, Ob. Donaustr. 91/11 zu wenden. Sprechsaal. Mehr Anstand gegen Rabbi Jochanan, Sohn Sakkais, der auf dem Tötens bette lag, richtete unter anderem folgende Ermahnung an die sein Lager umgebenden Schüler: „Es möge bei Euch die Furcht von '"n so groß sein wie die Furcht vor Menschen." Auf die erstaunte Frage seiner Schüler. „Warum nur so weit?" entgegnet« er: „Wollte Gott, daß es wenigstens immer nur so weit ginge." Wersen wir nun einmal einen Blick in die nackte Wirklichkeit — besonders an den heiligen Feiertagen — und fragen uns einmal ernstlich, ob wir denn Gott gegenüber den Gesellschaftsanstand (menschlich gesprochen) stets gewahrt? Von den vielen Fällen jahraus, jahrein, bei denen man leider das elementarste Anstandsgefühl gegen '".i vermißt, feien hier nur einmal zwei herausgegriffen. Das Benehmen gewisser Kreise nach dem Schofarblasen am sun und am Schluß vom nsa dt». Wird man sonst bei einer Gesellschaft, welcher Anlaß auch immer einen Kreis zusammengeführt, plötzlich unentschuldigt havonlaufen? Man würde sich fürchten, als ein die gesellschaftlichen Sitten verletzender Flegel gebrandmarkt zu werden. Aber an mwn wsn nach dem Schofarblasen? Gewiß, man soll vor dem Schofarblasen nichts essen. Ist es aber nötig, wie Einsender dieses schon öfter besonders auf kleinen Plätzen beobachtet, daß nach dem Schofarblasen alles wie die Raubtiere davon stürzt, unbekümmert darum, ob bei dem herrlichen Vermächtnis des Rabbi Ammon genügend Minjan da ist oder nicht? Fast sieht es so aus, als ob die Betreffenden über den Ernst des Tages nicht richtig im Bilde wären, und dieselben infolgedessen das Schofarblasen als ein Signal „Marsch, Marsch, Hurra" betrachteten. Dabei kennen die meisten die Ueberlieserung, daß man vor Tagesanbruch, solange noch Nacht, etwas genießen darf. Allerdings wird dies als ungeheure Zumutung entrüstet zurückgewiesen. Am Jomkippur-Ausgang ist. es ganz dieselbe Geschichte, denn das Maariw wird in aller Eile heruntergeleiert, wenn nicht ganz übersprungen. Es ließen sich die Beispiele von taktlosem Benehmen an den i"’ beliebig vermehren. Wollen wir uns aber zu dem bevorstehenden 3"' das Vermächtnis des Rabbi zu eigen machen: oii nea rriivp o'vv an» Moritz Hanau, Frankfurt a. M. Familiennachrichten. Barmizwo: Heinrich Herz. Sohn des Herrn Dr. Herz, Fulda, jvdio bv rr dp* — Kurt, Sohn des Herrn Joseph Cohn, Berlin dl. 31, Brunnenstraße 126/27. 22. September. — Manfred, Sohn des Herrn Jos. Bloch, Frankfurt a. M.» Musii- Kantenweg 67. mip 5122?. Synagoge Unterlindau. — Fritz, Sohn des Herrn I. Steinberger. Hünfeld b. Fulda, nany nm - Berthold Rosenstock, Zögling der israelitischen Waisenanstalt Frankfurt a. M., Waisenhaus-Synagoge, nziv '2} N2iv :WY7 '2 21QV 'V «n N2iv N2v». Nachmittags im Waisenhaus 4.30 Uhr. — .221V mw. Eli Forschmann, Zögling der israel. Waifenanstalt Frankfurt a. M., Waisenhaus-Synagoge, nrr nrm vsi nipp :nv*n ♦'K N"S *n 8»1' Food N2VN Nachmittags m Waisenhaus 4.30 Uhr. — Max Ottenser aus Markolsheim, Sohn der Lehrerswitwe RickeOttenser. Samstag, den 29. September. Briefkasten. D. W. in Ansbach. Wir nehmen und geben gern zur Kenntnis, daß in Ihrer — leider nicht mehr existierenden — Heimatgemeinde Kappel in Württemberg, feststehender ama war, am mwn V8">» der aus N22? fiel, nicht D’jrvD zu fallen, am dt» 2132 dagegen ja. S. N. in K. Wie uns die Lebensmittelkommission des Verbandes traditionell-gesetzestreuer Rabbinen auf unsere Anfrage mitteilt, sind Trüffel mit Fett präparierte Pilze, also religionsgesetzlich verboten. M. B. Kotteck» ..Geschichte der Juden" und die Zunzsche Bibelübersetzung sind vergriffen.' Grätz, Geschichte der Juden ist im Verlage Benjamin Harz, Berlin NW- 87, Ecke von Repkowplatz 5 erschienen. F. in N. Wenn irgendwo, so gilt hier das Talmudwort: '-di 2vi» on? nan* i flleuronafgebäcke 1 ü ■nannBBHiiür M! Zuckerkranke 1 | nur in der HIRSCH-APOTHEKE | sowie in den Filialen der Herstellerin M § Brot-und Keks-Fabrik OSTHAFEN J erhältlich Jüdisches K unstge werb e. In der K u n st gewerbeschule von I. Westheim, Frankfurt a. M., Schwanenstr. 6, ist bereits voriges Jahr ein Sukkohh 0 lzb 0 u k a ste n entstanden, der das Entzücken der Kleinen, von der ersten Reife bis zum vorgerückten Schulalter, bildete. Nunmehr sind dieses Jahr noch Sukkohh ä n g v a f e n hinzugekommen. An sonstigen Neuheiten sind zu verzeichnen Kerzenständer, Kinder-Sifr-ethoras und allerlei Spiele. Näheres Inserat. Schwerhörige. Zu den Anordnungen zwecks Hörverbesserung ber Schwerhörigen zählt in erster Linie der seit Jahren bekannte und glänzend bewährte „Siemens-Phonophor", der auf elektrischem Wege eine einwandfreie Uebertragung der Sprache bewirkt. Die unermüdlichen Verbesserungsarbeiten haben neuerdings zur Ausgabe von qualitativ hochstehenden Apparaten mit regulierbarer Lautstärke geführt, die nicht nur eine güte Schallintensität haben, sondern auch die Sprache naturgetreu übertragen. Kostenlose Vorführung täglich durch Spezialisten im Ausstellungsraum der Siemens Reiniger- Verfa, Gesellschaft für med. Technik, Frankfurt a. 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