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Der Israelit · 1928-05-17 · Heft 20 (17.5.1928) · page 20

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Journal
Der Israelit
Volume
69 (1928)
Issue
Heft 20 (17.5.1928)
Date
1928-05-17
Page
– (sequence 20)
Language
German
Belongs to
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Sette 4 Nr. 11 Der I - *a t l i t Blätter 27. Mai 1928 in Erez Jisroel nicht im Stich! Wenn selbst Männer vom Schlage eines Chofez Chajim, Männer des Friedens und der Liebe, die jedes „böse Wort" als einen Pfeil des Todes verdammen, den Kampf gegen die Feinde der Thora als einen heiligen unausweichlichen bezeichnen und — während wir uns in Deutschland herumschlagen, ob Rabbiner Hirsch mit seiner Austrttts-Halacha auch wirklich recht gehabt hat — sich vor ihm als dem Retter des deutschen Judentums verneigen: Kann darüber noch der geringste Zweifel bestehen, was heute unser aller Pflicht und daß die Stärkung der agudistischen Keren Erez Jisroel-Arbeit für die gesamte Orthodoxie die dringendste Forderung des Tages ist? Joel, der Prophet, der die Trunkenen zum Erwachen und Weinen aufrief, hat sie auch zum Handeln aufgerufen: „Heranrücken und Heraufziehen mögen alle Männer des Kampfes. Zerstückelt eure Sensen zu Schwertern und eure Winzermesser zu Speeren! Der Schwache sage: „Ich bin ein Held!" („Jüdische Presse", Wien.) Nürnberg. Unsere Darlehenskasse. Unsere „Darlehenskasse der Agudas Jisroel" entstand 1924 zur Zett der Stabilisierung und allgemeinen Vermögensumstellung als eine aus der Rot der Zeit geborene Wohlfahrtsinstitution unserer Ortsgruppe. Sie hat sich die Aufgabe gestellt, bedrohten Existenzen durch Gewährung von Darlehen über eine gewisse Zeit geschäftlicher Depression oder augenblicklicher finanzieller Bedrängnis in vornehmer, diskreter Weise hinwegzuhelfen. Dabei verfahren wir nach folgenden H a u p t p r i n z i p i e n : 1. Beschränkung auf hier wohnende Juden. 2. Hilfeleistung ohne Rücksicht auf die religiöse oder politische Richtung des Petenten. 3. Hilfeleistung nur bei Vorliegen einer Notlage. 4. Die Darlehen werden in jedem Falle zinslos ausgegeben. 5. Die gewährten Darlehen sollen — im Gegensatz zu den Wohltätigkeitsvereinen, die ihre Gelder als Spenden an Bedürftige verteilen — in absehbarer Zeit (etwa in 10—12 Monaten) und p ü n k t l i ch an uns zurückfließen, um wieder an Andere ausgeliehen zu werden. Zur Sicherung dieser Voraussetzungen verlangen wir von den Petenten entweder: a) Pfandhinterlegung amtlich geschätzter Wertsachen mindestens in Höhe der Darlehenssumme oder ähnliche Sicherheiten, oder: b) Gestellung von zwei guten Bürgen: ferner als Form der Rückzahlung wenn möglich: c) Hereinnahme von Akzepten in Höhe der jeweils vereinbarten Rückzahlungsraten. Diese Art der Geschäftsführung hat sich durchaus bewährt und uns vor wesentlichen Schäden bewahrt. Das zu unserer Hilfsaktion notwendige Kapital haben wir in Ermangelung eigenen Geldes sozusagen aus dem Nichts hervorgezaubert: und zwar arbeiteten wir dabei gewissermaßen mit einem Trick, den uns.die Hilfsbereitschaft und das Brudergefühl einiger weniger Gönner ermöglichte: Im Hinblick auf die Dringlichkeit unserer Aufgabe erreichten wir von einigen Großkaufleuten Bürgschaftserklärungen bei einer Großbank in Höhe von je 1000 bis 2000 Mark. Aufgrund dieser Bürgschaft haben wir einen laufenden Bankkredit von z. Zt. insgesamt 8000 Mk. der uns instandsetzt, die an uns herantretenden kleineren oder größeren Darlehensgesuche zinslos zu befriedigen. Unsere Gönner kommen nämlich zumeist auch für die Bankginsen aus, wogegen sie andererseits uns größere Barsummen nicht zu überweisen brauchen. Zwecks Vergrößerung dieses Betriebskapitals und zur Deckung der Unkosten veranstalten wir alljährlich vor Rosch Haschonoh Spendensammlungen, wodurch uns bis jetzt rd. 5000 Mk. eigenes Kapital zugeführt wurde. Wir arbeiten also mit einem Gesamt bet riebskapital von r d. Mk. 13 00 0.—. Diese Summe wurde natürlich im Laufe der Zeit mehrmals umgesetzt, so zwar, daß wir i m G a n z e n ca. Mk. 45.000.