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Der Israelit · 1928-05-03 · Heft 18 (3.5.1928) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
69 (1928)
Issue
Heft 18 (3.5.1928)
Date
1928-05-03
Page
– (sequence 17)
Language
German
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^Crzie^ung PäJ ^3 OL i S zum.AAsrac Organ des Kundes gestyestreuer jüdischer Kehrer Deutschlands. c-.v-L. Schmrvortrag zu ll'Vij? ntsna*. Von Lehrer M. Schloß in Diersburg (Baden)/ mtpip /dn^K himxi i>xiv' ms tu» Va iai uax^ nv» ^>x n iai'i -v2'pi>x 'i mx viip m ,1'nn „Der Ewige sprach zu Moses, wie folgt: Rede mit der ganzen Gemeinde der Kinder Israel und sage ihnen: Heilig sollt ihr sein, denn heilig bin Ich der Ewige euer Gott." Gott befahl hier dem Volke Israel durch seinen Lehrer und Führer Moses, sich zu heiligen. Nach Raschi wurde dieser Befehl der versammelten Gemeinde vorgetragen, weil in ihm gewissermaßen! Israels hehre Bestimmung vorgezeichnet ist. Zur Vervollständigung dieses Gedankens und dieses Begriffes schließt der apy’ imxfolgenden Vers (»"' nive?) an: ax nnn ■>*> '2 ,D’»?n i>a» n^io ’V omn »nna nx wnspi ■»i’ipa iy«ty/i yivv •pxn $>a „Und nun, wenn ihr hören werdet auf meine Stimme und hütet meinen Bund, dann sollt ihr mir ein Eigentumsvolk sein, denn mein ist die ganze Erde." Jeder Mensch ist im Cbenbilde Gottes geschaffen; die Seele ist unsterblich, göttlich, der Körper von Erde, vergänglich. Besitzt schon jeder einzelne Mensch diesen Vorzug, wieviel mehr aber erhebt sich Israel aus der Reihe der andern Völker, das zum Eigentumsvolk Gottes, zu einem Reich von Priestern erhoben und bestimmt wurde. Dieser Abschnitt bedeutet eine geistige und religiöse Erhebung des Volkes Israel, er beginnt mit c«np und schließt mit r-'v-ip. eine Heiligsprechung Israels. ■'i mx viip m ’V on”m „Und ihr seiet mir heilig, denn heilig, bin Ich, der Ewige, euer Gott" (eigentlicher Schluß der Sidra D’znp)- Somit heilige ich euch ' als m e i n Volk, ich verlange aber, flr’nb ßMyn p nanx i>'iaxi daß ihr euch erhebet und unterscheidet aus allen andern Völkern. Das heißt (nach Wenn ihr abgesondert bleibt, seid ihr mein eigen, wenn aber nicht, werden eure Feinde über euch hereinbrechen. (Nebukadnezar) und euch vernichten. „Ein Fürst besaß einen einzigen Sohn, den er als Vater besonders liebte und deshalb auch verbog und verwöhnte. Die Folge war, daß dieser Sohn die guten Lehren seines Vaters verschmähte, aus Abwege geriet und leichtsinnig wurde, Als alle Ermahnungen uns ernsten Reden' nichts mehr halfen, beschloß der Vater, ihn zu verstoßen. Ziellos und planlos irrte dieser verwöhnte und verzärtelte Fürstensohn auf den Straßen und Feldern umher; er hungerte und dürstete, er litt Not, nach Hause aber kehrte er nicht zurück. Er sank von Stufe zu Stufe, bis er endlich als gewöhnlicher Arbeiter bei einem Bauer Arbeit fand. Er gesellte sich zu den gew.öhnlichen Knechten und Mägden und war äußerlich nicht mehr von ihnen zu erkennen. Der Vater aber, der vor Mitleid und Sehnsucht nach seinem Sohn fast krank wurde, beschloß nun, ihn zu suchen,. Als er den. Aufenthaltsort seines einzigen Sohnes erfahren hatte, begab er sich zu ihm. Er fand ihn zwischen den niederen Knechten und Mägden als einen der ihrigen. „Mein. Sohn, wie tief bist du gesunken, kehre zurück zu deinem Vater, der dich liebt und dich erheben möchte." (Nach Dr. Kanter.) Israel verließ seinen Gott, seinen Vater im Himmel, er hat es verstoßen und erbarmt sich wieder über sein Volk, wenn es reuig zu ihm zurückkehrt. 