Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 69 (1928)
- Issue
- Heft 35 (30.8.1928)
- Date
- 1928-08-30
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 35 Seite 11 W, AWust IM -- , Aber alle 8We Dinge treten rn den HiEgrund gegen die immer wMerkehreyde,. und an vielen Stellen seines Buches gMhxrte MhklWuM daß M Rmh? fchrlds in allen Fällen, wo sie sich für die jüdische Gemeinschaft einsetzten — er bringt für dieses ,»Schtadlonus" vielfache Beweise — immer nur an sich selbst gedacht hätten. Für Corti ist es eine ausgemachte Tatsache: die Rothschilds sind tüchtitze Kaufleute, eittig>e sogar recht intelligente, aber ihre menschlichen Werte find äußerst gering und von irgend einem Idealismus ist bei diesen Geldverdienern keine Rehe. Gewiß, sie treten oft für ihre Glaubensgenossen ein, erzielen auch dabei Erfolge und verschaffen ihnen Ekseichterungen. Das Motiv aber, ist ein kleinliches Md eigennütziges: siewollen nur ihre eigene Lage verbessern und sich selbst in ein möglichst gutes Licht stellen, , Es würde zu weit führen, in diesem Artikel aus irlt das' Schiefe, Ustzutressende und Detkletpernde, das Corti oorbringt, eirigugöhey, und. W bdschrapks mich darauf, festzustellen, daß sich der gelehrte Berfäffer in eine vorgefaßte Meinung verrannt hat, hie, wie gesagt, bekämpft werden nuO. Ich bin in der Loche/ einen ekla^ tanten Beweis anzuführen. Corti kennt nur die Bestrebungen der /Rothschilds, die sich auf BerbMerung der Lage der Juden in Frankfurt beziehen. Wäg, er meinethalben glauben, daß sie ög&ei nur an sich selbst gedacht haben. Aber sie haben sich auch für ZUkstn, die, weit weg von Frankfurt wohnten, eingesetzt. Lag das auch in ihrem eigenen Interesse? — Ich veröffentliche hiermit eine Urkunde, die mir bei meinen Studien zur Geschichte der Juden in Schwab eü vor vielen Jahren in die Hand gefallen ist. Sie liegt im Kreisarchiv von Schwaben und Neuburg a. d. Donau und lautet: Maximilian Joseph, Herzog in Ober- und Mederbaiern, der oberen Pfalz, Franken und Berg, usw., usw., des heil. röm. Reichs Erzpfalzgraf, Erztuchfeß und Churfürst. Der Landesdirektion zu Neuburg wird abschriftlich anliegende Vorstellung des churfürftl. hessischen Oberhofagenten Mayer Amschel Rothschild aus Frankfurt a. Main wegen Aufhebung des Judenleibzollv mit dem Befehle zugeschlossen, in ihrem Gutachten über die Verbesserung des bürgerlichen Zustandes der Juden hierauf die geeignete Rücksicht zu nehmen ünö zugleich eine Durchschnittsberechnung über den Betrag dieses Leibzolls in der ihrer Administration unter» gebenen Provinz beizulegen. München, 26. März 1864. Auf churfürftl. Befehl v. Flau d. An die churfürftl. Landesdirektion Neuburg. Mehrere durchlauchtigste Reichsfürsten Haben seit Beendigung des letztverflossenen Krieges den Judenleibzoü unter der Bedingung aufzuheben geruht/daß alle Juden, die das Glück Haben> die Länder zu bewohnen, in denen diese erniedrigende Abgabe ausgehoben worden sey. frei, und nur diejenigen, die dieess Glück entbehren, noch die Last fanatischer Jahrhunderte zu tragen, verbunden sehen, und damit einer Nation, die so langeher Berfolgungswuth und Religionseifer dem Vieh gleichgestellt hat. Weller die Hoffnung gegeben, daß auch sie sich des milden Geistes dek Zeiten erfreuen und ihre verlorenen Menschenrechte nach und nach wieder zu erhalten erwartest dürfen. Zst Erb. Churs. Drchl. Staatenderen Wohl Höchstditzselben mit so rastloses Lhatigkeit, so beispielloser Aufopferung zu befördern suchen, besteht noch diese Abgabe. HöchsMxö allgemein bekannte Weisheit und unübertreffliche Herzensgute, M aus allen gnädigsten