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Der Israelit · 1928-05-17 · Heft 20 (17.5.1928) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
69 (1928)
Issue
Heft 20 (17.5.1928)
Date
1928-05-17
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Dfäffcr ieeansgegelen von dev fandesoeganifafion der flgudas-Jisroef in Deuifelland Jahrgang Frankfurt a. M., tr. Mai ,928 / 27. Jjar 5688 .Nummer 1, 524 Kinder in Missionsschulen! Das palästinensische Unterrichts-Departement teilt in seinem soeben herausgegebenen Bericht mit, daß 524 jüdische Schüler in Erez Iisroel die Schulen der christlichen Mission besuchen. Wenn es etwas gibt, was jeden Agudisten. mag er nun „palästmo-zentrifch" oder anders eingestellt sein» nusrütteln müßte zur aktiven Tat, so wäre es diese -erschütternde Tatsache, datz durch die Schuld der Inden 500 Kinder in Erez Iisroel systematisch dem Judentum entfremdet und dem Christentum in die Hände getrieben werden. Auch wenn es sich um jüdische Kinder in Frankfurt, Vien oder Warschau handelte, würde man es als die dringendste Gegenwartsaufgabe erachten, eine solche Schmach des jüdischen Namens zu tilgen, wenn, getrieben von der Verzweiflung und der Not und dem Hunger, Eltern sich dazu verstehen würden, um ein warmes Mittagessen die Seele ihres Kindes zu verkaufen. Auch außerhalb Erez Jisroels würde man es als eine bare Selbstverständlichkeit empfinden, vor jeglichem Auf- und Ausbau des jüdischen Erziehungswerkes dafür Sorge zu tragen, datz nicht alljährlich ein halbes Dutzend jüdischer Kinder dem Judentum gänzlich entfremdet werden. Datz aber in Erez Iisroel selber, an der Stätte, wo noch immer die Schechina ruht, solches denkbar und möglich ist, sollte in der ganzen Gola wie eine Fanfare wirken. Hier gilt keine Politik und keine wohlfeile Kritik, sondern nur die Tat. Fünfhundertvierundzwanzig Kinderseelen werden dem Iudentume verloren gehen, wenn du nicht hilfst! Die Palästina-Centrale der Agudas Iisroel wird das Möglichste tun, um ihre Schulen auszubauen, um dem bereits bestehenden Lhillul Haschern entgegen zu arbeiten und einen noch größeren zu verhüten. Sie kann es aber nur, wenn ihr Schulfond von jedem Agudisten unterstützt wird. Zuwendungen für das Schulwerk der Agudas Iisroel in Erez Iisroel überweise man: . An die Palästina-Centrale der Agudas Iisroel Frankfurt a. M., Postscheckkonto 7tr. 53 900. rrnnn ’-di m ay ipk -p-d •ams nwyy nstn Segen dem, welcher die Worte dieser Lehre aufrecht hält, sie zu -erfüllen-." . Diese Worte, in der vielseitigen Deutung, die ihnen Äer Talmud gibt, seien das Motto, unter dern auch in diesem Jahre die n 1 v 1 2 IN - A k t i o n des n in n pp Zu einem vollen Erfolg geführt werde. Sie spornen jeden Einzelnen! von uns an, bis an die Grenze seiner Leistungsfähigkeit, ja, darüber hinaus für die Erhaltung der mm» ihrer Stätten, ihrer Lehrer und 'Schüler zu wirken. Sie bannen jede Müdigkeit im Geben und legen die Pflicht des pimder Unterstützung der Thorü, als höchste und heiligste, alle andern Forderungen w e i t überragende rm» jedemEinzelne nans Herz. Sie verpflichten die Leitung des ] i p mmn immer wieder auf die große Not aufmerksam zu machen? die auf fast alle Stätten der Lehre, auf zahllose Bachurim und ihre Meister drückt. Und auf das Absterben allen jüdischen Lebens überall dort, wo die Stimme der nun nicht mehr gehört wird, mit Nachdruck hinzuweisen. Sie berechtigen den deutschen nunn pp den Blick auf die Arbeit zu lenken, die er in nunmehr vierjähriger Tätigkeit vollbracht hat, s o - wohl für das Ausland a l s i n s b e s o n? dere für Deutschland, wo an zahlreichen Orten durch sein Wirken neues jüdisches Leben aufblühte. Möge jeder Einzelne des Segens teilhaftig werden, den dieses Öp ' 1 INX *p 1 2 , gewährleistet, indem er auch dieses Mal den Ruf des nninn pp vernimmt und freudig und reichlich sich beteiligt an der 711V12V.ANion 5SSS. Hamburg, im Jjar 5688. Landesdirektorium des „Keren hatorah" in Deutschland. Oberrabbiner Dr. S. Spitzer, Hamburg, nxi.i mmn U2N nx Dy MNX p2 „Segen dem, der die Worte dieser Lehre aufrecht hält!" I. Die Lehre aufrecht zu halten, ihre Lehrer und Träger zu unterstützen, ihre Stätten zu betreuen und zu fördern, ist gewaltige Pflicht. Wie gewaltige, lehrt das Wort des Ieruschalmi (nviv T'bn T"s) „Wer nicht gelernt und nicht gelehrt, nicht beobachtet und nicht erfüllt hat, andere aber in der Lehre gefördert hat, über sein Vermögen, auf den geht dieses Segenswort." Lässig sein in der Erfüllung dieser Pflicht ist schlimmer als alles