— an rd. 10 0 Empfänger auszuleihen in der Lage waren. Diskretion wird selbstverständlich aufs Strengste gewahrt. Leider konnten nicht alle Gesuche, insbesondere auch hinsichtlich der verlangten Höhe der Beträge, berücksichtigt werden: dazu ist hie Not und die Ausbreitung der allgemeinen Wirtschaftskrisis zu groß. Um aber jedenfalls zu tun, was in unseren Kräften stand, trat unsere Darlehenskasse als Mitbegründerin in die nach unserem Vorbilde und zu dem gleichen Zweck inzwischen gegründete größere Darlehenskasse der Zentralen Wohlfahrtsstelle bei der hiesigen Kultusgemeinde ein. An diese verweisen wir nunmehr durch unseren dort amtierenden Vertrauensmann alle größeren Darlehensfälle (Mk. 1000.— und darüber), während wir alle übrigen Gesuche von uns aus, wie bisher, erledigen. Wenn wir nun zum Schluß nochmals die geleistete Arbeit überblicken und uns den Segen vergegenwärtigen, welchen - unsere Darlehenskasse zu stiften imstande war — handelte es sich doch zumeist um krasse Notfälle, die durch uns behoben werden konnten —, so dürfen wir gewiß mit Stolz und Befriedigung auf dieses Werk tätiger Bruderliebe zurückblicken. Daß es dabei ohne die erforderliche, manchmal mühselige und zeitraubende Kleinarbeit nicht abging, ist selbstverständlich. Die Herren der Verwaltung: Dr. E i s e m a n n, Julius Sichel und Moritz Klugmann sowie auch unsere Sekretärin, Frl. Sturm, stellten sich gerne in den Dienst der guten Sache. Als eine Ehrenpflicht, der wir freudig Nachkommen, betrachten wir es, all unseren Gönnern unseren herzlichsten Dank für ihre gütige Mitarbeit und Unterstützung auch bei dieser Gelegenheit zum Ausdruck zu bringen. Insbesondere haben sich um unsere Darlehenskasse verdient gemacht die Herren: Nathan Bonne, Nathan Goldberger, Moritz K l u g m a n n, Komm.-Rat Adolf Manes, I. Sundheime r, Gebr. S t e i n l e i n , Maier Stern, Komm.-Rat Adolf Stock, denen wir auch im Namen unserer Darlehens-Empfänger hiermit gebührenden Dank aussprechen möchten. Wir übergeben diesen ausführlichen Bericht auf Wunsch der Landesleitung unseren Schwestergruppen zur Kenntnis und dürfen wohl annehmen, daß ein so wichtiges soziales Problem, wie es dieser Wohlfahrtsinstitution zugründe liegt, in gleicher oder ähnlicher Weise auch in anderen Ortsgruppen gefördert, bezw. gelöst werden kann. Agudas Jisroel Zugendgruppe Men. Bericht über die Generalversammlung vorn 15. April. Bei der diesjährigen Generalversammlung waren nebst Hunderten von Mitgliedern die Vertreter der Israelitischen Kultusgemeinde, der „Adaß Jisroel", des G. A. der Agudas Jisroel, des Keren Hathora und noch vieler anderer Korporationen anwesend. Nachdem der Vorsitzende, Herr Samuel Stern, die Generalversammlung eröffnet hatte, gedachte er derer, die seit der letzten Generalversammlung von uns gegangen sind. Redner besprach das Wirken des Oschereiner Rabbiners Fischet Arack t-" der in den Räumen der Jugendgruppe täglich einige Stunden mit seinen Talmidim lernte. Weiter gedachte Herr Stern des eifrigen Mitgliedes der Jugendgruppe, Herr Isaak Schischa >t. Aber nicht nur in Wien, sondern überall sind leider große Führer'der Aguüa uns genommen worden, so der Ostrowczer Rebbe T'xt, der Ostrower Raw Vst und der Kölner Raw W Nun gab der Vorsitzende das Wort dem ersten Referenten des Abends, Herrn Arthur Bogner zu seinem Bericht über das Lernprogramm der Jugendgruppe im abgelaufenen Wintersemester. Redner erwähnte, daß jeden Abend eine Reihe von Schiurim von über hundert Personen besucht wurden. Verschiedene Vorträge über Tagesfragen, teils über die Politik der Agudas Jisroel,' teils über interne Dinge wurden auch von den Mitgliedern sehr begrüßt. Der Redner weist nun auf die nunmehr beginnenden Frühfchiurim hin, die sich im vergangenen Jahre eines sehr guten Besuches erfreuten. Das Generalreferat des Abends hielt Herr Siegmund Stern. Zuerst besprach derselbe die geselligen Veranstaltungen im Heim und in der Natur. Insbesondere erwähnte der Redner die Reise nach Frankfurt