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Der Israelit · 1928-06-28 · Heft 26 (28.6.1928) · page 20

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Journal
Der Israelit
Volume
69 (1928)
Issue
Heft 26 (28.6.1928)
Date
1928-06-28
Page
– (sequence 20)
Language
German
Belongs to
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t-'.mj.x -! i* Seite 4 Nr. 11 Der 3 & ia * Blatter i 1 28. Juni 1928 bald auf den Beinen sein und da auch die Damen müde sind, kehren wir ins Hotel zurück, um uns zur Ruhe zu begeben. Früh morgens, nachdem ich die Synagoge zu Kriath Megillah, welche noch unvollendet ist, besucht habe und mir düs Frühstück schmecken ließ, beschließe ich, da Regenschauer einsetzten, die schwäbische Kolonie Sarona zu besuchen. Dort angelangt, besuche ich den Bürgermeister, einen waschechten Schwaben. Da der Bürgermeister selbst verhindert ist, mir den Ort zu zeigen, schickt er seine Tochter mit mir, welche mir alle Anstalten, Häuser usw. zeigt, u. a. eine deutsche Schule. Die Tochter des Bürgermeisters spricht das schönste Schwäbisch. Alles ist hier deutsch, nur ab und zu kommt ein Jude aus dem nahen Tel Awiw. Der Ort hat fast genau dasselbe Aussehen wie ein schwäbisches sauberes Bauerndorf. Jetzt fängt es an mit Kübeln zu gießen und ich mache, daß ich ein Auto nach Tel Awiw zurück bekomme. Bald hört der Regen wieder auf. Kinder gehen zu einem Maskenprämiierungsfest als Holländerinnen verkleidet, als dreijährige Rabbonim mit weißem Bart, Stremel und Kaftan und sonst noch die verschiedensten amüsanten Masken. Ich gehe nach Jaffa. Erhandle mir dort einen Tarbusch (Fez). Durch die engen arabischen Gassen schreitend, gelange j ich zum Hafen. Von der Quarantänestation aus! sehe ich das eifrige Treiben im Hafen. Boote j Stellenvermittlungszentrale der Agudas Jisroel hat nun in zwei Fällen Klage gegen das zuständige Arbeitsamt erhoben und beabsichtigt, eine höchstrichterliche Entscheidung herbeizuführen. Außerdem ist beabsichtigt, auf parlamentarischem Wege zu versuchen, das Los der gesetzestreuen Arbeitslosen zu erleichtern. Aguda-Treffen in Magdeburg. Am Sonntag den 1. Juli wird in Magdeburg eine Treff-Fahrt der Agudas Jisroel-Jugendgruppen Berlin, Halb erstadt, Leipz i g stattfinden. Treffpunkt: Magdeburger Hauptbahnhof 10.15 vorm. Vormittags findet eine Besichtigung der Sehenswürdigkeiten statt, mittags gemeinsames Essen im Hotel Brostoznitzki. Nachmittags wird erst eine gemeinsame Elbfahrt angetreten, danach findet ein Bezirkstag im Betlokal Kl. Klosterstraße 1 statt. Herr Rabb. Mayer- Magdeburg wird einige Begrüßungsworte sprechen und leinen Schiur abhalten. Referate werden halten: Herr Dr. Jsmar Hallemann-Leipzig über: „Jüdische B i ldun gs frage n ", Herr Wolf S. Jacobson-Hamburg über: „die geistige Agudas Jisroel"; ferner werden sprechen: Herr M. S ch e n k o >l e w s k y - Hamburg und Dr. Eli M u n k - Berlin. Teilnehmer — Agudisten jeglichen Alters sind willkommen — wollen sich mit ihren lokalen Gruppen in Verbindung setzen. Abfahrt ab Berlin: 7.20 Potsdamer Fernbahnhof; ab Leipzig: 7.37 Hauptbahnhof: ab Halle: 8.43 Uhr. Offene Stellen. r , . * ■ ., > o 1879 Konfektion, Berlin, 1 Lehrling, fahren und kommen von einem großen Ozean- 19ZZ Wäschefabrik, Berlin einige Reisende. dampfer, der draußen wegen der Felsen vor dem " ~~ . ~ Hafen liegt, um dessen Fracht zu löschen. Dazwischen schlägt Welle um Welle an die Kaimauer, um ins Unendliche zu zerfließen. Hierauf fahre ich nach Tel Awiw zurück. Nach einem Feiertagsmahl, bei dem