Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 69 (1928)
- Issue
- Heft 13 (29.3.1928)
- Date
- 1928-03-29
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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83MMU, © Du neuer Macäüer.. (GeMchte der Frankfurter Jüden-.)^ aM'^orovlM,; EuikfMer.Mabhmen " zstieri^ so mußer äüch dessdn Angaben Wer das,sMrfe "' ' dek " . -jAMLüM MAlW.itzn^.E^MsöWx.xM, der .zAHe Mrcmdgegeben voni: HörstänU der /^rsihiKen. voinDveißigjährigen Kriege blS^zum Anbeginn derunDen Zeit'1824.: Wiederum; wie der - erste Band, eine fleißiO zÄsüiMWWrätzM ^Arbeit,.: die/ alle Änerkennung veMem. Was aber dem ersten Band fehÜ-s.lä'hi ÜuH destem jüngerer, Äruder in, nM höherem Maße vermissen: die. S e e l e der Dinge. Ä ist bestettsallWiste gM geschichtliche Registra? tur; hinter den Zahlen,' Daten und Namen steHt aber nicht der. Geist der Geschichte, der dem Ganzen Leben geben muß. Dreißigjähriger Krieg! Man erfährt so mancherlei von Kaisern und Königen, von Kronsteuer, und Opferpfennig, vön Besatzungen und ZMüMmäßtegöln) von Zünften und Händlern und deren Vorgehen gegen die Judenvon Ab- oder Zunahme der jüdischen Bevolkerüng. Was die Geister im Ghetto damals zutiefst betvegte, die Gemüter zwischen Höffen und Bangen erregte, spricht aüs den Akten und deren Ausdeutung Nicht zu uns. Es sind stümme Zahlen, von den jüdischen Kulturerzeugnissen Dieser kriegsumtobten Periode in Frankfurt, wissen ft? nichts zü sagen. Frieden in den Landen! Die Nachklänge und Nachwehen wirken sich auch in Frankfurt in wirtschaftlicher. Krisis, in Eifersüchteleien und Plänkeleien zwischen den christlichen Kleinbürgern und den Juden aus. Streitigkeiten rm Ghetto selbst (die Geschichte Abraham Drachs.) Das wird alles nach mehr oder weniger bekannten Akten und Urkunden, oft auch ohne Aktenbeleg, brav registriert. Einblick in die inneren tieferen Zusammenhänge. erhststen mir" nicht. In die Zeitchach hem MWigjahrWNiKrieg fällt die Gabbatai! Zwi-BeWgung, und Kxacauer weiß zu beri Den, daßsich, auch in. den Fr an k f ü r - t er S'h n.ä gögen Gebeie für Sab ö atai erhöben. 'Wo hat er das in aller Welt her? Wir könnten ihn auf Grund von Akten und Ueberlieferungen im Gegenteil darüber belehren, daß zu einer Zeit, da die chdische Welt in Flammen stand, Amsterdam, London,. Hamburg ganz im Banne des Pseudomessias waren, Frankfurt feine klare Besinnung behielt, daß im Rabbinate von. Mendel.Baß, aber auch unter seinen Nachfolgern, alle Maßregeln mit Erfolg getroffen wurden, um die Seuche im Keime zu ersticken. Eine Reihe von Anordnungen, die heute noch im Ritus zu Recht bestehen, sprechen von der weisen Vorsicht der damaligen Führer. Er hat bei Schudt und Lersner etwas von einem Wanderpropheten Sabbatai Rafael gelesen, der auch nach Frankfurt kam, um dort Propaganda für seinen Meister Sabbatai' Zwi zu machen. Das berechtigt den Autor noch nicht zu registrieren, daß „in Frankfurt der neue Messias eine zahlreiche Anhängerschaft, sogar unter den Vorstehern der Gemeinde, hatte", und daß „in der Synagoge Gebete für den König in Israel zum Himmel emporstiegen."' Wenn er später einiges. bachis ten.' . 