Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 69 (1928)
- Issue
- Heft 13 (29.3.1928)
- Date
- 1928-03-29
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 13 Seite 3 29. März 1928 Der Israelit Personalien. Ignaz Dufchnitz V'jrr* Tel-Awiw, 15. Febr. Chaluzim-Silhouetten- und Chaluzim-Lieder lassen den jüdischen Ausbau von Erez-Jsrael als Idylle empfinden. Doch mit diesem großen Geschehen ist so übergewaltige Tragik verknüpft, daß die Idylle nur die Pause im Sturme darstellt. Bang entwindet sich mitunter die Frage nach dem Sinn dieser Tragik, ob nur die Wehen des Kreisens erschrecken oder ob vielleicht gar ein ungünstiges Geschick über das Werk walte. Wieder'ward einer der Kühnen, die es wagten, ihr Lebe-nsschiff nach Erez-Jsrael zu leiten, zum Opfer. Ignaz Dufchnitz ist, erst 45jährig, nicht mehr unter uns. Ignaz Dufchnitz — dieser Name hatte Farbe und Klang. Er stellte einen Edeltyp jüdischen Adels hin, einen Adel reiner und vornehmer Gesinnung, der Wärme und der Güte und. einen Adel der rastlosen Arbeit im Dienste des Aufbauens 'zu höheren- Zwecken. _ ✓ Der intelligente, gebildete Mann war vor drei Jahren von Wien nach Tel-Awiw gekommen, um hier ein Haus vorbildlicher jüdischer Gastlichkeit als sein Daheim an der Seite der edlen Gattin und ein Jndustri'e-Unternehmen als sein dem wirtschaftlichen Erez-Jsrael. gewidmetes Draußen zu errichten. Vielgestaltet war fein Wollen, unermüdlich bis zum Ausreiben sein Schaffen, — und er rieb sich auf. Trotz seines glücklichen Familienlebens hatte er in/den drei Jahren seines Seins in Erez- Jsrael kaum eine frohe, leichte Stunde, er mit seiner heiteren, optimistischen Natur. Zum sozialen Wirken besonders im Interesse der thoratreuen Judenheit wie früher in Wien war er in Tel-Awiw durch die Hast und die Qual der Arbeit um die/Fundierung seiner Fabrik noch wenig gekommen. Er sehnte ßch nach der Lockerung der Sklavenfrohne, er wartete auf den Tag, der ihm wieder die Ruhe des Zufichkommens geben würde, — doch er hatte die Kräfte zu leicht geschätzt, weil Tel-Awiw kein Wien; und die Levante kein Mitteleuropa ist. Nun ist- Ignaz Duschnitz jäh dahingegangen und mit ihm ist eines der wenigen westeuropäischen thoratreuen Häuser in Erez-Jsrael zerstört worden. Möge über sein Wirken undsein Andenken für Erez-Jsrael Segen bringen! -■ Fürth (Bayern), 21. März. 25 Jahre hatten sieh vol-. lendet, in denen Frau Betty Fa rnt r og eine Priesterin des bv non gewesen, da öffneten sich die Pforten unseres ehrwürdigen Friedhofes, um sie selbst zu empfangen. In der dem Sabbat ms ncns folgenden Nacht hatte -sie ihre reine Seele ausgehaucht und ein fast 75 Jahre währendes, wahrhaft jüdisches' Leben hatte geendet. Die außerordentliche Beteiligung bei der Bestattung zeigte schon rein äußerlich, welcher Wertschätzung! die Heimgegangene sich bei allen, die sie gekannt hatten, erfreute und daß eine große Trauer sich über unseren Kreis gesenkt hatte.. ‘-73ttn xb jnbssr tshb'i nnv nwbn n«m Wenn diese Worte des königlichen Weisen auf eine Frau unserer Tage gemünzt sein könnten, so war es wahrlich Frau Betty Farntrog. Werktätig ihr ganzes Leben hindurch, verwaltete sie ihr Haus und erzog sie ihre Kinder in dem, von den oörangegangenen Geschlechtern