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Der Israelit · 1928-08-02 · Heft 31 (2.8.1928) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
69 (1928)
Issue
Heft 31 (2.8.1928)
Date
1928-08-02
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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£7-r jjßJ R ö B 1 D •Yt/ & Die Woche. Vom Liwjath Chen. Die Sabbatoorträge des Vereins werden nun wieder ausgenommen. Diesen Sabbat wird der Vortrag ausnahmsweise eine Stunde vor Nacht (zus. mit Mekor Chajim) abgehalten. Von nrri 's na» ab findet der Vortrag, wie üblich, je am Samstag mittag nach Mincho, 5.15 Uhr im Hörsaale, Friedbergeranlage statt. Rheinfahrt des Jüdischen Turnerbundes z. V. am 12. August. Unsere Rheinfahrt findet am Sonntag, den 12. August ds. Js. statt. Wir fahren mit dem Zug nach Mainz, von dort mit dem Rheindampfer nach St. Goarshausen. Anschließend Wanderung über den Loreleyselsen und durch die Weinberge nach Kaub. Auf dem Loreleyfelsen längere Rast. Alle unsere Mitglieder, deren Angehörige, Freunde und -Gönner unseres Bundes sind herzlichst willkommen. Wir erwarten wie im Vorjahre große Beteiligung. Treffpunkt wegen Fahrpreisermäßigung spätestens um 6.45 Uhr Hauptportal Hauptbahnhof. Gesamte Kosten Mk. 4.50. Alle unsere Turnkurse haben bereits wieder begonnen. Briefe aus einem kleinen Bade. ' Brückenau, 29. Juli. Lieber Freund! Aus der Fülle der hiesigen Eindrücke sei hier nur einer sestgehalten: Es war in einer der lauen Nächte, so lau und blau, so kühl und geheimnisvoll schön, wie man sie nur im Talkessel von Brückenau, wenn die Sonne herab- und die Nacht hinaufklettert die hohe dunkle Terrasse der Bergwälder, erleben kann. Das Barometer am Türmchen vor dem niedlichen weißen Kurhäuschen im Kurgarten hatte um die Mittagszeit den Rekord in Hochtouren für diesen Sommer geschlagen. Der dunkelblaue Strich im schmalen porzellanweißen Felde sank nur langsam und unwillig mit der Sonne. Aber nun hatte doch die Erde ringsumher matten, samtweichen Glanz, und eine duftige Kühle wehte von den dunkler und dunkler werdenden Hügeln hinter den Hügeln herüber, daß jeder Atemzug eine Lust war; an einem solchen Abende saßen wir auf der Veranda unseres Hotels, ein kleiner Kreis in junger Freundschaft eng Zusammengeschlossener, sahen staunend, dankbar, benommen in die Bergesnacht und erzählten uns allerhand; stritten, geistreichelten und lachten. Aber in aller Herzen lag doch, nicht drückend, mehrerhebend, das Geheimnis der Nacht, der Berge. Ein kleiner Kreis von Menschen, die sich' innerhalb eines größeren fanden. Wie man sich so auf Badeplätzen, wo die Herzen ruhiger schlagen und der Freundschaft weiter erschlossen sind, findet. Oder war es mehr als das? Gehörten wir alle zusammen, innerlich verbunden, von und für immer? ' Ein jüngerer Rabbiner aus Berlin mit seiner im Hebräischen und Talmudischen gut beschlagenen jungen „Rcbbezin"; die zwei ganz prächtigen Lehrer aus Berlin, fo jung und doch so stark als Juden und Lehrerpersönlichkeiten; noch ein paar ältere Lehrer aus Landgemeinden, heldenhafte Wächter auf „verlorenem Posten", die sie aber keineswegs verloren geben und die Geistigkeit des Ferienmilieu in vollen Zügen einatmen;- ältere und jüngere thorakundige und thorafreudige Kaufleute aus Hamburg, Berlin, Frankfurt, Köln, Mannheim, Karlsruhe usw., lebende