Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 69 (1928)
- Issue
- Heft 12 (22.3.1928)
- Date
- 1928-03-22
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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Nr. 12 Seite 7 22. MäH 1928 ' - Lates, wonach, die Administration Palästinas verpflichtet seidiekirchlichen Festtage der Gemeinschaften in Palästina als gesetzliche Ruhetage für deren Mitglieder an- .Merkennen.- Das Urteil ist hoch nicht Mpr'eH^n Worden. Transjordanien stimmt der Konzession an Rukhenberg zu. Jerusalem, 10. März. Das in Pmman erscheinende Amtsblatt der Regierung Transjordaniens teilt mit, daß der Emir Abdullah und sein Mmisterrat der un den Ruthenberg-KonLern gewährten Konzession zur Ausbeutung der Wafserkväste des Jordans zugestimmt haben. Abermals Lehrerstreik in Palästina. Jerusalems 18. März.? Die Lehr«rschast der von der Zionistischen Exekutive erhaltenen hebräischen Schulen in' Palästina ist abermals in den Streik getreten, weil die Exekutive ihre Forderungen nach Erhöhung der Löhne, Wiedereinftellüng der infolge Sparsamkeitsrücksichten entlassenen Lehrer, sowie verschiedene andere Postulate der Lehrerschaft abgelehnt hat. ' Bekanntlich waren die Ferien an den hebräischen Schulen in Palästina in diesem Jahre um mehrere Wochen ausgedehnt worden, weil die Lehrerschaft Bedingungen stellte, die die Exekutive nicht erfüllen zu können glaubte. Schließlich wurde der Unterricht wieder ausgenommen, in der Hoffnung, daß sich im Laufe der Zeit ein Ausgleich wird erzielen lassen. Diese Hoffnung scheint sich vorläufig nicht verwirklicht zu haben. (ITA.) (Nachträglich teilt die ITA Mt, es handle sich nicht um die Lehrer, sondern um ine — Schuldiener.) Amenka. Forderungen der rumänischen Juden in Amerika. W a s h i n g t o n, 18. März. Auf Einladung des rumänischen Gesandten in den Bereinigten Staaten, Herrn Gretziano, fand sich eine Abordnung des Verbandes der rumänischen Juden in Amerika im Hause der rumänischen Gesandtschaft ein und unterbreitete dem Gesandten ein der rumänischen Regierung zu übermittelndes Memorandum, in welchem gewisse Forderungen im. Interesse des Schutzes von Leben, Eigentum und Rechten der Juden in Rumänien gestellt sind. So wird u. a. die Auflösung der Liga nationalchristlicher Studenten in- Rumänien, die eine gefährliche judenhetzerische Propaganda betreibt und die Schuld an den Pogromen in Siebenbürgen und Altrumänien trägt, gefordert. Ferner möge die Regierung ganz bestimmte Maßnahmen zum Schutze der Juden und der übrigen Minderheiten treffen. — Der Gesandte, Herr Gretziano, gab gegenüber der Abordnung die Versicherung ab, daß die rumänische Regierung ihr Möglichstes tun werde, um diese Vorschläge und Anregungen im Interesse des Friedens und der Wohlfahrt Rumäniens durchzuführen. Die Leitung des Amerikanisch-Jüdischen Kongresses erklärte sich mit diesem Schritt des rumänisch-jüdischen Verbandes nicht einverstanden. Deutschland. (Letzte Nachricht.) Forderung nach einem Numerus clausus für Schächttiere in Preußen. Berlin, 20. März. Der landwirtschaftliche Ausschuß des Preußischen Landtags hat am 16. März nach erneuter Beratung des Antrages betreffend das betäubungslose Schlachten folgendes beschlossen: Das Staatsministerium wird ersucht, geeignete Maßnahmen zu treffen, daß 1. das Schlachten von Tieren durch das rituelle Schächten nicht über den Bedarf der jüdischen -Bevölkerung an geschächtetem Fleisch hinaus erfolgt und das Verbot des wilden Schächtens streng durchgeführt wird; 2. das Schächten ordnungsgemäß ausgeführt, ferner bei der Vorbereitung des Schächtens, insbesondere bei der Niederlegung des Tieres, Vorkehrungen getroffen werden, die geeignet sind, die Schlachttiere vor unnötigen Aengstigungen und Schmerzen zu schützen;' 3. beim Schlachten überhaupt die vorhandenen technischen Verbesserungen in humanitärer Hinsicht angewandt und alle Rohheiten verhindert werden; 4. das Schächten zukünftig erst nach genügender Betäubung mittels Elektrizität vorgenommen werden darf, wenn die Staatsregierung auf Grund des Urteils D e r . I s r q e I i t Sachverständiger die zur Zeis schwebenden Versuche als auch im Sinne des israelitischen Rituals zweckentsprechend äbgeschlofsen betrachtet. / .