Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 69 (1928)
- Issue
- Heft 20 (17.5.1928)
- Date
- 1928-05-17
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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Seite 9 Nr. 20 17. Mai 1928 Blumen zu Schewuaus. Von der Keren Hathora-Zentr-ale in- Frankfurt a. M. wird uns geschrieben: „Du bereitest Dir selbst Freude und bringst anderen Freude, wenn Du zu Schowuaus Deinen Freunden und Bekannten Blumen durch Keren Hathora ins Haus bringen läßt. Du unterstützest dadurch zum. mm in» die hehren Zwecke des Keren Hatauroh, den Fond zur "Förderung des Limmud Hatauroh. Bestelle deshalb sogleich schriftlich oder telefonisch: -Blumenstöcke a Mk. 2.— und 4.—, Blumensträuße a Mk. 1, 2 und 3.— beim Keren Hatauroh-Kommissariat Frankfurt a. M., Börnestvaße 26, Telefon Hansa 2730 oder bei Frl. Helene Oppenheimer, Schützenbrunnen 8, Tel. Carolus 44 783. Postscheckkonto des Keren Hathora-Kommissariats. Postscheckkonto Frankfurt a. M., 41666." Trauerfeiern für Frau Charlotte Rosenheim Wenn auch an der Bahre undam frischen Grabe mit Rücksicht auf Lag beaumer Trauerkundgebungen unterbleiben mußten, so war der Andrang zu den Lernvorträgen während der Trauerwoche im Hause und zu den dort abgehaltenen, - Hespedim ungemein groß. Am letzten w^v-Tage, Sonntag, den 13. Mai, vormittag hielt zum Abschluß des in mi^-Lernens, der Dozent des Vereins eine Gedenkrede, in der er an den von den Midraschim und Kommentaren aufgezeigten feinen Nüancierungen im ^"n nvrr-Liede das, Charakterbild der Verstorbenen zeichnete und sie in ihrer doppelten Bedeutung als Frau des flammenden Geistes und als Meisterin des jüdischen Wohltuns würdigte. Gegen Abend um die Gebetszei-t konnten alle Räume des Hauses, einschließlich der Gänge, die Menschen nicht mehr fassen. Hatte es sich dochherumgeredet, daß der Sohn, Herr Jacob Rosenheim, nach dem Maariwgebete im Hause der Trauer Worte des Abschieds sprechen würde. Es war eine Feierstunde besonderer Art, die unvergeßlich und unverwischlich in der Seele Aller haften -bleiben wird, die ihr beiwohnen durften. Ein Sohn zeugte für die große Mutter, sagte in Worten, wie wir sie eindrucksvoller und nachhaltiger kaum je im Leben gehört, was die Mutter, ihm, der Familie, der Menschheit und Israel gewesen ist. Ein Rundbild -entstand vor unfern Augen, das Rundbild eines großen Menschen, dazu berufen, Gotteswerke auf Erden zu vollbringen. Möge das Jefajanische Trostwort, das diese Ausfuhrungen -einl-eitete und beschloß, Wort und Wahrheit werden für uns alle. •i»rmn DboYTOi nsarns ’rm p lanmn i»rr ic?n w$o S-tz. Erinnerung an Charlotte Rosenheim n"jr Man schreibt uns aus München: Wie soll ich die verehrungswürdige Frau preisen, die nun von hinnen gegangen ist? Sie, die edelste aller Mütter, die sorgsamste Hausfrau, die getreueste Gehilfin ihres Mannes! Es sind viele Jahre vergangen, feit ich in ihrem Hause verkehren dürfte, aber wo gab es eine trautere Freitagabend-Stube, wo war der Sabbatnachmittag behaglicher? Die ganze Fröhlichkeit des Sabbat strömte uns entgegen aus der liebenswürdigen Freundlichkeit dieses Hauses, in dem sich jeder wohlfühlte, der einmal dort eingekehrt war. Tagesereignisse wurden besprochen, alte Erinnerungen erzählt, und jeder hörte gerne vonder alten Frankfurter Zeit, von den Originalen der Frankfurter Kehilla, und von den ersten Anfängen der neuen Zeit, die vom Auftreten von S. R. Hirschs datierte. Unsere verehrte