Zeugen einer neuen Welle des jüdischen Geistes in der Großstadt; drei temperamentvolle Thorajünger aus bestem Frankfurter Jahrgang: einige geistig und jüdisch stark interessierte Damen — wieviele dieser Art kamen später nach der ersten Hitzewelle noch hinzu-, um sich unserem Kreise anzuschließen! —; wir alle, (und mit uns wohl auch die zwei Rabbiner, die mit ihrer Freundesschar im Garten des anderen Hotels sich bei guten Worten der Abendkühle erfreuten) gehörten im Anblick der nachtblauen Berge so eng zusammen,. als hätten uns nie und nimmer Zeit und Raum, getrennt. Auf und ab hob und senkte sich die Kurve der Unterhaltung, wie der Barometerftrich zwischen Sonne und Schatten, wie die lauen Winde, die von den Bergwänden her uns kosend streichelten. Probleme der Lehre und Forschung streifen hart an solchen der hohen jüdischen >!! . Politik vorbei, Meichnis und Bonmot strahlen allst Spannung löst sich in hellen Lachen aus. „Rai Pa!" schreien auf dem wie mit fchwarzgrauem Schleier überzogenen I Wiesengrund im Kessel die Raben. Das Züglein schleppt sich mühsam den Berg hinan. Es wird noch stiller, noch geheimnisvoller, die Unterhaltung wird zum Flüstern. Aber wie aus tiefen Schächten der Waldesnacht steigen neue Gedanken auf, formen sich und werden Wort. Vergessenes und Verblaßtes tritt wieder ins klare Bewußtsein, man lehrt und lauscht und lacht. Und langsam legen in der Vorhalle die Männer die Karten aus der Hand, jäh verstummt das banale Wort im Flirte unten am Wege, junge Mädchen horchen von ihrer Lektüre auf. Alle nehmen teil in geistiger Gemeinschaft. Eine laue, blaue Sommernacht in den Bergen vermag Wunder zu vollbringen . . . . - . Und wem von denen, die dabei gewesen sind, wird beim Lesen dieses nicht die Erinnerung kommen an alle anderen Wunder in gehobenen Momenten, die im Einerlei der Ferienwochen, wie Glühwürmer am Hange ausleuchteten; etwa an den Vortragsabend im Hotel Kaufmann, an dem zwei Redner über Palästina sprachen, an die Lernvorträge in diesem Hotel je vor Sabbatausgang, an das Referat eines unserer besten Frankfurter. Lehrer im Hotel Strauß über die jüdische Mutter, an die Sabbatgottesdienste, an den Tischob e a w bei etwa dreifacher Minjanzahl an Fastenden, an den Jahrzeitslernabend zum Andenken des „Frankfurter Raw", an eine Abschiedsfeier zu Ehren eines Freundes, von dem die Freunde gar nicht wußten, wieviel er in den schönen Wochen gebend em p fangen hatte! Nach solchen gehobenen Stunden der, sagen wir, „Einheitlichkeit von innen heraus" werde ich noch in später Nachtstunde auf meinem Lager den Gedanken nicht los: Wie viele Menschen gibt es auf Erden, die von einander nichts wissen und dennoch so eng zusammengehören! Wie viele jüdische Seelen würden ineinander fließen, wie viele jüdische Herzen ineinander schlagen, wenn sie sich im Leben, wie hier in der Zufälligkeit einer Brückenauer Sommernacht, fänden! Das soll keine Mahnung, nicht einmal ein Fingerzeig für Organisationen und ihre Arbeitsprogramme sein; denn die Briefe sollen unpolitisch sein Und bleiben. Es grüßt Sie mit letztem Brückenauer Gruß, bevor das Züglein zur Abfahrt pfeift (übrigens ist es, wie wir von kundiger Seite belehrt werden, gar keine „Schmalspurbahn", sondern richtige, gute Lokallba h n , deren Schienen nicht schmäler sind, als die in Frankfurt und deren Züge nicht schlechter