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Der Israelit · 1928-09-13 · Heft 37 (13.9.1928) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
69 (1928)
Issue
Heft 37 (13.9.1928)
Date
1928-09-13
Page
– (sequence 12)
Language
German
Belongs to
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Sette 12 Nr. 37 Der Israelt t 13. September 1928 allen Teilen -gerecht werden. Aus diesem Grunde tritt die Jüdische Fräuenvereinigung erneut mit der herzlichen und dringenden Bitte an alle heran, bi« guten Willens und edlen Herzens sind, sie in den Stand zu setzen, das Los der Bedürftigen zu mildern und ihnen den Jomtow zu einem frohen und sorgenfreien Feste zu gestalten. Spenden Sie rasch und reichlich, jede Gabe ist willkommen! Das Heim des jüdischen Frauenbundes. Ein sinniges Rosch-haschono-Geschenk gibt das Heim des Jüdischen Frauenbundes in Isenburg seinen Freunden in die Hand mit einem ungemein hübsch ausgestatteten Büchlein, das zunächst die Geschichte des Rabbi A m - non, des Verfassers des namv in schlichter volkstümlicher, aber doch poetisch saftiger Sprache erzählt und darauf den Text des Gebetes selbst nach der Uebersetzung von Wolf Heidenheim wiedergibt. Kein Wort der Propaganda in diesem Grußbüchlein. Nur „die Geschäftsstelle: Frankfurt a. M. Postscheckkonto Nr. 8147" wird zum Schluß mitgeteilt, und aus einer ganz kleinen Heile auf der letzten Seite erfährt man, daß dieses Kunstwerkchen im Her m.o n - V e r X ä g, Frankfurt -: a. M., Schützenstraße, hergestellt ist. Das schöne Büchlein spricht für sich wie das große Werk in Neu-Isenburg seine Werbekraft in sich trägt. Vom Landesverbände für jüdische Wohlfahrtspflege in Hessen und Hessen-Nassau. . Am Sonntag den 2. September fand in den Räumen der Frankfurt-Loge in Frankfurt a. M. die Hauptversammlung des Landesverbandes statt. Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden Herrn Rabbiner 2r. Horovitz und den Vertreter der Israelitischen' Gemeinde Frankfurt, Herrn Sanitätsrat Dr. Ettlinger, erstatteten die Geschäftsführer die Berichte für die Bezirks- und Wanderfütsorge. In einer 'anschließenden Diskussion wurden wichtige Fragen des Landesverbandes erörtert. Hierauf hielt Frau Kommerzienrat Eugenie Wertheim- Cassel ein Referat über „Die Beziehungen der öffentlichrechtlichen Fürsorge zur privaten Wohlfahrtspflege", das in interessanter Weise die ° Enüoickftmg der öffentlichen Wohlfahrtspflege darlegte und das die durch die moderne Fürsorgegesetzgebung geschaffenen Möglichkeiten, die freie Wohlfahrtspflege zweckmäßig auszubauen, besonders hervorhob. Nach einer kurzen Mittagspause wurden die vom'Vorstand vorgelegten neuen Satzungen des Landesverbandes angenommen. Der Vorstand und der Wohlfahrtsrat wurden neu gewählt. Der Vorsitz in beiden Organen wurde wiederum Herrn Rabbiner Dr. Horovitz- Frankfurt übertragen. Synagogeneinweihung in der Gagernsiraße. Im Krankenhause Gagernsiraße war, nicht zuletzt unter dem Zwange der Kriegs- und Nachkriegszeit, der Gottesdienst in einen etwas dürftigen und düsteren Winkel verlegt, der insbesondere seitdem viele jüdische Familien in diese Gegend hinausgiezogen sind und die Synagoge als die einzige in diesem Stadtteile besuchen, sich als zu klein erwies. Der Gottesdienst ist nun in einen geräumigeren, mehr von Licht und Luft begünstigten Oberstock überführt worden. Der neue oder altneue Gebetraum wurde am Sonntag nachmittag mit einer kleinen würdigen Feier seinem Zwecke zugeführt. Im sauberen palmengeschmückten Gotteshause fand sich eine Anzahl geladener Gäste ein. Unter den Gesängen eines Männer- und Knabenchors und Solovorträgen des Herrn Oberkaptor Groß wurden in feierlichem Zuge die Thorarollen hinaufgebracht