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Der Israelit · 1928-08-23 · Heft 34 (23.8.1928) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
69 (1928)
Issue
Heft 34 (23.8.1928)
Date
1928-08-23
Page
– (sequence 7)
Language
German
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23 August 1928 Der Israelit Nr. 34 Seite 7 Sitze verfüg-te, will emen Sitz der Aguda entwinden, und fammensassung und Erziehüng der jüdischen Jugend auf daran wird voraussichtlich der. geplante Block scheitern Es wird dann eine ganze Reihe non jüdischen Listen auf? gestellt werden und eine Fülle von' jüdischen Stimmen wird, zersplittert, der Judenheit verloren gehen. Frankreich. Die Treibereien der rumänischen Studenten vor dem Internatiynnlen Studentenkongreß. — Eine stürmische Debatte.; Pariis, 15. August. Umgeachtet des Widerstandes des Org-amsätionskomitees des Fegenwärtig in Paris tagenden- Jn-ter nntio- - na len Student enkon gresf-es hat die englWe DoleHatbon die Frage der Ha11rvn-g de r r u;mänds chen Studenten gegen ihre jüdischen Kollegen dennoch Kür Erörterung. vor die Plenarsitzung des Kongresses gestellt. Während der Kongreß die Anerkennung der DelWerten-Mandate ^behandelte, erhöh sich beim Ausruf der Namen der rumünischen Delegierte der Führer d-er engilischen- Delegation undschlug vor, daß die vumün-ische Delegation im HAvblick auf das schlechte Benehmen der rumänischen Studenten gegen-, Studenten anderer Nationalität in Rumänien von . Der Teilnahme an diesem Kongreß ausgeschlossen! werde. Diese Erklärung erregte ungeheures Aufsehen^. Auf den Bänken der rumänischen Delegierten herrschte große Aufregung. Der Führer der rumänischen Delegation- Romaneseu, erhÄb sich nutz protestierte giegew die Bemerkungen des englischen Delegierten. Hieser Kongreß habe nur über Fragen zu entscheiden, die auf die Studen-tenverbände verschiedener Länder Bezug hcrbeni. Innere. Fragen des einzelnen Landes gingen -den- Kongreß nichts an. " Der Kongreß beschloß, die rumänische Frage und die Frage der inneren- Studentenverhäktniss-e in anderen Ländern der ersten Kommission zur Behandlung und Berichterstattung anden Kongreß zuzuweisen. In der Kommissionselbst erg,riss der Führer der englischen Delegation noch ein-m-a-l das- Wort und -betonte,, daß das Verhalten, dev rumänischen Student-en gegenüber ihren Kollegen anderer Nationalität keine innere rumänische, sondern eine allgemein menschliche Frage sei. Der tn-ternationale Studentenv-erband umfasse die denkende und schaffende Jugend. In den Bezirken der Wissenschaft dürfe es keine Feindschaften und Beschränkungen geben. Darauf gab der rumänische Delegierte R o Man-esc ü eine Erklärung ab, die in der Drohung gipfelte, daß im Fälle hörv Behaadlüüg^innerer Fragm die ,-alten" Studentenverbände aus dem lÄelWerbaNd äüstvtten werden. Der Vorsitzende, -er Italiener Mv-ltinij, unterbrach den Rumänen mit der Bemerkung: „Sie können nur im eigenen Namen reden. Wenn Sie wollen, treten Sie aus dem Verband aus, wir Alten werden bleiben. Schließlich wurde der Vorschlag des französischen' Delegierten angenommen, daß der Kongreß sich zwar mit ÄrternMoNalen- Interessen der Akademiker b-esassen, aber die nationalen Fragen unerörtert lassen solle. Roman-escu rief triumphierend: „Der Programmpunkt ist also von der Tagesordnung abgesetzt!" Der Vorsitzende Maltini bemerkte: „Hier hat ab-er noch das Plenum des Kongresses ein Wort mitzureden!" (JTAH wv Bcffls der EinWt L-es Judentums und der Renaissance des. jüdisch-M Bäkkes, deren Kröstung in -der Medergufrichtung Palästinas besteht", angegeben. In einer besonderen Klausel wird den Mitgliedern, des Weltverbandes, wo sie mit -den- Leitsätzen nicht buchstäblich über eönstimmen, Gewissensfreiheit zuerkannt. Man befchwh einen Aufruf zur Unterstützung des Ratio nalfonds. Das in ^er letzten Sitzung gewählte neue Zen trat komitee hat zum Präsidenten Atme Palliere; von bekannten Zionistengehöre chm u. a. an: Mlle. Maxa Nordau, Hillel Zlatopolsky, David NeL kin und B o urstein (Palästina); außerdem Rabbiner Arthur Weill (Basel), Jean Schrameck (Straßburg), M. Gelber (Kanada)», M. Kagan (Casablanca)'. Präsident Palliere hielt eine Schlutzansprache, die in einem- Treüegelöbnis an das Judentum ausklang. Dieses Gelöbnis wiederholte, er in hebräischer Sprache. Die Versammlung hörte die Erklärung stehend an und rief zum Schlüsse, die Hände erhoben: „naasse wenischma!" Hierauf wurde „ H-a t-i-kio ah " gesungen. Schweiz. Eine Ieschiwah in einem historischen Schloß unkergebrachl. Ge n st, 13. August. Die in Montreux begründete Ieschiwah „Ez Chajim" mietete für mehrere Jahre das berühmte Schloß „Qüisifcma-" am Genfer See, das einst einer altenorieütaltschen KöNitzssamili-e gehört hat. Das Schloß, etwas höher als Montreux gelegen, ^besitzt einen prächtigen weiten Park. Die Ieschiwah „Ez Ehajim" zählt heut-b 39 Schüler, unter -ihnen 29 aus -der Schweiz. Ihr Jahresbudget ist 90.000 Schw. Franken hoch. Palästina. Die Inden von Zeinen. > .■ Jerusalem, 12. August. Der Oberrabbdn-er der Judenschaft -des arabischen Staates A-emen, Rabbi Iichye Hal-evi, -richtete einen- Appell -andie Juden Palästinas, unter denen sich viele Nem-enit-en -beftnden, den- Juden von Uemen, die schwere materielle Not zu leiden ' haben, zu Hilfe zu kommen. In dem Appell heißt es, daß Minen durch Dürre, HeuschreSenfchwarme, Epidemien und die Nachwirkungendes Krieges, die der Imam des südaräbifchen Staates Misten mit feinen- Nachbarngeführt hat, wirtschaftlich zügrundegerichtet ist -und daß besonders -die Judenfchaft der Hüngersnö-t preisgegeben ist. und Sem.-Oberl-ehrer Stall für die freudige Mitarbeit, die er als Mitglied der konservativen Fraktion dieser -und dem Gemeinde-Verband geleistet hat. Vor dem Abendgebete im T-rauerhause weihte Lehrer B r ü ck h e i - m-e r dem Geschiedenen in einem Schiur Worte des Gedenkens und.der Erinnerung. Buchen (Baden), 19. Aug. Einen tiefschmerzlichen Verlust hat die allseitig geschätzte Familie B ä r hierund mit ihr die ganze Gemeinde -erlitten. Ihr Haupt- Leopold Bär, ist -infolge eines tragischen Unfalls plötzlich aus dem Leben geschieden. Ein treubesorgter Familienvater und außerdem -ein Mann, dem das Wohl der Gefmnchett und des' Judentums am Herzen lag-, ist mit ihm der Zeitlichkeit eüt-rückt. Seinen weifen Rat, die Güte seines Herzens ünd die Liebe für alles, was die Cmunoh betrifft, stellte er in d-ejü Dtsnst der Gemeinde. Er kümmerte sich um alles, was ihrem Gedeihen förderlich war und der leitende Gedanke bei seinen- Bestrebungen wqr -die Hebung des rel-ig-Wfen- Lebens. Dem Auftwuchen von Reform-i-deenbegegnete er durch s-einmannhaftes Eintreten für altjüdische Gesetzestreue. Wie schön verband er an- Schaöbos und Festtagen vorzub-e-ten; wenn er mit seinem lieblichen Organ -durch das Reich ber Töne wandelte, dann merkte jeder, hier singt das fromme jüdische Herz. Seinen Beruf als Mohel betätigte er mit Gewandtheit und -einer S-imchoh schel Mizwoh, -daß man sein Erscheinen überall mit Freude begrüßte. Auch in der Bereinigung für die Interessen des gesetzestreuen Judentums in Baden hat der sek. Leopold Bär wacker feinen Mann gestellt. Es -ist. noch nicht -lange her, da er seine, Stimme erhob und mit eindringlichen- Worten att die Jugend appellierte, wieder um -das Ba-bner der Thora sich zu scharen, weil es -ihm ins Herz schnitt, daß die altjudische Echtheit und Frömmigkeit immer seltener anzutreffen war. Leopold Bär war eine Zi-erde des Judentums, deren Glanz in Aulom Haboh fortlsuchten wird. rras:m. Vermischtes. Personalien. Schluß des Kongresses des Weltverbandes der jüdischen Jugend. Paris-, 12. August. Der zweite Kongreß des Weltverband-es der jüdischen Jugend (Union Universelle de la Jeunesse Juive) -hat seine Beratungen beendet. Man darf sagen, -daß er zum Schluß vollends -inszion-istifche Fahrwasser -eiNgelenktist. Nach eingehender Diskussion über das Programm des WeMerban-des wurden die von Dr. Pckcif-rci verfaßten Leitsätze gebilligt. In diesen Leitsätzen werden als Ziele des Weltver-bandes die „Zu- Uiedecaula, 19. August. Ihre goldene Hochzeit feiern am 29. August -das Ehepaar Joseph Oppenheim I und Fanni geb. Stoll. Das Ehepaar «streut sich nach großer Rüstigkeit. Herr Oppenheim fungiert noch