Der-- orvvüntzen und (Aseßen auffallend hervorluechten. lassen nicht erwaMst, daß Uw. Chrs, Drchl. damit nur das Glück Höchstihrer christlichen Ünterthanen allein, sondern -gewiß, das Wohl aller Höchstihrer Ünterthanen, ohne Unterschied der Religion zu befördern gnädigst beabsichtigen, und diese Ueberzeugung läßt auch unterschriebenen glauben, daß Ew. Chrs. Drchl. der unterthänigsten Bitte einer gnädigen Erhörung würdigen werden, wenn solche dahin erläßt. der Juden Leibzoll in sämtlichen dero Regierung unterworfenen Staaten Mädigst aufzuheben. Uttterthänigst Unterzeichneter würde es wagen,' Gründe anzuführen, M für dis gnädigste Erhörung seiner unterthänigfken Bitte sprechen, wenn er nicht der Ueberzeugung lebte, daß Cw. Chrs. Drchl. die Härte und Unbilligkeit dieser einen Theil der Menschheit drückenden Abgabe, obgleich für die Juden erniedrigend, doch nur für die arme Klaffe deckend/ ja oft das Hinderniß -fft, ihr Auskommen ehrlichM Ewerben, hofft er Cw. Chrf, Drchl. MerffWchW uWMäntgst vortragen zü dürfest, dä wichtiKvs GxMdtz Mstst Umstand Höchstdero gnädigster RücksiM estHvgM htzbest könnten, derselbe aber doch den größten Einfluß auf so viele. Tausend wahrhaft Unglückliche hat. Einer gnädigsten Erhörung meiner unterchänigsten Bitte harrend ersterbe München, 14. März 1804. Meyer AMschel Rothschild. Churhessischer OberhbfäUent, Frankfurt a. M. Dieses ist nicht das einzige Dokument dieser Art. Cs ist eine dringende Notwendigkeit,, daß eine Monographie über die Rothschilds M d iiW Wirksamkeit— ich denke Wbei wemger andie Einzelheiten ihrer geschäftlichM TMtsaW'dnen erscheint, und zwar keinem zu Liebe UM kÄMM zu Leid. NÄr die reine Wahrheit ist __e r, Z N r a e j i t Nötig und m ihrer FMMung will ich hierdurch einen Baustein b eigetragen haben. Ein Juli-Nachmittag auf waldiger Bergeskuppe! Wie mächtige Säulen umsäumen, die Tannen eine Lichtung, an deren Rand sich vurgUrtig ein erstklassiges Ctabliffement erhebt. Die zahlreichen Mittaggäste haben auf Liegestühlen im Walde Siesta gehalten. Bom sanften Winde, der hier stets weht, umfächelt, von hundert Vögeln eingesungen haben sie in nervenstärkender Luft von wohliger Kühle abseits von den Restauratiönstifchen einige Stunden geruht, so gut und Ungestört, wie wohl sonst nie im Jahre, während unten im Tale die Straßen unter den sengenden Strahlen der Sonne fast menschenleer getbördSts sind. Einer nach dem andern erwacht endlich und findet sich stach und nach in die Situation zurück. Man erhebt sich Und wendet sich dem Cafe am Waldesrande zu, wo sich inzwischen auch Gäste aus dem nahen Kurorte eistgefunden haben. ' Eiste Familie strebt einem Tische zu, an dem ein Herr beim Kaffee gemütlich die Zeitung liest. „Ci sieh doch, Herr Richter," begrüßt ihn der Mann, indem er ihm die Hand reicht. „Es ist schön, daß Sie sich bei dieser Hitze noch hierher gefunden haben", und er stellt den Herrn, der sich erhoben hat, seiner Frau und seiner Tochter vor. Nachdem die ersten Redensarten gewechselt sind, fährt er fort: „Aber schade fft es, daß Sie nicht schon zum Mittagessen hier gewesen sind, es war hochfein!", doch meint er, indem er sich zu seinen Angehörigen wendet, „dieser Herr speist nur in solchen Hotels, die unter Aufsicht stehen!" und er lacht aus vollem Halse, als ob er den besten Witz, gemacht hätte. Seine Damen sind etwas verlegen; Richter aber erwidert offen: „Das Verwundern ist meinerseits, Herr Flachs, denn bis jetzt habe ich angenommen, daß auch Sie unsere Speisegesetze beobachten." „Und warum glauben Sie jetzt anscheinend das Gegenteil? Meinen Sie vielleicht, daß wir hier oben Fleisch gegessen