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Der Israelit · 1928-08-09 · Heft 32 (9.8.1928) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
69 (1928)
Issue
Heft 32 (9.8.1928)
Date
1928-08-09
Page
– (sequence 18)
Language
German
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Sette 2 Nr. 17 9. August 19LS Der I s r ae l i t Blätter füllt sein, daß die Aufnahme in den agudistischen Klub von ernsten Menschen angestrebt und als besonderer Vorzug empfunden wird. Unter welchen Gesichtspunkten soll die Aufnahme in den agudistischen Klub erfolgen»? Unseres Erachtens allein und a us schließ - l i ch unter dem Gesichtspunkt der agudistischen Interessiertheit der in Betracht kommenden Persönlichkeiten. Wie gründet man einen solchen agudistischen Klub? Ein agudistisch eingestelltes Ehepaar lädt nach Fühlungnahme mr dem Ortsgruppenivorstand 10—12 Ehepaare zu einer Besrechung des Planes zu sich oder an einen neutralen Ort und gründet mit diesen, soweit sie an der Aufnahme und aktiven Teilnahme Interesse haben, ohne viele Formalitäten den Klub. Dort, wo unter dem Gesichtspunkt der agudistischen Interessiertheit die Auswahl der Geeigneten — selbstverständlich können und sollen auch Unverheiratete Klubmitglieder werden — schwierig ist oder die Gefahr in sich birgt, den einen oder den anderen zu beleidigen, mag folgender Weg beschritten werden: der Vorstand der Ortsgruppe lädt die Mitglieder zu einer besonderen Besprechung: „Gründung eines agudistischen Klubs", die Mitgliederversammlung wählt aus ihrer Mitte ein mit entsprechenden Vollmachten ausgestattetes kleines Komitee, das die weiteren Vorarbeiten in die Hand nimmt. Ratsam wäre es, die einzelnen Klubs in der Mitgliederzahl zu beschränken, etwa 20—25 Personen, und an Orten mit starker agudistischer Gruppe lieber zwei kleinere Klubs als einen zu großen und darum seine Zwecke leicht verfehlenden Klub zu gründen. Material für die Zusammenkünfte, die mindestens vierwöchentlich, möglichst aber 14tägig, stattfinden sollten, wird der Vorort gern zur Verfügung stellen. Die Abende sollen durch kurze Referate eingeleitet werden, ihre Hauptwirkung soll in der Aussprache liegen. Gastfreundschaft darf, wie bereits erwähnt, an diesen Abenden gepflegt werden, muß sich aber — und dies sollte durch genaue Bestimmungen geregelt werden — in den bescheidensten Grenzen bewegen — «l5 fKW DK tP’lV HD Es ist selbstverständlich, daß mit der Errichtung der agudistischen Klubs nicht die Gründung neuer exklusiver Zirkel . geplant, vielmehr eine Vertiefung des agudistischen Lebens, in der Großstadt vor allem, angestrebt wird. Aber selbst auf die Gefahr der Exklusivität hin: agudistische Exklusivität und agudistischer Jndifferentismus, wohl uns, wenn es noch nicht zu spät ist und wir diesen durch jene besiegen könnten. Wir schließen diese Anregung in der Hoffnung, in diesen Blättern recht bald von» der Gründung agudistischer Klubs in allen größeren Ortsgruppen Bericht geben zu'können. Woher kommst Du gerollt. i. In Nummer 16 der Agudablätter leistet sich H. K. einen Artikel mit dem sinnvollen, aus. dem Romanteil der Berliner Illustrierten Zeitung übernommenen Titel: „Wohin, rollst Du . . ." (das Wort „Aepfelchen", wie es im russischen Sprichwort heißt, fehlt). Aus dem Inhalt des Artikels ist nicht ersichtlich, ob die Anfrage des Titels sich auf die Agudas Jisroel in Erez Jisroel oder auf den Leiter der agudistischen Palästina-Politik, Herrn Dr. Jsaac Breuer, bezieht. Um ähnliche Unklarheit zu vermeiden, ist in der Ueberschrist dieser Zeilen ausdrücklich vermerkt: Woher kommst Du, H. K., gerollt? Esnst nämlich in der Tat ein interessantes Problem, wieso H. K. über einen agudistischen Führer und über Palästinapolitik mit einer derartig verblüffenden Unkenntnis der Persönlichkeiten und