Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 69 (1928)
- Issue
- Heft 16 (19.4.1928)
- Date
- 1928-04-19
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 16 Seite 3 19. April 1928 _•• , , „ . ■ auf die Denkkraft als auf das Gedächtnis gewirkt hatte. Suchte, S. R. Hirsch doch alles, was er aus Gedanken der Tauroh lehrte durch das Medium des Gefühls für den W i l l e n fruchtbar zu machen. Und wie sahen damals die Lehrkräfte aus, die ihm,zur Seite standen? Es waren meist unwissende' Menschen, die nur auf das Zeugnis eines guten Schächters von/der Gemeinde angestellt warendie sich nun befähigt glaubten, zu unterrichten, zu lehren in Dingen, die mehr als alles andere Wissen auf Geist und Gemüt Einfluß haben. Nachdem Hirsch jedoch eingesehen hatte, daß es unmöglich sei, das Schulwerk in Oldenburg auf eine gewisse Blüte zu bringen, nahm er den ihm angebotenen Rabbinatssitz in Emden an; hier hatte er einen ausgedehnteren Wirkungskreis, auch mehr die tätige Unterstützung der ihn besonders hoch schätzenden Behörden. Denn er wußte, und seine Wirksamkeit in Emden zeigt es schon ganz deutlich, daß ein blühendes, echt jüdisches Gemeindewesen nur; auf dem Boden eines guten Schulwerks gedeihen kann, daß das Schulwerk die Wurzeln des Gememdewefens ist. Dieses gilt in erhöhtem Maße für die herrlichen Früchte, die sein Wirken .an dem Orte seiner Haupttätigkeit, hier in Frankfurt n.M., gezeitigt hat. Nur schweren Herzens entschlossen sich die Gemeindevorsteher in Oldenburg, Hirsch nach seiner elfjährigen Wirksamkeit zu entlassen,' hatte man doch gerade schon die Blüten der Aussaat eines Mannes genossen, der mit so edler Konsequenz, mit so beharrlichem Mute und Ernste, wie für die heilige Gottessache öffentlich gestritten, auch im Einzelleben, auch im Stillen gegen die unzählbaren Schwierigkeiten', bei den oft unüberwindlich scheinenden Hemmungen, die bei der Winzigkeit, Zerstreutheit und Mittellosigkeit der Gemeinden des oldenburgischen Bezirks, ihm überall entgegentraten, gekämpft. Mit aufopfernder, väterlicher Liebe sorgte er für alles. Sein Rednertalent lockte stets auch eine gewaltige Menge christlicher Zuhörer, die gleich den Juden, von den gehaltvollen Worten, der Einfachheit und Klarheit des Ausdrucks ergriffen waren, und die bedauerten, eine solche Herzenssprache nicht öfter hören zu können. Hirschs Herz sehnte , sich förmlich nach Organisation und Gründung eines gediegenen Schulwerks. Was Wunder, wenn Hirsch wenige Wochen nach seinem Amtsantritte in Emden bereits alle vorbereitenden Schritte für die Organisation und Gründung einer Bürgerbezw. Gemeindeschule mit einer solchen Energie und Aufopferung seiner eigenen Person traf, daß er trotz all der vielen Hemmungen und Schwierigkeiten Nach wenigen Jahren die Einweihung und Eröffnung seines Heiligtums, der noch heute b e st e h e n d enEmdener Bürgerbezw: G e m e i n d e s ch u l e vornehmen durfte. Damit hatte er das verwirklicht, was er als Lehre in 8 599 des Chaurew ausspricht „Die Gemeinde hat kein größeres Heiligtum als die Stätten, die sie in der Dauroh erbaut — als ihre Schulen". Es ist kein Zufall, daß Hirsch bei der Einweihung dieser seiner ersten Schulwerkstätte den achten Psalm in Thillim absingen ließ. Erinnern wir noch an eins. Hier in Emden ließ er in feiner sowie auch in den ihm unterstellten Schulen! seinen . Chaurew