(Wie uns soeben aus Berlin telegraphiert wird, hat der Preußische Lcmdtag den vorstehenden Beschluß des landwirtschaftlichen Ausschusses gestern unter Streichung des letzten Punktes angenommen. Damit ist erfreulicherweise der Vorstoß der Schichtgegner, wenigstens abgesehen von der Kontingentierung, wieder einmal' abgewendeö Red.) An den verehr!. Verlag des „Israelit" Frankfurt a. Main. Ihre Ausführungen, über diejenigen Wirtschaftsfragen, die sich aus der Wirtschaftsumstellung der letzten Jahre speziell für das orthodoxe Judentum ergeben, veranlassen mich einige Gesichtspunkte zusammenzustellen, mit der Anheimgabe, den Ihnen geeignet erscheinenden Gebrauch davon zu machen. Ich stimme prinzipiell Mt den Einsendern darin überein, daß alle Maßnahmen, der Privatinitiative — die die Gewähr billigster und rationellster Ausschöpfung bietet —, entspringen sollenaber dieser Standpunkt darf nicht dazu führen, die möglichen organisatorischen Vorbedingungen zu unterlassen. — Es muß da in erster Lime der Auffassung erfolgreicher Unternehmer, die sich ihren eigenen Lebensstandard erhalten oder gar aus der Wertverschiebung Nutzen ziehen konnten, widersprochen werden, die Dinge einfach an sich herankommen zu lassen. — Gerade solchen Persönlichkeiten, die über reiche Erfahrungen oerfilgen und auf denen die Sorgen des Tages.nicht in dieser Stärke lasten, obliegt die Führung. Das Kernproblem „Die Ermöglichung der Sabbathheiligung" gestattet uns ja gerade eine Beschränkung auf einen verhältnismäßig kleinen Kreis, gibt uns aber die Gewißheit, mit der wohlwollenden Unterstützung weiter Kreise, denen gegenüber wir verpflichtet sind, die Möglichkeit der Sabbathheiligung zu demonstrieren, rechnen zu können. Aber noch ein weiterer Gesichtspunkt scheint mir besonderer Hervorhebung bedürftig: Man redet so gerne in unseren Kreisen der Genügsamkeit hinsichtlich des Anteils am Volkseinkommen das Wort. Es muß in diesem Punkt darauf hingewiesen werden, daß das Ziel in diesem Punkt nicht weit genug gesteckt werden kann; gilt es doch — speziell für die auch wirtschaftlich isoliert stehende Orthodoxie — nicht nur gegen früher weit höhere laufende Lasten aufzubringen, sondern auch in absehbarer Zeit an den Wiederaufbau der durch die Inflation geschwundenen Fonds heranzugehen, umdie Existenz unserer Institutionen wieder sicherzustellen. — (Anderen Orts übernimmt ja der Staat die Sorge für derartige kulturelle und religiöse Einrichtungen, aber m. E. dürften Mr damit nicht rechnen können.) In der vorletzten Nummer Ihres geschätzten Blattes haben Sie nun einen sehr konsequenten Plan zum Schutz der Arbeitnehmerschaft aus der Feder des auf diesem Gebiet sehr verdienten Herrn I. S. erscheinen lassen. — Das beste Mittel zur Durchführung dieser Pläne dürste aber m. E. in der Stärkung der Unternehmerschaft zu suchen sein und man sollte — um das Hebel an der Wurzel zu fassen — Mittel und Wege suchen, die zu einer Stärkung und Erweiterung des Aktionsradius der sabbathschließenden Unternehmer zu führen geeignet sind. Und hier muß nun leider sestgestellt werden, daß in keiner Weise eine Anpassung an die geänderten Zeit- und Arbeitsverhältnisse stattgefunden hat — soweit nicht ein Uebergang in die Produktion stattfinden kann. — Noch hat die Not der Zeit den althergebrachten Wirtchaftsegoismus nicht zu brechen vermocht. — Sehr richtig weist ein Einsender auf die mangelnde Wirtschäftssolidaritäk hinsichtlich der Heranziehung des Einzelhandels