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Der Israelit · 1928-07-12 · Heft 28 (12.7.1928) · page 20

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Journal
Der Israelit
Volume
69 (1928)
Issue
Heft 28 (12.7.1928)
Date
1928-07-12
Page
– (sequence 20)
Language
German
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Seite 4 Nr. 15 Der Israelit Blatter 12 Juli 1928 Ortsgruppe drei Vorträge: Pseudo-Messianismus: Rabb. Dr. Benno Cohen- Schönlanke, Griechische und jüdische Erziehung Wilhelm Freyhan - Breslau, Agudistische Verpflichtung gegenüber dem Ich und dem Du: Wolf S. Jacobson. An geselligen Veranstaltungen der Jugendgruppe fanden statt: eine Simchas Beth Hafchoewo-Feier, eine Chamifcho osier b'Schwat-Feier, bei welchen Gelegenheiten ebenfalls Herr Bernhard S. Ja- . cobson Referate über die Bedeutung des Tages hielt, sowie eine größere Purimfeier. Ferner während der letzten Monate verschiedene Ausflüge, die durch ein Ausflugskomitee organisiert wurden und gut frequentiert waren. Die Beziehungen zur Orts- und Mädchengruppe, welch letztere besonders aktiv arbeitet, sind ausgezeichnete. Beide Gruppen sind im Vorstand der Jugendgruppe durch Delegierte vertreten. Die Jugendgruppe hat die Einrichtung von Schiurim im Hinblick auf die Tätigkeit des hiesigen Mekor Chajim-Vereins abgelehnt, sorgt aber für die 8—12Jährigen durch eine besonders geleitete Chinuch-Abteilung. Die sozialen Arbeiten der Jugendgruppe und die Verwaltung ihres Kindergartens erfolgen durch besondere Kommissionen. Am Frankfurter Bundestag nahmen 32 Mitglieder der hiesigen Jugend- und Mädchengruppe teil. Es ist Zweifellos, daß der Frankfurter Bundestag stark belebend auf die Arbeit der hiesigen Agudo-Jugend gewirkt hat. Anstelle der aus dem Vorstand ausgetretenen Herren Alexander Möller, John Frankel und Friedrich Kohn, von welchen der Letztgenannte über 6 Jahre, davon >3 Jahre als Vorsitzender der Jugendgruppe, dem Vorstand angehört hatte, wurden, da Genannte eine Wiederwahl ablehnten, die Herren Markus Lange, Isidor Samson und Josef Strauß in den Jugendgruppenvorstand gewählt. Der neue Vorstand wird demnächst fein Programm der Oesfentlichkeit vorlegen. Halbersiadl. Am Sonntag den 1. Juli fand in Magdeburg ein Treffen der Agudohgruppen Leipzig, noch einige Perokim Mischnajos vorgelernt, aber nicht mehr von allen Besuchern gehört, da einige schon beim Tische saßen und an den frischen Brötchen knusperten. Während wir uns alsbald für den Abstieg verproviantierten, erfreute uns ein Mitglied mit jüdischen Liedern und „heimischen" Nigunim, in die bald alle einstimmten und kräftig mitsangen. Nur zu schnell mußten wir uns von dieser wunderschönen Gegend trennen und den Rückweg antreten, der uns durch schwieriges Felsgelände, grünende Wiesen und durch die in voller Blütenpracht stehenden Baumgärten nach Getzlers Burg und über die Hohle Gasse nach Jmmensee brachte, wo wir uns nach Arth einschifften, um von hier nach Zürich zu gelangen Sicherlich wird diese schöne Reife allen Teilnehmern noch recht lange im Gedächtnis bleiben. Alle waren der gleichen Ansicht, daß größter Wert auf die Entfaltung der Wandertätigkeit zu legen sei, um der älteren Jugend bei dem Ernst der gegenwärtigen Verhältnisse Erholung und Vergnügen in echt jüdischem Kreise zu bieten. Vakanzliste der Agudas Jisroel-Stellenvermittlung. Berlin. 1879 Konfektion, Berlin, 1 Lehrling. 1913 Wäschefabrik, Berlin, 1 Reisender. 1939 Haushalt, Berlin, 1 Kinderfräulein. 1950 Buchhandlung, Berlin, 1 Kontoristin. 1964 Haushalt, Berlin, 1 Stütze. 1977 Haushalt, Berlin, 1 Köchin. 1979 Weine, Berlin, 1 Kontokorrentbuchhalterin m. Ste nogr. u. Schreibmaschine. 