der Verhältnisse schreiben kann und sich dabei doch, wie es scheint, als einen „Eingeweihten" betrachtet, ja, sogar vermutlich mit einem „inneren Bedürfnis nach Anerkennung" seine Meinung zum besten gibt. - II. Woher mag wohl H.rK. kommen? Vom Geschäftsführenden Ausschuß sicher nicht, denn dann wüßte er, daß die Verantwortung für die Leitung der Palästina-Politik der ganze G. A. trägt, und daß die Abteilung für Palästina-Politik eine Unterabteilung des G. A. ist. Dann wüßte er, daß Herr Dr. Breuer zwar der Leiter dieser Abteilung ist, daß aber sämtliche Mitglieder der Pälästina-Kommission wie auch des Frankfurter G. A. sich mit den, Maßnahmen dieser politischen Palästina-Kommission einverstanden erklärt haben. Also hiervon scheint H. K. nichts zu wissen. Dem Zentralrat der Agudas Jisroel gehört H. K. wohl auch nicht an, denn sonst wüßte er, daß bei der jüngsten Sitzung des Zentralrates die prominentesten Vertreter der östlichen und der westlichen Landesorganisationen Herrn Dr. Jsaac Breuer, als er sich anbot, um des Friedens willen aus dem G. A. aüszutreten, diesen „als streitsüchtig verschrieenen Mann" in den herzlichsten und bewegtesten Worten ersuchten, von diesem Vorhaben abzustehen, da sie es als eine Katastrophe für die Aguda betrachten würden. Wäre H. K. im Zentralrat, dann hätte er in der Zentralratssitzung ferner gehört, daß Herr Jacob Rosenheim, der Vorsitzende des Frankfurter G. A., jenen 8 4, welcher auf der Kenessio Gedaulo nach den Andeutungen von Herrn H. K. ausschließlich Herrn Dr. Breuer zu verdanken sei, als die einzig mögliche Form bezeichnete, durch Der schönste Abschluß -er Serien; Eine Rheinfahrk mik dem Dampfer der Agudas Iisroel-Iugendorganifation am Sonntag den 19. August. Billets zu 2Nk. 5.50 für Dahn und Schiffahrt nach St. Goarshausen und zurück in allen jüdischen Geschäften und Langestraße 16, pt. zu haben. Billets müssen bis Mittwoch den 15. August gelöst sein, spätere Anmeldungen finden keine Berücksichtigung. Gäste, Damen und Herren, willkommen. Abfahrt: Frankfurt a. Al., Hauptbahnhof, Bahnsteig 21. Zeit: 7.54 Uhr. Organisations-Vorstand der Agudas Iisroel- Jugendorganisation. welche die Differenzierungen der einzelnen Laudesorgamfationen ausgeglichen werden können. Herr Rosenheim bezeichnets denjenigen, welche r a n diesen 8 4 r ü h r e, ,a I s e inen, der an den Augapfel der Agudas Jisroel rühre. Wäre Herr Dr. Breuer der geistige Inspirator dieses 8 4, dann könnte man doch nicht, so wie H. K. es tut, hieraus die Meinung ableiten, daß ihm der Ausgleich der Gegenätze Gleichgesinnter mißlinge, oder daß er dabei mmer „vorbeimanövriere". III. Also dem G. A., der politischen Palästina- Kommission, dem Zentralrat scheint H. K. fern zu stehen. Aber auch zu dem Bekanntenkreise des Herrn Dr. Breuer scheint er nicht zu gehören, denn onst wüßte er, daß auch diejenigen, die in Herrn Dr. Breuer ihren politischen Gegner erblicken, ihm alles andere eher vorwerfen als das eine, daß „ein inneres. Bedürfnis nach Anerkennung" die Richtschnur seiner Handlungen sei, daß ihm aber die nötigen Fähigkeiten fehlen, um sich diese Anerkennung zu erringen«. Wir haben schon gehörtdaß man Herrn Dr. Breuer eine unbeugsame Konsequenz vorgeworfen hat. Wir haben auch chon gehört, daß er einen Mangel an Elastizität habe und eher auf alle Anerkennung verzichtete, als nur ein Jota seiner Ueberzeugung zu opfern. Aber die von H. K. gegebene Charakteristik weist auf eine völlige Unkenntnis der Persönlichkeit des Herrn Dr. Breuer hin. Auch die agudistische Wirksamkeit des Herrn Dr. Breuer scheint H. K. unbekannt zu sein, sonst würde sich H. K. die Zensur, die er Herrn Dr- Breuer gibt, daß er zwar ein ungewöhnlich intelligenter Jurist sei, ihm aber das politische Fingerspitzengefühl völlig abgehe, immerhin einigermaßen