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Der Israelit · 1928-06-21 · Heft 25 (21.6.1928) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
69 (1928)
Issue
Heft 25 (21.6.1928)
Date
1928-06-21
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 Nr. 29 dem Verbllchenen^ für seine treuen, hingebungsvollen Dienste. In von Herzen kommender und zu Herzen dringender Rede entwarf dann Schuldirektor Schlesinger ein Bild des Entschlafenen. Er zeigte ihn bei seiner Arbeit im Berufe, wo er über das Maß seiner Pflichten gearbeitet und gewirkt und mit Lust und Liebe die Schwierigkeiten seiner Aufgaben überbrückt habe. Weit über den Kreis der Gemeinde und Schule hinaus erhebe sich die Trauer über den so frühen Tod dieses trefflichen Lehrers. Mit dem El mole rachamim-Gebet fand die ernste Kundgebung ihren Abschluß. Dirslein, 7. Juni. Am 6. cr. wurde Frau Rebekka Goldschmidt aus Unterreichenbach hier zur letzten Ruhe gebracht. Sie erreichte das Alter von nahezu 88 Jahren und war die älteste Einwohnerin des Ortes. Mit ihr ist eine jener würdigen Frauen alten Schlages dahingegangen, die in unserer Zeit leider immer seltener werden. Frankenberg, 12. Juni. Im nahen Altenlotheim feierte Frau Settchen Oppenheim geb. Katz in bester Frische ihren 80. Geburtstag. Kassel, 12. Juni. Körperlich rüstig und geistig frisch wie selten ein Mensch in diesem Alter, begeht heute Bankier Alexander F i r r i n o seinen 86. Geburtstag. Der Jubilar ist eine der bedeutendsten Persönlichkeiten unserer Stadt. In den Vereinen Humanität, Sinailoge, dem Israelitischen Waisenhaus und verwandter Wohlfahrtsanstalten führt er heute noch den Vorsitz. Kassel, 10. Juni. Ihren 70. Geburtstag beging in größter Rüstigkeit und Frische Frau Karoline H e r z - b e r g geb. Gutmann, Gattin des Lehrers Herzberg a. D. dahier. kirchhain, 10. Juni. In größter Gesundheit und geistiger Frische beging Frau Sab. Stern geb. Spier dahier ihren 80. Geburtstag. Kassel, 10. Juni. Ihr 30jähriges Geschäftsjubiläum beging die Fa. Gebr. L o e b, Inhaber Moritz Loeb und Frau H. Loeb, dahier. Herr M. Loeb, der sich in vielen wohltätigen und gemeinnützigen Vereinen betätigt, ist in weitesten Kreisen beliebt uüd bekannt durch rituelle Zuverlässigkeit, sowie die mustergültige Einrichtung des Geschäfts und der Konservenfabrik. Niedenstein, 10. Juni. Die hiesige Israelitische Volksschule, welche nur noch von 6 Kindern besucht wird, wurde von der Regierung ausgelöst und der Lehrer Stern anstelle des in den Ruhestand versetzten Lehrers B. P e r l st e i n nach Gudensberg versetzt. Hoof. 3. Juni. Ihren 80. Geburtstag beging in voller Frische Frau Jeanette G u m b e r t dahier. Abterode, 10. Juni. Ihren 70. Geburtstag beging Frau Rosa W e st h e i m in größter Geistesfrische. Gerolzhofen, 11. Juni^Gestern kam hier die allgemein beliebte und geachtete Fräu Betty Sachs aus Altenschönbach neben' ihrem Manne zur rmap. Sie hat das ehrwürdige Alter von fast 80 Jahren erreicht und hatte es stets peinlich genau genommen mit der treuen Erfüllung unserer nim. Am Grabe schilderten die Schwiegersöhne, Oberlehrer Erlebacher aus Oberdorf-Bopfingen und S. Dachauer aus Fürth i. B. das