und mit ">»**’ wum in das neue?"nrr, das ein kunst- und prachtvolles Porauches deckte, eingehoben. Nach dem Minchogebet hielt Herr Rabbiner Dr. Hoffmann eine wirkungsvolle Weiherede, in der er für die Kraft und Wirkung des Gebetes, : zumal wenn es sich dem Herzen eines Kranken entwindet, schöne Woret hatte. Der Chor sang darauf an'i^ und die schlichte, hübsche Feier hafte damit ihr Ende erreicht. - Jubiläumsausstellung der Gesellschaft zur Erforschung jüdischer kunsidenkmäler. Die „Gesellschaft zur Erforschung jüdischer Kunstdenkmäler" veranstaltete anläßlich ihres 30jährigen Bestehens eine Ausstellung, die hier erstmalig einen Ueberblick über das reiche Material, das die Gesellschaft im Laufe dieser Jahre in allen Ländern gesammelt hat, gab: Um auch den alten Familienbesitz zu zeigen, hatte die Gesellschaft ihre Mitglieder gebeten, die Ausstellung durch Leihgaben zu erweitern. Es bot sich somit ein Einblick in ein bisher der weiteren Oeffentlichkeit noch völlig unbekanntes Gebiet. Die Publizierung der sehr reich beschickten Ausstellung ist in den Notizblättern 19 und 20 der Gesellschaft bereits begonnen worden, und zwar so, daß damit für die in Betracht, kommenden-Gebiete eine. Ergänzung der bisher von der Gesellschaft veröffentlichten Forschungsresultate erzielt worden ist. Die reich illustrierten Veröffentlichungen werden in den nächsten Notizblättern.fortgesetzt werden. Liberale Frauenpredigt in Frankfurt. ■ ' Frau Lilh H. Montagu aus London, ihres Zeichens Vorkämpferin für das Recht der jüdischen- Frau, auch für ihr Recht auf die Kanzel, besuchte, ' nachdem sie in der'' Haupfftadt auf der Internationalen liberalen Konferenz und im Tempel der Johannisstraße ihre Schuldigkeit getan , hatte,, auch Frankfurt Und hielt im „Verein Synagoge Königsteinerstraße" einen Vortrag über die „Sozialen Aufgaben eines modernen Jüden". ^Jnteresse und Neugier lockten mehrere Hundert. H^ei: - zm^AöferiiMn in. Fr^u, Lily Montagu gab mehr eine Predigt denn ein Referat von sich. Sittlicher Ernst und ehrlicher Wille leuchteten stellenweise auf und zündeten, im Ganzen blieb die Wirkung durch das mangelhafte Deutsch der. Rednerin aus. Im Sinne der Betliner Verhandlungen predigt auch sie einen religiösen Liberalismus der „lebendigen Tat". Im Mittelpunkt des Judentums stehe die soziale Arbeit, die, aus' der jüdischen Auffassung der Einzigeinigkeit Gottes fließend, heute noch allein die Religion auch bei denen lebendig erhalten könne, die sich von den religiösen Gebräuchne losgesagt haben. Glaube, Liebe und Hoffnung gebe die Religion, die sich, nach ihrer Meinung, .in der sozialen Arbeit erschöpfen kann. An Beispielen aus der sozialen Arbeit'in England suchte sie ihre Anschauungen zu illustrieren und zu befestigen. Was eine solche Religion der sozialen Arbeit zu einer spezifisch jüdischen macht und von den andern Religionen, die ja alle Liebe predigen, Glaube und Hoffnung spenden, unterscheidet, das sagte die Referentin nicht und darüber konnte auch die Diskussion keine Auskunft geben. Diese wurde bestritten von Herrn Dr. Cäsar Seligmann, der die englischen Verhältnisse und die soziale Frauenarbeit im englischen Judentum, nicht zuletzt von der Reserentin geschaffen und geleitet, als Musterbild auch für Deutschland dahinstellte. Das ärgerte ein wenig Frau Henriette Fürth, die, in der Form etwas unhöflich gegen den Gast, aber in der Sache mit gutem Rechte, darauf hinwies, daß die soziale Arbeit der jüdischen Fr-auenvereinigungen in Deutschland hinter der ihrer Schwesterorganisation in England keineswegs zurückstehe, und daß man auf diesem Gebiete nicht so viel von London zu lernen hätte, wie es Herrn Dr. Seligmann scheint. Mit einem