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Der Israelit · 1928-03-22 · Heft 12 (22.3.1928) · page 15

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
69 (1928)
Issue
Heft 12 (22.3.1928)
Date
1928-03-22
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Zum SchuljubUSum. Nach der soeben erschienenen Nummer der ^MiWlungen^M'd'Mrr in der Läge, Näheres über die geplanten Festveranstaltungen aus Anlaß des 73jährigen Jubiläums der Unterrichts- .anstalten der Israelitischen Religionsgesellschaft zu / Gerichten. heißt da: . „Der Kreis der Damen und Herren, die sich in, den . Dienst der guten Sache stellen, hat sich inzwischen beträchtlich vergrößert, das Interesse wächst von :tag zä.Tüg. Die unbedingt notwendige Kleinarbeit für die würdige Ausgestaltung der Feier, die im. festlichen Rahmen uns vereinigen soll, wird mit Eifer und Hingabe geleistet. Aus den Briefen der fern der Heirüat Wellenden entnehmen wir mit Genugtuung die Freude auf ein Wiedersehen in den Hestestagen. Aus vielen Orttzn des In- und Auslandes haben wir schon bestimmte Zusagen von ehemaligen Schülerinnen und Schülern, die es sich nicht nehmen lassen, trötz der weiten Reise zu dem 75. Geburtstage iMer Schule persönlich zu gratulieren. In einer Zähl von Briefen wird es lebhaft bedauert, daß als Termin die Zeit direkt nach nvs gewählt wurde, weil, dadurch mancher, der auch gern Dabei wäre, am Kommen gehindert ist. Es tut uns außerordentlich leid, nicht einen Zeitpunkt finden zu können, der allen genehm wäre. Die vorbereitende Kommission hat erst nach reiflicher Mrwägung aller in Betracht kommenden Gründe ihren Entschluß gefaßt, und alle, die am 15. April nicht bei uns sein können, dürfen versichert sein, Daß wir uns mit ihnen im Geiste verbunden fühlen." Der gemütliche Abend. Der die Jubelfeier einleitende gemütliche Abend wird sicher seinem Namen Ehre machen. Die Spitzen der Tafel werden durch die Senioren geziert sein, und Jahrgang für Jahrgang wird sily anschließen, derart, daß immer auch die Verbindung mit ihren Vor- und Nachklassen hergestellt ist. Der Abend ist in erster Linie für die Aussprache der „Klassenkinder" bestimmt. Die vorgesehene Unterhaltung ist nur als Dekoration Der von den Festteilnehmern zu bestreitenden 'Plauderei gedacht. Auf verschiedene Anfragen hin sei bekannt gegeben, daß von einem Festmahle oder einem Imbiß Abstand genommen wird; es sollen nur Getränke geboten werden. Am die Vorarbeiten für die vorher zu erledigende Gruppierung zu erleichtern, werden Damen und Herren von uns freundlichst gebeten, von ihrem -Kommen recht bald dem Festkomitee (Am Tiergarten 8) gefälligst Mitteilung zu machen. D i e A k a d e m i f ch e F e i e r. Für die Akademische Feier ist. der große Saal des Zoologischen Gartens gesichert. Die Wahl dieses Raumes wird bei den Teilnehmern an der Feier des, 50jährigen Bestehens unserer Schule liebe alte Erinnerungen auslösen. Und außerdem werden auf dem Wege zum Festsaal bei recht vielen Gästest Bilder aus dem. Unterbewußtsein gufsteigen, wie sie in ihrer vielleicht glücklichsten Leit mit Büchertasche und Schulranzen am Zoologischen Garten vorbei zur Schule geeilt sind oder, Mit neuen Kenntnissen erfüllt, nach getaner Arbeit an der Ecke des Zoologischen Gartens sich recht gemütlich verabschiedet haben. Festabend. Der Abend des Festtages wird unsere Schulgemeinde und die Freunde unserer Schule im Saalbau vereinen. Aus dem Programm etwas zu verraten, ist uns noch nicht gestattet. Düs eine dürfen wir aber zur Befriedigung der Neugier heute bereits sagen, daß für das geistige und leibliche Wohl in ausreichendem Maße gesorgt wird. Schulaus stellu n g. Die Schulausstellung wird schon vor der Feier zur recht eingehenden Besichtigung eröffnet werden. Sie wird sicher den Anspruch auf Originalität erheben können. Allgemeinheiten wird sie nicht pflegen, sondern nur, was speziell unsere Schule angeht, und sie wird ganz bestimmt jedem etwas bringen. Da ist zunächst die „Hirsch-Ausstellung" zu nennen. In einer jeden Kenner mit Staunen erfüllenden Vollständigkeit bringt sie neben des genialen Gründers sämtlichen Schriften in Erstdrucken wertvollste historische Dokumente, bedeutungsvolle Stücke aus seinen vielseitigen Korrespondenzen; es sei nur andeutungsweise hingewiesen auf ein Rundschreiben, das S. R. Hirsch als österreichischer Reichsratsabgeordneter hat ergehen lassen, auf seinen Schriftwechsel mit dem Frankfurter Senat usw. Pädagogisch Interessierte werden ihre Freude haben an den vorgeführten Lehrmitteln für den hebräischen Unterricht, an den Anschauungsmitteln, Tabellen (zum Teil von Schülern der Anstalt, hergestellt.) Und dann die Klassenbilder, die Bilder, von Lehrern, die Prämien, Lobkarten, Tuvnpreise, Handarbeiten und was sonst noch an die hinter uns