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Der Israelit · 1928-06-14 · Heft 24 (14.6.1928) · page 22

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Journal
Der Israelit
Volume
69 (1928)
Issue
Heft 24 (14.6.1928)
Date
1928-06-14
Page
– (sequence 22)
Language
German
Belongs to
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Seite 4 Nr. 13 Der I - . a e Blätter i t *r •r > jtyp, & ***x*qg 14. Juni 1928 Devuiendef Slguda-OHavkcn * Lrkäktliek in allen Ortsgruppen. kleineren Gebetsälen besteht und aus einem iniposanten Hauptsaal. Nach deren Besichtigung gleangen wir zu dem mit Stacheldraht umzäunten englischen Militärquartier. Wegen der vor kurzem gewesenen Aufstände herrscht Belagerungszustand. Die schönste Straße ist die Rothschild- Street, hier wohnen die Begüterten. Diese und einige andere Straßen im Orte sind asphaltiert In jedem Hause befindet sich elektrisch Licht und WC. Mein kleiner Begleiter geht nach Hause zurück, währenddes ich noch in der Stadt herumschlendere. Nur die jüngere Generation spricht hier Hebräisch, während sich die ältere der jiddischen Sprache bedient. Aus der Ferne schallen die Töne eines Abendkonzerts herüber. Durch einen Radiolautsprecher hört man gerade die Hauptstadt des russischen Reiches. Heller Mondenschein beleuchtet die unter den Palmen wandelnden Paare, und reger Verkehr herrscht noch nachts um 11 Uhr. Ich treffe einen Bekannten, namens Liebermann, der mich nicht gehen läßt, bis ich einwillige, bei ihm zu übernachten. Ueberhaupt sind die Palästinenser, besonders die Araber, sehr, sehr gastfreundlich. Noch lange erzählt er mir über die Zustände im Lande. Schon morgesn um 5 Uhr aus den Federn Ich besuche den Morgengottesdienst, hierauf zum Markt. Da geht es bunt zu. In seiner Bude steht der Schochet, der ganz geschäftsmäßig Dutzende von HÄHnern schlichtet und mit welcher Flinkheit und Gewandtheit! Araber, besonders die Fellachen, beleben den Markt, um hier einzukaufen. Sie kommen oft stundenweit von ihrem Dorfe her. Die Stadt hat besonderes Notgeld. Während ich mir den Markt betrachte, werde ich von ein paar flinken Mädels geradezu überfallen, welche mir ein.Vereinszeichen anhängen und nun muß der Geldbeutel daran glauben. Sie sammeln mit Eifer und Geschick und es wird, ich glaube kaum jemand zu finden sein, der den hübschen Mädchen eine Gabe für ihre Sammlung verweigert. Nachdem ich für den noch nüchternen Magen in einer der zahlreichen koscheren Speisestuben gesorgt habe, reite ich auf einem Esel, in Begleitung meines Bekannten, zu des Letzteren Orangenparadies. Munter geht es vorwärts. Das Reiten geht noch leidlich, und nach einer kurzen Weile werde ich auf dem ungewohnten Fahrzeug sicherer. Aber wehe, wenn eine Eselin in der Nähe ist, da muß man höllisch Acht geben, daß einem der Esel nicht durchgeht, lieber Gräben und Stoppeln, durch Schlammpfützen und Gebüsch. Unterwegs sehen wir Chaluzim mit dem Ausheben eines Grabens beschäftigt. Rings herum Orangen- und Zitronengärten. Endlich sind wir in der Pflanzung meines Bekannten. Zurzeit läßt er ein kleines Wäldchen abholzen, deren es im Lande wenig gibt, um auf dem gewonnenelft.Boden Orangenbäume anzupflanzen. Der größte Teil der Bäume im Garten ist geleert und unter den übrigen vollen Orangenbäumen wandelnd, pflücke ich mir ab und zu eine Frucht, um sie zu kosten. Hier gedeihen die köstlichen, vielbegehrten Jaffaorangen. Außerdem besitzt der Obengenannte daneben ein Bananenharn, an dessen Bäumchen nur grüne Früchte hängen. An solch einem Stock gedeihen zumeist 150 Bananen. In einem andern Teil des Gartens gedeihen außerdem Esrogim (eine Art süße Zitronen) und Zitronen, ebenso Bergamotten. In der Nähe befinden sich kleine Teiche zur Versorgung der Gärten dienend. Wassergräben durchziehen, systematisch angeordnet, den Garten. Fast' alle