schaffensfreudige Leben und segensreiche Wirken der Dahingeschiedenen. Wien, 16. Juni. Am 28. Mai starb plötzlich Frau Sarah L u st g a r t e n, die Gattin des Kaufmannes Leon Lustgarten im 57. Lebensjahre in Wien. Die Verblichene ist die älteste Tochter der vor drei Jahren verstorbenen bekannten Philantropin, Frau Blume Weber. Getreu den Traditionen, die sie in ihrem Elternhause pflegen sah, übte sie dieselben weiter in höchstem Maße aus. Die in iht wohnende Frömmigkeit gab ihr die Kraft, ihr schweres Leiden jahrelang in Geduld zu tragen, ohne zu klagen. Sie ist Anfang April 1871 in Tarnow geboren und die Urenkelin des Rabbi Jehuda von Biala, welcher ein Alter von ca. 100 Jahren erreichte, und entstammt dem Hause des weltbekannten Gelehrten „Lewusch", dessen Werke in der ganzen Welt noch heute in ritueller Hinsicht vorbildlich sind. Bei Ausbruch des Krieges hat sie ihr-e ganze Persönlichkeit zur Linderung der Not der Flüchtlinge jeder Art in selbstlosester Weise eingesetzt, Der 8 r r a e l i t Bruder zu Anfang durch den Krieg verloren hatte, wirkte sie zusammen mit ihrer Mutter, um die Not in größtem Maße zu lindern. Die Verstorbene war Mutter von zwei Söhnen und einer Tochter, welch« kurz vor der Verheiratung steht. Diese Tochter empfindet daher wohl den Verlust am allerschmeMchsten. Frau Sarah Lustgarten liebte mit jeder Faser ihres Herzens die heilige Thora und hielt streng ihre Gesetze, und nicht weniger liebte sie Zion. Mit Stolz wies sie darauf hin, daß ihr Großvater in den achtziger Jahren seinen Lebensabend in Jerusalem verbringen und dort beschließen konnte. Das Hauptmotiv bei alledem mußte aber unbedingt die strengste Heilighaltung des Sabbats bleiben, und so erzog sie auch ihre Kinder in gut jüdischem Glauben. n"ax:m Königsberg i. Pr., 8. Juni. Wie bereits mitgeteilt, ist Herr Rabbiner Curt Peritz aus Breslau von ' den Gemeindekörperschaften einstimmig zum Nachfolger des nach Berlin berufenen Rabb. Dr. Jacobovitz gewählt worden. Am swyo na® fand die feierliche Einführung in sein Amt statt, die einen erhebenden Verlauf nahm. In dem mit festlichem Grün geschmückten Tempel hatte sich neben den Vertretern des Vorstandes und der Repräsentanten die ganze Gemeinde versammelt. Nach dem Vortrage des ^’rn ->rrdurch Herrn Lehrer M i l o s l a w e r, ergriff der erste Vorsitzende der konservativen Synagoge, „Adas Jisroel", Herr Bankdirektor H. M a r x, das Wort, um dem neuen Führer der Gemeinde ihren Willkommengruß zu entbieten. In eindrucksvoller Rede wies er auf die Wichtigkeit und Bedeutung des Amtes hin, in dem Männer wie Malbim und Rabbi Zwi Mecklenburg, segensreich gewaltet haben. Und so könne auch er nur den Wunsch zum Ausdruck bringen, daß der Rabbiner nach ihrem Vorbilde und ihrem Geiste sein Amt führen möge. Mit dem sinnvoll vergleichenden Hinweis, daß heute das Gotteshaus, wie sonst nur an Schewuaus-Tage, dem Tage der Gesetzgebung, mit frischem Grün geschmückt sei, schloß Herr Bankdirektor Marx mit dem Wunsch, daß es auch Herrn Rabb. Peritz gelingen möge, seiner Gemeinde der Führer zu werden, der sie den Weg zu den göttlichen Gesetzen jederzeit hinführe. Darauf nahm Herr Rabb. Peritz das Wort zu seiner Antrittspredigt. Zunächst sprach er seinen Dank aus-für die Worte herzlicher Begrüßung durch den würdigen Vertreter der Gemeinde. Das Vertrauen, das in seiner Berufung in dieses Amt züm Ausdruck gekommen, werde er jederzeit zu rechtfertigen bestrebt sein. An Hand der Sidrah, die den n^ro .