Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1928-08-23 · Heft 34 (23.8.1928) · page 18

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
69 (1928)
Issue
Heft 34 (23.8.1928)
Date
1928-08-23
Page
– (sequence 18)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2446951-2450495-2450528--75246-2532759
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Sette 4 Nr. 18 D e r .3 - » « e l i t Blatter 23. August 1S28 erwidert der Frankfurter G. A. ganz schlicht und doch sehr eindrucksvoll: „Es ist unrichtig, daß für die Evez Jisr-oel- P-olitik des G. A. Herr Dr. Breuer die ausschließliche Verantwortung trägt. Der G. A. hat vielmehr aus seiner Mitte eine politische Palästina-Kommission gewählt, deren Vorsitz Herr Dr. Breuer übernahm." In dieser Kommission wird „vorberaten". Mer diese Vorberatungen werden erst vom G. A. geprüft, bedürfen erst der Zustimmung des G. A. — Also eine belanglose in allen Organisationen und Vereinen vorkommende Tatsache. „Das sieht schon b e s s e r a u s! Man sieht doch lvo und wie." IV. Meine Ausführungen in Nr. 14 der „Blätter" basierten auf der Annahme, Herr Dr. Breuer sei Leiter der Agudapotitik. Nachdem durch die Erklärung des G. A. diese Annahme sich als f a l j ch erwiesen hat, hätte ich mehr nicht zu sagen, wenn „E." mich in verschiedenen Dingen nicht unrichtig richbiggestellt hätte. Dafür, daß Herr Dr. Breuer als Leiter einer palästinensischen AgudapoMk denkbar ungeeignet wäre, brachte ich nur zwei Beispiele: Die Privatkorrespondenzen des Herrn Dr. Breuer nach Palästina und die Statuten . der Aguda, die die Kenessi-oh Gedaulo uns brachte und unter welchen sich der m. E. unselige § 4 befindet, der die Aguda kompromittierte und es verhinderte, daß Agudas Jisroel bisher eine richtige Volksbewegung! geworden ist. Herr „E." glaubt nun, behaupten zu dürfen, daß die „einzige Quelle, aus welcher H. K. feine Nachrichten schöpft, unterirdische Mitteilungen über Privattorrespondenzen des Herrn Dr. Breuer zu sein scheinen". Nun, zum besseren Verständnis von E. fei erzählt: Gelegentlich der Berliner Zentralratssitzung wurde als offenes Geheimnis herumgesprochen, daß Dr. Breuer die Bemühungen des Herrn Dr. Pinchas Kohn, zu einer Einheitsfront aller Ges-etzes-treuen in Palästina zu kommen, durch Privatkorrespondenzen an agudistische Stellen in Erez Jisroel zu durchqueren versucht hatte und die Bemühungen des Herrn Dr. Kohnzummdesten empfindlich störte. Auf Vorhaltungen, die im G. Ä. Herrn Dr Breuer deswegen gemacht wurden, soll Dr. Breuer seine vom G. A. als störend empfundenen Korrespondenzen gar nicht in Abrede gestellt, vielmehr dem nach die Bemerkung hinzü-gefügt haben: daß er sich selbständig gemacht und einen eigenen G. A. installiert habe, eben diesen G. A., der i»e& rechtmäßigen von der K-enessio Ge daulo eingesetzten G. A. Schwterigkette-n machte. Das war auf der Berliner Zentralratsitzung. Der Ausdruck „unterirdische Informationsquelle" ist daher vollkommen verfehlt. — Als daraufhin Herr Dr. Breuer „um des Friedens willen" aus dem.G. A. austreten wollte, sollen ihn, wie „E." in seinem Aufsatz berichtet, verschiedene ^ominente Agudisten „in den herzlichsten und bewegtesten Worten" ersucht haben, von diiesem Vorhaben abzusehen. Das ist nur erfreulich. Denn es wäre schade, wenn ein so begabter Herr seine Kräfte einer schwachen Bewegung wie es Agudas Jisroel leider noch ist, nicht dienstbar machen könnte. Nur muß