Orangengärtenbesitzer sind vermögende Leute, falls sie nicht verschuldet sind. In der Nähe arbeitet ein Araber, der sich mit mir in einem Gemisch von Deutsch und Arabisch unterhält, derselbe versteht die deutsche Sprache, da er drei Jahre auf der deutschen Templerkolonie Wilhelma tätig war, welche sich in der Nähe Petach Tikwahs befindet. Er bietet mir die schönsten Früchte seines Gartens an. Doch, als ich ihm hierauf Bakschisch geben will, ist er beleidigt. Ich bin erstaunt und frage ihn: Warum bist du mir böse? Wieder versöhnt erklärt er mir, daß man nach Landesbrauch für ein Geschenk nichts zum Dank geben dürfe. (Auch sagen die Bettler im Lande nach erhaltener Gabe keinen Dankesspruch.) Ich wage hierauf nicht mehr, ihm irgend etwas zum Danke anzubieten. Per Esel zur jüdischen Siedlung En-Gannim, dort wohnen zumeist Kleinbauern, die sich außer Ackerbau mit Geflügelzucht beschäftigen. Von dieser Siedlung aus sieht man vor sich ein weites Tal, der Grundbesitz eines reichen Effendi. Im Hintergrund mit ihren roten Dächern die Kolonie Magdil. Weiter reite ich zur Jemenitenkolonie Machane Jehuda, deren Bewohner einen eigenen Typ haben. Hier sieht man jemenitische Schönheiten auf der Straße, wie in alten Zeiten mit dem Krug auf der Achsel vom Brunnen kommen. Ich werfe einen Blick in die jemenitische Schule, deren Eingangstüre offensteht. Die Kinder befinden sich alle in einem Zimmer und studieren schon in jungen Jahren Gemoroh. Eigenartig ist es, wie diese Kleinen mit ihren schwarzen Pejaus, unter Bewegung des Oberkörpers eifrig laut lernen und falls einer der Schüler eine Schwierigkeit im , Unterrichtsstoffe nicht allein überwinden kann, isti auch tue Jugend zu verantwortlicher Mit. 1993 Kofektion, Berlin, 1 erstklassiger Einkäufer aus der Strumpf- und Wirkmarenbranche. 1994 Konfektion, Berlin, 1 erstklassiger Einkäufer aus der Baumwollwaren- und Leinenbranche? 1871 Arzt, Heilbronn, 1 Ehauffeur. 1898 Wein- und Spirituosengroßhandlung, Oberpfalz, Provisionsreisende. 1991 Jugendheim, Harz, 1 Aufsicht für das Kaschruth. Bewerbungen sind zu richten an die Stellenvermittlung der Agudas Jisroel, Berlin N. 54, Rofenthaler Straße 58. Aus der Bewegung. Frankfurt a. Al. Die Gesamtleitung der Agudas Jisroel Jugendorganisation Deutschlands trat am 10. Juni zu einer Vollsitzung zusammen, in der die seit dem Bundestage geschaffene Lage sowohl im Hinblick auf die Situation innerhalb der Jugendorganisation, wie auch die allgemeine Lage der A. I. eingehendst besprochen wurden. Die Schaffung eines Generalsekretariats in Gemeinschaft mit der Arbeitsgemeinschaft der A. I. I. O. wurde beschlossen, und der Frankfurter O. V. beauftragt, mit einer bekannten agudistischen Persönlichkeit die seit längeren Wochen geführten diesbezüglichen Verhandlungen zum Abschluß zu bringen. Dem Geschäftsführenden Ausschuß der Agudas Jisroel wurde als Willenskundgebung der Leitung der A. I. I. O. die folgende Resolution übermittelt: Die Jugendorganisation hat mit wachsender Besorgnis den Stillstand in der Entwicklung der A.J. sowohl in Deutschland als auch im allgemeinen wahrgenommen. Sie ist der Meinung, daß eine Besserung der Lage nur mit einer durchgreifenden Reorganisation der gesamten Leitung zu erzielen ist. Vor allem ist eine Zusammenfassung der verschiedenen Agudah-Zentralen unbedingt erforderlich und unaufschiebbar. Sie erwartet, daß der G. A. bei der geforderten Reder Lehrer hilfreich bei der Hand. Die Einrichtung der Schule besteht aus zwei kleinen und zwei größeren Bänken, außerdem aus einem Stuhl, der aber etwas stark hinkt. Auf den arbeit heranzieht. Am Nachmittage fand eine Sitzung des Gefchäftsführenden Ausschusses der A. I. in Gemeinschaft mit dem Organisationsvorstand der A, I. I. O. und in Anwesenheit von Mitgliedern der Schweizer und Oesterkleinen Bänken fitzen die Schüler und auf