englischen Schlußworte der Referentin nahm die Versammlung ihren Abschluß. Jüdische Erwerbslofenversammlung. Der „Verein Berufsberatung und Arbeitsnachweis für Juden e. V." rief am vergangenen Donnerstag abend in der Einhorngasse eine A.r b e i t s l o s e n v e r s a m mlungein. Herr Architekt Fritz Epstein, Vorsitzender des Vereins, eröffnete die recht gut besuchte Versammlung. Er ging auf die Frage der allgemeinen Erwerbslosigkeit ein und die Schritte, die allerseits unternommen werden, um die Dauerkrise zu überwinden. Er betonte den Zweck des Abends, der darin bestand, daß in dem Kreise der jüdischen Erwerbslosen Anregungen und Wünsche geäußert werden, die uns Gelegenheit geben, neue Ideen aufzugreifen, oder bestehende zu vertiefen. Zu weiteren Ausführungen der Fragen des Abends berichtete dann der Geschäftsführer, Herr Benjamin In großen Zügen schilderte er die Arbeitslosigkeit und ihre Auswirkungen für die jüdischen Arbeitnehmer. An Hand von bekanntem Material sprach er über die Schwierigkeiten der Vermittlung, den Boykott von Arbeitgebern gegen jüdische Arbeiter und Angestellte, über das Ar bettsrecht der Ausländer und die Maßnahmen, die zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit dienen sollen. Darauf setzte eine recht lebhafte Diskussion ein, in der zwei Hauptmomente immer wieder durchklangen: Zusammenschluß in Verbänden, um Einfluß bei den in Frage kommenden Instanzen zu erhalten; Bearbeitung der jüdischen Arbeitgeber, bzw. Bekanntmachung der Institution des jüdischen Arbeitsnachweises auf breitester Basis, nicht Almosen, sondern Arbeit zu geben. Als Anregungen aus der Versammlung heraus gingen u. a. zu: 1. eine Versammlung der Arbeitgeber einzuberufen und ihnen die Not der jüdischen Erwerbslosen zu schildern, damit sie bei Vakanzen an die jüdischen Erwerbslosen denken. 2. ein Appell an die Kultusgemeinden, daß >den Fragen der Arbeitslosigkeit mehr Interesse gewidmet wird. Die Aufforderung, gleich anderen Kultusgemeinden bei allen Ausführungen und Aufträgen' die jüdischen Erwerbslosen im stärksten Maße heranzuziehen. 3... durch Schaffung von Arbekisstätten und durch Eigenregieb et rieb e den älteren Erwerbslosen die Möglichkeit der Eingliederung in das Wirtschaftsleben zu geben. " "• , Die von den Arbeitslosen einstimmig angenommene Resolution lautet: „Die am 6. Sept. 1928 vom jüdischen Arbeitsnachweis einberufene Erwerbslosenversammlung der jüdischen Arbeiter und Angestellten verschiedenster Berufskategorien verlangt von den Israelitischen Gemeinden, daß sie ihre synagogal-kulturellen Ausgaben einschränken und die hierdurch frei werdenden Mittel den jüdischen Arbeitslosen zur Verfügung stellen, um dadurch Produktivierungsstätten und sonstige Errverbsmöglichkeiten zu schaffen." Einweihungsfeier in Mainz. Die Einweihung des Neubaues des israelitischen Kranken- und Pfründnerhauses fand am Sonntag statt. Der^ Vorsitzende des Israelitischen Hospitalvereins, Direktor E. Simon, konnte zahlreiche Damen und Herren, darunter die Vertreter des Staates, der Stadt, der Geistlichkeit, der Aerzteschaft, des-Handels, der Industrie und vieler Vereine und der Presse herzlich begrüßen. Seinen Ausführungen entnehmen wir, daß die baulichen Veränderungen und die Vergrößerungen namentlich deshalb eine Notwendigkeit geworden seien, weil sich das Aüfnahmeb eg ehren von Kranken und Pfründnern verdreifacht habe. Noch sei es dringlich erforderlich, den Garten durch Gelände an der Wallstraße zu erweitern. Er gedachte dann in ehrenvollen Worten des früheren ärztlichen Leiters des Krankenhauses, des verstorbenen MMätsrates Dr. H e ß dö r f e r, dankte... den.ststfMen Vorstandsmitgliedern, den Herren Go chsheimer und