ich dem köstlichen Palästinawein eifrig zuspreche, beeile ich mich, den großen Purimumzug zu sehen, welcher den Mittelpunkt des Festes bildet. Dicht gedrängt steht die Menge,mm den Umzug zu sehen. Diesem voraus kommt langsam daher das riesige Reklameauto des jüdischen Nationalfonds. Nun beginnt der Zug. Nach einigen Reklameanzeigen zumeist scherziger Art, kommen Wagen, die die Produkte der Landwirtschaft zeigen. Junge Kälbchen auf den Wagen, Orangenbäume, Ge flügel usw. Mit. Laub sind die Wagen geschmückt. Ein Pflug, eine Egge, eine Straßenkehrmaschine, die nebenbei außer Dienst ist, fahren langsam daher. Trotz dieses Tages glaube ich kaum, daß in Tel Awiw manche über den Drust getrunken haben. Ueberhaupt habe ich im Lande der Trauben nur einen Betrunkenen gesehen und das war ein englischer Soldat. Während die Sonne ins Meer untertaucht, um am andern Morgen hinter dem Bergen wieder heraufzusteigen, kehre ich nach Jerusalem zurück. Wir fahren' durch Jaffa an den Kolonien Mikweh-Jisroel und Nachlath-Jehuda vorbei. Am Wegrande liegt ein vollständig umgestürzter Omnibus. Bei diesem Unfall wurden acht Personen schwer verletzt. Wir kommen zur Kolonie Rischon-le-Zion. Großartig sind die Keltereien, die größten der Welt. Ich schaue mir den ganzen Betrieb an und selbstverständlich vergesse ich nicht, von der Quelle zu trinken. Noch sehe ich die herrliche von Weinbergen umgebene Kolonie an. Weiter geht es über die Berge Jehudas gen Jerusalem. Geschrieben, am 23. Mai 1928. Rechksberakung geseheslreuer Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Frankfurt a. M. Die Stellenvermittlungszentrale der Agudas Jisroel Frankfurt a. M. (Sandweg 32) hat eine Rechtsberatung für gefetzestreue Arbeitnehmer und Arbeitgeber eingerichtet, die kostenlos arbeitet. Den Anfragen ist lediglich Rückporto beizulegen. — Wie bereite früher berichtet, mürben gesetzestreuen Angestellten, die arbeitslos sind, die Arbeitslosenunterstützung entzogen, weil sie sich weigerten, Stellen anzunehmen, an deen sie gezwungen sind, an Sabbaten zu arbeiten. Die 1927 Rohwoll- und Wollabfälle, Berlin, 1 jung. Mann a. d. Branche. 1939 Haushalt, Berlin, 1 Kinderfräulein. 1950 Buchhandlung, Berlin, 1 Kontoristin. 1957 Delikatessenhandlung, Berlin, 1 Lehrling. 1999 Haushalt, Berlin, 1 Stütze. 1977 Haushalt, Berlin, 1 Köchin. 1979 Weine, Berlin, 1 Kontokorrentbuchhalterin m. Stenog. u. Schreibm. 1980 Metalle, Berlin, 1 perf. Stenotypistin. 1983 Konfektion, Berlin, 1 Stenotypistin. 1986 Wäscheversand, Berlin, 1 Vertreter f. d. Chef. 1987 Größerer Küchenbetrieb, Berlin, 1 Aufsichtsdame f. d. Kaschruth. 1988 Kantinenbetrieb, Berlin, 1 Hilfe f. d. Köchin und Wirtschafterin. 1992 Konfektion, Berlin, 1 erstklassiger Einkäufer a. d. Seidenbranche. 1993 Konfektion, Berlin, 1' erstklassiger Einkäufer a. d. Strumpfu. Wirkwarenbranche. 1994 Konfektion, Berlin, 1 erstklassiger Einkäufer a. d. Baumwollwarenu, Leinenbranche. V 1871 Arzt, Heilbronn, 1 Chauffeur. B 1898 Wein- und Spirituosenhandlg. (Großhandlung), Oberpfalz, 2 Provisionsreisende. V 1991 Jugendheim, Harz, 1 Aufsichtsdame f. d. Kaschr. W 84 Manufakturwaren. Haßfurt, 2 Verkäufer. W 87 Weinhandlung, Würzburg, 2 Reisende. W 89 Posamenterie engros, Würzburg, 1 Lagerist. W 90 Posamenterie engros. Würzburg, 1 Lehrling. F 5 Papier u. Drucksachen, Frankfurt a. M., branchekundigen Reisenden. F 6 Engrosgeschäft, Fulda, Reisenden a. Kurzwaren od. Scheuertuchbranche. F 8 Manufakturwaren detail, Kissingen, 1 Lehrling. F 15 Manüfakturwaren, Göttingen, 1 Detailreisenden. F 48 Kolonialwaren, Frankfurt a. M., tüchtigen Stadtreisenden (fest. Gehalt). Fü 5 Spielwar.