hin. Trotzdem könnte nach meiner Auffassung von den Unternehmern außer derartigen Beschwerden mancherlei getan werden; ich denke dabei an das rührige, zweifellos erfolgreiche Kollektiooorgehen der jüdischen Hotelunternehmer. Für den Großhandel aber muß m. E. speziell die Wiederherstellung des P e r s o n a l k r e d i t e s gefordert werden. (Man' sollte meinen, es gäbe in unseren Kreisen, wo man einander so gut kennt, um alle effektiven und vermeintlichen Fehler so prächtig anzuprangern, nichts leichteres: hoffentlich läßt sich dieser unnachahmliche Nachrichtenapparat jetzt einmal nutzbringend verwenden.) Von den unter uns befindlichen Bankiers muß gefordert werden, daß sie neben die reine Rentabilitäts¬ und Sicherheitsberechnung die moralische Berechnung setzen und durch ihre Maßnahmen die Beschäftigung^ und Ausbildung möglichst vieler sabbathheiligender Personen ermöglichen. — Mit Kreditunterstützung auf Basis des Personalkredits würde manches Unternehmen, das durch die Inflation der Kapitalsunterlage beraubt wurde, wieder aufzubauen, manches weiter auszubauen sein. Alle derartigen Maßnahmen haben aber die Schafüng einer Vertrauensbasis zur Voraussetzung. Zu »eren Herstellung schlage ich vor: Die Schaffung einer orthodoxen Logenabteilung nsit folgenden Aufgaben — ohne jede Spitze gegen die Arbeitnehmer, die uns Mitarbeiter sind: maßgeblicher 1. Verkehr der Unternehmer untereinander zwecks „ Gedankenaustausch. (Ich selbst habe durch derartige Aussprachen schon recht wertvolle Kombinationen gefunden, ohne irgendwelche Schädigung der anderen Partei herbeizuführen.) 2. Milderung der gerade den orthodoxen Unternehmer behindernden gesetzgeberischen Maßnahmen (Arbeitszeit-, Sonntags-Arbeitsgesetz, Steuergesetze, (Maßer ist neuerdings nicht mehr abzugsfähig). 3. - Garantie des Lebensstandards der Unternehmer auf Gegenseitigkeit: (Vollkommen fteiwillig, ohne Verpflichtung; Gegenstück zur Erwerbslosenoersicherung). 4. Unter Zuziehung von Arbeitnehmervertretern: Berussumschichtung unter den Juden (Berufsberatung.) Es bedarf wohl keines besonderen Hinweises, daß mit den aufgezählten Punkten der Aufgabenkreis bei weitem nicht erschöpft sein dürfte; aber der Hinweis sei mir gestattet, daß ich mir die Erreichung dieser Ziele in möglichst enger Zusammenarbeit mit anderen diese Frage bereits bearbeitenden Organisationen denke. — (Sie werden auch in einigen Punkten eine Uebereinstimmung mit den Vorschlägen des Herrn I. S. festftellen können, Punkt 4.) Zum Schluß noch einige Hinweise hinsichtlich der für orthodoxe Juden noch möglichen Berufstätigkeiten: Der Beruf eines Buying Agent (s. Ansporn Heft 22 vom 21. November 1927, Seite 1383) dürfte noch Möglichkeiten bieten; auch die Errichtung sogenannter Versandgeschäfte nach amerikanischem Muster (s. Ansporn Heft 2 vom 22. Januar 1928, Seite f05) könnte m. E. möglich sein. — Ob diese Voraussetzungen beispielsweise auch für mechanische Reparaturwerkstätten, mit denen immer ein gewisser Handel verbunden ist, zutreffen, sollte das von mir vorgeschlagene Gremium (s. Punkt 4) untersuchen, freilich nicht ohne zu prüfen, welche Anregungs- und Ausbildungsmöglichkeiten vorhanden sind. I. Oettinger. Familiennachrichken. Bar Mi zwo: Max. Sohn des Herrn Dr. David Rothschild und Frau Stephanie, geb. Abeles, Frankfurt a. M, Bockenheimerlandstratze 124. 24. März 1928. Synagoge Unterlindau. Silberne Hochzeit: Am 22. März 1928 feiert Herr Josef Wolf und Frau Amalie geborene Moses in Dortmund. Restaurant, Königswall 22, das Fest ihrer silbernen Hochzeit. Briefkasten. K. P. in B ernftadt. Bezahlt bis 1. Iult 28. Emeth. Wir haben keine Deranlaffung uns mit dem Stücke und seiner Aufführung zu befassen. Rabb. Dr. Jos. Bloch, Bonn. Scheck für Abonnement eingegangen. K. in Bratislava. Betrag eingegangen. 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