liegende Zeit erinnert; wer von den ehemaligen Schülerinnen und Schülern wird nicht gerne ein Stündchen dem Stuidum dieser Schulreliquien widmen? Wir dürfen ruhig von einem Studium sprechen; denn es lassen sich manche kulturgeschichtliche Studien bei dieser Gelegenheit anstellen, z. B. wenn wir nur die Garderobe von anno dazumal und heute vergleichen. Sie Iubiläüms - Stiftun g. An die ehemaligen Schüler und an die Freunde der Hirschischen Schule ist ein Aufruf hinausgegangen, der auf die Bedeutung der Lieblingsschöpfung von Samson Raphael Hirsch, seiner Realschule und höheren Mädchenschule, für die Entwicklung des jüdischen Lebens hinweisend, für eine I u b i l ä u m s - S t i f t u n g wirbt. Möge jeder, der an die Zukunft und weltgeschichtliche Aufgabe des Judentums glaubt, zu seinem Teile, und mit dem vollen Einsätze seiner Kraft die Dankesschuld mit abtragen, die die JudeNheit dem großen Gründer unserer Schule verbindet. Die Festschrift. Wenn die Tage der Feier verrauscht und verronnen, dann möge die zUm Jubiläum erscheinende Festschrift dazu bestimmt sein, die Weihestimmung der Festteilnehmer noch recht lange festzuhalten. Die Festschrift stellt einen stattlichen Band von über 260 Quartseiten dar, wozu noch ein hebräischer Anhang kommt (Edition einer wertvollen »i'äs-Handschrift). Sie ist von einer eigenen Redaktionskommission redigiert und sorgfältig vorbereitet. Die Beiträge stammen durchweg aus der Feder von Herren aus dem Lehrerkoollegium. In Chronik und Aufsätzen spiegelt die Festschrift Geschichte und geistige Struktur der Schule wider. Allgemein wissenschaftliche Aufsätze bewegen sich auf apologetischem, exegetisch - philosophischem, literarischem, geschichtlichem und kulturhistorischem Gebiete. Näheres über Inhalt und Bezugsbedingungen der Festschrift wird auf der ersten Seite des Hauptblattes bekannt gegeben. Die Jeschiwa der Israelitischen Religionsgesellschast Frankfurt a. IN. Im zurückliegenden Wintersemester wurde unsere Jeschiwa von 70 Hörern besucht. Indem diese Hörer Vorwiegend westeuropäischen Kreisen enthemmten, hat die Jeschiwa auch in diesem Semester gezeigt, daß sie es i« zunehmendem Maße versteht, dem im Westen erwachten Geist der Selbstbesinnung, der sich in dem erfreulichen Streben unserer Jugend nach Wissen und Ertüchtigung für ihren jüdischen Lebensberuf kund tut, Rechnung zu tragen In 5 Gruppen wurden, die Schüler je nach Vorkenntnissen und Begabung vo§ allem in das Quellenstudium des Talmud emgeführt resp. in diesem Studium weiter ertüchtigt. Die Hörer bestanden aus von der Volks¬ und Realschule Entlassenen, die, ehe sie sich dem geschäftlichen Beruf züwenden, ihr jüdisches Wissen vertiefen wollen, Abiturienten von Vollanstalten, die, ehe sie das Universitätsstüdium ergreifen, das intensive Studium unserer heiligen Wissenschaft als selbstverständliche Pflicht erkennen, seminaristischen Lehrern, die in dem Jeschiwabesuch eine von der Notwendigkeit eingegebene dringende Vorbereitung für ihren künftigen Beruf erblicken, künftigen Schochtim, die in Verbindung mit ihrer an der Jeschiwa sich ihnen bietenden theoretischen Ertüchtigung hier gleichzeitig ihre praktische Schulung finden. Neben diesen ordentlichen Hörern war die Jeschiwa bemüht, auch außerordentliche, Hörern war die Jeschiwa bemüht, auch außerordentlichen Hörern (S t u den t e n der Universität) die Segnungen des Lernens zuteil werden.zu lassen. Neben den talmudischen Vorlesungen und den Uebungen m Codices umfaßte der Lehrplan Vorlesungen über Tenach, Exegese, hebr. Grammatik und jüdische Geschichte. Wie seither wurde in begrenztem Maße durch Unterricht in profanen Lehrgegenständen der Fortbildung, und vor allem dem künftigen geschäftlichen Beruf Rechnung * getragen. Das Semester schließt offiziell am 22. März (1. Nissan) mit dem großen Verhör (jedoch werden die Vorlesungen zum großen Teil bis eine Woche vor Peffach fortgesetzt.) Das Sommersemester beginnt am 18. April (28. Nissan) mit der Prüfung der Neueintretenden. Anmeldungen für das kommende Semester sind (vor allem mit Hinblick auf die zu gewährenden Stipendien) möglichst bald an Herrn Dr. Joseph Breuer, Frankfurt a. M., Rückertstraße 50, zu richten. Das große Verhör dauerte von Sonntag bis einfchl. Dienstag. Am Schluffe des Verhörs, das de« zahlreich erschienenen Zuhörern zeigte, mit welchem Eifer und mit wie großem Erfolge hier gelernt wird, richtete der Leiter der Jeschiwa, Herr Rabbiner Dr. Josef Breuer, eindrucksvolle Worte des Abschieds an die nunmehr die Lehranstalt Verlassenden. Ausgehend von dem Sidraworte 'Tps nfr« 12V0N und anschließend an den. Midrasch ni»rrai I«vn onV isam sowie an Jeschajos Trostwort aj» nVa '» nnwans? i>K ö’jvai ermahnte er bie nunmehr ins

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