7^ .die Art der Quellenb enutzuM b8i Kracauer zeugt - übrigens die. Tat-. -sWr'' .Wv:-E^WsMlswÄM..,den, „Josef OjKM dMchH KsFMkfuyt sözHrgest in aller Hano ist/MrmüMch MS Äkanhet an. Kenntnis der Hs-, brätschen Sprache, nicht aus der .Quelle' zMrt/ söMhrKuüfiverti Uniwege über H o r o w i tz. Das sptiM^BayH ... .... Der Ausgang des. f i e b z e.h Uten I a h r - Hunderts bringt für die Frankfurter Juden neue ^rivUeKsn.. Die ihnen vorangehenden langdeOanölüngen spielen rnd) nach Wien iM AvE < hchüb er. .Kaiserliche Deklaration und Gegendeklaration kreuzen sich. Johann Andreas Eisemmenger und sein Giftwerk „Entdecktes Judentum" werden auf zwei knappen Seiten hchahdelt. ..Man erfährt nicht mehr, als man aus Grätz darüber weiß; für ein S pezia l b u ch für Frankfurter jüdische Geschichte reichlich wenig! Mit gemischten Gefühlen liest man die Darstellung des großen G h e t tob ran des 1 7 11. Daß es Mittwoch den 14? Januar gegen acht Uhr astends gewesen ist, wird stimmen. In Tagen und Daten sind.. Chronisten-Historiker immer sicher.. Daß „der Rabbiner (NaftcM Eöhen) alle' Besinnung, verlor, anstatt Löschversuche zu unternehmen,; lange Zeit unbeweglich, Gebete murmelnd, das Gesicht der Synagoge zugewandt, stehen blieb",, das. spricht er unbesehen und ungeprüft Schudtünd Le rsn er nach, die freilich noch mehr übet das Verschulden des Rabbiners (Schudt nennt ihn konsequMt den „Gassenbrenner") wissen. Kracauer übernimmt auch die Mär, daß die Juden diejenigen, hie von her. Stadt kamen, um -»st Helsen, „mit Totschlag' bedrohten". Das g r o ß e Wm n de r, daß der Pülverturm, genannt auch j („Mönchsturm "h an derOftseite der Judengasse, verschönt bleb, wird registriert. Das Wunder verliert wesentlich an BedeWung, wenn man be- ' denkt, daß man alle Löscharbeiten auf diesen Punkt, von dem eiste Gefahr für die Hauser der Christen jenseits der Gasse dröhte, konzentriert hatte. Schudt und And-ere haben aber Interesse daran, „dös Wunder" möglichst zu unterstreichen, tim mit der Tatsache, daß nur JUdenhallser verbrannten,., däh speziell auf die Judenabgesehene und von diesen verdiente göMche Strafgericht zu beweisen. Es wäre nicht nötig gewesen, daß auch ein jüdischer Geschichtsschreiber dieses „handgreifliches und augenscheinliches Gottesgericht, von den Juden und von, ihnen allem heraufbeschworen", noch besonders hervorhebt (siehe Seite 123). Kracauer nimmt hier auch Anlaß, über „die Zeloten der Gemeinde" herzufallen, die mit Hinblick und Hinweis auf das große Unglück zur g r ö ß e r e n Buße mahnten- und alle Festesfreuden verpönten. Alle KomödieN-aufführungen, alle Spiele— mit Ausnahme des Schachspieles j— wurden von den Vorstehern für längere j Dauer untersagt. Es erschienen Verordnungen i gegen den Kleiderluxus, den Prunk bei Gaste- ,reien. Der 24. Tewes ward als Buß- und Fasttag aNgeseßt. Das alles ist für Kracauer ZelotentüU,. D ist Dtzch gaMwäs aüöeres> ob dii I ü - d em f ir H b stmöK-^ämäls im UHMcke einen Finger^ Gottes erblickewund es nckch guter Väterärt als Mementö' zuk Tschüwö nahmen- oder üb ein kalter Chronist es Andersgläubigen und Uebelwollenden nachfaselt, daß die. Juden, und.pur die Jüdeü, hömäls die Feüersträfe beAMt Ü8Üeii «E-Hlutz folgt.) Aor Aronkfurter RirbblnttwaN ....... .. . Det