1991 größerer Küchenbetrieb, Berlin, 1 Aufsichtsdame f. d. Kaschruth. 1992 Konfekrion, Berlin, 1 erstklassiger Einkäufer a. d. Konfektionsbranche. 2008 Kürschnerei, Berlin, 1 Lehrling. 2013 Restaurant, Berlin, 1 Köchin. 2014 Tuche und Buckskins, Berlin, 1 Lehrling. Halberstadt und Berlin statt, an dem sich ca. 50 }2018 Kürschnerei, Berlin,1 Kürschnergeselle. Agudistinnen und Agudlsten beteiligten. Die Halberstäd-'2020 Lederwarengroßhandkung, Berlin, 1 Anfängerin, ter Gruppe, die als erste eintraf, hatte die Aufgabe, die ^025 Celluloidwaren, Berlin, 1 perf. Stenotypistin, andern Teilnehmer am Bahnhof in Empfang zu neh- 2027 2Vaicyeversand, Berlin, 1 Reisender, men, wobei Berlin eine große Enttäuschung bereitete, 2028 Bankgschaft, Berlin, 1 junger Mann f. Buchhaldeni: es war leider es war leider nur eine Delegation der dortigen Gruppe erschienen. Der Vormittag verging mit Spaziergängen durch die Stad: zum AdollMIttag-See, auf dem verschiedene Teilnehmer eine Ruderpartie unternahmen, während der andere Teil sich von der Elektrischen nach dem Herrenkrug bringen ließ, sehr schönen Anlagen außerhalb der Stadt, wo ein fröhliches Mittagessen eingenommen wurde. Hierhin folgte uns auch im Laufe des Nachmittags unser Redner Willi Jacobson-Hamburg. / Nachdem sich alles vollzählig eingefunden hatte, begann der offizielle Teil der Tages, der mit herzlichen Vegrüßungsworten von einem Vertreter des O. V. im Namen des Organisationsvorstandes eingeleitet wurde. Der' Redner betonte in seiner Ansprache, daß ebenso wie die Seele der schützenden Hülle des Körpers bedürfe, die Agudas Jisroel ohne Organisation nicht lebensfähig sei. Darauf folgte ein kurzes Referat von Wolli Jacobson über „die geistige Agudas Jisroel". Wolli Jacobson ging von dem letzten piva der rnvan des vergangenen rot? aus aorp/nnai va&?3 mvy dk ’d snn 'rrnm nwna ans *|V nun ••'pVtray mV warn und machte das .--'f>$>K-ay j?ian zum Mittelpunkt seiner schönen Ausführungen. Nach langem Bitten entschloß sich Hirsch Merkin, Leipzig, die Mahlzeit der rednerischen Darbietungen mit einem wundervollen Nachtisch von Tauroh, Midrasch und Gemorohworten zu beschließen. Da die Zeit inzwischen schon weit vorgeschritten war und unsere Redner wieder fortreisen mußten, mußten wir an den Rückweg denken. Gemeinsam fuhren wir in die Stadt zum Bethaus der kleinen Magdeburger Kehiloh, wo wir gemeinsam das Minchohgebet verrichteten. Im Anschluß daran widmete uns Herr Rabbiner Mayer, Magdeburg, eine kleine Ansprache und gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß man gerade Magdeburg zun» Treffpunkt der Veranstaltung gemacht habe. Bedauerlicherweise mußte Herr Dr. Jsmar Hallemann, Leipzig, fein uns zugedachtes Referat aus Zeitmangel auf einige Dankesworte für die Ausführungen von Herrn Rabbiner Mayer beschränken. Mit einigen begeisternden Worten von Hirsch Merkin, die n"«* vielleicht zu der Gründung einer Agudas Jisroel-Jugendgruppe in Magdeburg führen werden, schloß die Versammlung und die Trefst fahrt, denn die Leipziger mußten auf schnellstem Wege zum Bahnhof. Noch eine kurze Stunde vereinigte die Halberstädter und die Berliner, dann verließen auch wir die Stadt, die uns, nicht zuletzt durch die aufopfernde Führung einiger Magdeburger Herren, in ihren Mauern einen so schönen und befriedigenden Tag des Zusammenseins gebracht hatte. Zürich. A. I. Jugendgruppe Sektion Außersihl. Nun sind wir mit frischen Kräften ins Sommersemester ge, gangen, das mit einer zweitägigen Rigitour begann, die von Mitgliedern wie auch Nichtmitgliedern sehr stark besucht war. Gleich mit Sonnenaufgang wurde^ morgens 4 Uhr das Schacharisgebet mit Minjan verrichtet. Als der Chaffan bei der Stelle „mi chomaücho" anlangte und die Sonne ihre rötlichen Strahlen auf das Schneebett der nahen Alpen warf, da wurde uns erst recht klar, was das heißt: Mi chomaücho. O Gott, wer gleicht Dir! tung mit Stenogr. u. Schreibmaschine 2030 Versicherungen, Berlin, 1 Stenotypistin. 