übernommenen Geiste. Die Uebung der ms» war ihr Lebensbedürfnis und so hat sie vor und neben allen anderen stillen Liebestaten ihren, ihr im Tode vorangegangenen Gatten Leopold Farntrog b"r in seinem Wirken innerhalb der Gemeinde und besonders für die Israelitische Realschule auf das intensivste unterstützt. Allen, arm und reich, die in Beziehungen zu ihr treten dursten, prägte sich der Adel der Gesinnung dieser ebenso frommen, -wie lebensklugen Frau tief ein- und so war diese ehrwürdige Greisin ein Typus jener guten Frauen geworden, die einen Schatz des deutschen Judentums darstellen und dessen ständige Erneuerung wir auch für die Zukunft ramV erhoffen wollen. Bis in die Stunden hinein, von denen sie selbst voller Ergebenheit wußte, daß sie die letzten ihres Erdendaseins sein sollten, gab sie dem Wunsche und der Mahnung innigen Ausdruck, daß Kinder und Enkelkinder jüdischen Idealen und jüdischem Wesen stets Treue' bewahren möchten und sie konnte auch dank ihrer Erziehung mit vollem Bewußtsein von dannen ziehen, daß ihre Worte nicht wirkungslos verhallen. Herr Rabbiner Dr. Raphael Breuer gab als Mitglied der Familie dem Schmerz tiefempfundenen Ausdruck, er verstand es, Art und Wesen der Verewigten in ergreifender Weise den Hörern vor Äugen zu führen und,in aller Trauer das Glück zu preisen, daß Familie und Gemeinde sie besessen haben. Ihr Andenken seizum Segen rraxan- Flieden, 23. März. Der verdienstvolle, auch den Lesern des „Israelit" wohlbekannte Lehrer unserer Gemeinde, Herr F r e u d e n b e r g e r, wird nach! 37jähriger Wirksamkeit aus Gesundheitsrücksichten mit 1. Juli d. I. in den Ruhestand treten. Berlin, 26. März, nip'i rot? feierte der allgemein beliebte und geachtete Herr Moses Seidmann seinen 70. Geburtstag. Ein dvd war die Geburtstagsfeier. Möge dem Jubilar noch viele Jahre vergönnt fein,, in Gesundheit und Frische wie bisher ausschließlich sich dem Thorastudium zu widmen. Vermischtes. Goilingen, 11. März. Ein Gailinger Purim gleicht einem Krönungsfest in einer Residenzstadt. Alles ist auf den Beinen, alles feiert mit. Und so gab es wieder viel zu schauen und zu genießen. Der gut besuchten Purimveranstaltung folgtendas traditionell gewordene Purimkonzert und die entzückenden Kinderaufführungen. Nicht unerwähnt dürfen wir unsere Heimatdichterin, Frl. Berthy Bloch lassen, die in den beiden Stücken „Don-- nerstag Morgen" und „Rasivrseife Chatuschim ist die beste" (spielt sich bei Josef Kurz, Friseur, ab) die Lachmuskeln- Aller in Bewegung setzte. Beide Stücke sind gedruckt von der Verfasserin zum Preise von 1.20 Mk. zu beziehen. Merano, 14. März. Das „Genesungsheim" des „Vereins für mittellose krank-e Israeliten" hielt anläßlich des Purimfestes in den eigenen Räumen unter Mitwirkung zahlreicher Pfleglinge dieses Sanatoriums, im Beiseln der Leitung des Vereins, eine sehr geschickt arrangierte und ausg-esührte Purimfeier, welche außerordentlich großen Beifall fand. — Bei dieser Gelegenheit wollen wir darauf Hinweisen, daß diese erstklassig geleitete in seiner Art sozusagen einzig dastehende jüdische Wohltätigkeits-Institution alljährlich Hunderten kranken und erholungsbedürftigen Glaubensgenossen zur vollkomme- HUT-ROTHSCHILD ZEIL 67 und KAISERSTRASSE 20 Fllzhüle