Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1928-05-03 · Heft 18 (3.5.1928) · page 20

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
69 (1928)
Issue
Heft 18 (3.5.1928)
Date
1928-05-03
Page
– (sequence 20)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2446951-2450495-2450512--74938-2532435
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Sette 3. Mai 1828 Der Israelit Blatter türlich auch ökonomische Gründe vorhanden sind welche hier auseinanderzusetzen nicht am Platze ist. -Die Juden fast insgesamt sind mehr oder minder bewußte Anhänger der Europäisierung und stellen demnach einen wertvollen Faktor im politischen Kalkül dar. Aber man verlangt von ihnen, daß sie dem durchaus europäischen Ma joritätsgedanken gleichfalls Rechnung tragen. Das verträgt sich freilich schlecht mit. dem Jdeengang der Balfourdeklaration und vorläufig ist der Weg nicht zu finden, wie dieser Jdeengang mit den tatsächlichen Verhältnissen zu vereinbaren ist. Kundige Engländer, kundige Araber, kundige Juden sind mit diesen Verhältnissen wohl ver lraut. Sollte man es versuchen, aus diesem Gewirr sich kreuzender Interessen ein Bild der Zukunfts Möglichkeiten und Zukünftswahrscheinlichkeiten zu gestalten, so kommt man immer wieder und wieder zu dem Resultat, daß für die jüdische Frage die nichtpalästinensische Judenheit bedeutsam ist nicht bloß in Bezug auf die materielle Unter stützung. Hierüber wäre ja viel zu sagen und Wesentliches ist hierin nicht geändert. Palästina kann dieser Unterstützung nicht entraten. Ein seltsam erscheinender Vorschlag soll einer Diskussion unterstellt werden. Es müßte zunächst einmal der Versuch gemacht werden, einen richtigen Waad kol Hakolalim in den nichtpalästmensischen Ländern zu etablieren. Den Führern der Kolalim in diesen Ländern erwüchse hierdurch eine gewaltige Aufgabe, deren Lösung jedoch im Bereiche der Möglichkeit liegt und die Einflußsphären der Orthodoxie wesentlich erweitern würde. Die Rückwirkung hinsichtlich eines Zusammenwachsens der aschkenasischen Kreise und bei gegebener Erweiterung, auch eines Zueinanderstrebens der sephardischen und aschkenasischen Kreise würde dadurch bedeutend ge fördert. Es würde ferner dadurch erzielt, daß die nach Palästina wandernden Persönlichkeiten einen großen Teil ihrer heimatlichen Eigentümlichkeiten leichter abstreifen würden und vielleicht in Palästina den Weg zu derjenigen jüdischen Einheit finden, die vom modernen Europäismus soweit entfernt ist, wie von dem quietistischen Orientalismus. Es könnten so innerpolitisch die Zeiten eines Chiskijahu wiederkehren. Das geistige nationale Heim wäre dadurch gewährleistet und auf höherer Stufe der Sinn des Mandates erfüllt. Zenkralrakskagung der Aguda in Polen. Sonntag, den 2. Jjar, begann die Zentralratstagung der Agudas Jisroel in Warschau, die mit einer Tagung der Jugendorganisationen eingeleitet wurde. Der diesmaligen Zentralratstagung kommt nach den entscheidende Vorgängen der letzten Zeit in Polen eine große Bedeutung zu. Auch mit Rücksicht auf die bevorstehende Kenessio-Gedaulo erwartete man überall mit großem Interesse die Beschlüsse des Vorstandes der größten Landesorganisation der Aguda. Die Bedeutung des Tages wird noch durch die Anwesenheit des Vorsitzenden des Geschäftsführenden Ausschusses in Wien, Rabbiner Dr. Pinchas Kohn, unterstrichen. Gleich nach seiner Ankunft erschien Rabbiner Dr. Pinchas Kohn, der Sonntag nachmittags in Warschau eintraf und von einer größeren Deputation der dortigen Aguda empfangen wurde, bei der Jugendkonferenz, wo er die bedeutsame Mitteilung machte, daß das