hätten? — Cs gab eisten guten Fisch und eine Gemüseplatte, die sich sehen lassen konnte; solche Speisen kann man doch wohl überall essen?" „Sie verzeihen," antwortete der andere, „wenn ich nicht aus Höflichkeit Ihre Frage bejahe und jetzt sogar behaupte, daß Sie, abgesehen v.on „Bischul nochri", auch Fleisch gegessen haben." Herr Flachs entrüstet sich und auch die Damen schauten ernst drein. „Sie glauben mir wohl nicht, mein Herr?" beginnt er erregt, aber sein Nachbar legt ihm begütigend die Hand auf die Schulter: „Ich weiß, daß Sie ein Ehrenmann sind und meine Worte sind nicht so zu nehmen, wie Sie sie ausfaßten. Zur Aufklärung will ich nur eine Sache herausheben. Sie sprachen von der Gemüseplatte. Bon den Zutaten und der Zubereitung will ich absehen. Aber Sie wissen, daß sich in dem Gemüse bei solcher Hitze und Trockenheit, wie sie nun schon seit Wochen herrscht, eine Unmenge von Maden und Larven — gewöhnlich Würmer genannt — entwickelt. Manche Sorten sind daher zur Keit in jüdischen Haushaltungen kaum verwendbar. Meine WiEn hat mir gestern gezeigt, daß von einigen Gemüsearten beim Belesen mehr als die Hälfte entfernt werden mußte. Nun fragen Sie Ihre Damen, die vielleicht schon gesehen haben, wie in solchen Restaurationen bei diesem Riesenbetriebe Gemüse und Salate geputzt werden, ob da nicht unzählige Larven zurückbleiben müssen. Habe ich also Unrecht gehabt, als ich behauptete, Sie hätten heute Fleisch gegessen?" Herr Flach schaute verblüfft vor sich hin. Seine Gattin ergreift statt seiner das Wort: „Sie haben Recht. Herr Richter. Kurz vor unserer Abreise brachte mein Mädchen vom Markte grüne Erbsen heim, die so viele' Maden hatten, daß ich sie für Abfall hielt. Ich kaufte daraus selbst ein, aber die waren noch schlechter." „Und das hast Du gewußt und uns heute trotzdem nicht gewarnt?" versetzte jetzt ganz aufgebracht Herr Flachs; „das soll mir eine Lehre sein. Von jetzt an speisen auch wir nur noch unter Aufsicht!" Schweigend legt ihm Richter eine Karte vom Verein zur Förderung ritueller Speisehäuser E. V., Sitz Hamburg (Elbe), Dornbusch 4, Lokalkomitee: Frankfurt a. M., Rechneigrabenstraße 5, vor. Flachs erklärt ohne weiteres durch Unterschrift seinen Beitritt, indem er bemerkt, daß eist solcher Verein der Unterstützung besonders würdig, sein. —r. (Jnterlaken.) Zu den Perlen des Berner Oberlandes, zwischen saftig grüne Matten gebettet, von den klaren und tiefen Thuner und Brienzer Seen umspült und von bewaldetne Bergen- — aus. deren Mitte die mehr als 4000 Meter himmelragende Jungfrau heroorlugt —dicht umrahmt, zählt schdst seit vielen Jahrzehnten das herrliche Jnterlaken. Vor Herst Kriege gab es hier die inzwischen gänzlich eingegangene Pension Levy, die sich immer großen Zuspruches erfreute. Seit 14 Jahren gab es hier — von einer vorübergehenden Einrichtung abgesehen, kettle koschere Pestsion mehr. Dabei hat sowohl die Kurverwaltung, wie such öfcr Verein zur Förderung mit SH in Luzern,Wcher nach einer , zeitgemäßen, streng DofchöM Pöstfion Ausschau-gehalten. Endlich ist der Wurf gelungen. Cm Bruder des bekannten Herrn Kempler in Lugano und SchM hat nun eist modernes HE mit Pension im Haufe »De ltz Paix", 2 Minuten vom Haupt-- bahnhof,in der ruhigen Bernastraße, die zum Rugenpark führt, eröffnet. Der Hamburger Führer hat es natürlich schon verzeichnet. Was aber wichtig ist und heroorgehoben zu werden verdient, das ist wohl der Umstand, daß hier ein. M-klichet Fachmann das Haus leitet und die Küche dem verwöhntesten Geschmacke Rechnung trägt. Der Leiter hat das Haus käuflich erworben und ganz Modern ausgestattet. Ein schöner