-o-o enthält, umrih der Redner sein zukünftiges Arbeitsprogramm und seinen Pflichtenkreis, und entwickelte'seine Auffassung über Führung und Gestaltung seines Amtes. Mit stolzem Bekenntnis zur überlieferten Tradition ergreife er Besitz von seinem Amte, und im Geiste der Wahrheit und.des Friedens wolle er es auch führen. Er schloß seine inhaltsreiche Rede mit dem Gelöbnis, in Erfüllung seiner Pflichten und Aufgaben, seine Kräfte fortan ganz in den Dienst feiner Gemeinde zu stellen. Mit dem Aschre-Gebet nahm die erhebende Feier, die bei allen einen tiefen Eindruck hinterließ, ihren würdigen Abschluß. Möge dem neuen Rabbiner, dem der Ruf großer talmudischer Gelehrsamkeit vorausgeht, vergönnt sein, recht viele Jahre in unserer Gemeinde zum Segen für den K'lall Jisroel zu wirken. Nürnberg, 14. Juni. Ihren 70. Geburtstag feierte dieser Tage im Kreise von Kindern und Enkeln in Oberelsbach (Rhön) Frau Eva H i r s ch m a n n aus Burgpreppach. Die Jubilarin, eine aufrechte, echt jüdische Frau, hat viel Schweres mit seltener Standhäftigkeir und nicht alltäglichem Gottvertrauen ertragen. Auch der Krieg legte ihr schwere Opfer aus. Zwei Söhne fielen auf dem Felde der Ehre; der dritte Sohn wurde schwer verletzt. Auch, ihr Gatte, ein Veteran von 1870/71, starb 1918. Möge der Jubilarin ein sorgloser Lebensabend für so» manches Harte Ersatz bieten. \v. jf»y- Bad Kreuznach, 18, Juni. Am Sonntag den 22. 'i'v trug man den bis vor zwei-Jahren als Vorsitzender der Synägogengemeinde wirkenden A d ö l f M a r^x zu 21. Juni 1928 Bahre des geschätzten Mannes. Rabbiner Dr. Jacobs schilderte die hervorragenden Eigenschaften > des durch tückische Krankheit Dahingerafften, der in längen Jahren, insbesondere in der schweren Kriegszeit, ein wahrer, echter o:na seiner Gemeinde gewesen sei. Kantor Bachrach dankte im Namen der Beamten dem'einstigen Vorsitzenden, der niemals der Vorgesetzte, sondern in vorbildlicher Weise der Freund und Berater der Beamten gewesen sei. Ein guter -Mensch hat uns verlassen! / rrasrui- Vermischtes. ohne an sich zu denken. Nachdem sie ihren zweitältesten'j'Grabe. Ein endloser Zug von Teilnehmern folgle der Stupaoa, 10. Juni. Vor kurzem hat in unserer altehrwürdigen autonomen orthodoxen israelitischen Kultusgemeinde Stupaoa eine sehr schöne, herzersreuende Seferthora-Einweihungsferer stattgefunden. Älle unsere Gemeindemitglieder Hatzen mit , ihren Beiträgen und Spenden zum Schreiben eines , neuen Seferthorä wieder einen schönen Beweis ihrer Liebe und Opferfreudigkeit für unsere heilige Thora und Emuno geliefert. Das neue Sefer wurde aus der Rabbinerwohnung in Begleitung der Gemeindeältesten und der ganzen Gemeinde abgeholt und, umringt von älteren Sefer-Thora-Kollegen, mürbe es unter der Chupo dem Gotteshaus zugeführt, Um es da vor der ganzen versammelten Gemeinde seiner heiligen Bestimmung zu übergeben. Nachmittags