'x ,Tm,a ityaa nxp ’tysa tnx ivx' xipMvIivix '’iry p iryVx mi •>by im D’apaff »ax nm?x ,ivi ,wxi>a viai-iivox Rabbi Elasar Sohn Asarja stellte folgenden Grundsatz auf: Niemals sage: meine Seele ekelt sich vor dem Genuß des Schweinefleisches, oder ich vermag nicht, mich in ein Gewebe von Wellen und Leinen zu kleiden dwsj sage lieber: ich muß es tun, weil mein Vater im Himmel es befiehlt, es mir auferlegt hat (Raschi). Hierauf de Aeußerung des mvnm sm» namp ia xsi» nnx nnyn p psy rnn Va / Wer sich vor der Unreinheit bewahrt und die Sünde flieht, de^ ist auch bestrebt, sich hehre Verdienste zu erwerben — heilig zu werden. Er strebt höheren Zielen zu; er sucht Gott und findet Gott. — Wenn die rramp im gemeinsamen Gebet vorgetragen wird, streben wir bei jedem Wörtchen mit unserem Körper nach oben, zum Zeichen unserer Selbstheiligung, zum Beweise unserer Bereitschaft, das a>ara niaVn Viy das Joch unserer Religion freiwillig auf uns zu nehmen. Und wer das gerne und mit Liebe erfüllt, dessen Bürde wird nach dem Ausspruch unserer Weisen (niax pia) von ihm genommen. — An den Befehl der Rein- und Heilighaltung schließt sich unmittelbar zum gleichen Inhalt das Gebot der Elternehre an, aber in Verbindung mit dem 4. Gebot der Sabbatheiligung. Dieser Ausspruch lautet: ii-iwi 'mau nxi ixiv> r>axi i»x v'x Ein Jeder ehrfürchte Mutter und Vater und beobachte meine Sabbate. Sowohl die Gebote der Sabbatheiligung als aua) der Elternehre stehen in gewisser Beziehung zu dem Befehle der Sabbatheiligung. Bei allen drei Aussprüchen wird für die Befolgung eines jeden Ausspruches göttlicher Lehre verheißen: „Heilig sollt ihr, denn ich bin heilig der Ewige, „denn der Sabbat ist ein Bundeszeichen zwischen mir und dir." „Ehre Vater und Mutter, damit du lange lebest" usw. — Unmöglich kann ein Mensch, sei er Mann oder Frau, tugendhaft oder sittsam genannt werden, wenn er seine Eltern kränkt und ihnen nicht gehorcht. In den zehn Aussprüchen wird bei dem Befehl der Elternehre das Personalpronomen ,7Du" gebraucht, dagegen hier in ö'anp der Ausdruck "B”x „ein Jeder" oder „Jedermann". Sowohl die Selbstheiligung als auch die Sabatheiligung und auch die Elternehre richten, sich.gleichzeitig an den Mann und auch an die Frau. Die Frau ist nur von jenen Geboten (Mizwos) ausgeschlossen, die an eine gewisse Zeit oder Stunde gebunden sind. Ein Jeder ehre seine Eltern, ein Jeder heilige den Sabbat und ein jeder Jehudi zähle sich zur Vsis^ my zur heiligen Gemeinde Israels, sei er Mann oder Frau. — Hier in dem genannten Vers unseres Wochenabschnittes wird die Mutter dem Vater vorangestellt. Der Talmud nennt die Frau „das Haus >n<yx n ot Im jüdischen Hause soll das Feuer jüdischer Begeisterung ourch die Frau und Mutter entfacht werden. S i e ist die Erzieherin, sie die Beraterin, sie entzündet das Licht, sie bringt in das jüdische Haus religiöse Weihe, wie einst unsere Stammutter in den Zelten Saras und Rebekkas. In der Erziehung spielt die Frau des Hauses den Hauptfaktor: Sie säugt das Kind und pflegt es, sie lehrt es das Sprechen und das Beten, sie lehrt es das Gute und das Böse, Eine fromme: gute Frau bedeutet des Mannes Glück, sie kann aber auch im Negativ zum Verhängnis, zum Unglück des Mannes werden. „Darum prüfe, was sich ewig bindet". Gottlose Frauen brachten die Königshäuser Solomons und Ahabs zu Fall und führten ihren Untergang herbei. Die Zeichen der heutigen Zeit, kurze Kleider, Bubiköpfe und entblößte Körperteile gehören gewiß nicht ins Judentum .