-Exportfirma, Fürth, jüng. perf. Stenotypistin m. gut. engl. u. franz. Sprach?enntnissen. F 31 Mehl engros, Frankfurt a. M., jüng. Buchhalter. F 32 Mehl engros, Frankfurt a. M., Vertreter an allen Plätzen Mittel- und Süddeutschlands z. Besuche v. Bäckereien f. Mehl u. sonst. Bäckereimaterial (kleiens Fixum, Provision). F 33 Altgummi, Frankfurt a. M., 1 Lehrmädchen. F 34 Baugeschäft, Mönchsroth, 1 Zimmermannslehrl. F 35 Metzgerei, Aschaffenburg. 1 Metzgerlehrling. F 36 Kartoffelgroßhandlung, Frankfurts a. M., Stenotypistin. F 37 Wurstlerei, Frankfurt a. M., Wurstler. F 38 Jelluloidwaren, Frankfurt a. M., Lehrmädchen. Fü 8 Modewaren, Fürth, tücht. Verkäufer, der auch gut dekorieren kann. F 39 Chemisches Werk, Göttingen, Vertreter und Reisende zum Vertriebe tierärztl. Nährpräparate, zum Besuche von Drogerien, Apotheken, Kolonialwaren- und Futtermittelgeschäften, Gütern, Landwirten, Mastanstalten u. Tierhalter (Fixum u. Provision). Bewerbungsschreiben an Stellenvermittlungszenträle der Agudas Jisroel-Jugendorganifation, Frankfurt a. M., Sandweg 32. Aus der Bewegung. Berichtigung. In den „Blättern" zu Nr. 12 hieß es in einem Berichte über Keren Häthora, Herr Rabbiner H i r f ch o - witz in Wirrballen habe in einem Referate betont, daß „Jawne" die einzige von der Regierung anerkannte Schulorganisation in Litauen sei. Dazu schreibt uns Herr Rabbiner Hirschowitz, daß die Wiedergabe in dieser Form auf einem Irrtum beruht. Er sprach nicht von der Schulorganisation, sondern vom Lehrerseminar Jawne, das die einzige von der Regierung anerkannte Lehrerbildungsstätte ist. Kassel. Gemäß des Beschlusses der Ende Februar in Hersfeld stattgefundenen Bezirkstagung der Agudas Jisroel fand am 17. ds. in Kassel eine Vollsitzung, der.hessischen Verbandsleitung der Agudas Jisroel statt, zu der eine Reihe von Herren hinzugezogen worden war. Pünktlich um 3 Uhr eröffnet^ der Vorsitzende, Heyr M. Elzäs- Kaffel, die Sitzung und begrüßte zunächst alle Erschienenen. Anschließend an ein tiefsinnig ausgeführtes Wort der vergangenen Sidro gab er einen kurzen Veircht über die Arbeiten der Verbandsleitung und forderte alle Anwesenden auf, sich an der nun folgenden Aussprache über die weitere Arbeit der Agudas Jisroel in Hessen recht lebhaft zu beteiligen. Sofort nach ihm ergriff Herr Jul. Löwenthal-Eschwege, Mitglied der deutschen Landesorganisation der Agudas Jisroel, das Wort. Er dankte zunächst dem Vorsitzenden für seine mühevolle und aufopfernde, aber auch erfolgreiche Arbeit und meinte, es wäre kaum möglich, der Leitung noch einen Rat zu erteilen, aber eine Aussprache soll ihr die Gewißheit geben, daß alle gerne bereit sind, ihren Wegen zu folgen und sie nach Kräften zu unterstützen. Er gab sodann einen allgemeinen Ueberblick über die Lage der Agudas Jisroel und forderte vor allem eine viel straffere Disziplin, es ginge nicht an, daß die verschiedenen Ressorts der Agudas Jisroel nicht nur nicht nebeneinander herlaufen, sondern teilweise sich Konkurrenz zu bieten versuchen, wenn auch alle mit der besten Absicht. Vor allem schilderte er an Hand eines reichen Materials die unsagbare Not der Landgemeinden, wo Agudas Jisroel ein ebenso reiches wie auch schweres Arbeitsfeld vor sich habe. Nach ihm ergänzte Herr Lehrer Gans aus Niederaula aus der Fülle seiner reichen Erfahrungen das Gesagte und meinte, daß nur eine ungeheure Ausdauer, ein sich Einfühlen können in die Art des Landbewohners