Mtweise. als stellvertretender 'w ZNarktbrei^ 20. Aug. Am 14. August verschied nach kängerem Leidender frühere Kult-usvorstand und Ehrenvorsitzende der hiesigen Gemeinde Salomon Weinberg. Er entstammte -einem religiösen Hause und brachte somit durch seine gut jüdische Einstellung die erste Voraussetzung mit für dieses Führeramt, das er'üb-er zwei Jahrzehnte inaller Treue verwaltete. Während seiner Amtsperiode wurde das M-rkwoh neuze-Mch umgebaut und im Jahre 1920 die jüdische Volksschule errichtet. Der Tagung des Verbands bayerischer israelitischer Gemeinden gehörte er als Mtgli-ed an. Im Stadtra-t wurde feine die Gegensätze überbrückende Ge'wandche-it allseits geschätzt. Die Beerdigung fand unter starker 'BeteMgung auch vons-eiten der chrffM-chen Bevölkerung statt. Bor dem Trau-erhause zeichnete Herr Bezirksrabb-in-er Dr. Wohl-- gemu.th das vielseitige Wirken des Verstorbenen. Herr Bezirksrabbiner - Dr. Wein b er g-Nemnarkt —ein Bruder des Verklärten — beklagte den Hingang des Familienä-ltesten>, der von allenwegenseiner Hilfsbere-itschaft und Güte als zweiter Vater geschätzt worden war. Kultusvorstand ,G oldb ach dankte -namens der Gemeinde Köln, 20. Aug. Wir weifenauf den „Hilfsv-erein für jüdische N-ervew und- Gemütskranke" Köln'hin und bitten das außerordentlich wichtige Mfswerk dieses Vereins, das in Deutschland einzig und darum unentbehrlich ist, reichlich durch Ablösung-sspenden zu unterstützen. Zur Aufklärung sei betont, daß die N-erv-enh-eilanstalt in Sayn t-affächlich die einzige rein jüdische Anstalt dieser Art in Deutschland ist und daß der Verein bezweckt, armen nerven- und gemütskranken Menschen den Aufenthalt in einer jüdischen Anstalt mit ritueller Verpflegung und einer Synagoge im Hause ufw. zu ermöglichen. Diese Notwendigtelt ist u-m so größer, wenn man sich vergegenwärtigt, welche ungeheure Anzahl Gemütskranker -in staatlichen Anstaltenuntergebracht sind, wo sie in fremder Umgebung und unter dem Zwang nichtritueller Verpflegung ungeheuer -leiden müssen. Der Verein und seine Anstalt seien der wärmsten Unterstützung Allen empfohlen. Sopron (Oeden-burg), 12. Allgust. Der Aufforderung des hiesigen „Tiferes . Bachurim" - Jugendvereijnes Folge -leistend, hielt Herr Rabbiner Jofua Grünvald- Merano, der hier im Eltermhaufe seinen- Sommerurlaub verbringt, im -großen Saale der Talmud-Thora einen Hom-Äetlschen Vortrag. Er hob hierbei besonders die Pflicht und Aufgabe der jüdischen- Jugend hervor, an den Trad-itkon-en und den bewährten Führern der Gemeinschaft treu und unerschütterlich sestzuhalten- Bei dieser Gelegenheit gedachte er in rührenden Worten -der soeben vollendeten- 99jährigen Amtstätigkeit-seines Vaters, des Herrn Oberrab-bi-ner Emanuel Grünvald, welcher drei Generationen hindurch in unermüdlicher und beispielloser Tätigkeit die Soproner Orthodoxe Israelitische Kultusgemeinde von kl-ei-n-en Anfängen zu ihrer heutigen Blüte emporhob und auch heute noch, im Patriarchen-. alter, sein Amt in voller geistiger Frische und mit jugendlichem Eifer versieht. Der vorzügliche Vortrag fand allseits warmen Anklang und dem Redner wurden' lebhafte Ovationen dargebracht. Regensburg. 19.. Aug. Herr Bezirksrabbiner Dr. H. Leoy bittet uns, mitzuteil-en-, daß die Restauration von Josef, Regensburg, Fröhliche 'Türkenstraß-e 2, unter Aufsicht seines Rabbinat-es steht. Warftyau, 17. Aug. Die Herren- Harry Goodman aus London und Meier Lewen stein aus Zürich, die im Auftrag der Agudas Jisroel-Jug-en-dorgan-isation zur Zeit die östlichen Länder bereisen, wurden im Krakauer Bahnhof in Warschau von einem polnischen Offizier tätlich angegriffen, so daß es, als sie sich zur Wehr setzten, einen großen Auflauf gab. Als die Polizei einttaf, war der militärische Attentäter entflohen. Die beiden- Herren haben bei ihren Konsulaten Beschwerde eingerei-cht. Obst und Zell 7 Röm. 3775 3g. fromm. Mann 19 3. alt, der Kolonialwbr. Branche kund., per 1.10. 28 evtl fr in ei». Kolonialw.- geschäft oder ZuSerwaren, engros, im Lager oder Reise Sfcfluim. SÄ: Süddllchl. «oll imH. Gefl. Off. 112C andie Erped. 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