zur Benutzung für die Lehrer anschaffen und überreichte diesen seinen Chaurew den Lehrern seines Bezirks mit eingehenden Anweisungen über die Benutzung desselben, Hamit sich die ihm unterstellten Lehrkräfte erst selbst zu Juden lesen könnten, ehe. sie die jungen Gemüter zum Judentum erzögen. Von Emden geht sein Weg mit Riesenschritten vorwärts. Ueber Nicolsburg nach Frankfurt, wo er, vielleicht unter geringeren Hemmnissen und Schwierigkeiten als in Emden — vor 75 Jahren die Lieblingschöpfung seines Geistes ins Dasein rief. Ohne die Bedeutung dieser Schöpfung im geringsten abschwächen zu wollen, sei festgestellt, daß sein Grundungsplan in Frankfurt grundsätzlich von seinen Zielen in Emden kaum abweicht. D er Israelit Es galt ihm stets nur das eine: Die Gewinnung des Geistes für die Wahrheit des Herzens für die Gottesfurcht. Bildung ohne Nihilismus, Religion ohne Fanatismus, die Heranbildung gebildeter Juden und Jüdinnen, jüdischreligiöser Bürger und Bürgerinnen. n In der Reihe der großen Pädagogen hängt S. R. Hirschs Bild im Frankfurter Schulmuseum, ein Beweis, wie sein pädagogisches Schaffen auch die Aufmerksamkeit der nichtjüdischen Welt auf sich gezogen hat. Die Höhe der Weltanschauung, auf der er stand, als er die Lieblingsschöpfung ins Dasein rief, gab ihm die Kraft, in dem kleinen Kreis der Frankfurter Gemeinschaft die einzigartige Synthese, Tauroh im Derech Erez, in die jüdische Wirklichkeit umzüsetzen. Von dieser Höhe der Weltanschauung aus erklären sich die ungeheuren Wirkungen dieser seiner pädagogischen Schöpfungen innerhalb des Judentums. Wie er von dieser Höhe der Weltanschauung aus für feine Ideale kämpfte, ist beispiellos, keiner neben oder nach ihm hat dies bisher vermocht. Möge sein erzieherisches Beispiel die heutige Generation aneifern, zur Verwirklichung der Gegenwartsforderungen, wie sie Hirsch niedergelegt hat mit den Worten: „Pas Pensum der uns von Gott gesetzten Aufgabe wieder frisch im Bewußtsein zu erneu-' ern, jener, die freilich für jede Zeit dieselbe bleibt, deren Lösung aber für jede Zeit andere Förderungen und andre Hindernisse findet und daher in jeder Zeit immer von neuem die Ueüerlegung fordert: was wird von dieser Aufgabe in unsrer Zeit verwirklicht, was vernachlässigt und worauf hätten wir in unsrer Zeit insbesondere unser Augenmerk und die Energie unsrer Tatkraft zu richten, um die unsrer Zeit eigentümlichen Schwierigkeiten zu überwinden, um die von unsrer Zeit dargebotenen Hilfsmittel im vollen Maße zu benutzen, damit unsre Aufgabe in unsrer Gegenwart mit möglichster Treue genügt und das uns anvertraute heilige Erbe zur möglichsten Erfüllung gebracht werde." Verelnskalevder. Der Schiur von Herrn Emanuel Wolf findet jetzt am na» von 3—4 Uhr. Montag und Dienstag von d—10 Uhr statt. Minjan am rnt» morgens pünktlich um llU Uhr. Kommenden Sonntag nachmittag Wanderung nach Enkheim—Bergen. Treffpunkt *fe9 Uhr Uhrtürmchen Friedberger Anlage. Führer: Walter Strauß. Agudas Jisroel-Mädchengruppe. Sonntag, 7—8 abds., Herr Dr. A. Merzbach, Jesajah. Montag, 9—10- Herr S. Unna, Newiim, Uhlandstr. 68 Dienstag, 9—10, Herr Dr. S. Weger, Trei Osor Zvbelstraße 5. Mittwoch, 8-9. Herr Lehrer A. Hirschverg, Dinim, Samstag. 