— Drei haben Anteil am Menschen: Gott, Vater und Mutter. Eng in Verbindung mit der Elternehre wurde in unserem Textvers die Heilighaltung des Sabbats ge? bracht. Die gleiche Strafe traf den Sabbatschänder, wie auch den ungeratenen Sohn, den xiivi 1110 p» beide wurden gesteinigt. Unmöglich kann ein Mensch heilig oder fromm genannt werden, der den Sabbat verletzt. Ist doch gerade dieser Tag dazu bestimmt, uns die Pflege des Geistes und des Körpers am Tage der Ruhe angedeihen zu lassen. So wichtig auch das Gebot der Elternehre ist, es ist eines der elementarsten Pflichten des menschlichen Lebens, auf welchem gewissermaßen Gesetz und Recht im Staate und im Familienleben ruht, und dennoch braucht, nach Raschi, das Kind den Eltern nicht gehorchen, wenn die Eltern vom Kind die Verletzung religiöser Pflichten, die Verletzung des Sabbats verlangen. Und wie oft verlangen es die heutigen Eltern! Sie sind vielmals die Verführer ihrer Kinder, sie liefern sie dem Moloch aus, sie führen sie an der Hand in jene Geschäfte als Lehrlinge oder Lehrmädchen, wo sie den Sabbat entweihen müssen. Der Anfang religiöser Entgleisung, der Beginn religiösen Abfalls und Verfalls. Jene Kinder gehen in der Regel als Männer uns Frauen unserer Religion verloren. Und wer trägt die Verantwortung! Nur jene gottlosen Eltern, jene veramwortungslosen Mütter und Väter! Auch hier gilt wieder die Mutter als jener Faktor, welchem die Heilighaltung des Sabbats im Hause obliegt. Sie entzündet die Sabbatlichter, sie richtet den Sabbattisch, bäckt und ordnet die Sabbatbrote und gestaltet das Heim am Sabbat zu einem Heiligtum. Wer in einem solchen Hause erzogen wurde, wer in solch sinniger Weise im Elternhause den Sabbat gefeiert hat, die Sabbütweihe empfing, wird selten in seinem Leben zum Entweiher des Sabbats werden. Nicht umsonst wird deshalb hier in der Elternehre die Frau vorangestellt, denn in Verbindung gebracht mit der Heilighaltung der Religion, in Verbindung gebracht mit der religiösen Weihe des Hauses und im Hause trifft gerade die Frau die größte Pflicht und die größte Verantwortung. O Eltern, erziehet eure Kinder zu guten Jehudim und haltet eure Sabbate, dann kann das Judentum bestehen und wir bleiben ein cnip oy, ein heiliges Volk! Um sich auf leichte und sachgemäße Weise in die Art eines schönen und zugkräftigen Schiurs hineinzufinden, rate ich jedem Kollegen, sich die Schiurwerke von Herrn Rabbiner Dr. Kanter in Zwittau (Mähren) zu beschaffen, «r findet in ihnen, was er sucht: nav nbv Homiletische Essays zu allen Wochenabfchnrtten. w»a iai Zeitgemäße Betrachtungen (im Moment leider vergriffen). Um außerdem zu jedem Schiurvortrag ein passendes Gleichnis oder eine geschmackvolle Parabel einflechten zu können, hat jener erfahrene und gewiegte Thoragelehrte folgende drei Gleichniswerke noch herausgegeben: -craan ’iai ,D’irm bvn (Gleichnisse von Dr. Kanter in Zwittau (Mähren). Sie sind auch in Deutschland zu haben; ich habe sie jeweils von Kauffmann u. Co. bezogen. Mit ihren ästhetischen Gedanken und ihrer tiefen Ethik und der Schlagkraft ihrer Beweise geben sie dem Vortragenden eine solche Zugkraft, daß er bei richtiger und zweckmäßiger Anwendung derselben eines großen Erfolges sich stets erfreuen wird. Besonders wertvoll ist das neu erschienene Werk •mya iai, Gleichnisse und Parabeln; ein reines Schatzkästlein, systematisch und methodisch geordnet. UnalchängigerVerein israelitischer Lehrer im Freistaale Hessen. Bericht über die Jahresversammlung am 1. Januär 1928 in Frankfurt a. Bl., Hotel Almann. Der Vorsitzende des Vereins, Herr Sulzbacher-Groß- Vieberau, eröffnet um 11 Uhr die Jahresversammlung und begrüßt die zahlreich erschienenen Mitglieder und Gäste. Er erinnert an das dreißigjährige Bestehen des Vereins und wirft einen Rückblick auf die in dieser Zeit geleistete Vereinsarbeit. Sie galt besonders der sozialen Emporführung des jüdischen Lehrerstandes. Die Führer des Vereins in vergangenen Jahren, Ehrmann-Friedberg und Lebermann-Darmstadt, finden besondere Erwähnung'

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