Vörsimrd der Synirgögehtzenieinde I s.r äeii - rische Relügionsg-eselisch«ft" hat.anr.leHen Freitag folgendles Rundschreiben an die GemeinÄemit- 'glieder versandt: - . Wir haben im Einvernehmen mit dem Gemeinherat beschlossen, die auf nächsten Sonntag einberMne ordentliche Gemerndeoersammlung um Anrge Wochen aufzuschieben, weil.in der für unsere Gemeinde wichtlgsten Angelegenheit, der Frage der Wiederbesetzung u.nseres Rabbinates., in den letzten Tagen.Umstayde eingetreten find, die zunächst eine sorgfältige,, .von jeder äußeren Rücksicht unbeeinflußte/interne Beratung der Gemeindekörperschaften üh-st die Lage als 'das vitalste Interesse der Gemeinde erscheinen.lassen. Leidenschaftliche Erörterungen in der Gemeindeversammlung sind im, Augenblick umso weniger erwünscht. als das unmittelbar bevorstehende Jubiläumsfest, der Schule -die ganze Gemeinde zu mög- , llchst.harmonischer froher Feier einen soll. ' Vorstand und Gemeinderat hoffen, unmiktelbar ' nach dem Feste zur Festsetzung der Gemeindeversammlung und gegebenenfalls auch zur BestimMüng des Dermines für die Rabbinerwcchl schreiten zu können. Hochachtungsvoll! Der Vorstand. Zur Erläuterung sei folgendes bemerkt: - Der Vorstand hatte durch Vermittlung des Herrn Rabbiner Dr. M u n k in Berlin ein Besdin bilden lassen, das | über' die durch das bekannte Rundschreiben des Herrn Rabbinatsafsessyrs Posen angeregten halachischen Fragen endgültig entscheiden sollte. Herr Rabbinatsassessor Posen hatte nach wiederholten monatelangein Verständigungsversüchen ein Schiedsgericht, sowie die Anerkennung jedes Besdins zur Schlichtung der strittigen Fragen aus grundsätzlichen Bedenken abgelehnt. Das von' He^v Rabbiner^ Dr. Munk .eingesetzte Besdin hat jetzt' irrklärt, daß es angesichts der Weigerung des Herrn Posen aus allgemein jüdischen.Gründen es nicht für richtig halten könne, an der- Entscheidung des Dajons von sich aus Kritik zu üben. Angesichts der Lage empfinden es, wie in dem Rundschreiben ausgeftihrt, Vorstand und Gemeinderat Äs ihre Pflicht, durch erneute Beratung einen Ausweg zu suchen, der die Gemeinde, wenn es irgendwie möglich sein sollte, vor neuen, noch schwereren Kämpfen um den Rabbinatssitz bewahrt. , . Herr Rabbiner Dr. Klein in Nürnberg. Hai -dem Vorstand inzwischen mitgeteilt, , daß er die Kandidatur seiner- - zeit auf Grund der Entscheidung für ihnmaßgebender rabbinischen Autoritäten angenommen hatte, daß er sie jedoch, jetzt, nachdem es dem Vorstand nicht gelangen sei, eine halachische Nachprüfung der Kundgebung des Herrn Rabbi-natsassessors Posen zu erreichen, zurückziehen müsse. vom Schuljubiläum. Die BLstellungen auf die Festschrift sind auf die erste Bekanntmachung hin zahlreich eingegangen. Wer die Festschrift noch zu Peßach erhalten will, möchte die Bestellung umgehend-unter Einsendung des Betrages anmelden. .Wie bekannt gegeben, erhalten die Mitglieder der Synagogengemeinde „Israelitische Religionsgesellschaft", sowie , die ehemaligen Schüler und Schülerinnen j der Anstalt die Festschrift bei direkter Voraus- Ibeste.llüng bei Sekretariat der Schule bis spätestens 5. April .zum Vorzugspreis von 3,30 M k.!(einschl. Zustellungsgebühr). Rach diesem Termine erk-4