dies ja nicht gerade in der palästinensischen Innenpolitik sein. Und nun zu ß 4 der Agu-dastatuten. Statuten sind Mauern, die das Haus bilden, in welchem Gesellschaften, Vereine und Organisationen leben sollen. Agudas Jisroel sollte mtt ihrer Organisation alk-e Die umfassen, die aus dem Boden der Thora stehend „die Lösung der jüdischen Gesamtheitsaufgaben iim Geiste der Thora" vorgenommen zu sehen wünschen. Dementsprechend hätten die Statuten sein-,sollen. Der 8 4 aber, dessenalleiniger Initiator Herr Dr. Breuer, wie der G. A. in seiner Erklärung bekanntgibt, nicht -ist, -dessen Ausnahme in die Agudastatu-ten aber Herr Dr. Breuer an hervorragender Stelle förderte, war -der Anlaß dazu-, daß, anstatt Einigung aller Gesetzestreuen in Agudas Jisroel, neue Spaltungen unter den Gesetzestreuen herbeigeführt wurden. Dieser Zerwürsni-sparagraph hat nur negative Erfolge gezeitigt, in positivem Sinne die Organisation -aber keineswegs gefördert. Daß Jacob Rosenheim, der Führer der Aguda-Weltorganisation, -den § 4 als den Augapfel der Aguda / bezeichnet hat, an dem man nicht rühren dürfe, mag schon richtig sein. Schlimm genug aber, daß Paragraphen in die Statuten der Agudas Jisroel ausgenommen wurden» vondenen man von vornherein wissen konnte, daß sie der Organisation schaden, an dr-e man nachher nicht rührenkann, ohne die Befürchtung haben zu müssen, neuen andersg-eärteten Schaden der Organisation zuzufügen. Ist so etwas nötig gewesen? Beweist der 8 4 denn ein besonderes politisches Fingerspitzengefühl seiner Initiatoren? V. Auch der Vorwurf, meine Kritik sei Beweis dafür, daß ich nicht selber „den Willen oder die Fähigkeit besitze, in der sachlichen Arbeit -etwas zu leisten", ist unangebracht. Mitarbeit kann auch durch Kritik geleistet werden. Daß E. dafür kein Verständnis zeigt, ist typisch für sein Unverständnis vom Werte der Kritik. Kritik schafft Diskussion. Diskussion schafft Bewegung. Wie sollte eine Organisation lebendig bleiben, ohne Kritik.durch Eigene. Ja, man hat m. E. sogar das Recht der Schärfe, wenn man weiß, daß der Betroffene antworten kann. Man hat das Recht und die Pflicht, an Personen Kritik zu üben, insoweit die Personen, an denen man Kritik übt, zur Sache, die man fördern möchte, oder die man kritisierenwill, in Beziehung stehen. Auf meine Kvvtik habe ich natürlich Antworten -erwartet. Denn jeder -Kritiker wünscht jä die Reaktion auf fetne Ausfuhru-n-g-e-n zu spüren. Käme die nicht, dannwäre -das kritische Wort wirklich wertlos. Die Antwort, die der- G. A. gegeben, hat mich darum vollauf 'befriedigt. <Äe gab genügend Aufklärung. Von der Antwort des Herrn E. kanw ich dies aber leider nicht behaupten. Das Esra-Bundeslreffen auf Leuchkeuburg. _ Wür'zb u-rg, 13. August. Das diesjährige Bundes-treffen des E,sra fand vom 29. bis 31. Juli auf der Leucht-enburg in Thüringen statt. Das Treffen war von Anfang an -in -kleinerem Rahmen angelegt als die sonstigen jährlichen Bundesoeranstaltungen, da schon Pfingsten -eine Führe-rtagung stattgefunden hatte. Die Tagung war -Hauptsächlich von nördlichen und östlichen Gruppen besucht. Das Treffen wurde Sonntag nachmittag mit einer kurzen Ansprache des Bundesletters -erösfn!et. Dann folgte eine Aussprache über einige einfache weltanschauliche Probleme, die in Form einer' Arbeitsgemeinschaft stattf-and. Am Montag Morgen sprach Jochcman Bvschwitz-Berlin in umfassender Weise über die Erziehung des Esra überhaupt