2036 Gummimäntelsabrik, Berlin, 1 Buchhalter. 2037 Waschmaschinenvertrieb, Berlin, 2 Stadtreisende m. kl. Fixum. 2038 Waschmaschinenvertrieb, Berlin, mehrere Werbedamen m. kl. Fixum. 2039, Restaurant, Berlin, 1 Küchenhilfe. 2042 Haarschmuck, Berlin, 1 Buchhalter. 2047 Kinderheim, Berlin, 1 staatl. geprüfte Kindergärtnerin. 1871 Arzt, Heilbronn a. N., 1 Chauffeur. 1891 Weinu. Spirituosenhandlung, Oberpsalz, 2 Provisionsreisende mit evtl. spät. Festanstellung. 2046 Deckenfabrik, Bayern, Vertreter an allen Plätzen Deutschlands. Wir suchen Stellen für: 1 pers. Stenotypistin m. engl. u. franz. Sprachkenntn. 1 perf. Kontoristin m. engl. u. franz. Sprachkenntnissen. 1 Korrespondenten m. span. Sprachkenntnissen. 1 bilanzsicheren Buchhalter. mehrere tüchtige kaufmännische Angestellte. mehrere tüchtige kaufmännische Angestellte. Bewerbungen sind zu richten an: Stellenvermittlung der Agudas Jisroel Berlin 71. 54, Rofenthalerskratze 58. gen. Der Reihe dieser großen Männer, die ihrem Berufe nach schon dem. geistigen Stande angehören, schloß sich ein Mann aus dem praktischen Leben an, dessen großes Lebenswerk ihm jedoch einen Ruhmesplatz unter den jüdischen Größen sichert. Es ist dies der Gründer der Jeschiwäh in der Schweiz, Herr B o t s ch k o -Montreux, den wir in den letzten Tagen in unserer Stadt begrüßen durften. So verschieden die geistige Einstellung dieser Männer zu den Problemen des Lebens, so eigenartig und mannigfach auch der Gesichtspunkt, von dem aus sie alle Fragen behandeln — hinsichtlich des Zieles und der Wege, die zu diesem führen, war bei allen eine erhebende Uebereinstimmung festzustellen. Sie alle sahen im deutschen agudistischen Jugendlager das Grundübel, dem zu Leibe gegangen werden muß, im schrecklichen Mißverhältnis von Wille und Möglichkeit, von Wunsch und Fähigkeit, der hohen Ausgabe einer wahrhaft jüdischen Jugend gerecht zu, werden, deren Forderung darin gipfelt, einen wesentlichen Teil der Jugendzeit ganz dem Lernen zu widmen. Wenn anders die Heranwachsende Generation vor der Assimilation geschützt bleiben, wenn ein tüchtiges, seiner geschichtlichen Vergangenheit sich bewußtes Geschlecht herangezogen werden soll, so gilt es, die Jugend an den ewigen Jungborn des jüdischen Volkes, an die Thora heranzuführen. 'Zurück zur Thora auf dem Wege durch die Jeschiwäh, in der die Jugend, dem Materialismus der Zeit, abschwörend, einige Jahre intensiven Studiums zubringen muß — das war der Refrain, der immer wieder aus. den Reden dieser Männer herauszuhören war. Möge die Begeisterung, die diese geistigen Führer in den Herzen unserer Jugend entfachten, lange noch Nachglühen, und mögen sich Männer mit genügender Tatkraft und Hingabe finden, dieser Idee in unserer Stadt eine Gasse zu brechen. Führerkurse der Agudas Jisroel - Jugendorganisation. Frankfurt a. M. In den Sommerferien beabsichtigt der O. V. der Agudas Jisroel-Jugendorganisation zwei Führerkurse von je 10 Tagen Dauer für geistig interessierte Agudisten einzurichten. Als Leiter dieser Kurse, die in Form von Arbeitsgemeinschaften abgehalten werden sollen, hat die Jugendorganisation Herrn Dr. Siegmund Stein- Köln gewonnen. Die Zeit der Kurse ist auf 15. bis 25. Juli und 27. Juli bis 5. August festgesetzt worden. Die Verhandlungen über den Ort sind noch nicht abgeschlossen, doch ist ein zentral gelegener