Speisesaal wie auch eine gedeckte Veranda bieten Platz für 80 Tischgäste; auch eine kleine Hyus-Synagoge für den Gottesdienst am Sabbat fügt sich harmonisch in das ganze ein. Mit Genugtuung darf heute festgestellt werden, daß das Hotelwesen mit KaschrUs unter Äufficht in der Schweiz, m den letzten Jahren sich sehr stark gehoben hat. tZe'eno Areno und fein Verfasser.) Zu dem Aussatz: Das „Zeeno UreNo und fein Berfaffer" in Nr. 34 unseres Blattes wird uns aus Hamburg mitgeteilt, daß die Ueberfetzung dieses Werkes bereits vor vielen Jahren von dem verstorbenen Buchhändler Salomon G olds ch m i d t, Hamburg, in Angriff genommen wurde. Der erste Teil derselben, „Bereschich", ist auch im Druck erschienen und zwar im „Jahrbuch für jüdische Volkskunde", Berlin 1926. Die Fortsetzung dieser Arbeit übernahm Herr Rabbiner Dr. Bamberger, Wandsbek, der auch , schon einen Teil von Schemoth in den Mitteilungen für jüdische Volkskunde veröffentlicht hat. Beide Arbeiten verdienen sicher die Beachtung, die sie durch die Sorgfältigkeit und Genauigkeit der Ausführung beanspruchen. Wie von Herrn Rabb. Dr. B. mitgeteilt wird, fft die Ueberfetzung im Manuskript bereits beendet und wartet nur auf einen Verleger, der dasselbe in würdiger Ausstattung herausbringt. Vereinskalender. Verein Alekor Etzajim. Sonntag morgens nach Schul (ebenso Mittwoch) im Hörsaale Friedberger Anlage airr «n, Herr S. Schachnowitz. —. 8V* Uhr vorm, (ebenso Samstag eine Stunde vor Nacht) im Dereinslokale, Gemoro, Herr Joachim Sofer. — 91/4 Uhr vormittag (ebenso Dienstag nachm, eine Stunde vor Mtncho), Gemoro, Herr R. A. G. Posen. Montag morgen nach Schul (ebenso Donnerstag) im Hörsaale, Mischna, Mitgliederlernen. — Abenos 7 Uhr (ebenso Mittwoch) im Vereinslokale. Gemoro. Herr Rabb. Dr. Josef Breuer. — Abends 8V4 Uhr (ebenso Donnerstag) im Dereinslokale, Gemoro, Herr Dr. E. Posen. Dienstag morgen nach Schul (ebenso Freitag) im Hörsaale, Mischna. Herr Dr. E. Posen. Don Sonntag bis Donnerstag einschl., abends 83/4 Uhr im Vereinslokale v"V-Lernen, Herr H. Halpern. Fahrzeits-Stiftungen: Montag, 3. September. Jacob Marburger-Stiflung. Agudas Ilsroel-Iogendgruppe. näfri 71/* Uhr, Tfillas Schacharis. — *^10—117, Herr Dr. I. Posen, Gemoroh Kidduschin, Am Tiergarten 42, — d/4li—3/4l2, Herr Louis Kahn, Kizzur Schulchan Oruch. — S/411—3/4i2, Herr Llppmarrn Kurzweil, Gemoro Bowo Kamo. — 6—?7», Herr Gerfon Schnerb, Kizzur Schulchan Oruch. — 12—1, Herr Herz Halpern, Das Jaumi. — 723-7-4. Herr Dr. W- Hofmann, Gemsro Bowo Kamo. — 3—472. Herr Leo Schnerb. Gemoro Dezoh. — 4, Tfillas Mincho. — 47, -51/2. Herr R.-A. M. Katz, Sidrah mit Rafchi. nav von 3—4 Uhr. Montag und Dienstag von 729—10 Uhr Schiur des Herrn Emanuel Wolf. Minjan am morgens pünktlich um llU Uhr. Don Montag bis Freitag morgen im Sitzungszimmer der Isr. Religionsgesellschaft, Gemoro, Herr Dr. Ehrmann. Agadas Jisroel-Mädchengruppe. Der n'VV'-Kurs des Herrn Dr. A. Merzbach fällt im kommenden Semester aus. Der iisptf des Herrn Lehrer Hirschberg nur, mit '»VN findet nav nachmittag 4—5 Uhr statt; 14-tägig am Mittwoch abend von 8—9 Uhr. erstmalig am 16. August. Der iispff des Herrn Julius Lewin '3 findet seit letztem N32> wieder direkt nach Schul statt. Wir hoffen, daß die Teilnahme weiter rege bleibt. Llwjalh Lhen-Vereiü. Samstag nach Mincho (574 Uhr) im Hörsaale Friedbergeranlage, Vortrag des Herrn S. Sch ach n owitz (»Unsere Bikkurim"). Gebetzeitr». «1371 '3 713V Freitag Abend 6.-40 Samstag n»3vn 6.45 Samstagmorgen 8.—- Samstagnachmittag 1 und 5.— Samstagabend 8.— . ■ WochtzstgyttesdtzenP: iTTorgcns 6.15 Nachmittags 6 30 Tefikn-kegen ant Morgen 4.40