den ÄÄS |Sr größeren liegen die Bücher. Man ist augenblicklich in einer anderen Atmosphäre. Doch weiter. Gegenüber ist Meshek Poaloth (Mädchenfarm), hier werden die jungen jüdischen Mädchen ausgebildet, bis sie heira^fähig sind. Sie lernen alles, was auf dem Felde und im Haufe nötig ist. Eine Baumfarm, unter denen sich auch Rhizrnusbäume befinden, aus deren Saft die „wohlschmeckende" Medizin, namens Rhizinusöl gewonnen wird. Von allen Früchten, jede Gemüseart ist hier vertreten. Niedlich sind die Kücken, welche erst vor kurzem dem Ei entchlüpften. Kleinvieh und Geflügel tummeln sich in ihren Revieren. Kühe weiden auf den zahlreichen grünen Plätzen. Alle Zweige der Landwirtschaft sind hier zu finden. Von den Mädchen ehen wir nicht viel, da sie heute frei haben. In Herr Dr. Willy Hofmann überbrachte die obenangeführte, einstimmig angenommene Willenskundgebung der A. I. I. O., an die sich eine vielstündige Diskussion über die Lage der Agudas Jisroel knüpfte, in der von der Mehrheit der Anwesenden die bisherige Politik der A.J. scharf kritisiert und allenthalben dem Wunsche Ausdruck gegeben wurde, daß es Aufgabe der Leitung sei, den Weg zum Kattowitzer Programm wieder zurückzufinden. Schließlich wurde eine gemischte Kommission bestehend aus Mitgliedern des G. A., der deutschen Jugendorganisation und der Arbeitsgemeinschaft der agudistischen Jugendorganisationen gebildet, mit der Aufgabe, die Vorbereitung der K. G. und der für dieses Jahr geplanten Landssverfammlungen zu treffen. Zu Mitgliedern der Kommission wurden gewählt die Herren Jacob Rosenheim, Dr. Salomon Ehrmann, Heinrich Eisemann als Vertreter des G. A., die Herern Dr. Willy Hofmann, Fritz Stern und Gerfon Schnerb als Vertreter der A. I. I. O. und die Herren Harry Goodmander Näbe befinden fick, Bienenstöcke TW Pnnh i London, Meier Lewenstein-Zürich und Siegmund Stern» e ^caye oefmoen ftcy ^Otenensiocre. Das L.ano Wien als Vertreter der Arbeitsgemeinschaft der A. I. I. O. Ist °°n Bewässerungsgräben durchzogen welche j Am «l>end fand «ine neue Besprechung de- Organ!, vom Flusse Jarkon gespeist werden. Todmüde!sationsvorstandes statt, in der Edgar Cori den Bericht lehren wir zur Stadt zurück und mit einem über die Finanzlage erstattete. kräftigen Appetit. Nach einem reichlichen Mittag- Die Frage des Ausbaues der Stellenvermittlung essen gebe ich mich zwei Stunden der Ruhe hin, wurde eingehendst erörtert. um hierauf mit einem Personenauto nach Tel Mit Dankesworten^des Vorsitzenden an die von aus- 31t tnhron warts herbeigeeilten O. V.-Mltgüeder und ausländischen ■ ou sayren, Gäste wurde um 1 Uhr abends die Tagung geschlossen. (Schluß folgt.) Vakanzliste derAgudas Jisroel Stellenvermittlung, Berlin. 1879 Konfektion, Berlin. 1 Lehrling. 1913 Wäschefabrik, Berlin, einige Reisende. 1927 Rohwolle und Wollbranche, Berlin, 1 junger Mann aus der Branche. 1939 Haushalt, Berlin, 1 Kinderfräulein. 1953 Buchhandlung, Berlin, 1 Kontoristin. 1957 Delikateffenbandlung, Berlin, 1 Lehrling. 1959 Haushalt, Berlin, 1 Stütze. 1977 Haushalt, Berlin, 1 Köchin. 1979 Weine, Berlin, 1 Kontokorrentbuchhalterin mit Stenographie und Schreibmaschine. 1988 Kantinenbetrieb, Berlin, 1 Hilfe für die Köchin und Wirtschafterin. 1980 Metalle, Berlin, 1 perfekte Stenotypistin. 1983 Konfektion, Berlin, 1 Stenotypistin. 1985 Wäscheversand. Berlin, 1 Vertreter für den Chef. 1987 Größerer Küchenbetrieb, Berlin, 1 Auffichtsdame für das Kaschruth. 1922 Konfektion, Berlin, 1 erstklassiger Einkäufer aus der Seidenbranche. Frankfurt a. Al. Herr Julius Ullmann in Würzburg ersucht uns, bekanntgugeben, daß der mit I. U. gezeichnete Bericht über den Esraführertag nicht von ihm stammt. Postscheck* Konto der Landesorganisation der »Agudas Jisroel“ in Deutschland, Hamburg: No. 50204 Hamburg. I

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