Freundin hatte als eine der ältesten und hervorragendsten Schülerinnen die Hirfchsche Schule durchlaufen, und sie machte den ganzen Kursus^ zum zweiten Male als Helferin ihres Sohnes mit,' um ihn ungeachtet der inzwischen eingetrekenen weitgreifenden Veränderungen in Stoff und Methode zum dritten Male mit ihren ältesten Enkelkindern durchzuarbeiten. Hem Sabbat folgte die arbeitsreiche Woche, in der Frau Rosenheim nicht nur ihren Pflichten als.Hausfrau oblag, sondern in der sie auch die pflichteifrige und kenntnisreiche Sekretärin und Buchhalterin ihres Mannes war. Die Arbeit war umfangreich und keineswegs leicht. bei . der ausgedehnten Korrespondenz, die,.sich -aus den Ansprüchen an die Wohltätigkeit des Barons Rothschild ergaben, und sie vermittelte manche interessante Bekanntschaft, enthüllte merkwürdige Gedan.kengättge und Jdeenkreise' und brachte große Erfahrung, die wiederum für die Beurteilung der heimischen Angelegenheiten wertvolle Fingerzeige gab. ' Alles aber, wäs -geschah, und wie es geschah, wurde aus' dem Gesichtswinkel wahrer jüdischer Frömmigkeit, wie sie sich aus den Lehren des großen Meisters ergab, betrachtet und durchgeführt, immer war Thora im Derech Erez''harmonische Vereinigung des Gesetzes mit den. Anforderungen der Zeit der Leitstern ihres Lebens. Nur wenige Jahre war es mir vergönnt, Gast in diesem Haust, zu fein. - Die Verhältnisse führten uns wieder, hinaüs an andere Plätze, -aber die Erinnerung an die schönen Zeiten, die guten Lehren, die wir unmerklich in uns lausnahmen, blieben die Begleitet-auf dem ferneren Lebenswege, und die Dankbarkeit,/ der diese Zeilen Ausdruck geben sollen, wird nicht erlöschen. E—ch. Schwuauslernen im Ttletov Chopin. Wie alljährlich, findet auch in diesem Jahre in der ersten Schwuausnacht das übliche Lernen statt. Beginn 11 Uhr präzis. Voranmeldungen an Herrn Fritz Stern, Der Israelit_ I Langestr. 18, erbeten. Preis für Mitglieder M. 1.50, für Nichtmitglieder M. 2.—. Schewuaus-Lernen. . Die Agudas Iisroel - Jugendgruppe veranstaltet in der 1. Schewuausnacht in ihren Räumen- Schwanenstraße 12, ein Lernen für ihre Mitglieder. Anfang 11 Uhr. Es wird um recht zahlreiche Beteiligung gebeten. Anmeldungen werden schriftlich bis "Dienstag, den 22. Mai nach dem Veveinslotal erbeten. Zur Deckung der Unkosten wird ein Beitrag von Mk. 1.— erhoben. Agudas Jisroel-Jugendgruppe. Am Schabbos den 19. Mai findet um 12.30 Uhr das Jahrzeitslernen für Willy. Schwabacher mit anschließendem Minchoh statt. Verein zur Förderung ritueller Speisehäuser e. V. Hamburg. Sonntag den 3. Juni 1928, um 16.30 Uhr, findet im Volksbildungsheim, Eschenheimer Anlage 40/41, Saal V, eine Mitgliederversammlung ob engenannten Vereins statt. Auf der Tagesordnung stehen: 1. Geschäftsbericht, 2. Rechenschaftsbericht, 3. Diskussion, 4. Wahlen: a) des Vorstandes, b) der Revisoren, 5. Diverses. Der Mitgliederversammlung geht eine um 15.30 Uhr beginnende öffentliche Versammlung voraus, zu der Jedermann eingeladen wird. Redner: Oberrabb. Dr. Carle buch, Altona. Ostjüdifcher Jugendbund. Der Ost jüdische Jugendbund konnte am 1. Mai sein eigenes Heim in der Fischerfeldstraße 9, 1. beziehen und findet wegen der „Omer-Zeit" die feierliche Einweihung erst im Jun-i statt. Das Bundes-Heim ist, wie -aus dem Vereinskalender ersichtlich, bereits geöffnet und werden die einzurichtenden Kurse noch bekannt gegeben. An die „Nicht-Jugendlichen" ergeht die Bitte um Unterstützung des Bundes und