3/4ll—3/412, Herr Julius Lewtn. Das Buch Samuel, — 4—5, Herr Lehrer A. Hirfchberg. Tauroh. Llwjalh Lhen-Vereln. Samstag, im Hörsaale Friedberger-Anlage, nach Mincho (574 Uhr) Dortrag des Herrn S. Schachnowitz aus jna m -mas. Beshamidrasch, Osiendstratze 1$. Bon Sonntag abend bis Donnerstag einschl. allabendlich von 8l/4—91/* Uhr rot» D». Herr Rabb. M. Karpel. Kai? rwo-Schiur des Herrn Dr. Jfaac Breuer: Sonntag vorm. 729 Uhr, Dienstag bis Donnerstag abend 8 Uhr. Allabendlich zwischen nnaa und 2'Nva DTK "N. Herr W. Rosenzweig. Mittag zwischen 12—1 Uhr, ■»•an o» ffain- Herr W. Rosenzweig. Jüdischer Turnerbund.; Turn zeiten. Herren: Donnerstag. 872—10 Uhr, Turnen und Gomnastik. Annaschule. Sonntag. 8—12 Uhr, Sport und Spiele, Riederwaldwiese. Alte Herren: Donnerstag, 87a—10 Uhr, Turnen und Gymnastik, Annafchule. Jugend: Sonntaa. 8—12 Uhr, Sport und Spiele, Riederwaldwiese. Damen.- Donnerstag, 8V2—10 Uhr, Turnen und Gymnastik. Liebsrauenschule. Frauen: Mittwoch. 73/4-9 Uhr, Sondergymnastikkurs, Realschule Tiergarten 8. Knaben: Dienstag. 6-8 Uhr, Turnen, Annafchule. Mädchen: Mittwoch. 4'/--57l.Uhr (bis 10 Jahre) Turnen und Gymnastik. ^Annafchule. 57*—'7 Uhr süber 10 Jahre) Turnen und Gymnastik. Annafchule. Sebelzettea. * imxa SPTtn naw Freitag Abend 6.55 Samstag naavn 6.45 Samstagmorgen 8.— Samstagnachmittag 1.—- und 5.— Verein INekor Chajim. Sonntag morgens nach Schul (ebenso Mittwoch), im Hörsaale Friedberger Anlage dtk «n, Herr Redakteur S. Schachnowitz. — 8l/4 Uhr vorm, (ebenso Samstag eine Stunde vor Nacht) imDer- . einslokale. Gemoro, Herr Joachim Sofer. — 9Y4 Uhr vnrm. (ebenso Dienstag nachmittag eine Stunde vor Mincho), Gemoro, Herr R. A. G. Posen. Montag morgen nach Schul (ebenso Donnerstag) im Hörsaale, Miichna, Mitgliederlernen. — Abends 7 Uhr (ebenso Mittwoch) im Vereinslokale. Ge moro, Herr Rabb. Dr. Josef Breuer. — Abends 874 Uhr (ebenso Donnerstag) im Vereinslokale, Gemoro, Herr Dr. E Posen. ' Dienstag morgen nach Schul (ebenso Freitag) im Harsaale, Mlschna, Herr Dr. E. Posen. Don Sonntag bis Donnerstag einschl., abends 87* Uhr im Verelnslokale v"p-Lernen, Herr Herz Halpern. Samstagabend 8 20 Wochengottesdienft: Morgens 6.15 Nachmittags 7.— ' Tefilin-tegen am Morgen 4.— nnoncen-Büro Julius Schmidt Frankfurt a. M., Langestr. 7 Telefon Hansa 4641 Postscheck-Konto Frankfurt am Main 142353 Samstag nach Schul, im Hörsaale, Dinim, Herr Dr. E. Posen. — nachmittags 4'/4 Ubr. im DereiNslokaie, Mikro. Herr Dr. W. Hofmann. — Eine Stunde vor Nacht im Hörsaale, Midrasch, Herr Dr. A. Merzbach. Fahrzeits-Stiftungen: n: Sonntag, 22. April. Jacob Katzenstein-Stiftung. , Freitag, 27. April. Helene Mayer geb. Bloch-Stistg. Agudas Jlsroel-Jugendgruppe. N2V, 77s Uhr, Tfillos Schacharis. — 3 410-117» Herr Dr. I. Posen, Gemorob Kidduschin, Ain Tiergarten 42. — .3ull-3Ul2, Herr Louis Kahn, Kizzur Schulchan Oruch. — 3<41—3/4i2, Herr LippMann Kurzweil, Gemoro Bowo Kamo. — 3//i2- 3/*i, Herr Gerson Schnerb, Kizzur Schulchan Ornch. — 12—1, Herr Herz Holpern, Düs Jaumi. — 723—7s4, Herr Dr. W Hofmann. (&e* msro Bowo Kamo. — 3—4'/». Herr Leo Schnerb. Gemoro Bezoh. — 4, Tfillas Mincho. — 47» -572, Herr R.-A. M. Katz. Sidrah mit Raichi. Der Schiur von Herrn Gerson Sctnerb in der Arbeitsgemeinschaft II. findet von jetzt ab 7,3V nachmittag von 6—77s Uhr statt. Einzige Inseraterä-Annahme für Frankfurter Geschäftsinserate des is RA E L1T “ Ausserdem Annahme von Inseraten für sämtliche hiesige und auswärtige Tageszeitungen, Wochenu. Fachblätter zu Originalpreisen