Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 69 (1928)
- Issue
- Heft 28 (12.7.1928)
- Date
- 1928-07-12
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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l>f äffet* fie*ausgege6en von de« fandesovganifalion den tgudas-Jiscoef ln 9enlfefi(and. H- Jahrgang Hamburg, \2. Juli \ty28 / 24. Camrrtus 5688 Schriftleitung: Wolf S. Jacobson in Kawbnrg. Nummer 15 UMMHNHMM» An unsere Ortsgruppen und Vertrauensleute! Wir richten hiermit wiederholt die dringende Bitte an die Vorstände unserer Ortsgruppen und an unsereVertrauensleute die Mitgliedsbeiträge für 5688 bzw. 1928 schnellstens zu überweisen. Wir hoffen, daß dieser öffentliche A p p e l l an das Gewissen unserer maßgebenden Freunde in den einzelnen Gruppen, insbesondere in den größeren Ortsgruppen, nicht ohne Wirkung bleibt. Wir wären sonst«, u ß e r Stande, die Ges chäfte w e i t e r z u f ü h r e n, die „Blätter" weiter herauszugeben, unserenVerpflrchtungengegenüber der Agudazentrale nachzukommen und die Landesorganisation weit er auszubauen. Wir erinnern darum alle Freunde nochmals an ihre heilige -Pflicht! Hamburg, Tamus 5688. Landesorganisation der Agudas Jisroel in Deutschland. Zur Dresdener Tagung des V. 3.3. D. i. Der Verband jüdischer Jugendvereine Deutschlands hielt am 27. und 28. Mai in Dresden eine Delegiertentagung ab, die von 700 Delegierten und Gästen besucht war. Die Niederschrift der Verhandlungen liegt jetzt in der Nr. 6—7 des Verbandsorgans „Der Jügendbund" vor. Mit frohem und gewiß berechtigtem Stolz schaut die Verbandsleitung auf das in den letzten Jahren Geleistete, — 12 000 junge Juden sollen in dem Verband zusammengeschlosfen sein — und wir wollen gewiß durch unsere kritischen Bemerkungen den im Verband Arbeitenden die Freude an der Arbeit nicht vergällen. Es sei bemerkt, daß auf dieser Tagung, die unter dem Schlagwort „Unser Weg in die Wirklichkeit" stand, großangelegte und gedankenreiche Reden gehalten wurden, wie die Referate von Dr. MKx Wiener über „Die Verwirklichung der Persönlichkeit in der sachlichen Arbeit", von Dr. Hugo Hahn-Essen über „Jüdische Jugend im Weltjugendbund", wie die warmen Ausführungen Dr. Gustav Löfflers über „Die Kraft der Idee und der Idealismus", und wie die ruhigen, aber doch jugendlichen Worte Cora B e r l i n e rs. Es berührt angenehm, daß die Kritik an den offiziellen Referaten anscheinend ungehindert war, so daß die angeschnittenen Probleme vielseitig erörtert werden konnten. Und dennoch legen wir den Bericht über die Tagung mit einem Gefühl tiefen Bedauerns aus der Hand. Wir meinen, daß hier viel Kraft sich vergeblich müht, viel guter Wille umsonst am Werke ist. Uebep der ganzen Tagung steht als Warnungssignal das Wort „Neutralität", Neutralität gegenüber allem und jedem, was im Namen und. Rahmen von Judentum und Judenheit geschieht. Nicht einmal zu einer eindeutigen Definition des Begriffes Neutralität konnte es kommen, denn man kann den Begrff Neutralität im positiven und negativen Sinne deuten. Ich zitiere, was Löfler, wohl einer der wichtigsten Sprecher des Delegiertentages, als positive, aus der Neutralität des Verbandes fließende Forderung formuliert hat: „Wir haben in unseren Bünden, gerade aus unserer Unparteilichkeit heraus, aus unserm Mangel an Vorbehalten heraus, die Fragen des heutigen Lebens, und zwar die wesentlichen Fragen des heutigen Lebens, in den Kreis unserer Betrachtung einzubezieehn, und uns dann als jüdische Menschen zu fragen: Welche besondere Haltung gebieten uns diese Lebensfragen unserer Zeit aus unserer Wirklichkeit, aus unserm jüdischen Sein heraus? Das ist für jeden Bund die Aufgabe des Tages, die ihm gestellt ist." Zweierlei haben wir zu fragen: Was ist der jüdische Mensch, was ist unser Sein? Wie will man an den jüdischen Menschen, an unser jüdisches Sein heran, wenn eine Stellungnahme zu Judentum und Judenheit im Bund unmöglich ist? Die Bünde sollen doch keine gelegentliche Diskussionsgemeinschast sein, wo der Orthodoxe, der Liberale und der Zionist seinen Standpunkt | Knj?ix sn’arm ma»" | { Ihr Fasten am 9. Aw \ £ wird zum Segen, wenn Sie die für Speisen £ X ersparte Ausgabe ♦ I dem Schulwerk in Erez Jisroel I zuwenden. J Die Summe dieser kleinen Einzelbeträge wird sick zu großen Leistungen gestalten. ♦ Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel ♦ Postscheckkonto: 53900 Frankfurt a. M. Steeisausfchreiben! Jeder Sammler, welcher in der Zeit vom 17. Tamus bis 20. Aw 5688 (5. Juli bis 6. August 1928) die Summe von mindestens 100 Mk. für das Schulwerk der Agudas Jisroel in Erez Jisroel gesammelt und der Palästina-Centrale der Agudas Jisroel überwiesen hat, erhält das Recht, sich an einer Verlosung für Reifen nack Leez Ikroel zu beteiligen. Der Gewinner erhält ein Schiffsbillet Marseille—Haifa und zurück. Auf Wunsch kann diese Reise am Erew Sukkoth ab Marseille angetreten werden; für eine Sukkoh und rituelle Verpflegung auf dem Schiff ist Sorge getragen. Je 100 Mark Sammelergebnis berechtigen zu einem Punkt bei der Verlosung, so daß beispielsweise ein Sammelergebnis von 500 Mark zu 5 Punkten berechtigt. Die Verlosung findet unter notarieller Aufsicht am Sonntag, den 26. Aw (12. August) statt. Bei einem Gesamtergebnis, welches 5000 M. beträgt, werden 2 Reisen ausgelost, bei einem Gesamtergebnis von 7500 M. 3 Reisen. Nähere Auskunft erteilt die Palästina-Centrale der Agudas Jisroel Frankfurt a. 7N. (Postscheckkonto Nr. 53 900 Frankfurt a. M.) Ferienkurse für Agudiften! In der Zeit vom 15. Juli bis 15. August dieses Jahres sollen zwei Ferienkurse von je 14 tägiger Dauer unter Leitung von Herrn Dr. Siegmund Stein- Köln an einem schönen Kurorte bei ermäßigtem Pensionspreise stattfinden. Wir bitten alle Interessenten um schleunigsten Bescheid, nähere Auskunft erteilen wir dann umgehend. Die Kurse vereinigen das Angenehme mit dem Nützlichen, indem sie allen Agudisten einen billigen, schönen Ferienaufenthalt in zusagender Gesellschaft ermöglichen. Anfragen an den Organisations-Vorstand der Agudas-Iisroel, Jugendorganisation Frankfurt a. 21?., Langestr. 18. vorträgt und dann dem Auditorium die Entscheidung überläßt. Sie sollen doch Erziehungs- und Gesinnungsgemeinschaften sein. Wer erzieht, wer formt die Gesinnung? Wo ist nur die schmälste Plattform, auf der sich Mische Jugend zu gemeinsamer Erziehungsarbeit finden kann? Selbst bei den immer als besonders geeignet angesehenen Geschichts- und Literaturzirkeln hat sich doch gezeigt, daß es eine gemeinsame Basis nicht gibt. Was Graetz in den Himmel hob, wirft Halevy in den Staub; wo ein Geiger liebte, da mußte ein Samson Raphael Hirsch hassen. Junge Menschen, verlangt man von ihnen nicht etwas Unmögliches, wenn man zu ihnen sagt: Geht erst einmal in den Bund hinein, nachher wird sich schon alles finden. Dr. B a e ck hat wunderschöne Worte über Kindheit und Jugend, über das Jungsein gesprochen. Hätten sie nicht ausklingen müssen in das, was Pinchas K o h n so treffend auf dem Frankfurter Bundestag gesagt hat: „Stellen Sie sich einmal vor, wo wir und wo Sie eigentlich stehen würden, wenn die Agudas Jisroel nicht gekommen wäre. Wenn nicht einmal der Versuch gemacht worden wäre, dieser irrenden Seele (der Taüro) aufs neue den Körper zu verleihen, ihr unfern Körper zu geben. Wissen Sie, wo Sie stehen würden? I m b e st e n Fall auf dem flachen Niveau der Neutralität, wenn nicht gar dort, wo d.er behaglich sichdehnende Körper der Seele den Eingang wehrt. Ich begreife nicht, wie junge Seelen neutral sein können. S e i d f ü r mich, seid gegen mich, aber seid um Gottes willen nicht neutra l." Und wenn er die Jugend aufruft im Kampf ums Recht in Erez Jisroel, sagt er da nicht das, was wir beim Lesen des Berichtes auf jeder Seite fühlen: Es ist unsere Schuld sondergleichen,' „daß wir hier im Kreise jugendlich er, flammender Herzenmit banger Neutralität spielen und nicht den Einsatz unseres ganzen Selbst wagen, dort wo es das Richtige ist, wo es um das Ganze geh t." Und ist denn wirklich der Verband neutral? Wenn ich auch den ersten Paragraphen seiner Satzung nicht verstehe, nämlich daß er die in ihm vereinigte Jugend „auf der Grundlage umfassender Neutralität zu bewußtem, Judentum