Beitritt als förderndes Mitglied. Kinderheim der weiblichen Fürsorge. Das Kinderhaus der weiblichen Fürsorge hielt am 26. März 1928 seine 16. Generalversammlung ab. Aus dem Jahresbericht, der mit dem 31. Dezember 1927 schließt, sei folgendes hervorgehoben: Im verflossenen Jahre verlor der Vorstanddes Kind-erhauses zwei wertvolle - Mitglieder: die Mitbegründerm des Kinderhaufes, Frau Bertha Kuttner, welche uns lange Jahre hindurch im Vorstand wertvolle Dienste geleistet hat, und Herrn Bernhard Simon, der uns mit klugem Rat stets treu zur Seite stand. Die Zahl der Beamten und Angestellten blieb die gleiche wie im Vorjahre. Die Belegungsziffern weisen 130 Pfleglinge mit 15408 Verpflegungstagen auf. Der Gesundheitszustand im Hause war ein erfreulich guter; es kamen keine ernsteren Erkrankungen vor. Mitgliedsbeiträge und Spenden sind bedauerlicherweise gegen das Vorjahr etwas zurückgeblieben; nur durch die Zuweisungen -einiger edler Gönner war es -uns möglich,, eine Anzahl Zöglinge, für welche sonst keinerlei Bezahlung geleistet wurde, im Hause zu behalten. Der Jahresbericht schließt mit dem herzlichsten Dank an alle diejenigen, die zum Gedeihen des Hauses b-eigetragen haben. In erster Linie gilt dies Herrn Dr. Siegfried Oppenheimer und Schwester Oberin Frieda Amram für ihr« unermüdliche Hingebung zum Wohn aller Zöglinge der Anstalt. Vom Jüdischen Frauenbund. Die Ortsgruppe Frankfurt a. M. des Jüdischen Frauenbundes veranstaltete am 6. und 9. Mai zwei Werbeversammlungen. Bei der ersten Veranstaltung sprach Frau Henriette Fürth über das Buch des amerikanischen Jugendrichters Lrndsey und die darin behandelten Fragen des Sexuallebens. In der Diskussion kamen auch die Vertreter der gegenteiligen' Meinung zu Wort. Die zweite Veranstaltung, Mittwoch, am 9. Mäi> galt der Idee der V ö lk er v erständignng. Herr Rabbiner Dr. Emil Bernhard-Cohn, Berlin», sprach über R e ch t u n d Frieden, wie sie im Judentum zum Ausdruck-kommen. Er’ gab seinem Referat einen künstlerischen Abschluß durch Verlesen des ersten Aktes seines Schauspiels „Das reißende Lamm", das däs Gebot „Du sollst nicht töten" und die Macht der Kraft durch Recht ohne Gewalt' in den Vordergrund stellte. Das Moskauer Jüdische Akademische Theater in Frankfurt. Das Moskauer Jüdisch-Akademische Theater, das in den letzten Wochen in Berlin große Triumphe gefeiert hat, gastiert zurzeit hier in Frankfurt, und zwar im Reuen Operetten-Theater, Am Eschenheimer Tor. Zur Ausführung kommen „200 000", eine musikalische Komödie nach Scholem Alechem, „Die Reise Benjamins III", nach Mendele Moicher Sforim und „Die Hexe", nach Goldfaden. Die drei genannten Autoren gelten als die Väter der jiddischen Literatur und die Schöpfer des jüdischen Thea-' te rs. Die gewählten Stücke spiegeln das Mische Leben im Osten in -all seinen Farben und Tonarten wider Regie, Technik und Spielkunst des Ensembles stehen auf' einer Höhe, die in Westeuropa größte Bewunderung erregte. - Vereinskalender. Verein Mekor Chajim. Sonntag morgens nach Schul (ebenso Mittwoch), im Hörsaale Friedberger Anlage aix «n» Herrj > Redakteur S. Schachnowitz. — 8y4 Uhr vorm. (ebenso Samstag eine Stunde vor Rächt) im Dereinslokale, Gemoro. Herr Joachim Sofer. — 91/4 Uhr vorm, (ebenso Diepstag nachmittag eine Stunde vor Mincho), Gemoro, Herr R. A. G. Posen. Montag morgen nach Schul (ebenso Donnerstag) im Hörsaale, Mischna, Mitgliederlernen. — Abends 7 Uhr (ebenso Mittwoch) im Dereinslokale. Gemoro. Herr