andere. Denn, so sagt der Ieruschalmi (an gleicher Stelle): „Wer gelernt und gelehrt, beobachtet und erfüllt hat, die Möglichkeit hatte, andere in der Lehre zu fördern, das aber verabsäumte, den trifft die Verwünschung. „Fluch dem, der dü e W o r t e d i e s e r Lehre nicht aufrecht h ä l t." „Der die Worte dieser min nicht aufrecht hält!" Gibt es denn eine fallende Lehre? fragt der Talmud weiter. Das weist hin auf p n i»iv ximp und lehrt, nach einer Erklärung, die Pflicht, bei der n.mm die mm iso deutlich allem Volk zu zeigen, nach anderer diernrnisv sorglich in den tmpn px zu stellen, datz sie dort nicht Schaden nehme. Ein anderer Gelehrter meint, daß dies eine Mahnung ist an dasnv» hw p nm an die Organe, die die Verantwortung für die Erhaltung der.mm tragen (siehe m»n pip und mr?» '22 zur Stelle!). Diese Ausdeutungen des Ieruschalmi zu diesem Worte Dy MNX ^112 umschreiben die Pflichten des Einzelnen gegenüber dem mm,i pp und die Pflichten des pp mmn gegenüber der mm- II. Zwei Gründe sind es, die geltend gemacht werden, wenn dem Ruf der mm» der allerdings, wir geben es zu, oft, sehr oft ertönt. Gehör versagt wird: .. Die Inanspruchnahme durch zu viele andere jüdische Dinge und die schweren Wirtschastsver- Hältnifse, die aüf Jeden drücken. — Da ruft das eine Wort des Ieruschalmi jedem Einzelnen von uns zu: „Und wie sehr du in Anspruch genommen bist, wie umfangreich du leistest, wie pünktlich du das Gesetz erfüllst, all das nützt dir nichts, wenn du eine letzte Möglichkeit, für mmn pitn einzutreten, ungenützt läßt. Denk daran, daß alles Lernen und Lehren, alles peinliche Gesetzerfüllen umsonst ist, wenn du in dieser einen Beziehung versagst. Du glaubst niwsryi ii»vy ‘r»I?i?i ist schon alles! Nein, es wird dir nicht zum Segen, wenn du die höchste Pflicht des pim vernachlässigst. Dein Lernen soll dich fähig machen zum Lehren, dein Erfüllen soll dich für die höchste Aufgabe wechen Dp1?' zu erhalten: die Stätten, an denen gelernt wird, die Menschen, die sich der Lehre hingeben. - Und das andere' Wort: Wäre die Zeit leicht, lastete sie nicht auf ^dir in ihrer ganzen Wucht, daß du Not hast, dich selbst zu erhalten, lebten wir in „normalen" Zielten, dann wäre deine Leistung für die mm nichts Besonderes, das dir Gottes Segen sicherte. Daß du gibst, nach Vermögen, das ist eine Selbstverständlichkeit! Willst du aber Gottes Segen spüren und zutiefst erleben, dann muß dein Leisten für die mm etwas Uebernatürliches sein, dann mußt du, diese nix» zu erfüllen, dich über dein Können an st r engen. Nur der i st gesegnet: p’tmi - p'mny rp2 piBö nnm x*?tf Möge jedem Einzelnen von uns aus unserer Leistung für den mmn pp die ,1212 zufließen, die in diesem Worte zugesichert ist. Denn nur dann ist der mmn pp in der Lage, weiterhin seiner dreifachen Pflicht gerecht zu werden. m. i»w xi,MN |rn umschreibt eine doppelte Aufgabe des mmn pp- E r muß die nun hoch emporheben und sie allem Volk zeigen. Es ist feine oberste Aufgabe, wieder und wieder den Sinn zu wecken für das, was die mm unferm Volk in Jahrtausenden gewesen und heute, in Zeiten schweren Daseinskampfes, ganz besonders ist: Der Quell des Lebens und der Ursprung aller Freuden. Alle, die Männer und die Frauen, die Alten und die Jungen, wie verschieden sie sonst im Leben nach Stellung und Leistung sein mögen, müssen die ganze Wahrheit spüren des mm nn»w Liedes, das unsere Lebensmelodie sein soll: -mmn nxn ff’PJi „Lernen" als höchstes Glück, mm Wissen gls höchstes Gut, mm Adel als höchster jüdischer Adel, mn»y als einziger Wertmaßstab — hierfür sich einsetzen, das ist die erste Pflicht des mmn pp- Und mmn pp muß sorgen, daß d i e mm fest stehe im heiligen Schrein, dafür sorgen, daß sie und ihre Träger gesichert dastehen in ihrem heiligen Dienst, in ihrem Dienst am Heiligen. Er muß eintreten allerorts für die Ehre des»2n "po^n, des Rabbiners, des Lehrers, für jmmn 1122 und,ui»iy ti^. Eintreten, daß die mm überall als das lebensgestaltende Prinzip betrachtet wird, ihre Träger überall als die sachkundigsten Führer gewürdigt werden. Als *prr hat mmn pp Umschau zu halten, daß jene törichte Babylonsgesinnung nirgends Platz greift, die wohl die „Lehre" freundlich gutheißt, den „Lehrern" aber die Reverenz versagt. Muß dafür wirken, daß die mmihr Repräsentant, aufrecht st e h t, das als wahr Erkannte in seinem Wirkenskreise vertreten kann, indem er Sinn und Verständnis weckt für die tiefe und wahre Größe derer, die nur in der Lehre und für die Lehre leben.

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