Aussicht auf Erfolg habe, vor allem sei heute die wichtigste Frage, wie wir die Jugend erhalten und uns zurückgewinnen. Jugend will durch Jugend gewonnen.sein, und manches Elternpaar wird sich vielleicht wieder durch die Kinder zu uns bekennen. Herr Dr. Herz-Fulda berichtete aus seinen langjährigen Erfahrungen im hessischen Bezirk über die Möglichkeiten einer weiteren Tätigkeit, die vor allem konzentriert und nicht zersplittert sein müßte. In der weiteren sehr ausführlichen Debatte in der der gesamte Fragenkomzlex, bis in alle Einzelheiten gehedn, erörtert wurde, sprachen noch die Herren Stretzner über die Lehrart im Osten, sowie Godlewsky- Kassel, Wormser,Meinbressen, S. Cohn-Marburg, Katz- Guxhagen, Speyer-Guxhagen, Löb-Kassel und der Sekretär Ullmann. Es würde im Rahmen eines Berichtes zu weit führen, alle Einzelheiten zu erwähnen, es sei nur bemerkt, daß sowohl die theoretischen Erwägungen, die doch mancherlei Meinungsverschiedenheiten brachten, als auch die praktischen Erörterungen über die weitere Arbeit einen eminenten Wert hatten, jedes Ringen am Klall freudiger gestaltet, sondern auch deswegen, weil sich zeigte, daß nicht nur Tagungen, auf denen Resolutionen und Beschlüsse gefaßt werden, von Wert sind, sondern daß auch eine erweiterte Besprechung die Arbeit fördert und dadurch n"->rr weitere Erfolge für die Agudas Jisroel eintreten. Cs sei uns ein kurzes Nachwort gestattet. In den letzten Nummern dieser Blätter fand eine Reihe von Artikeln Aufnahme, die sich mit der Reorganisation der Agudas Jisroel befaßten, die teilweise eine mehr oder minder wohlwollende Kritik bedeuteten. Es ist hier nicht der Platz dafür, ausführlich darauf einzugehen. Wir möchten nur eines zur Erwägung stellen. Sollte es nicht zweckmäßiger, und sicherlich erfolgreicher, sein, wenn die I. O. und die L. O. einmal versuchen würde, ähnlich der bei uns stattgefundenen Konferenz,, in ggnz Deutschland zunächst einmal solche Besprechungen an verschiedenen Plätzen, nach Bezirken eingeteilt, abhalten zu lassen. Gerade wo wir vor der großen Tagung der deutschen Landesorganisation stehen, würde durch solche Besprechungen schon manche Klärung bewirkt werden, ganz abgesehen von den vielfachen anderen Werten in Bezug auf die praktische Weiterarbeit, die solche Aussprachen mit sich bringen. Starke Meinungsverschiedenheiten, wie sie auch bei uns zutage traten, lassen sich in einem kleineren Gremium viel gründlicher erörtern als das in einer Artikelserie möglich ist. Es ist nicht das erste Mal, daß wir die Erfahrung machen, daß solche Aussprachen sehr wirkungsvoll sein können und, um ein anderes Beispiel anzuführen, das gesamte agüdistische Leben in der Schweiz ist fast ausnahmslos auf derartige Konferenzen zurückzuführen. Vielleicht wird auch bei uns von der L. O. und I. O. gemeinsam versucht, diesen zu befchreiten, der last not least, ohne allzu erhebliche Kosten durchgeführt werden kann. Würzburg. Am Sonntag den 17. Juni fand in , Aschaffenburg eine interne Aussprache zwischen der'Bun-! desleitung des Esra und einigen prominenten Führern dieser Jugendbewegung statt. Es ist beabsichtigt, den! diesjährigen Bundestag des Esra auf den 29. "bis 31. Juli einzuberufen. Ms Tagungsort ist ein Punkt im östlichen Thüringen in Aussicht genommen. Die Vorbereitung wurde der Gruppe Leipzig übertragen. Die Form der Veranstaltung soll die. einer Arbeitstagung sein, so ist etwa geplant, auf dem Bundestag mehrere Arbeitsgemeinschaften abzuhalten.

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