Luftkurort eines deutschen Mittelgebirges In Aussicht genommen. Leipzig. Die Frage, wie man agudistisches Vereinsleben rege erhält, hat die Leitung der hiesigen Jugendgruppe : tn einer Weise beantwortet, die durchaus des Lobes Und der Nachahmung wert ist. Ausgehend von der Erkenntnis, daß der Reiz der Neuheit für das jugendliche Gemüt eine besondere suggestive Kraft besitzt, ist der Vorstand unserer A. I. I. bestrebt, seinen Mitgliedern immer etwas Neues zu bieten, llm aber diesem Bestreben in unserer an agudistischem Leben noch so armen Stadt gerecht zu werden, hat er zu einem einfachen, aber ebenso wirksamen wie originellen Mittel seine Zuflucht genommen. Keine wahrhaft jüdische Persönlichkeit von Ansehen und Rang darf unsere Stadt passieren, ohne das Ersuchen zu erhalten, die A. I. I. mit einem Vortrage zu beehren. Zum Ruhme dieser Herren sei es gesagt, daß sie alle mit Freude die Gelegenheit ergriffen haben, zu unserer Jugend zu sprechen und ihr die Wege zu zeigen, die zu gehen einer wahrhaft jüdischen Jugend geziemt. So durften wir in kurzer Zeitspanne eine Reihe von Koryphäen des jüdischen Geistes in unserer Mitte begrüßen. Um nur einige von ihnen zu nennen: Rabb. Teichthal, Piestyan, eine halachische Autorität, Verfasser anerkannter Responsenwerke, Rabb. I u n g r e i ß, Nadudvar, eine echte jüdische Persönlichkeit von restloser Ausgeglichenheit und Harmonie, von ungemein reichem Thorawissen und auffallend hoher Bildung, durchaus vertraut mit den Strömungen der Zeit und den Problemen unserer Jugend. Der Kobriner Raw, einer der ganz Großen, ein litauischer Godaul, ein ebenso scharfer wie klarer Denker, dabei ein Meister des Wortes, dessen Spendenliste der Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel in Frankfurt am Main Postscheck Nr. 53 900. Keren Erez Jisroel und Fortsetzung des Spendenausweises aus Adar-Aktion. Alsbach: D. Frank 5. Alsfeld: dch. H. Rothschild: H. Levi 0.50, S. Rothschild 1, I. Rothschild 1. Altona: Dr. D. Apiegel 3. Arnstein: S. Bauer 10. Aschafsenburg: Rabb. Dr. Breuer 10, A. Rosenthal 10, L. Löb 10. Bad Kissingen: d. Rabb. Dr. Bamberger 45.88. Baisogola: d. Rabb. B. Faibelson 13.75. Bamberg: A. E. Wassermann 100. Bechhofen: Jsr. Kultusgemeinde 23.75. Bergen: Lehrer Heinemann 5. Berlin: Bina Falck 50, Dr. Emil Hirsch 600, dch. Frau Curt Salomon 100, Gottfr. Goldschmidt 5, Moritz Merzbach 10, Ph. Lehr 10, Palästina-Komitee Berlin 1000. Biebrich: dch. Lehrer Sulzbacher: von einigen Frauen 25.30 und 15. Birkenau: E. Löb 3. Breslau: dch. Frau Jedwab 300, NN. 5, dch. Agudas Jisroel-Orts- und Jugendgruppe 725. Brückenau: dch. Carola Grünebaum 50, dch. Gundersheimer 27.86. Burghaun: dch. Lehrer Berlinger 100. . Burghaßlach: dch. Rosa Massenbacher 23.20. Burgpreppach: M. Berney 10. Darmstadt: dch. Rabb. Dr. Merzbach: S.-R. Dr. Bodenheimer 25, Rabb. Merzbach 10, M. M. 1, F. M. 5, Enoch 4.12, B. Baer 3, Max I. Meyer 10, M. 2, Baer 3, L. 2, NN. 20. Rabb. Dr. Merzbach 10, NN. 10, Skurnik 2, Enoch 4.15, L. H. 1, Merzbach 5. Max S. Mayer anl. d. Barmizwoh s. Sohnes 20, M. B. 20, Frau Prof. Marx 6, B. Baer 3, Gerlich 18, Machazis-Haschekel a. Michelstadt 8.50, Schlachmonausabl. auf d. Namen Rabb. Wassermann 3, Max I. Mayer 3, Frauen Rabb. Dr. L. u. M. Marx 8, Dr. L. Bodenheimer 3. Dieburg: A. Loeb 3, dch. A. Loeb 45, Henriette Löb 2. Dinslaken: dch. Dr. Rothschild 97.10. _~ ___ Reden, die erschüttern und erheben, von ebenso scharfer , , Und wer gleicht Deinen Taten? Nach dem Oren wurden 'Logik wie von einer unendlichen Tiefe des Gemüts zeu- 'Düsseldorf: I. Dannenberg 3, dch. H. Gottlieb 300

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