Rabb. Dri Josef Breuer. — Abends 8V4 Uhr (ebenso Donnerstag) im Vereinslokale. Gemoro, Herr Dr. E. Posen. Dienstag morgen nach Schul (ebenso Freitag) im Hörsaale, Mijchna, Herr Dr. <£. Posen. Don Sonntag bis Donnerstag enschl., abends 83/4 Uhr im Dereinslokale v"V-Lernen, Herr Hrez Halpern. Samstag nach Schul, im Hörsaale. Dinim, Herr Dr. E. Posen. — nachmittags 4*/4 Uhr, im Vereinslokale, Mikro, Herr Dr. W. Hofmann. — Eine Stunde vor Nacht im Hörsaale, Midrasch, Herr Dr. S. Ehrmann. Agudas Jisroel-Jugendgruppe. MP, 7Vs Uhr. Tfillas Schacharis. — ^lO—W/a Herr Dr. I. Posen, Gemorok Kidduschjn, Am Tiergarten 42, — 3/4ll—3/412, Herr Louis Kahn, Kizzur Schulchan. Oruch. — 3/4ll—3/4l2, Herr Lippmann Kurzweil, Gemoro Bowo Kamo. — 6—71/2, Herr Gerson Schnerb, Kizzur Schulchan Ornch. — 12—1, Herr. Herz Halpern, Das Jaumi. — VB—Vs4, Herr Drr W. Hofmann, Gemoro Bowo Kamo. — 3—41/2» Herr Leo Schnerb. Gemoro Bezoh. — 4. Tfillas Mincho. — 4*/, 51/2» Herr R.-A. M. Katz. Sidraü mit Raschi. von 3—4 Uhr. Montag und Dienstag von i/sd—lO Uhr Schiur des Herrn Emanuel Wolf. Minjan am rnw morgens pünktlich um 7y4 Uhr. Von Montag bis Freitag morgen im Sitzungszimmer der Jsr. Religionsgesellschast, Gemoro, Herr Dr. Ehrmann. Agudas Jisroel-Mädchengruppe. Sonntag, 7—8 abds., Herr Dr. A. Merzbach, Jesajah Montag, 9—10, Herr S. Unna, Newiim, Uhlandstr. 68 Dienstag, 9—10, Herr Dr. S-. Weger, Trei Osor Zobelstraße 5. Mittwoch, 8-9, Herr Lehrer A. Hirschverg, Dinim, Samstag. 3/4ll—1*/412, Herr Julius Lewin. Das Buch Samuel, — 4—5, Herr Lehrer A. Hirschberg. Tauroh. Llwjalh Chen-Verein. Samstag, im Hörsaale Friedberger-Anlage, nach Mincho (5i/4 Uhr) Dortrag des Herrn S. Schachnowitz (Wo und wie ist der Sinai.) Ostjüdifcher Jugendbund. Das Bundesheim Fifcherfsldstraße 9 I. ist geöffnet Donnerstags von 9—li Uhr abends. Freitags von 1/2IO—11 Uhr abends, Samstags und Jaumtauw 1/2II—l Uhr vormittags und 3—9 Uhr abends. Sonn- und Feiertags von 1/2II—1 Uhr vormittags und 3—11 nachmittags. Jüdischer Turnerbund. Turnz eiten. Herren: Sonntag, 8-12 Uhr,.Gymnasttk und Sport. Riederwaldwiese. Leitung: Sportlehrer Friede! Eisenhuth. Donnerstag, 8y2—10 Uhr. Gymnastik und Turnen. Annaschule. LeitungTurnu. Sportlehrer Friede! Eisenhuth. Alte Herren: Donnerstag, 8'/s—10 Uhr, Turnen und Gymnastik. Annaschule. Leitung: Turnu. Sportlehrer Fr. Eisenhuth. Jugend; Sonntag. 8-12 Uhr, Gymnastik und Sport. Riederwaldwiese. Leitung.- Sportlehrer Fr. Eisenhuth. m S) Damen: Mittwoch, 8V2—10 Uhr, Turnen und Gymnasttk. Annasckschule. Rechneigrabenstraße Leitung: Fräulein Trusheim. Frauen: Mittwoch. 73/4—9 Uhr, Sündergymnastikkurs, Realschule Tiergarten 8. Leitung: Frl. M. Acker. Knaben: Dienstag, 6—8 Uhr, Turnen und Spielen, Annaschule. Leitung: Ferd. Fleck. Mädchen: Mittwoch, 47s—'7 Uhr Gymnastik und Turnen Abtlg. I (bis 10 Jahre). 4V»-5l/2 Uhr Abtlg. II (über 10 Jahre). 5l/2—7 Uhr, Annaschule. Leitung: Ferd. Fleck. Sonntag: Sport Riederwaldwiese, Wanderungen, Radtouren, Schwimmen. Esraturnen. Unsere Turnabende .finden unter /der bewährten Leitung des Hertlk Turnlehrers Friede regelmäßig wieder statt. . Turnsaal der Samson Raphael Hirsch-Schule. Anmeldungen und Auskünfte Eli Ph. Posen, Fichtestraße 8 I., sowie aus dem Turnboden. 1,, Gebetzette». 13793 5,3V' Freitag Abend 7.30 Samstag 6.30 Samstagmorgen 7.45 - Samstagnachmittag 1.— und 5.— Samstagabend 9 05 Wochengottesdienst: * Morgens 6.15 Nachmittags 7.15 Tefilin-Cegen am Morgen 3.—