Seldenliille Klappliüle I Milizen II Kravatien / Stets die neuesten Formen und die beliebtesten Farben nen Gesundung verhelft und dies in noch größerem Maße auszuüben in die Lage käme, wenn es seitens der jüdischen Wohltäter und Institutionen des Auslandes durch Mitgliedsbeiträge und Spenden unterstützt würde. Die Kranken rekrutieren sich aus ganz Mittel- und Osteuropa, es wäre also nur recht und billig, wenn auch seitens dieser Länder Unterstützungsbeiträge zufließen würden. Der hiesige „Jüdische Frauen-Derein" veranstaltete ebenfalls in den Räumen des Kursalons eine Purimunterhaltung mit gutem Efolg, da nach Beginn der Frühjahrs-Saison schon zahlreiche jüdische Gäste hier verweilen. FamMennachrichken. Barmizwo: Eurt, Sohn des Herrn Hermann Löbenberg. Groß Krotzenburg a. M. ^in raff nos nsnan« — Erwin, Sohn des Herrn Kaufmann und synagogenältesten Nathan Katz. Flieden, nnw irr ntns. Briefkasten. H. 93. Die Adressen dieser Fabriken sind uns nicht bekannt. Wenden Sie sich an die bekannten hebräischen Buchhandlungen. SE. S6. 1. Der 29. 7. 1894 war tun 25. Tamus 5654. 2. Das Buch heißt VfcniP'» no». Herausgeber ist Rabb. Jsr. Goldmann in Oradea Mare (NuMänien). Erschienen sind bisher nur 2 Bände, je einen Perek umfassend. Von ausführlicheren deutschen Kommentaren ist nur der bekannte von Lehmann zu nennen, 3. Der Artikel erschien in Nr. 3 und 4 im Jahre 1924. M. Sp. in Sögel. Wenden Sie sich an die bekannten Buchhandlungesi. (Vielleicht Bibel- und Talmud-Schatz von Kohn). Einer für Diele. Wir sind, wie jede Nummer unseres Blattes beweist, die schärfsten Gegner jeder Differenzierung zwischen Ost- und Westjuden; wir sind aber völlig außerstande, einem Jnserent en Vorschriften darüber zu machen, ob er bei einem Unterstützung saufruf im Interesse des Erfolges daraus Hinweisen will, daß es sich um eine im Lande verwurzelte, alteingesessene Familie handelt. Es gehört ein großes Maß von Vorurteil und Nervosität dazu, ans dieser Selbstverständlichkeit lächerliche Anklagen zu konstruieren, wie Sie es tun. General-Vertreter: Ä. MANTHEIM, Frankfurt am Main Peterstraße 4, Telefon Amt Römer Nr. 3985 nos >>. fuh-die, l r« H T« H&gcstcHt unter Aufsichf- Sh£hrH> des Henri Obermbb. Dr. Cbrtelkjdi Altona. ^aschig u.milchig- Mpcnocndb^^BS^^ - QH.Vabn LDesfcfeutscheM Nahrur?gsmiHel-lOa'kem.b.H.\t)uisburga/^k. HUllaS.i Wir sucv. zum Eintritt nach Ostern, einen £e fivfing mit gut. Schuld, v"'1 ras? frei. Kostu. Logisim Hause. Süddeutsch, bev. Angeb. an Gebe. Badmann, Modem. u.Konf., Oettingen/Bayern STür m. na® str. geschl. Manufakturwaren-Geschäft iu kleinem Städtchen suche Fekrkng mit guter Schulbild., mögl. mit Kenntn. in Handelsfäch. Freie Kost (streng rituell) im Hause. Off, unt. 26848 Exp. Jüngere Tuckhalterin in Stenografie u. Schreibmaschine perfekt, für sofort nach Frankfurt-M. gesucht. Samst. u. Feiert, geschloss. Off mit Gehaltsansprüchen unter 26837 an die Erped. jüngere, tüchtige Kraft mit Kenntnissen in Buchhaltung möglichst per sofort nach Frankfurt gesucht tr,ma® geschlossen. Offerten unt. 26869 an die Exp. Jjausfefirerin Zum baldigen Eintritt gesucht Dr. Hetnemann'sches Mädchenpenftonat Ffm. Wochenpflegen« für Ende April gesucht . 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