Zentralbüro der Aguda ernstlich bemüht sei, noch vor der Kenessio eine Weltjugendtagung der Aguda einzuberufen. Die eigentliche Zentraltagung begann Montag. Das politische Hauptreferat hielt Herr I. M. Lewin, der überaus ernst und eindrucksvoll über die gegenwärtige Situation der Agudo in Polen sprach. Wenn auch die jüngsten Wahlen, führte Redner aus, eine große Niederlage für die Aguda bedeuten, da man fast die ganze parlamentarische Vertretung eingebüßt habe, so müsse trotzdem betont werden, daß die von der Aguda eingeschlagene Politik als die einzig richtige bezeichnet werden muß. Die Tatsache, daß jüdische Vertreter der Regierungspartei sitzen, läßt hoffen, daß dem Verhältnis der polnischen Gesellschaft den Juden gegenüber eine Besserung eintreten wird Aber nebst den politischen harren noch gewaltige Aufgaben der Lösung. Der bisherige Präsiden" des Zentralkomitees, Oberrabbiner Schapira, ist durch die große Arbeit für die Lubliner Jefchtwah derart in Anspruch genommen, daß er sür ander wertige agudistische Aufgaben kaum Zeit erübri gen konnte. Bei der Wahl der neuen Leitung muß darauf geschaut werden, daß sie die Arbeit Vakanzliste der Stellenvermittlung der Agudas Jisroel Jugendgrnppen Berlin. 1723 Tuche engros 1 junger Mann für Lager und Verkauf 1725 Jugendheim i. Harz 1 Köchin (streng gesetzestreu) 1790 Luxus- und Phantasiepapiere 1 Stadtreisender 1805 Hotel im Eisass 1 perfekte Köchin für die Sommersaison 1830 Metalle 1 perfekte Stenotypistin mit englischen und französischen Sprachkenntnissen 1844 Haushalt 1 Wirtschafterin 1858 Kurzwaren engros 1 Lehrling 1663 Immobilien 1 perfekte Stenotypistin 1865 Haushalt 1 Kinderfräulein tagsüber 1872 Bankgeschäft In Mainz 1 junger Mann aus dem Bankfach 1874 Felle und Rauchwaren 1 perfekte Buchhalterin mit Stenographie und Schreibmaschine 1878 Celluloidwaren 1 Lehrling 1879 Konfektion 1 Lehrling 1880 Elektro Batteriefabrik 1 Korrespondentin mit englischen und französischen Sprachkenntnissen 1883 Kolonialwaren 1 tüchtige Buchhalterin 1885 Toiletteartikel 1 Lehrmädchen 1890 Metalle 1 tüchtige Stenotypistin 1692 Assekuranz-Büro 1 tüchtige Stenotypistin Reflektanten wollen sich bitte an die Stellenvermittlung der Agudas Jisroel Jugendgruppen, Berlin N. 54, Rosenthalerstraße 58 wenden. von vielen Jahren einhole. Hierauf ergriff Rabbiner Dr. P. Kohn das Wort. Er versicherte die polnische Landesorganiisation des regen Interesses der Zentralleitung, die überzeugt sei, daß die Größe und Schlagkrast der polnischen Aguda gleichbedeutend mit der Größe und Schlagkraft der Aguda überhaupt ist. Vor der Wiederaufnahme der Arbeit sei es nötig, sich vor Augen zu halten daß es uns hauptsächlich an Selbstachtung und an Respekt vor der Orthodoxie fehlt. In dem Augenblick, wie wir diese Minderwertigkeitsgefühle loswerden, kann die Aguda hier wie überall auf eine bessere Zukunft hoffen. Hierauf wurde die Generaldebatte abgeführt, an deren Schluß die einzelnen Kommissionen gewählt wurden. Aus der Bewegung. Frankfurt a. M. Der Organisationsvorstand der AJJLd gibt noch vor Beginn der Sommer-Saison ein Reisebüchelchen heraus, das die Adressen aller Vertrauensmänner derjenigen Orte enthält die sich mit Rat und Tat durchreisenden jungen Agudisten zur' Verfügung stellen wollen. Auch an Orten, an denen keine Jugendgruppe existiert, wäre uns eine Adressenangabe erwünscht. Frankfurt a. M. 