überlegt haben, bevor er mit dieser Note an die Oeffentlichkeit trat Er hätte sich sonst vielleicht erinnert, daß Herr Dr. Breuer mit seinem „Iudenproblem", seinen „Messiasspuren", seiner „Idee des Agudismus" eine Ideologie der Agudas Jisroel zu einer Zeit geschaffen Hatz als in der Tat noch Fingerspitzengefühl dazu gehörte, eine Entwicklung vorauszusehen, die heute bereits selbstverständliche Gegenwart geworden ist. H. K. weiß auch sicher nicht, daß bei den Verhandlungen im Völkerbund, welche die Forderungen dev Agudas Jisroel immerhin in gewissem Sinne berücksichtigten, die Kenntnis des „Jüdischen Rationalheimes" von Herrn Dr. Breuer eine nicht unwichtige Rolle spielte. Die einzige Quelle, aus welcher H. K. seine Nachrichten schöpft, scheinen unterirdische Mitteilungen über Privatkorrespondenzen des Herrn Dr. Breuer zu sein, welche angeblich die Politik der Zusammenfassung der Gesetzestreuen in Erez Jisroel gestört haben sollen. Von den Reisen des Herrn Dr. Breuer nach London, nach Erez Jisroel, von dessen Verhandlungen mit den maßgebenden Stellen der. englischen und palästinensischen Behörden , ist H. K. nicht unterrichtet. Es wäre ihm zu empfehlen,, feine Informationsquelle auch einmal hierüber zu befragen. IV. Nachdem also H. K. — wie es scheint — ohne irgendetwas Neues, Sachliches sagen zu können^ ohne auch nur die Spur eines Versuches zu machen, seinerseits Wege für eine agudistische Palästina-Politik zu weisen, sich lediglich mit der Persönlichkeit des Herrn Dr. Breuer zu beschäftigen bemüßigt fühlt, liegt die Vermutung nahe^ daß er zu jener Gruppe von Agudisten gehört,, die zwar selber -nicht den Willen oder die Fähigkeit besitzen, in der sachlichen Arbeit etwas zu leisten, und die auch keine reale Kenntnis von den agudistischen Dingen haben, aber immerhin meinen, es fei ihre Aufgabe, personelle Kritik zu üben, um wenigstens auf diese Weise die Aguda zu fördern. Oder sollte etwa H. K. ein so guter Freund von Herrn Dr. Breuer sein,, daß er mit Absicht einmal die Gegner Dr. Breuers durch das Oberflächliche und so leicht Widerlegbare seiner Angriffe all abZurckum führen wollte? Wir wissen in der Tat nicht, von welcher Ecke der Aguda H. K. gerollt kam? E. Dr. Nathan Birnbaum in den Agudas Jisroel Jugend- und MSdchengrUppen Hamburg-Alkona. Am Montag, den 13. Aw, sprach Dr. Nathan Birnbaum in den Agudas Jisroel-Jugend- und Mädchengruppen über: „Die Aulim". Es wäre zwecklos, wollteman in wenigen Zeilen den Inhalt des Referates wiederholen, in dem alle grundsätzlichen Gedanken angeschnitten wurden, die Birnbaum zur Judenfrage, zur Judentumsnot und zu ihrer Ueberwindung gedacht hat. Es sei hier nur die ungeheure Wirkung konstatiert, die das Referat bet allen Anwesenden — neben den fast vollzählig erschienenen Mitgliedern der Jugend- und Mädchengruppen und den älteren Hörem der Jeschiwah, hatten wir die Ehre, u. a. Rabbiner Rabbinow fe uns zu sehen — auslöste, und die Hoffnung ausgesprochen, daß wie in Berlin so auch in Hamburg recht bald ein großen Kreis von Aulim sich zusammenfindet. Diese werden nicht, wie verständnislose oder böswillige Kritiker meinen, eine exklusive Sonderschicht darstellen wollensondern, um mit den Worten des Referenten zu sprechenden feste Willen haben, allen Wirrungen der Zeitz den Wirrungen des Vergnügens, des Erwerbes und der Haskala zum Trotz, mit konzelstrierter, Kraft an die Lösung der Aufgabe heranzutreten, Glieder eines Beispiel- und Zeugmsvolkes zu werdendas sich den Mofchiach verdient. Zum Schluß teilte der Vorsitzende mit, daß im Rahmen der Hamburg-Altonaer Jugendgruppen in den nächsten Wochen eine Arbeitsgemeinschaft „Die Aulim"' unter Leitung von Dr. Salomon Birnbaum, dem Sohn Nathan Birnbaums, eingerichtet werden wird. s

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