und langsamer fahren, als alle anderen Personenzüge. Alle gegenteiligen Angaben waren Ausfluß des Zornes, ja, des Zornes des Berichterstatters auf die Bahn, die ihn allzufrüh aus diesem paradiesischen Flecken wegführt), also grüßt Sie, bevor der Lokalzug zur Heimreise pfeift, Ihr S—tz. ■ Vereinskalender. Verein Mekor Lhajim. (Alle Schiurim wie üblich.) Samstag, 1 Stunde vor Nacht. Herr Redakteur S. Schachnowttz. Ja hrzeits-Stiftungen: Mittwoch, 8. August. Caroline Dannenberg geb. Blumenfeld-Stiftung. Donnerstag, 9. August. Nesanal Hetz-, Samuel Speier- und Abraham Stein-Stiftung. Agudas Jlsroel-Jugendgruppe. (Alle Schiurim wie üblich.) 713V, Vh Uhr, Tfillas Schacharis. — s,4i0—11V» Herr Dr. I. Posen, Gemorob Kidduschin, Am Tiergarten 42, — 3/4ll—3/42, Herr Louis Kahn, Kizzur S.chulchan Oruch. — S/411—3/4i2, Herr Lippmann Kurzweil, Gemoro Bowo Kamo. — 6—7l/a, Herr Gerson Schnerb. Kizzur Schulchan Ornch. — 12—1, Herr Herz Halpern, Das Jaumi. — ll&—lIA, Herr Dr. W Hofmann, Gemoro Bowo Kamo. — 3—4Hz. Herr Leo Schnerb. Gemoro Bezoh. — 4, Tfillas Mincho^ — 4Va —51/7, Herr nr.-U. M. Kok. ^ldrab mff Ralcbl Arbeitsgemeinschaft in der Agudas Jisroel-Jugendgruppe zu Frankfurt a. M. >*" Gruppe A. Samstag von 3U12—1 Uhr mit Gruppe C bei Herrn Schnerb, Schwanenstraße 12: Kizzur Schulchan Oruch — von 4—5 Uhr bei Herrn Isaak Rosenheim, Schwanenstraße 12 — von 6—7 Uhr bei Herrn Schnerb, , Schwanenstraße 12: Literatur. ,j Donnerstag v. 3A9—10 Uhr bei Herrn Isaak Rchenheirn. > Gruppe B. Samstag von 3/»12—1 Uhr mit Gruppe D bei Herrn Isaak Rosenheim, Schwanenstr. 12, Besprechung der Sidrah, Weltanschauungsfragen — von ^4—1/25 Uhr bei Herrn Berthold Strauß, Schwanenstr. 9: „Jüdische Literaturgeschichte" — von 3U5—6 Uhr bei Herrn Spiegel, Ostendstr. 11: Mischnajos. Dienstag von 3/«9—10 Uhr bei Herrn Spiegel, Ostendstraße 11, Mischnajis. G r u p p e C. Samstag von 3/412—1 Uhr mit Gruppe A bei Herrn Schnerb — von 3—4 Uhr bei Herrn Emanuel Wolf, Schwanenstr. 12, Gemoroh — von 6—7 Uhr bei Herrn Schnerb, Schwanenstr. 12, Literatur. Montag von 9—10 Uhr bei Herrn Emanuel Wolf, Schwanenstr. 12, Gemoroh. - Dienstag von 9—10 Uhr bei Herrn Emanuel Wolf, Schwanenstr. 12, Gemoroh. Aguvas Fisroel-Mädchengruppe. Sonntag, 7—8 abds., HerrDr. A. Merzbach, Iefajah. Montag, 9—10, Herr S. Unna, Newiim, Uhlandstr. 68 Dienstag. 9—10, Herr Dr. S. Weger, Trei Ofor Zobelstratze 5. man* Beshamidrasch, Ostendsiraße 1$. tPYtt 7i2v». Herr Rabb. S. Weber. Don Sonntag-Donnerstag. abends 73/4—1/a 10. } Ostjüdischer Jugendbund. Mittwoch, 8-9. Herr Lehrer A. Hirschvera, Dinim, Samstags 3/4U—3/412, Herr Julius Lewin, Das Buch Samuel, — 4—5, Herr Lehrer A. Hirschberg. Tauroh. Oebelzette». apy 7138? Freitag Abend 7.20 Samstag n»3«?n 6.30 Samstagmorgen 7.45 Samstagnachmittag 1 und 5.— Samstagabend 9 — Woch engottes dienst: Morgens 6.15 Nachmittags 7.15 Tefilin-Legen am Morgen 3.45 Qualitäts- Zigarren Moritz Wolf ■; Zeil 49 :Telefon Römer 903 Ä nnoncen-Büro Julius Schmidt Frankfurt a. M.f Langesfr. 7 Telefon Hansa 4641 Postscheck-Konto Frankfurt am Main 142 353 Einzige Inseraten «Annahme für Frankfurter ■ Geschäftsinserate des „ISRAELIT" Ausserdem Annahme von Inseraten für sämtliche hiesige und auswärtige Tageszeitungen; Wochenu. Fachblätter zu Originstlpreison TiTTfif hm

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