und ihr Verhältnis zu Schule und Haus. Bofchwitz forderte, -daß die Erziehungdes Esra nicht nur wie bisher nach der weltanschaulichen- Seite gehen dürfe; es sollten vielmehr konkrete Leistungen ge-- fordert werden.. Die Aussprache, die sich daran anschloß, gestaltete sich teilweise recht fruchtbar. FMx Munk- Frankfurt und Rudi Herz-Rodges forderten, daß man sich vor allem auf die Grundausgaben zu besinnen habe, die sich der Esra gestellt hat. Der Esra fei geboren aus der S-ebnsucht heraus, das Judentum in seiner Gänze zu -erfüllen, nicht nur in der Synagoge und im v-nm sondern auch im Leben des Einzelnen und der Gemeinschaft. „Wir wollen nicht nur einen jüdischen r-ov, sondern auch einen jüdischen- Werktag." Am Nachmittag fanden Aussprachen- -in m-ehreren Mnen Arbeitskreisen statt. So sprach man über Fragen des Lernens, über Probleme -der Jüngeren, über spezielle Fragen der Mädchen und über Berussumschichtung und Palästina-Aufbau. Am Dienstag Morgen gab Albert Neuberger den Bericht der Bundesleitung. In der anschließenden Aussprache wurde vor allem Technisches und Organisatorisches besprochen. Hieraus htM Dr. Eli Munk ein Referat, inwelchem er sich mit -der allgemeinen Jugendbewegung und mit dengeistigen und polittschen Strömungen der deutschen Juderchott -ausemandersetzte. Der Referent zeigte u. a., -daß unsere Anschauungensich im wesentlichen dadurch von anderen unterscheiden» daß unsere Ethik «ine heteronoine sei. Da die TaWng geschlossen werden mußte, war eine Diskussion dieses außerordentlich klaren Referats nicht mehr möglich. 'Devioenctef Slguda-dltaelteti * Sv fiSffltcfi in allen Orfsgeuppen. Aus der Bewegung. Lübeck. Am Sonntag den 12. August (25. Aw) veranstalteten -die Hamburg-Altonaer Agudas Jisroel-Jugend- und Mädchengruppeneine Fahrt nach Travemünde- Lübeck, an der 40 Mitglieder unserer Gruppen teilnahmen. Während wir ums am Vormittag am sonnenbeglänzten Ostfeestrand erlabten,, -die Mtta-gsstu-nden zu einer Veichtigung Lübecks und feiner Sehenswürdig,k-eiten berußten, hierbei uns das in Lübecks Stadttor -siingemeizelte Motto „Einigkeit im Haufe, Friede nach außen" tief in die Seele prägen ließen» fand uns der Nachmittag als Gäste der Lübecker Jugend mit diesen in -den Räumen der Esra-Loge vereinigt. Di-ese kurzen Nachmrttagstunden wurden den Lübecker Freunden- Und uns zu Stunden hoher Weihe und Freude, die wir dem Lübecker Ra-bbi-ner, Herrn Rabbiner Dr. Winter, vor allem ab-er Herrn Rabbiner Dr. Pinchas Kahn-Wien, dem Vorsitzenden unseres Wiener Geschäftsführenden Ausschusses, ab-er auch dem besonders gastfreundschaftlichen Sinn der Lübecker zu danken haben. Nachdem Herr Rabbiner Dr. Winter uns in seinem Namen und im Aufträge der Lübecker Gemeinde begrüßt hatte, hielt uns Herr Rabbiner Dr. Kohn -einherrliches Referat, das uns nicht nur die beglückende Nachricht brachte^ daß die Sepha-rdim Jerusalems Schulter an Schulter. mit unseren dortigen agudisttfchen Freunden stehen und für Gottes Recht und Gewissensfreiheit kämpfen,. das' uns vor -allem -durch den Ernst und die eindringliche Gründlichkeit, mit der Herr Rabbiner Dr. Kohn sein Thema „Religion -ist nicht Privatsache" behandelte, tief ergriff. Alsdann hielt Herr Rabbiner Dr. Winter ein schönes und inhaltsreiches Referat über Loschaun Hakaudefch, die Sprache, in der däs Wort di-e Gedanken malt» und forderte uns auf, das Studium der hebräischen Sprache zu betreiben, es. aber als