a. M., die einen sehr guten Erfolg hatte. Ganz besonders dankte Herr Stern den Mitgliedern des Finanzausschusses, die es so meisterhaft verstanden hatten, ein Budget von über Doll. 12.000 aufzubringen. Auch die Keren Hathora- Arbeit besprach der Referent. Bis jetzt find schon über 2000 'Büchsen angebracht worden. Nun kam der Redner auf die Grüdung des politischen Ausschusses zu sprechen-. Derselbe wurde bei der Jugendtagung in Frankfurt a. M. angeregt. Sein Zweck soll aber nicht sein, Politik zu betreiben, sondern einfach die Beziehung mit den auswärtigen Gruppen aufrechtzuerhalten und sich mit den Vorgängen der Weltaguda zu befassen. Gerade die letzte Zeit hat gezeigt, wie sehr es nötig ist, sich mit den Tätigkeiten nach außen zu befassen. Aber auch im Jnlande hat der politische Ausschuß große Aufgaben. Redner beantragte die Gründung einer Dachorganisation, zu dem Zwecke, erstens die schon bestehenden Gruppen organisatorisch zu vereinigen und zweitens neue Jugendgruppen insbesondere in der Provinz zu gründen. Nun hatte namSys des poltiischen Ausschusses Herr Hermann Vondi die am Ende des Berichtes stehenden Resolutionen eingebracht, die auch alle einstimmig angenommen wurden. Als letzter Referent sprach Herr Fritz' Spitzer für die B-Gruppe. Redner sprach über die Arbeit der jüngsten Mitglieder der Agudas Jisroel von 10—15 Jahren. Nach den Referaten begrüßte namens der Adas Jisroel deren Obmannstellvertreter, Herr Dr. I. Reininger, die Versammlung. Namens der Israelitischen Kultusgemeinde begrüßte Herr Oberinspektor Oehler. Der Vorsitzende dankte auch beiden Organisationen für ihre weitgehende Unterstützung auf geistigem und materiellem Gebiet. Nach einer lebhaften Debatte schritt man zu den Neuwahlen des Vorstandes. Gewählt wurden: die Herren: Adler Nathan, Adler Emil, Bogner Meier, Breuer Elieser, Bondi Samuel, Forst, Herzog Heinrich, Keßler Josef, Löwy Jehuda, Richter Pinchas, Lewinter, Sputz David, Schechter, Spitzer Salomon, Stern Bezalel, Stern Samuel, Stroh Oscher, Teitelbaum Jakob und Weiß Benjamin. Nach der Verkündigung der Resultate schloß der Vorsitzende die Versammlung. Resolutionen beschlossen von. der Generalversammlung der Agudas Jisroel-Jugendgruppe, Wien. 1. Die am 25. Nissan 9688 statthabende Generalversammlung der Agudas Jisroel-Jugendgruppe, Wien, protestiert schärfstens gegen das terroristische Vorgehen der nichtägudistischen Parteien in Polen bei den letzten Sejmwahlen. Sie grüßt die polnische Landesorganisation der Agudas Jisroel und insbesondere deren Jugendorganisation und wünscht zu deren neubegonnener Reorgani- - sationsarbeit den vollsten Erfolg. Gleichzeitig drücken wir unsere Sympathie dem agudistischen Sejmdeputierten\ Elias Kirschbraun aus und verfolgen mit größtem Interesse seinen Kampf gegen die herausfordernde Taktik der zionistischen Abgeordneten, insbesondere des Herrn Grünbaum. 2. Die am 29. Nissan 5688 statthabende Generalversammlung der Agudas Jisroel-Jugendgruppe, Wien, begrüßt die erfolgreich durchgeführte Austrittsbewegung in Erez Jisroel. Wir hoffen, daß die palästinensische Orthodoxie und insbesondere deren Jugend in Anbetracht der großen Sache sich über Trennendes hinwegsetzen und gemeinsam für unser heiliges Ideal unter dem Banner der Agudas Jisroel kämpfen wird. &uJm Poslscl\eck~Konlen: Landesdirektorium des Keren Hatorah in Deutschland Hamburg Nr. 24753 (P- Scb. A. Hamburg). Kereni iHatorah-Kommissariat Frauktuit’.a. M. Nr. 41666 (P. Sch. A. Frankfurt a. M Keren Hatorah-Kommissariat Nürnberg Nr. 18440 (P. Sch. A. Nürnberg) Keren Haiorah-Kommissariat Köln Nr 50131 (P. Sch. A. Köln)-, Keren Hatorah-Kommissariat Leipzig Nr. 70147 (P. Sch. A. Leipzig) Keren Hatorab-Kommissariat Berlin. P. Scb. A. Berlin Nr, 73 991 C. Salomon. Keren Hatorah-Kommissariat Breslau, P. Sch. A. Breslau Nr. 60510 für Iwan M8l)*r Keren Hatorah-Kommissariat Hamburg P. Sch. A. Nr. 40953 für Dr. Julius Baer Keren Hatorah-Kommissariat Kartsruhe Markus Stern Bankkonto Ignaz Ellern.

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