Scho t t und Herkn H. R e i l i n g, dem Leiter der Zmtralwohlfahrtsstelle, sprach dem Architekten Preis, so» wie der Bauftrma O. H a ns wald seine Anerkennung für Errichtung der Bauten saus. Im Namen des Kreisamtes und der Provinzialdirektion überbrachte alsdann Regierungsrat Dr. Oppenheimer Glückwünsche, ihm schloß sich Beigeordneter Dr. Laaff an, der im Auftrag der Mainzer Stadtverwaltung zu. dem errungenen Erfolge dem Verein gratuliert«. Kaplan Maurer von St. Bonifaz, der im Namen der Mainzer Geistlichkeit sprach, hob hervor, . daß hier ein Werk der Humanität entstanden sei, das mit dazu beitrage, die bestehenden Weltanschauungsklüfte' zu überbrückem Kommerzienrat Krönender g e r, der für den verreisten Vorsitzenden der israelitischest Gemeinde, Kommerzienrat B. A. Mayer, erschienest, war, betonte, daß das Anrecht auf Hilfe und Fürsorge der Notleidenden, das heute der Staat und die Gesellschaft , allgemein anerkenne, in jüdischen Kreisen von jeher Geltung gehabt habe. Es sprachen ferner Dr. Schlesinger im Namen der Israelitischen Religionsgesellschaft (Herr Rabb. Dr. Bon di war durch Unpäßlichkeit am Erscheinen verhindert), Dr. Neumann für die „Nhenus-Loge" und anderer Vereine ähnlicher Bestrebungen. Sanitätsrcrt Dr. He r z o g, der im Aufträge des ärztlichen KreiSvereins anwesend war, schloß seine Glückwünsche wertvollen - Betrachtungen über den kulturellen Wert der Krankenhäuser an. Die Ansprachen fanden mit einem Vortrag des Rabbiners Dr. Levi, der einen verheißungsvollen Blick auf die Zukunft warf, ihren Abschluß. Unter. Führung des leitenden Arztes und der Oberschwester fand hieraus ein Rundgang durch die Räume statt. Der angegliederte Neubau, der innerhalb Jahresfrist fevtiggestellt wurde, enthält 16 Räume, ein Schwesternspeisesaal, Aerzteberatungszimmer, Bureau- Und Empfangsräume, - Krankenzimmer,. Baderaum, einen Dachgarten, der prächtige Aussicht nach dem Taustus bietet, zu Sonnen- und Luftbädern benutzt wird. Von der Terrasse hat man einen abwechselungsrerchen Blick auf die Stadt, die Gonf-enh-eimer Waldungen ufw. Vereinskalender. Verein Alekor Chajlm. Sonntag morgens nach Schul (edenfo Mittwoch) im Hörfaale Friedberger Anlage virr "N» Herr S. Schachnowitz. — 874 Uhr vorm, (ebenso Samstag eine Stunde vor Nacht) im Vereinslokale, Gemoro, Herr Joachim Sofer. — 91/4 Uhr vormittag (ebenso Dienstag nachm, eine Stunde vor Mincho), Gemoro, Herr R. A. G. Posen. Montag morgen nach Schul (ebenso Donnerstag) im Hörsaale, Mischna, Mitgliederlernen. — Abends 7 Uhr (ebenso Mittwoch) im Vereinslokale, Gemoro, Herr Rabb. Dr. Josef-Breuer. — Abends 874 Uhr (ebenso Donnerstag) im Vereinslokale» Gemoro, Herr Dr. E. Posen. Dienstag morgen nach Schul (ebenso Freitag) im Hörsaale, Mischna. Herr Dr. <£. Posen. - Von Sonntag bis Donnerstag einschl., abends 8% Uhr im Vereinslokale v"2t-Lernen, Herr H. Halpern. Iahrz eitsstiftungen. v Freitag, 21. Sept. Moritz Kallmann-Stiftung. Agudar Jisroel-Iugendgruppe. Das Heim der Agudas Jisroel-Iugendgruppe^ Schwanenstratze 12 ist zu folgenden Zeiten geöffnet-. Montag-^Donnerstag abends 7—107s Uhr Schabbos vorm. 10—1 Uhr .. nachm. 2/48 bis Nacht Sonntag vorm. 10—12 Uhr „ nachm. 3—10l/2 Uhr abends,; An den beiden Tagen an ist das Lokal vom 3 Uhr nachm, bis 7* Stunde vor Nacht geöffnet. Samstag, 1. Tag an um!/24 Uhr nachm, im Vereinslokal Droscho des Herrn Herz Halpexn. Gebetzelte». nwn vrn-7 m 'K ' Freitag Abend 6.10 Samstagmorgen 5.65 Samstagnachmittag 4.30 Samstagabend 7.30 Festes Ausgang 7.25 Sonntag 5.15 - Wochengottesdienst: . Morgens 5.15 Nachmittags 6.— Montag Morgens 5.— Montag Nachmittag 6.10 Tefilin-Legen am Morgen 5.— r

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