ein chetliges Studium, als Mittel und Dienst am Hetügen, zu -betrachten. ' . V -' An den. offiziellen Teil schloß sich eine gemütliche, durch die Lübecker Freunde reich versorgte Kaffeetafel, bei welcher -der Vorsitzende der Hamburger JügendstrvPpe,' Wolf S. Jacobson, neben dem Dank an Lübeck Md an Mrbbiner Dr. Kohn -ein -kurzes Referat über die Agudas Jisroel hielt, und bei der Herr Rabbiner Dr. Kohn/ angeregt durch Fragen junger Lübecker Freunde,- nochmals das Wort ergriff, um die Begriffe Persönlichkeit und / Toleranz in einer geradezu säfzinievenden Weise dein An-' wesenden klarzulege-m ' ' Das Mincho- und Ma-aviw-Gebet, uns zu Ehren in der großen Synagoge verrichtet, schloß -diesen besonders schönen Tag und ließ uns auf d-e-r Hermfah-vt im von Ausflüglern überfüllten Zug das bekannte Wort variieren: „Sie machen Ausflüge und wir machen Ausflüge" und doch wie -anders! Unser Ausflug brachteuns doch vor allem neben Vergnügen- und Behagen - reichen seelischen Gewinn. Skellenvermittlungszenlrale der Agudas Zisr. Zugeudorganisaüon Frankfurt d. 21t Sandweg 32 (3. Stock) Wir vermitteln Sahbatfreie Stellen > Wir gewähren Rechtsberatung , In Brückenau, Gersfeld, Seesen, Harzburg erhalten Angestellte durch uns ermäßigten Ferien-Aufenthalt Offene Stellen 1879 Konfektton, Berlin, 1 Lehrling 1939 Haushalt, BerAn, 1 Kinderftäuloin > 2008 , Kürschnerei, Berlin, 1 Lehrling 2013 Restaurant, Berlin» 1 Köchin 2014 Tuche und Buckskins, Berlin, 1 Lehrling 2027 Wäscheversand, Berlin, 1 Reifender 2028 Bankgeschäft, Berlin, 1 junger Mann f. d Börse 2038 Waschmaschinenoertrieb, Berlin, mehrere Werbedarnen m. k-l. Fixum 2039 Restaurant, Berlin, 1 Küchenhilfe 2042 Haarschmuck, Berlin, 1 Buchhalter 2066 Kolonialwaren-, Berlin. 1 Buchhalterin 2069 Strickwärengroßhandlung, Berlin, 1 Anfängerin 2072 Berufs- und Sportbekleidung, Berlin, 1 Steno-- -typWn a. d. Konfekttonsbranche 2074 Haushalt, Berlin, 1 Stütze 2076 Lederhandlung, Berlin, 1 junger Mann f. Lager und Kontor a. d. Led-erbranche 2087 Haushalt, Berlin, 1 Kinderfräulein 2107 Kamm und Haarschmuch, Berlin, 1 Anfängerin. 2111 Jüdische Volksschule, Berlin-, 1 Bürokraft mtt Stenogr. u. Schreibmaschine. 2046 Deckenfabrik, Bayern. Stadtvertreter an allen Plätzen Deutschlands 2061 M-anufakturwaren engros, Rheinland, 1 bilanzsicher-en Buchhalter 2062 Manufakturwavon, eng-ros, Rheinland, 1 Kvntoristin. " 2063 Manufakturw. engros, Rheinland, 1 Verkäufer f. Sttumpfwaren und Trikotagen - 2117 Manufakturwaren, -engros, Rheinland, 1 Bnchrevffor z. Kontraste d. Fi-lialblvtri-eb-e (soll schon ähnl. Tätigkett ausgeübt -haben). 2065 Exportfirma Bayern. 1 jüng. perf. Stenotypistin m. engl, und französ. Sprachk-enntmsfen. F 87 Manufakturwaren, Baden, 1 Verkäufer. F 88 Manufakturwaren, Baden, 1 Lehrling. F 89 KartoM-großhandlung, Frankfurt a. M., Verkäufer. F 90 Weingrohh-andlung, Frankfurt a. M., Reisenden. F 91 Schmirgelwerk, Frankfurt a. M„ Korrespondentin. F 92 Spi-elwarenbranche, Frankfurt a. M>, Sta-dtvert-retung. - F 93 Kartosselgrohhandlung, Frankfu-rt -a. M., Korrespondentin. . ' F 94 Getreide und Bau-artik-el, Frankfurt a. M, branch-ekundig-en jungen Mann. Bewerbungen sind, zu richten an die Stellenvermittlung der Agudas Iisroel-Iugendgruppe, Berlin R. 54, Rofenthalerstratze 58. (Die Veröffentlichung der Spendenliste erfolgt in der nächsten Hummer.) 2£g«£22g2fiiS2Ja2a5£3S3fiaB

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.