versammelten sich die Gemeindemitglieder bei einer von der- Chewra Kaddischa vorbereiteten und schön gedeckten Tafel. Bei dieser Gelegenheit hielt unser Herr Oberrabbiner M. S. Herzog eine' der . schönen Feierangemessene Festrede, in der die hohe Bedeutung von n->i'n ->sv navis geistreich auseinandersetzte und seiner Freude Ausdruck verlieh, daß noch Herz und Verständnis für Kowaud Hathora auch in unserer altehrwürdigen Gemeinde wie früher zu finden ist und hoffentlich vorherrschend bleiben wird. St. Moritz, 12. Juni. Es ist leider nur einem viel zu kleinen Kreis von Interessenten und A-erzten bekannt, daß in St. Moritz ein jüdisches, streng rituell geführtes Kinderheim besteht. In schönster Lage, vom ersten und letzten Strahl der Engadinersonne erwärmt, liegt Villa Spelma, wo schon manches erholungsbedürftige Kind feine Frische wiedergervann. Große und kleine Gäste aus aller Herren Ländern finden sich hier zu munterem Leben in den hellen Zimmern und auf den sonnigen Liegeterrassen zusammen. Da schwere Patienten oder solche mit ansteckender Krankheit nicht ausgenommen wertzen, sieht man nur frohe, heitere Gesichter. Die Leitung ruht in den Händen einer ausgebildeten Krankenschwester, und erste ärztliche Autoritäten stehen zur Verfügung. Eine fachgemäße Leitung sorgt für eine Ernährung, die allen Ansprüchen moderner Nahrungswissenschaft entspricht,— die Schlafräume sind luftig und hygienisch, mehr als drei Kinder sind nicht in einem Zimmer untergebracht. Schulpflichtige. Kinder erhalten von einer im Heim angestellten geprüften Lehrerin Unterricht in profanen und jüdischen Fächern, um gleichen Schritt mit ihrer Klasse zu halten, wofür keine Extra-Vergütung berechnet wird. Für die Beschäftigung nicht schulpflichtiger 'Kinder ist eine Kindergärtnerin angestellt. Da nur dreißig Kinder Aufnahme finden, ist eine individuelle Behandlung jedes Kindes garantiert. Was ich aber ganz -besonders schätze: die Kinder finden hier warme Herzen und eine geistig echt jüdische Einstellung, so daß Heimweh gar nicht aufkommen kann, vielmehr der Abschied den kleinen Gästen bei der Abreise immer sehr schwer wird. Man kann gar nicht genug betonen, welch unschätzbaren Wert dieses einzige bestehende jüdische Kinderheim im Engadin für unsere erholungsbedürftigen Kinder bedeutet. N"2 Live ges u.n de Toclit er Felix Goldschmidt und Frau Grete geb. Preuß j Berlin N 54, Auguststraße 58, 19. Julii 1928/n»n m- Infang u. Ausgang mprnp Ort Ans Uhr ang Min Datum Ausgang Uhr Min. Frankfurt a. M. . 7 45 23. 9 40 ÜBerlitt . . . . . 7 30 Juni 9 35 München ..... 7 15 1928 9 08 Köln ..... 7 50 5 9 50 Stuttgart .... 7 30 non 9' 30 Breslau .... 7 30 rr'fl-in 9 09 Nürnberg. . . . 7 30 9 22 Hamburg .... 8 00 10 05 Würzburg . . . 7 30 9 30 Jsr. Heirat - Linkeirat Für hübsch., feingebildete Dame. Mitte Ä, sehr geschäftstüchtig, klug, mit Mk. 20.000.— Mitgift u schöner Ausstattung wird passende Partie gesucht. In Betracht kommen selbständige Kaufleute (möglichst Oltjuden) mit gutem Geschäft, von angenehm., gewinn. Nutzern, tadellos. Charakter, bis 33 Jahre. Tüchtigem Kaufm. wäre eoentl. 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