'Der Ende 1927 in Frankfurt a. M. stattgefundene Bundestag der Agudas Jisroel-Jugendorganisation hat die Leitung vor neue Aufgaben gestellt. Es galt die Vorbedingungen zu schaffen, damit innerhalb der Gruppen die Beschlüsse der Tagung realisiert werden können. Nach wochenlangen Vorbereitungen, Beratungen und Korrespondenzen sind die diesbezüglichen Arbeiten zu einem gewissen Abschluß gelangt, so daß zu hoffen ist, daß die seit dem B. T. zu beobachtende Jntensivität der Gruppen, insbesondere in Leipzig und Frankfurt, noch stärker in Erscheinung treten wird Herr David Ullmann, Cassel, wurde verpflichtet, die für den Herbst als Einleitung für die gesamte Winterarbeit geplante Kulturwoche zu organisieren. — Im Monat Siwan sollen in allen Landesteilen Treffahrten stattfinden. Das „Eorrespondenzblatt" wird in Kürze wieder erscheinen. Zürich. Nach Montreux soll nunmehr auch Zürich eine Jeschiwah erhalten. Cs wurden bereits' namhafte Beträge zu diesem Zweck aus Züricher Kreisen zur Verfügung gestellt. Frankfurt a. In Besprechungen, die im Laufe des Monat Nissan. zwischen dem Frankfurter Geschäftsführenden Ausschusses der Agudas Jisroel und dem Vorsitzenden des Wiener G. A. stattfanden, wurde beschlossen, zur Vorbereitung der Kenessio Gedaulo in allen Ländern Landesversammlungen großen Stils abzuhalten. Der Termin der K. G. wurde noch nicht endgültig festgelegt. Luzern. Am 29. April fand die ordentliche Generalversammlung der hiesigen Ortsgruppe statt, die erfreulicherweise zahlreich besucht war. Herr Dr. Guggenheim childerte in kurzen Worten die Tätigkeit des Vereines im verflossenen Jahre, indem er besonders auf 3 zahlreich besuchte Vorträge hinwies und ein befriedigendes Programm für den nächsten Winter in Aussicht stellte. Herr R. Rutowitz erstattete Bericht über Bodenverkaufsgelder, Rausch-Chaudeschspenden und die von der Mädchengruppe gesammelten Keren-Hajischuwgelder Nachdem Herr M. Erlanger den Kassenbericht verlesen hatte, wurde dem Vorstand Decharge erteilt. Hierauf ergriff Herr Rabbiner Brom das Wort und sprach über die Organisation und die Ausgaben des Keren-Hathora, indem er besonders die große Bedeutung des Bais-Jaakauw- Schulwefens hervorhob. Diese Worte veranlaßten Herrn Laßmann, zu betonen, daß er die sittliche Hebung des ostjüdischen Mädchens als die wichtigste Aufgabe betrachte, da hier die Hilfe am. notwendigsten fei. Auch Herr I. Erlanger und Herr Eifenberg beteiligten sich an der anregenden Debatte. Der neugewählte Vorstand besteht aus den Herren Dr. R. Guggenheim, Präsident, M. Erlanger, Kassier, A. Schnitzer, Aktuar, Herrn Rabb. S Brom und Eisenberg, Beisitzer, R. Rutowitz, Vorsteher der Pa-- lästinaangelegenheiten. - . ■ Spendenliste Adar-Aktion Keren Erez Jisroel: Nieder-Ohmen: Emanuel Frank 10. Niederaula: durch Gans: Goldmeier 7, H. Apel I. 3,. N. N. 3, G. Oppenheim 3, Leopold Speier 2, Wwe. Oppenheim 2, Salli Speier 2, David Jakob 2, Sal. Levi 1, Andorn 1.50, I. Deutsch 1, H. Apt 1, S. Scharf 0,50, Jakob Jakob 5, zusammen 36.50. Nürnberg: Siegmund Bronner 23, durch Fr. Bella- Jung 10. Obergimpern: N. N. 2. Oberlauringen: Kraushaar 3. Oberseemen: M. Goldschmidt 3. Oldenburg: M. Meyberg anl. Tanis 2. Oehringen: durch Jakob Einstein 65. Pfungstadt: durch Gebr. Mainzer aus Gemeinde 7. Puttelange: M. Reichelfohn 48.75. Randegg: Jsr. Gemeinde durch Lehrer A. Weil 21.58.. Riga: Agudas Jisroel 1366.65. Rothenburg: E. Liffgens 10. Siegburg: Josef Strauß 5. Sulzburg: Jsr. Gemeinde 4.60. Sprendlingen: durch Lehrer Kaufmann 5. St. Moritz: N. N. 3. - Stuttgart: Jsr. Gemeindepflege 50. Schopsioch: Männerverein 15. Tiefenort: Sal. Ullmann 10. Westheim: Jsr. Frauenverein 20. Wilhermsdorf: Jsr. Kultusgemeinde 10. Devwencfef 51 & uda-Qfllavh en * Ivfiafffiefi in allen Ortsgruppen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.